CD-Check: Feuerschwanz – Wunsch Ist Wunsch

Feuerschwanz (Pressefoto)

Kritik

Findige Historiker behaupten ja, das Leben im Mittelalter sei alles andere als lustig gewesen. Dass das ziemlicher Quatsch ist, beweisen Feuerschwanz auf ihrer schon seit 2004 begonnenen Mission. Mit seinem neuesten Silberling Wunsch Ist Wunsch will “des Hauptmanns geiler Haufen” erneut für die eigene Sache werben und zur Belustigung des Volkes und Erhöhung des Metkonsums beitragen. Feiern, tanzen und lachen soll das Volk – und Feuerschwanz will es dazu bringen. Ob sie das schaffen, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Nach gewohntem und einstimmendem Es war einmal… startet das Album mit einer Ode an die Sackpfeife: Das rockige Wir Lieben Dudelsack zeigt direkt, dass die Produktion im Vergleich zu früher deutlich augereifter geworden ist. Dass die Songstrukturen eher konventionell sind und die Lyrik klar aufs Mitsingen und Feiern ausgelegt ist, beweisen Jungfernkranz und der titelgebende Track Wunsch Ist Wunsch – subtil ist anders und auf dem Niveauseil balanciert die Band ja seit je her, doch da sie sich selbst nicht wirklich ernst nimmt, kann man den Spaß getrost mitmachen. In die gleiche Kerbe schlägt auch Latte, das ein allzu männliches Problem auf amüsante Weise beschreibt. Monogamie lädt zu einem schnellen Tanz ein und macht musikalisch und textlich gute Laune. Man merkt der Truppe ihre Spielfreude sofort an, dass sie mit viel Spaß bei der Sache ist und dieser Spaß geht auch direkt auf den Hörer über. Die gute Laune hält sich auch bei Maria, das eine sehr charmante Geschichte über die Auswirkung von zu viel Alkohol erzählt. Gut aufpassen, Männer!

Die zweite Hälfte des Albums beginnt mit Des Kriegers Sohn, einer zunächst recht traurigen Geschichte in melancholischer Stimmung, aber einem unerwarteten Clou am Ende. Auch Der Henker ist textlich auch nicht mehr ganz so platt wie noch einige Songs zu Beginn des Albums. Dazu kommen natürlich immer die Folkinstrumente, die mit den rockigen Gitarren sehr gut harmonieren. Toleranz ist eine Hymne auf das Trinken und lädt jeden zum Mitmachen ein und vermittelt die Aussage, dass wir betrunken doch alle gleich sind – wenig vorbildhaft, aber Vorbilder wollen die Spielleute von Feuerschwanz auch beileibe nicht sein. Die Metmaschine kommt mit unerwartet harten Klängen daher und ein kleiner Stilbruch ist, der nur schwerlich einzuordnen ist. Nach dem eher unnötigen Vorspiel folgt mit Symposium ein besonderer Track, denn Alea von Saltatio Mortis gibt sich als Gastsänger die Ehre und harmoniert sehr gut mit dem Hauptmann. Der Song dürfte auch live sehr überzeugend sein und die Massen zum Mitmachen bewegen. Den Abschluss des Albums bildet Albrecht Der Bruchpilot, das ein wenig schwerfällig daherkommt – aber es muss ja nicht die ganze Zeit leicht und seicht zugehen. Insofern kann man auch von gewonnener Abwechslung sprechen.

Die 14 Tracks, von denen zwei (das gesprochene Intro und das Vorspiel von Symposium) keine vollwertigen Songs sind, haben eine gute Gesamtspielzeit von 48:22 Minuten. Das Album kommt in einem edlen Digipack daher und ist mit seiner hübschen Aufmachung ein echter Mehrwehrt.

Fazit

Feuerschwanz erfinden sich mit Wunsch Ist Wunsch nicht neu, sondern bieten den Hörern das, was man von ihnen erwartet: Spaß, Spielfreude und teils derben Humor, der aber hin und wieder ein Stückchen zu flach ist. Aufgewertet durch die ausgefeiltere Produktion gibt es aber einiges neues Material, auf deren Livedarbietung sich die Fans schon zurecht freuen können. Während die Abwechslung musikalisch schon sehr gut klappt, gibt es bei der Wahl der Themen für die Texte noch Steigerungspotential, da das Mittelalter noch deutlich mehr Klischees zu bieten hat, auf die man sich einschießen könnte. Fans werden aber von Wunsch Ist Wunsch sicherlich nicht enttäuscht sein und Freunde des Genres sollten auch unbedingt mal reinhören und ein Konzert besuchen, wenn möglich. Darauf ein großes Horn Met!


Feuerschwanz - Wunsch Ist WunschFeuerschwanz – Wunsch Ist Wunsch (Album)

Facts:

  • Tracks: 14
  • Gesamtspieldauer: 48:22
  • Releasedatum: 18.03.2011
  • Genre: Mittelalter Rock
  • Homepage: www.feuerschwanz.de
  • Anspieltipps: Wunsch Ist Wunsch, Maria, Symposium

Wertung: 7 von 10 Punkten

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2 Kommentare

  1. Jan - 30.06.2011 at 14:18

    Hab die CD leider noch nicht daheim, obwohl ich die Band wirklich klasse finde. Freue mich auf jeden Fall schon, die neuen Titel im Laufes des Jahres live präsentiert zu bekommen (mal sehen wann und wo).

    Antworten
  2. Konna - 03.07.2011 at 11:42

    @Jan: Hab sie 2009 auf dem Wacken Open Air gesehen, war ne Mordsgaudi! :)

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