Archive May 2011

CD-Check: Monica Richards – The Strange Familiar EP

Nach ausgiebiger Tour mit ihrer Band Faith and the Muse widmet sich Monica Richards nun wieder ihrem Soloprojekt Infra Warrior. Als Vorgeschmack auf das Album Naiades, das im Herbst erscheinen soll, wurde die EP The Strange Familiar veröffentlicht, die schon mal drei Songs der kommenden Scheibe und zwei weitere Tracks enthält.

Schon gleich im ersten Track Armistice bemerkt man, dass sich die Musik stärker in Richtung Rock bewegt, die Gitarren knarzen dahin und auch ein wuchtiger Bass unterlegt die Vocals von Monica Richards, die ruhig noch etwas mehr Volumen haben dürften. In eine andere Richtung geht The Mighty, das mehr auf elektronische Klänge und mystische Tribals setzt. Dazu wird eine Geschichte erzählt. Das wäre gut, wenn man denn ein Hörbuch wollen würde, so ruft der Track nur ein müdes Gähnen hervor. Erst nach knapp 4 1/2 Minuten wird der Track wirklich musikalisch. The Strange Familiar ist auch ein eher ruhiger Song, der durch Streicher und elektronische Elemente etwas aufgepeppt wird, insgesamt aber dann doch zu poppig ist. Es folgt ein Remix des Songs A Good Thing. Behutsam, aber durchdacht sind The Strange Ones hier vorgegangen und haben aus einem mittelmäßigen Song noch das Beste rausgeholt und einige (Elektro-)Elemente hinzugefügt, die man sich auch für die übrigen Songs gewünscht hätte. Den Abschluss bildet Oreiades, ein mit Faith and the Muse Violinist Paul Mercer improvisiertes Stück, das ziemlich an die orientalische Gesänge aus irgendwelchen Sandalenfilmen erinnert. Nichts, was einen umhaut.

5 Tracks und eine Laufzeit von fast 30 Minuten sind für eine EP nicht zu verachten, allerdings rechtfertigt das Material die Länge nicht wirklich. Sehr schade!

Monica Richards - The Strange Familiar
Monica Richards – The Strange Familiar (EP)

Facts:
Tracks: 5
Gesamtspieldauer: 28:43
Releasedatum: 13.05.2011
Genre: Gothic
Homepage: www.monicarichards.com
Anspieltipps: Armistice, A Good Thing (The Strange Ones Remix)
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Fazit

Daumen runterMonica Richards liefert mit ihrer EP The Strange Familiar keinen nennenswerten Grund, sich auf das für den Herbst geplante Album zu freuen. Kein Song sticht heraus, am ehesten weiß noch der Remix eines alten Songs zu gefallen, was aber schon viel aussagt. Leider kann ich keine Empfehlung für die EP aussprechen und sehe nicht gerade positiv auf das kommende Album. Da müsste noch einiges passieren.

Hrrr…

Kennt ihr diese Läden, wo man das erste Mal schüchtern reingeht und sich total beobachtet fühlt? Wo man sich das Kichern verkneifen muss und manchmal mit großen Augen vor den Regalen steht? Wo man beschämt zur Kassiererin geht und etwas fragt? Richtig, es geht um einen Sex-Shop.

Das Knistern am Eingang ist inzwischen weg. Man geht zielstrebig rein und selbst, wenn man sich manchmal komisch vorkommt, überspielt man das gezielt. Man kennt es. Man weiß worum es geht. Und wofür der Delfin mit Ring ist. Nicht nur Mann weiß dies, auch Frau. Denn wer weiß, vielleicht hat die nette Dame unter ihrem Rock einen Schmetterling und grinst nur deswegen?

Niemand weiß es.

Das große Geheimnis um die anderen Besucher wird nicht gelüftet, muss es auch nicht. Man hat genug mit sich selbst zu tun. Man schaut, man möchte alles Mögliche mitnehmen und ausprobieren. Manches will man auch einfach nur schnell wieder aus dem Kopf kriegen. Letztendlich kann man den Nachhauseweg gar nicht abwarten und ist vor Vorfreude ganz aufgekratzt – schlimmer als beim Schuhe kaufen!

