CD-Check: Grausame Töchter – Mein eigentliches Element

Grausame Töchter

Kritik

In meinem Gastbeitrag hier auf der Gedankendeponie rezensiere ich Mein eigentliches Element von Grausame Töchter. Dieses Projekt ist 2009 von Aranea Peel gegründet worden und bis auf einzelne Tracks gab es bisher kein Album von ihr. Am 01. April ist dieses Debut jetzt erschienen. Live geht die Dame mit drei Drummern auf Tour – das ist schon mal bezeichnend für den Klang des Albums.

Das Album startet mit Untergang. Der erste Höreindruck erinnert gleich an Soko Friedhof. Nur mit Frauenstimme. Der Song und auch Mephisto sind bestimmt auch auf einer Tanzfläche gut aufgehoben. Danach folgt mit Beileidigte Engel ein eher ruhiger, kraftvoller Song. Hier ist die Stimme unverzerrt zu hören – die Dame hat eine wunderbare Stimme. In Bis das Blut fließt geht es dann richtig rund. Aranea klingt wie Großstadtgeflüster mit einem herrlich männerfeindlichen Text, den wohl so ziemlich jede Frau in Teilen verstehen kann. Danach bekommen die Frauen aber auch ihr Fett weg. Freundin – die beste Freundin, die alles für ein bisschen Ruhm machen würde. Mit ihr rechnet Aranea hier ab.

Die zweite Hälfte beginnt mit Wie eine Schlange. Dieser Song plätschert so vor sich hin, hinterlässt aber keine Spuren. Danach ist dann klar, warum Konna mir diese CD zur Rezension vorgeschlagen hat: Liebestod beginnt mit ‘Hey Prinzessin, glaub doch nicht an Liebe!‘ Subtiler Text über Sex & käufliche Liebe mit einem kräftigen Beat untermalt. In Drecksau entfaltet sich ihre Stimme noch einmal völlig. Wie sehr man durch die Betonung den Worten ihre Bedeutung entziehen kann.  Mein Messer beginnt eigentlich erst ab 3:20. Davor ist die Einleitung doch ziemlich dröge, ich hätte fast vorgespult. Der Song ist 11 Minuten lang – hätte nicht sein müssen. In sehr gekürzter Form auf jeden Fall richtig tanzbar. Der letzte Song Warum nur? beginnt recht ruhig, endet aber doch etwas überdreht. Trotzdem ein passender Abschluss für die Platte.

Insgesamt sind es 57:39 Minuten Spielzeit, verpackt in zehn Tracks. Manchen Stücken hätte es auch nicht weh getan, wenn die eine oder andere Wiederholung nur drei statt fünf mal gespielt worden wäre, aber zum Tanzen ist das teilweise ja sogar erwünscht.  Das Cover repräsentiert das Album: Lack, Aranea und Blut.

Fazit

Das Album besteht aus verzerrten Frauenstimmen, stampfenden Beats und subtilem Sex. Aranea nimmt kein Blatt vor den Mund und die autobiographischen Texte zeigen eine Reise in ihre Seele – eine Seele, die bei vielen Gruftschnecken vermutlich ähnlich aussehen wird. Bissig auf den Punkt gebracht, Aranea. Für ein Debut-Album ordentlich was vorgelegt, aber noch immer Luft nach oben. Gerade in der zweiten Hälfte des Albums. Trotzdem werden einige der Tracks hoffentlich ihren Weg auf die Tanzflächen finden. Bleibt nur zu sagen: ‘Dann heul doch.


Grausame Töchter - Mein eigentliches ElementGrausame Töchter – Mein eigentliches Element (Album)

Facts:

  • Tracks: 10
  • Gesamtspieldauer: 57:39
  • Releasedatum: 01.04.2011
  • Genre: Electro / Industrial
  • Homepage: www.myspace.com/grausametoechter
  • Anspieltipps: Beleidigte Engel, Liebestod, Drecksau

Wertung: 6.5 von 10 Punkten

[starreview]

Mein Eigentliches Element bei Amazon kaufen

PrinzessinÜber die Autorin: Die Prinzessin ist eigentlich auf traumverliebt zu Hause, 21 Jahre alt und Nordseekind. Außerdem auf vielen Festivals zu finden, süchtig nach Konzerten und lauter Musik. Es geht ihr nichts über das kribbelnde Gefühl, eine neue CD in den Händen zu halten und sie das erste Mal laut zu hören, während sie im Booklet blättert.

2 Kommentare

  1. Klabund - 30.04.2011 at 11:51

    “den wohl so ziemlich jede Frau in Teilen verstehen kann”…
    oha… in fast jeder Frau steckt eine bisexuelle Domina… ich habs immer verrmutet… rrrr…. xD

    Antworten

Schreib deinen Müll dazu