CD-Check: Ignis Fatuu – Neue Ufer
Kritik
Dass der ganz große Mittelalter-Rock Hype von vor ein paar Jahren inzwischen weitestgehend abgeebbt ist und sich nur wenige Bands eine größere Bekanntheit erspielen konnten, ist leider kein Geheimnis. Umso erfreulicher ist es, wenn es dann doch mal eine Band schafft. Die Spielleute von Ignis Fatuu schicken sich mit ihrem zweiten Studioalbum namens Neue Ufer, das am 01. April erscheint, an, dieses Ziel zu erreichen. Ob ihnen das gelingen könnte, verrate ich euch im CD-Check.
Mit Flötenklängen beginnt Wolfszeit das Album und wird direkt von harten Gitarren begleitet. Somit geht es direkt sehr tanzbar und rockig auf hohem Niveau los. Anschließend wartet mit Spiel Des Lebens die erste Hymne auf den Zuhörer, die zum Mitsingen einlädt und live eine sichere Bank sein dürfte. Eine ganze Nummer härter kommt Scherenschnitte daher, das mit harten Gitarrenriffs deutlich zum Kopfnicken einlädt, die Melodie aber durch die klaren Sackpfeifen nicht vernachlässigt. Die Spielleute beherrschen ihre Instrumente ausnahmslos gut und der Gesang von Alexander Trappe passt perfekt dazu, wie auch Mondnacht beweist, wenngleich der Song ein wenig schwer wirkt. Wörterschmied ist in ein klassischer Hüpf- und Klatschsong im positiven Sinne und auch ein gutes Beispiel für die durchdachte Lyrik der meisten Tracks. Für den Maskenball nehmen sich die Gitarren in den Strophen etwas zurück, die Instrumente harmonieren sehr schön miteinander, setzen immer passend ein und ergänzen sich prima.
Der Titeltrack Neue Ufer ist wieder eine Rockhymne, diesmal selbstreferentiell, denn zu neuen Ufern wird die Band mit diesem Album sicher aufbrechen, so viel lässt sich schon nach der Hälfte der Songs sagen. Wenn Nicht Ich, Wer Dann ist eine richtige Ballade, in der auch Irene Gawlik mit Gesang glänzen darf und den Song zu einem schönen Duett macht, das weit entfernt von Kitsch ist – sicherlich ein Höhepunkt des Albums. Dieser wird von einem weiteren gefolgt: Wahre Schönheit entlädt seine volle Energie und bleibt dabei dennoch stets melodisch und harmonisch. Ignis Fatuu scheinen sich nicht eine bestimmte Nische im Mittelalter-Rock suchen zu wollen, denn härtere Songs wie die folgenden Junger Krieger oder Albtraum wechseln sich mit eher spielerischen Folksongs ab. Aber auch in sich sind die Songs oft sehr abwechslungsreich, wie zum Beispiel Stille Wasser. Frontmann Alexander erreicht mit seiner Stimme auch eine gute Variabilität mit höheren und tieferen Lagen und beides liegt im gleichermaßen. Zum Abschluss rundet Hochmut das Album von Dudelsäcken, Gitarren und Geige ab.
Summa summarum ergibt sich aus den 13 Tracks, die ohne Füllmaterial und Totalausfall auskommen, eine Gesamtspielzeit von guten 49:40 Minuten.
Fazit
Ignis Fatuu schaffen mit Neue Ufer nicht nur selbst einen gehörigen Schritt nach vorne, sondern bereichern auch die gesamte Mittelaltersparte mit ihrem abwechslungsreichen Mittelalterrock. Der umfassende Einsatz der Flöte im Zusammenspiel mit Gitarre, Dudelsack und Geige heizt dem Hörer ordentlich ein. Der Gesang – vor allem die Duette – und die hochwertige Produktion tragen ihr übriges dazu bei, dass Ignis Fatuu ein Album gelungen ist, mit dem Fans des Genres größtenteils sehr zufrieden sein werden. Aber auch Genrefremde sollten ein Ohr riskieren und neue Ufer betreten.
Ignis Fatuu – Neue Ufer (Album)
Facts:
- Tracks: 13
- Gesamtspieldauer: 49:40
- Releasedatum: 01.04.2011
- Genre: Mittelalter Rock
- Homepage: www.ignisfatuu.de
- Anspieltipps: Spiel Des Lebens, Wenn Nicht Ich Wer Dann, Stille Wasser
Wertung: 7.5 von 10 Punkten
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2 Kommentare
Jan - 21.03.2011 at 12:05
Habe mir die Snipped-Songs auf amazon einmal zur gemüte geführt und bin mir sicher, dass Ignis Fatuu mit diesem Album richtig einschlagen werden.
Es werde Licht war meiner Meinung nach das beste, was seit längerer Zeit im Mittelalter-Sektor veröffentlicht wurde.
Neue Ufer wird einschlagen
Konna - 21.03.2011 at 14:06
@Jan: Es wäre ihnen jedenfalls sehr zu wünschen. Ich bin gespannt!
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