Ganz ehrlich? Ich steh drauf. Ich stehe auf Sex-Shops, etwas mitzunehmen und es auszuprobieren oder auch nur, es zu besitzen, weil es schön ist. Ich will mehr. Ich will alles. Und nein ich muss deswegen noch lange nicht eine Pferdemaske beim Sex tragen.

Es ist egal, ob man mit der besten Freundin rein geht und sich dann einfach über verschiedenes austauscht, ob man mit dem Partner reingeht um etwas „neues“ zu finden oder ob man mit Freunden einfach nur ein wenig lachen möchte. Ein Sex-Shop bietet für jeden etwas und während ich dies so schreibe fällt mir ein, dass ich meine beste Freundin dringend mal fragen muss, wann wir uns das nächste Mal sehen.
Denn ganz ehrlich? Letztendlich will man doch nur das eine auf der Welt: Spaß!

PS: Wenn mir jemand einen Tipp geben kann, wie ich meinen neuen Freund zum Thema Sex-Shop und Spielzeuge führen kann, gerne her damit. Wie ich mich kenne hau ich es sonst einfach, in einer unpassenden Gelegenheit, einfach so raus. *grins*

GedankenGirlÜber die Autorin: Das GedankenGirl ist anfang zwanzig und hat noch viel vor im Leben. Einzig ihre Gedankengänge hindern sie manchmal am geraden Weg. Auf Umwegen sieht man aber auch viel mehr vom Leben, findet sie, und deswegen versucht sie alles mit Humor zu nehmen. Oft ist sie froh, dass niemand hört was sie gerade denkt. Nun schreibt sie es auf, ob das gut geht?

CD-Check: Effter – Bilateral 602

Effter (Promo Picture)
Kritik

Am heutigen Tag erscheint das neue Album von Effter, einem italienischen Duo mit der Wahlheimat Berlin. Bilateral 602, so der Titel des Albums, versprüht aber alles andere als leichtes, südländisches Flair, sondern kommt mit harten Industrialklängen daher. Ich habe für euch reingehört:

Düster-mysteriös startet das Album mit dem Track J.P.N., der nach einigen Sekunden dann umso lauter ausbricht und mit fettem, treibenden Beat gleich mal den Hammer auspackt. Die geflüsterten und verzerrten Vocals machen den Song zu einem guten Einstieg. In Godless übernehmen dann Gitarren die Regie, gestützt durch technoiden Beat, die den Kopf unweigerlich zum Nicken bringen. Das geht auch bei My Sick Game so weiter und wenn das den Rest des Albums so bleibt, werde ich mich Effter wohl für Nackenschmerzen bedanken dürfen, doch plötzlich ganz ruhige Klänge und ein Piano – Suffer klingt zunächst wie von einer völlig andere Band, doch dann startet der Song doch noch durch, wird aber immer wieder ruhig unterbrochen. Hochinteressanter Track und handwerklich vom Feinsten! Das Piano tritt auch im folgenden Damned wieder mit toller Melodie auf, die ich gern über den ganzen Song gehört hätte. Aber auch so verleiht es dem Song eine tolle Atmosphäre. Nun folgt mit Jail der erste Song, zu dem auch ein Video gedreht wurde. Sehr verständlich, dass dieser Song ausgewählt wurde, besticht er durch eine sehr große Vielfalt: Leichtes Piano und Gesang zu langsamen Beats in den Strophen und dann der komplette Ausbruch im Refrain. Ein Gänsehautsong!

