CD-Check: :Wumpscut: – Schrekk & Grauss

:Wumpscut: (Promo Picture)

Wumpscut - Schrekk & Grauss

Tracks: 10
Gesamtspieldauer: 48:59
Releasedatum: 22.04.2011
Genre: Electro / Industrial
Homepage: www.betondisco.de
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Die Ewartungen an ein neues :Wumpscut: Album werden mit dem ersten Song »Rudolf Wolzek« direkt erfüllt: Elektrosound mit experimentellen Elementen und einem provokanten Thema, wahrscheinlich Rudolf Höß, Lagerleiter des KZ Auschwitz. Der titelgebende Track »Schrekk & Grauss« ist vom ersten Ton an sehr markant und ist eine sehr eingängige Nummer und nicht nur für Clubs geeignet. Sehr hohes Ohrwurmpotential vorhanden und das erste Highlight. »Muselmann« ist ein ganzes Stück ruhiger, übt aber eine sehr intensive Wirkung auf den Hörer aus, die in gewisser Stimmungslage sicher noch stärker ist.

Nach zwei starken Songs fällt »Elende Buben« doch ein ganzes Stück ab, da es durch zu viele Wiederholungen und Monotonie gekennzeichnet ist. Dem Track fehlt etwas Besonderes, das heraussticht. Dem Elektrosound fehlt eine klare Linie und der Rhythmus eignet sich weder zum tanzen, noch zum genussvollen Hören. »Patient A« ist eine musikalisch unterlegte psychische Untersuchung. Um wen es sich beim Patienten A handelt, wird erst am Ende verraten (auch wenn man es vorher schon ahnen kann). Jedenfalls handelt es sich um einen Track, den man entweder genial oder unnötig findet. Nach dem ersten Hören verliert er jedenfalls massiv, stört aber auch nicht.

Die zweite Hälfte des Albums beginnt mit »Jiddisch Is A Zwillink«, das musikalisch wieder eine recht intensive Erfahrung ist und sich nach und nach fast schon opernmäßig auf einen Höhepunkt zusteuert. Bleibt auf jeden Fall eine Weile im Ohr. »Wumpelstilz« bietet dann eigentlich wieder genau den Sound, den Fans von :Wumpscut: kennen und lieben. Düster angehaucht, vielfältig elektronisch untermalt und mit leicht verzerrter Gesangsstimme.

Der Track »Kikeriki« könnte mit den ganzen Tiersounds in einer Tierdisco im Stall zum absoluten Dauerbrenner zu werden, für Menschen ist der Song allerdings nur genießbar, wenn die Viecher stumm sind. Also eher ein Füllsong. Anders »Zombibikini«: Der Track ist klar für die Tanzflächen ausgelegt und eignet sich dafür hervorragend, da kann man gern verziehen, dass der Song stark auf Repetition setzt und doch eher wenig sinnhaft ist. Zum Abschluss ist passenderweise »Alles Aus«, ein gelungenes Outro, das vorwiegend ohne Gesang auskommt, aber noch einmal ein elektronisches Feuerwerk loslässt.

Die 10 Tracks des Albums kommen auf eine Gesamtspielzeit von 49 Minuten, also reichlich Material für :Wumpscut:-Fans, die aber wahrscheinlich zum limitierten Box-Set greifen werden, das noch eine zweite CD mit Remixes enthält. Das Artwork kann man als gelungen bezeichnen, die Songtexte sind alle im Booklet enthalten und gut lesbar.

Fazit

Daumen mittel hoch»Schrekk & Grauss« ist ein typisches :Wumpscut:-Album geworden. Der Sound, den das Projekt schon seit Jahren pflegt, wird auch in diesem Album konsequent fortgeführt, ohne es dabei aber an Experimentellem und Außergewöhnlichem vermissen zu lassen. Das Album kann mit Highlights glänzen, beinhaltet aber auch Material, das auf Dauer wohl eher der Skip-Taste zum Opfer fallen wird. Fans von :Wumpscut: werden zufrieden sein und können das Album blind kaufen, alle anderen hören erst einmal rein und bilden sich lieber ein eigenes Urteil, bevor sie zugreifen.

Anspieltipps: Schrekk & Grauss, Muselmann, Jiddisch Is A Zwillink

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1 Kommentar

  1. [...] einmal ein Jahr ist vergangen, seid Rudy Ratzinger das letzte :Wumpscut:-Album »Schrekk & Grauss« herausgebracht hat. Dennoch steht er nun schon mit einer neuen Platte in den Startlöchern, die [...]

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