CD-Check: Centhron – Dominator
Kritik
Centhron – Dominator …oder auch: Der TRIEB zu Tanzen!
Centhron geben sich die Ehre und laden zum Tanz – und jeder Kenner der Electro / Hardcore / Industrial Szene freut sich sicher schon – haben Centhron doch mit ihren letzten zwei Alben Gottwerk und Roter Stern richtig schönes, tanzbares Material abgeliefert, so dass Centhron den meisten Discobesuchern zumindest vom Hören bekannt sind. Seit 01. April 2011 ist nun mit Dominator das fünfte Werk von Centhron im Handel.
Mit Leitwolf beginnt ein elektronisches Feuerwerk, das mich beim ersten Hören direkt an Agonoize erinnerte. Die Klänge paaren sich hier mit harten, teils brachialen Lyrics, die sicherlich nicht für jedermann sind, aber auf der Tanzfläche für Stimmung sorgen werden. Für mich eine 7/10 wert. Kopfschuss liefert direkt im Anschluss einen etwas gemächlicheren Ton, der trotzdem zu jeder Nachtzeit die Elektrogoths auf die Tanzfläche locken sollte – für mich persönlich eine 7/10. Der dritte Song mit dem vielseitigen Titel 666 besitzt wiederum für mich zu große Ähnlichkeit mit anderen Elektro-Acts wie Agonoize (an die ich mich sehr häufig erinnert fühle), und obwohl er sicher tanzbar ist, hebt er sich zu wenig ab und zeigt zu wenig Individualität: 4/10 Sound – 8/10 Tanzbarkeit – 6/10 Gesamt. Gang Bang Dolly besitzt als erster Song des Albums englische statt deutscher Lyrics und ist durch ein wenig mehr Pepp höher in meiner Gunst – 7/10. 3:37 geht der Atomschlag von Centhron und auch dieser Song wird wohl leider im Elektroeinheitsbrei untergehen – es fehlen die Impulse, um sich vom Rest abzuheben und die klare Linie, um es zu Centhron-Sound zu machen, der eindeutig zuzuordnen wäre. Schade, 5/10. Und wenn du glaubst du hörst nicht recht, kommt ein Song, der zumindest ein wenig individuell ist – doch bin ich alles andere als zufrieden mit der Frauenstimme – zu lustlos präsentiert sie ihre ‘Lust’ im Song Cunt. 6/10. Mit den Stalinorgeln endlich mal wieder etwas, das vom Sound her einen Touch von Centhron hat und diesen Stempel auch verdient. 8/10.
So sterbe ich heißt der nächste Song – und ich hoffe, dass ich bei meinem Tod diesen Song NICHT hören muss. Er ist nicht schlecht, aber er verfällt wieder zurück zum Gefühl des ‘schonmal gehört’ – auch wenn er durchaus tanzbar ist. 7/10. Mit 5:37 Länge ist Kind des Wehrmuts der längste Song auf dem Album und beginnt ruhig – und bleibt es auch. Im Vergleich zum Rest des Albums wohl eher kein Tanzflächenfeger, aber hörbar und für die frühen Morgenstunden zum Ausklang des Abends sehr gut geeignet. 8/10. Dominator gibt dem Album seinen Namen und ist fetzig und mitreißend, trotzdem fehlt dem Track wieder die klare Linie, der rote Faden, der ihn abhebt und zu etwas Besonderem macht. 6/10. Höllenhunde gefällt mir dann sehr gut – der für mich beste Song des Albums kommt bei Position 11 von 13 – diesen Song sollte man sich merken, denn er ist endlich etwas, womit man dieses Album identifizieren kann – 9/10. Als hätten Sie meine Kritik der ersten Songs gelesen, als sie das Album gemacht haben – so viel besser ist auch Faust – brachial aber viel verständlichere Lyrics als zu Anfang, klarer Beat und ein Song der ins Ohr geht – leider ein wenig spät, trotzdem gut! – 9/10. Zum Abschluss bringt Slave noch mal einen richtig guten Tanzsong, der nicht so eingängig ist wie die zwei davor, die defintiv die Highlights des Albums sind, aber der durchaus gut ist – 7/10.
Mit einer Länge von knapp über 55 Minuten in 13 Songs ist das Album durchaus von der Quantität her ein gutes, leider bin ich von der Qualität der meisten Songs nicht begeistert.
Fazit
Tanzbar ist jeder einzelne der Songs – doch fehlt es mir an den indiviuellen Noten, die viele Songs aus der Masse heben würden. Insgesamt ein gutes, aber bei weitem verbesserungsfähiges Album. Der größte Teil des Albums ist wohl für die Clubs gedacht und ist kaum etwas fürs Hören Zuhause – doch ob die Leute dort dann wissen, dass dies Centhron sind, bleibt abzuwarten – zu klein sind die Unterschiede zu anderen, vielleicht bekannteren Szenegrößen wie Agonoize.
Gesamtnote: 6/10 Musik – 8/10 Tanzbarkeit
Facts:
- Tracks: 13
- Gesamtspieldauer: 55:23
- Releasedatum: 08.04.2011
- Genre: Electro / Industrial
- Homepage: www.myspace.com/centhron
- Anspieltipps: Stalinorgeln, Höllenhunde, Faust
Wertung: 6 von 10 Punkten
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Über den Autor: Ursu ist ein Bayer im Norden – wenn man das sagen will – und genießt das Leben in vollen Zügen. Musikalisch ist er der schwarzen Szene treu und hört dort alles kreuz und quer – von Black Metal bis Noize. Gute Musik und seine Freunde sind das Wichtigste für ihn. In seinem Blog schreibt er auch schon mal (manchmal jugendfreie) Kurzgeschichten, über sein Leben und die Musik.