Kommen wir zur zweiten Hälfte des Albums: Bei Buio kommt es mir so vor, dass Effter sogar Hiphop-Einflüsse in ihr Werk gelassen haben. Aber auch das passt wirklich hervorragend und ergibt ein eindrückliches Klangbild. Selbiges gilt für Below, das aber den Gitarren wieder mehr Platz einräumt und in dem der Gesang mal etwas mehr im Vordergrund ist. Slaughter lässt schon vom Titel her vermuten, dass es hier etwas härter zur Sache geht, inklusive verzerrten Vocals. Der Titelsong Bilateral 602 ist seltsamerweise der schwächste, auch wenn er durch den schönen Pianoeinsatz punkten kann. Alexithymnia weiß vor allem durch das elektronische, leicht chiptune-artige Arrangement zu gefallen, der Song ist sehr abwechslungsreich. Als vorletztes werfen Effter mit Anger noch einmal alle ihre Fähigkeiten in die Waagschale, bevor das Album mit Silent Victims etwas ruhiger ausklingt – soweit man von ruhig sprechen kann. Die etwas flatternden oder knisternden Bässe schaden dem Song leider ein wenig, sonst wäre der Song ein perfekter Ausklang eines sehr guten Albums gewesen.

13 Tracks mit einer Gesamtlauflzeit von 51 Minuten stehen damit zu Buche, das Album kann man komplett durchhören, ohne einen Song wirklich skippen zu müssen. Die Gestaltung des Albums könnte schlichter nicht sein: Einfach nur weiße Schrift auf schwarzem Grund.

Fazit

Effter ist mit Bilateral 602 ein absoluter Überraschungshit gelungen. Die treibenden Beats und fetzigen Gitarren bilden gemeinsam mit dem immer wieder eingesetzten Piano eine sehr hörenswerte, einprägsame Symbiose, die direkt ins Mark geht. Vor allem die erste Hälfte des Albums ist absolut überzeugend und es fällt schwer, etwas vom Stil her Vergleichbares zu finden, denn irgendwie werden hier mit Industrial, Gabber und sogar ein wenig Hiphop Genres zusammengebracht, die man so nur selten zusammen hört. Wer offen für etwas anderes ist, dem möchte ich Bilateral 602 wirklich ans Herz legen. Ich bin sehr positiv überrascht worden!


Effter - Bilateral 602Effter – Bilateral 602 (Album)

Facts:

  • Tracks: 13
  • Gesamtspieldauer: 51:08
  • Releasedatum: 27.05.2011
  • Genre: Industrial / Noise
  • Homepage: www.effter.com
  • Anspieltipps: Godless, Suffer, Jail

Wertung: 8.5 von 10 Punkten

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Ausgelaugt

Warum sollte ich heute etwas nicht machen, nur weil ich dafür noch länger zeit habe? Ich lebe so, dass ich alles sofort mache oder es zumindest versuche. Warum lange aufschieben, wenn es auch jetzt geht? Leider ist das wohl nicht immer der richtige Weg, auch wenn ich dies dachte.
Wenn der Test im Internet einem sagt, dass man sich nicht mehr in der Vorstufe von Bournout befindet, sondern mitten drin ist, dann glaubt man dies nicht. Es ist ja nur ein Test. Ich habe noch einen gemacht. Und noch einen. Sehr viele. Überall kam das gleiche raus. Ich bin mehr als gefährdet.

Boom… Die Bombe ist geplatzt. Mein „ausgelaugt sein“ hat einen Namen. Es riss mir den Boden unter den Füßen weg und trotzdem habe ich nichts geändert.
Ich mache alles sofort und wenn es ginge sogar gleichzeitig. Zum Essen habe ich manchmal knapp fünf Minuten zeit. Viele sagen: „Schalt mal einen Gang zurück.“ Keiner sagt mir wie das gehen soll.
Ich mache weiter. Ich arbeite auf Hochtouren. Ich weiß, dass es „bald“ geschafft ist und ich mehr Zeit habe. Mehr Zeit für was? Für neue Aufgaben? Für neue Tätigkeiten? Ich glaube es wird nie aufhören. Nie. Es wird weiter so laufen. Vielleicht entspannt mal ein Urlaub, oder ein Ausflug, aber im Großen und Ganzen wird es so weiter laufen.

