CD-Check: Cold Cold Ground – This Side Of Depravity

Cold Cold Ground (Promo Picture) / Photocredit: Marek Sabogal

Kritik

Bisher ist das Debutalbum von Cold Cold Ground mit dem Titel This Side Of Depravity in Deutschland nur als Import erhältlich, allerdings wird sich das am 28.04.2011 ändern, denn dann kommen die Industrial Rocker aus Finnland auch hier zum Zuge. Ich hatte die Möglichkeit, für euch vorab ausgiebig in das Album reinzuhören, um euch meine Eindrücke zu schildern.

Den Start des Albums macht You Will Break und mit diesem Opener rocken die Finnen richtig los und bieten melodiösen Industrial vom Feinsten auf, der sehr erfrischend klingt. Doch wer glaubt, dass in diesem Song schon die geballte Energie steckt, der wird mit Pigs gleich eines besseren belehrt, in dem sich sowohl musikalisch als auch textlich eine ganze Menge Wut befindet. Das folgende Warden schaltet zumindest in den Strophen einen kleinen Gang runter, um im Chorus aber unterstützt durch eine ziemliche Synth- und Gitarrenwand wieder auf die Tube zu drücken. Etwas gemäßigter im Tempo, aber nicht weniger hart schließt Doves an, das eine sehr eindrückliche Wirkung auf den Hörer ausübt, was nicht zuletzt an dem sehr zur Musik passenden Gesang von Hauptmann D liegt. Den bietet er auch in Pseudo Life auf, das mit fetten Gitarrenriffs und Ohrwurmqualitäten glänzt. Nahtlos geht es in die zweite Hälfte des Albums über, das nichts für zartbesaitete ist und vor allem textlich oft hart an der Grenze ist, so auch bei dem Track DIYM (Dick In Your Mouth).

Ob man so etwas mag, muss man selbst entscheiden, musikalisch wird das hohe Niveau aber gehalten. Für persönliche Wutphasen dürfte sich der Song auf jeden Fall hervorragend eignen. Tension hält, man möge den Wortwitz verzeihen, die Spannung weiter aufrecht und überrascht mit Strophen in Sprechgesang. Von Hip Hop kann man zwar bei weitem nicht sprechen, aber zumindest leichte Assoziationen kommen auf. Zurück zu richtigem Gesang geht es dann wieder bei Salesman In Me, das vor allem durch seine Bridge und den Refrain überzeugt, die sich sehr melodiös geben. Electrodes In The Head ist kurz vor Schluss des Albums ein Song, in dem musikalisch noch einmal alles zusammengeworfen wird, was man so auffahren kann, textlich bleibt der Song hingegen zurück. Den Abschluss des Albums bildet das auch als Single herausgebrachte Disintegrating und dann doch noch ein Song, den man am ehesten noch Ballade nennen könnte. So ganz kommt man wohl einfach nicht mehr ohne aus, aber Song macht auch einen sehr starken Eindruck und ist ein sehr runder Abschluss des Albums.

Mit lediglich 10 Tracks und einer Spielzeit von knapp 37 Minuten bleibt man vom Umfang her unterdurchschnittlich. Dafür befindet sich auf dem Album immerhin keinerlei Füllmaterial, was ja immer seltener wird. Die Aufmachung des Albums ist ansprechend und erfüllt alle wesentlichen Anforderungen wie zum Beispiel die vollständigen Songtexte.

Fazit

Cold Cold Ground legen mit This Side Of Depravity ein wirklich bemerkenswertes Debut hin, das Lust auf mehr macht. Die Jungs zeigen einen sehr erfrischenden Stil im Industrial Genre, der sich nicht wie eine beliebige Kopie anhört, sondern seine Energie durch fetzige Gitarren, harte Riffs und wütenden Gesang in den Hörer überträgt und ihn unweigerlich zum Kopfnicken bringt. Die Texte dürften nicht jedermanns Sache sein und auch die kurze Spielzeit kann man bemängeln. Aber für einen kurzen, intensiven Ausflug in harte Industrialklänge eignet sich das Album hervorragend. Cold Cold Ground sollte man auf jeden Fall im Auge behalten!


Cold Cold Ground - This Side Of DepravityCold Cold Ground – This Side Of Depravity (Album)

Facts:

  • Tracks: 10
  • Gesamtspieldauer: 36:58
  • Releasedatum: 28.04.2011
  • Genre: Industrial
  • Homepage: www.coldcoldground.com
  • Anspieltipps: You Will Break, Pseudo Life, Disintegrating

Wertung: 8 von 10 Punkten

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2 Kommentare

  1. Consuela says:

    Oh, finnische Rocker – das klingt vielversprechend! Werde ich mir gleich mal notieren :) Thanks!

  2. Konna says:

    @Consuela: Ja, mach das, reinhören lohnt sich auf jeden Fall. :)

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