CD-Check: Distorted Memory – Swallowing The Sun
Kritik
Fast vier Jahre nach ihrem Debut meldet sich das kanadische Musikprojekt Distorted Memory endlich mit einem neuen Album zurück. Vier Jahre, in denen die Musik von Mastermind Jeremy Pillipow reifen konnte. Und so präsentiert sich Swallowing The Sun in einem düsteren Electro-Sound gepaart mit ethnischen Einflüssen.
Mit düsteren, atmosphärischen Klängen startet das Album instrumental mit Awake Sleeping Giants, das nahtlos in das sich in den Gehörgang hämmernde Black Fields übergeht, in dem Jeremy Pillipow das erste mal seine Vocals im besten Black Metal Stil präsentiert. Seven Voices Of Hate, zu dem auch ein Video produziert wurde, wartet mit einem treibenden Beat auf und dürfte in den Clubs ziemlich gut ankommen. Das geniale Hand Of God und das instrumentale Silence bringen die Tribal- bzw. ethnischen Elemente etwas weiter in den Vordergrund, was dem Sound einen frischen Eindruck verleiht, zumal auch zahlreiche Oldschool-Electro-Sounds zu vernehmen sind, die sich auch im Titeltrack Swallowing The Sun deutlich niederschlagen und mit orientalisch anmutenden Chören gewürzt sind.
Eine ganz Nummer härter und schwerer verdaulicher geht es mit Nomads weiter, das der Genrebezeichnung Harsh Electro vollkommen gerecht wird und sich vor allem zum Abreagieren bestens eignen dürfte, anschließend wird es mit Prey wieder clubtauglich und die variablen Electro-Sounds bringen den Körper in Bewegung. Thematisch beschäftigt das Album übrigens mit einer Zeit, in der die Natur durch den Menschen zerstört worden ist – somit werden die ethnischen Elemente auch inhaltlich begründet. Raven Eyes ist ein kleiner musikalischer Ausflug in das Debut-Album, der Gesang ist stärker verzerrt und der Sound weniger düster und mit mehr Höhen gespickt. Zum Schluss wird es mit Yahweh noch einmal instrumental, anschließend folgt ein Die Sektor Remix von Hand Of God, der allerdings bei weitem nicht an die Originalversion herankommt.
Insgesamt kommt das Album auf eine sehr gute Laufzeit von 53:37 Minuten, drei der elf Songs sind wie bereits erwähnt instrumental, einer ein Remix.
Fazit
Mit Swallowing The Sun ist Distorted Memory ein gelungener Nachfolger des Debuts gelungen. Der Sound hat sich positiv weiterentwickelt und wirkt durch die ausgewogene Mischung aus Oldschool-Elementen, modernen Sounds und ethnischen Klängen sehr abwechslungsreich. Wer sich mit harter elektronischer Musik anfreunden kann, der wird mit diesem Album nicht viel falsch machen.
Distorted Memory – Swallowing The Sun (Album)
Facts:
- Tracks: 11
- Gesamtspieldauer: 53:37
- Releasedatum: 25.03.2011
- Genre: EBM / Harsh Electro
- Homepage: www.distortedmemory.com
- Anspieltipps: Seven Voices Of Hate, Hand Of God, Swallowing The Sun
Wertung: 7 von 10 Punkten
[starreview]