Ich werde mir Ziele setzen und diese erreichen. Jedes Mal. In jedem Bereich. Immer und immer wieder.

Ich sehe nicht was ich ändern sollte, denn außer dieses Ausgelaugtsein – ab und an – ist alles super. Ich fühle mich gut. Mit jeder Aufgabe, die ich erledige fühle ich mich besser. Nur manchmal ist da dieses Rückschlagsgefühl vom eigenen Körper. Es zwingt einen vor Schmerzen in die Knie. Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter, heißt es in Toy Story. Bei mir heißt es wohl: Bis zur Erschöpfung und noch viel weiter.

Kann man so ein ganzes Leben führen? Geht das?

GedankenGirlÜber die Autorin: Das GedankenGirl ist anfang zwanzig und hat noch viel vor im Leben. Einzig ihre Gedankengänge hindern sie manchmal am geraden Weg. Auf Umwegen sieht man aber auch viel mehr vom Leben, findet sie, und deswegen versucht sie alles mit Humor zu nehmen. Oft ist sie froh, dass niemand hört was sie gerade denkt. Nun schreibt sie es auf, ob das gut geht?

CD-Check: The Spiritual Bat – Cruel Machine

The Spiritual Bat (Promo Picture)
Kritik

Wenn sich eine Bandzusammensetzung ändert, geht damit oft auch ein Namenswechsel einher. Recht einfach haben es sich da The Spiritual Bats gemacht und einfach aus dem Plural den Singular gemacht. Das passt auch insofern, weil die Italiener nur noch zu zweit sind. Bleibt nur zu hoffen, dass sich nicht auch die Qualität der Musik verringert. Ich konnte ins neue Album Cruel Machine reinhören, das am 27.05. erscheint.

Das Album beginnt vom Sound her recht oldschool aus den Bereichen Gothic und New Wave. Cruel Machine hat auf jeden Fall eine nette Basslinie, an die Stimme von Rosetta Garrì muss man sich aber gewöhnen. Das klappt schon so langsam bei Thunderstorm, das doch einen etwas leichteren Zugang in das Genre bildet und schon eher im Gehörgang bleibt. Das italienische Sento hat einen leichten Punkeinschlag, der der Musik sehr gut tut. Düstere Synths leiten das dann folgende Once Upon a Time ein und harte Gitarren übernehmen es dann. Definitiv einer der stärkeren Songs des Albums! Tormented Body ist, genau wie die später folgenden Crucifixion und Sacrament, ein Remake und eine Auffrischung eines älteren Songs. An The Other Side hat der Deutsche Tyves Oben mitgewirkt und Teile der Synths und des Rhythmus beigeteuert, die er ursprünglich für sein eigenes Projekt nutzen wollte. Für den Song ist es gut, dass es dazu nicht gekommen ist, er hat einen interessanten, besonderen und düsteren Sound, der unter die Haut geht.

Hälfte zwei des Albums startet mit Chance, einer up-tempo Nummer, die direkt in die Beine fährt und zum Mitwippen einlädt. Hier passt auch der etwas angestaubte Sound und gibt dem Rocksong eine ganz eigene Note. Dafür hält sich Empty Halls mit einem viel zu langen Intro auf und kann auch sonst nicht vollends überzeugen. Mit Lament for The Poisoned Mother wird es noch einmal musikalisch sowie textlich ziemlich düster. Das ist Geschmacksache, für mich gehört es zu den besseren Stücken. Nicht dazu zählt für mich Deceiving, das recht hektisch und disharmonisch wirkt und eine gewisse Unruhe vermittelt. Klarer Skipkandidat. Zum Abschluss wird es mit Acquoreo noch mal ruhig und langsam. Als Schluss brauchbar, aber nicht herausragend.

Somit kommt das Album auf insgesamt 13 Tracks und eine hervorragende Spielzeit von 58 Minuten, auch wenn drei Tracks Remakes alter Songs sind. Leider fehlen von genau diesen Tracks auch die Texte im Booklet. Ansonsten ist das Digipack funktional gestaltet.

