CD-Check: Gavin Friday – Catholic
Kritik
Der Ire Gavin Friday ist ein Mann mit vielen Interessen. Nachdem er 1985 die Virgin Prunes verließ, widmete er sich zunächst der Malerei, bevor er zur Musik zurückkehrte. Sein letztes Album brachte er 2002 heraus, danach betätigte er sich auch als Schauspieler. Doch nun erscheint am 13. Mai sein neues Album, das den Titel Catholic tragen wird und über welches ich euch schon jetzt berichten möchte.
Able leitet das Album mit ruhigen Klängen und einer tiefen Stimme, die aber durchaus Wärme ausstrahlt, ein. Der Song ist sehr geradlinig und präsentiert sich in bester Songwriter-Manier. Mit einer sehr ruhigen, angenehmen und lockeren Stimmung kommt Land On The Moon daher – ideal zum Entspannen und Träumen, aber alles andere als belanglos. Unterstützt durch eine Frauenstimme schwingt sich der Song zu einer Nummer auf, die im Kopf bleibt. Das folgende A Song That Hurts ist faszinierend, ein Gänsehautsong, der Dank gezielt eingesetzter elektronischer Elemente unter die Haut geht. Gavin Friday beweist, dass er mit seiner Stimme unglaublich vielseitig ist. The Only One kommt wieder sehr verträumt daher und vermittelt eine friedliche Stimmung, in die man sich gern fallen lässt. Diese Stimmung kann Blame nicht ganz aufrecht erhalten, gäbe aber eine ziemlich perfekte Definition des Wortes Melancholie ab. Eine Grundmelancholie zieht sich durch das ganze Album, aber es schwingt auch immer Hoffnung und ein positives Gefühl mit, so auch in The Sun & The Moon & The Stars, dem nächsten Highlight des Albums.
Dass die Songtexte oft religiöse Züge aufweisen, ist sicherlich nicht jedermanns Sache, allerdings stört das meiner Meinung nach kaum. Man kann die Texte für sich auch anders nehmen und die Musik genießen, so auch It’s All Ahead Of You, das mit sanften Streichern begeistert und für mich eine Stimmung des Aufbruchs und der Hoffnung erzeugt. Von einer neuen Seite präsentiert sich Perfume, das ein bisschen schneller und sogar etwas rockig wird. Epilogue ist der erste Track, den man eher als Fülltrack bezeichnen kann, wobei das auch nur die halbe Wahrheit ist, leitet er auf sehr angenehme Weise über auf Where’d Ya Go? Gone, das mit recht minimalen instrumentalen Mitteln auskommt. Der Song ist nicht schlecht, fällt aber im Vergleich zu den zahlreichen großartigen Songs vorher ein wenig ab, wobei er sich zum Schluss hin noch einmal sehr steigert. Das Album schließt mit Lord I’m Coming verträumt und und versöhnlich mit Fridays Stimme im Zentrum. Zwar klar mit religiösem Anstrich, aber wie schon erwähnt nicht wirklich störend.
Elf Tracks und eine Gesamtspielzeit von 51:37 Minuten sind ein guter Wert, zumal man das Album wirklich gut am Stück hören kann, ohne einen Song überspringen zu müssen.
Fazit
Gavin Friday hat mich mit Catholic ziemlich beeindruckt und ein Album hingelegt, das in seiner Gesamtheit wirklich hervorragend ist und durch seine Intensität und Stimmung überzeugt. Es ist ein Album, das man nach einem harten Tag zur Entspannung hören oder von dem man sich in den Schlaf wiegen lassen kann. Einzeln würden die Tracks in einem Mixtape wohl eher untergehen, aber in der Zusammenstellung des Albums erwarten einen wirklich starke Songs, die einem, wenn man sich auf sie einlässt, etwas Besonders geben können. Ich habe mich jedenfalls direkt in einige der Songs verliebt und werde sicher öfter auf Gavin Friday zurückkommen.
Gavin Friday – Catholic (Album)
Facts:
- Tracks: 11
- Gesamtspieldauer: 51:37
- Releasedatum: 13.05.2011
- Genre: Alternative
- Homepage: www.gavinfriday.com
- Anspieltipps: Land On The Moon, The Only One, It’s All Ahead Of You
Wertung: 8.5 von 10 Punkten
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1 Kommentar
Marlon - 27.04.2011 at 12:44
Ich mag die Songs von Ihm. Vor allem beim Auto fahren. Man kann einfach gemütlich fahren. Rechte Spur. Landschaft zieht vorbei. alles gut!