Fazit

Es ist ein bisschen zwiespältig, was The Spiritual Bat mit Cruel Machine abliefern. Das Duo hat seinen eigenen Sound und schafft es auch immer wieder, einige besondere Details einzuarbeiten, auf die man beim ersten Hören noch gar nicht stößt. Aber leider klingt das alles stellenweise zu altbacken und nicht mehr zeitgemäß. Hinzu kommt, dass kein richtiger Hit auf der Platte vorhanden ist, es fehlt oft das letzte gewisse Etwas. So bleibt es leider nur beim Mittelmaß, wobei ich sicher bin, dass das Album durchaus seine Fans finden wird.


The Spiritual Bat - Cruel MachineThe Spiritual Bat – Cruel Machine (Album)

Facts:

  • Tracks: 13
  • Gesamtspieldauer: 58:02
  • Releasedatum: 27.05.2011
  • Genre: Deathrock, New Wave
  • Homepage: www.myspace.com/thespiritualbat
  • Anspieltipps: Once Upon a Time, The Other Side, Chance

Wertung: 6 von 10 Punkten

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Fußballwunder perfekt: Borussia schafft Klassenerhalt!

Lange gab es nichts mehr vom Fußball von mir, aber das hatte auch einen Grund: Der Großteil der Saison 2010/2011 war mehr als deprimierend für meine Fohlen aus Mönchengladbach. Nach einer desolaten Hinrunde mit nur mageren 10 Punkten, konnten in der Rückrunde mit dem neuen Trainer Lucien Favre noch genug Punkte gesammelt werden, um auf dem Relegationsplatz zu landen.

Und mein Gott, was ist das bitte für eine nervenzerfetzende Dramatik? Schon im Hinspiel ging mein Blutdruck in die Höhe, aber die Freude war natürlich groß, als in der dritten Minute der Nachspielzeit doch noch das so wichtige Tor von Igor de Camargo erzielt wurde.

Darauf ausruhen konnte man sich aber nicht, denn die Bochumer waren ein gefährlicher, stark spielender Gegner. Und die schlimmste Befürchtung trat dann auch ein, sie gingen im Rückspiel in Führung. Doch zu Glück besitzt die Borussia einen so herausragenden Fußballer wie Marco Reus, der dann auch den letztlich verdienten Ausgleich erzielen und den Klassenerhalt perfekt machen konnte. Eine unfassbar nervenaufreibende und oft auch enttäuschende Saison fand so doch noch ihr versöhnliches Ende.

Doch was bedeutet der Klassenerhalt und wie sieht die Zukunft aus?

Durch den Verbleib in der 1. Bundesliga können fast alle Leistungsträger gehalten werden. Lediglich hinter Dante steht noch ein Fragezeichen. Die Chancen, dass er bleibt, sind schwer einzuschätzen, umworben wird er ja von zahlreichen Clubs.

Die Initiative Borussia um Stefan Effenberg wird auf der Mitgliederversammlung wohl sang- und klanglos untergehen. Gut so, denn ich bin sicher, mit dieser Führung wäre Gladbach auf lange Sicht irgendwann in der Versenkung verschwunden. Aber abwarten.

Der Etat für die neue Saison bleibt auf einem ordentlichen Niveau, punktuelle Verstärkungen sind also möglich und realistisch. Endlich kann nun die Planung für die neue Saison beginnen. Ich schätze, die ersten Vollzugsmeldungen werden gar nicht so lange auf sich warten lassen.

Auf die kommende Saison kann man durchaus mit einigem Optimismus schauen. Endlich hat Borussia einen Trainer, der diesen Namen auch wirklich verdient und dessen Anteil am Klassenerhalt man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Danke, Lucien Favre! Dazu kommt ein klasse Torwart, auf den man vertrauen kann, eine gut besetzte Innenverteidigung, die unter Lucien Favre zum Prunkstück der Mannschaft wurde und als Offensivkraft Marco Reus, der in Spielen den Unterschied ausmachen kann. Auf den meisten anderen Positionen warten vielversprechende Perspektivspieler.

Schaut man sich die Punktausbeute an, die Lucien Favre seit seinem Antritt eingefahren hat, dürfte einer ruhigen Saison nichts im Wege stehen. Das sollte auch das Ziel sein. Dabei ein Auge nach unten und eines nach oben richten. Schlagen kann diese Mannschaft jeden, wie sie gegen den Meister Dortmund oder das Überraschungsteam aus Hannover gezeigt hat.

Nun geht es erst einmal in die wohlverdiente Sommerpause. Aber hier und da wird dann vielleicht doch mal wieder eine kleine Meldung von mir kommen. Ich freue mich auf das, was kommt!

“Ja wir schwören Stein und Bein auf die Elf vom Niederrhein!”

Coach KonnaCoach Konna ist der Fachmann für Sport, im Speziellen für Fußball. Der Hobbysportler, vor allem was TV-Übertragungen angeht, schreibt auf der Gedankendeponie über seine Leidenschaft. Als bekennender Fan von Borussia Mönchengladbach hat er vor allem auch ein Auge auf diesen Verein, aber auch andere sportliche Großereignisse wie Olympia begleitet er immer wieder mit Kommentaren.

Von Pfadfindern und Karma

Fast jeder kennt wohl das Motto der Pfadfinder schlechthin: “Jeden Tag eine gute Tat.” Ich finde das ja wirklich super und auch wenn das alles ein bisschen religiös angehaucht ist (Stichwort: Liebe Deinen Nächsten), ist das wirklich eine Sache, die ich zwar nicht bewusst lebe, aber durchaus anstrebe, wenn sich die Möglichkeit ergibt.

Erst heute wieder kam ich zufällig in so eine Situation. Ich stand am Kopierer und hatte drei Bücher dabei, aus denen ich mir zahlreiche Seiten kopieren musste. Plötzlich stellte sich eine junge Frau daneben und fragte mich, ob ich noch viel kopieren müsse, sie hätte gleich Seminar. Da ich in der Tat einiges zu kopieren hatte und das der einzige Kopierer in der Nähe war, ließ ich sie vor, zumal ich eh mehr als genug Zeit hatte.

Als ihr noch drei Seiten fehlten, ging ihr das Geld aus. Sie sah ein wenig ratlos drein und schien sich wohl auch über sich selbst oder das Schicksal zu ärgern. Da hab ich ihr die 15 Cent für die drei Seiten einfach so gegeben. Da konnte man ihr gleich eine gewisse Erleichterung ansehen und sie hat sich auch sehr bedankt und ist doch ein ganzes Stück fröhlicher von dannen gezogen.

So, warum schreib ich euch das? Ich will mich hier nun wahrlich nicht beweihräuchern, das wäre bei so einer kleinen Sache ziemlich lächerlich. Aber ich finde solche Kleinigkeiten unheimlich bereichernd und ich freue mich immer extrem, wenn ich jemandem mit wenig Aufwand eine Freude machen kann, egal ob ich die Person nun kenne oder nicht.

Jeden Tag eine gute Tat, einfach so, ohne Hintergedanken. Einem Menschen eine Freude machen und dadurch sich selbst eine Freude machen.

So ist es auch, wenn ich etwas backe, gerade gestern erst ein paar Cookies, die ich heute mit zur Uni genommen habe. Für mich selbst würde ich das nie tun, aber einfach mal spontan Kekse mitbringen und sie mit Familie, Freunden und Kollege zu teilen, macht unheimlich Spaß!

Ich glaube ja doch so ein wenig an das Karma. Wer etwas Gutes tut, dem widerfährt auch Gutes, wer Schlechtes tut, dem wird auch Schlechtes widerfahren. So ist es doch gut möglich, dass die junge Frau vom Kopierer vor kurzem selbst jemandem geholfen hat. Und meine Familie und Freunde haben die Cookies sowieso verdient!

Und wann habt ihr das letzte mal jemand Fremdem einfach so etwas Gutes getan?

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