CD-Check: Eyes Shut Tight – Fairground Zero

CD-Check: Eyes Shut Tight - Fairground Zero

Eyes Shut Tight (Promo Picture)

Kritik

Mit Fairground Zero bringt die Hamburger Band Eyes Shut Tight am 27. Mai ihr zweites Album auf den Markt. Nachdem ihr Debut Secret Destroyer musikalisch noch recht roh und eine erste Orientierung war, folgt nun der Feinschliff. Ich hatte die Möglichkeit, vorab in die neue Scheibe reinzuhören und will meine Eindrücke gern mit euch teilen.

Sehr straight startet das Album mit dem Track Carousel, der ordentlich Druck macht und vor Energie strotzt, dabei aber ein wenig die Melodie vernachlässigt. Die kommt in Ordeal zum Vorschein, wobei sie recht monoton bleibt und der Song ebenfalls mehr auf Lautstärke und wütende Lyrics setzt. Das gewisse Etwas fehlt bisher. Das ändert sich auch nicht mit Night Without an End, das zwar auch wieder allerbeste Kopfnickerqualitäten aufweist, aber ansonsten recht blass bleibt. Fortune Wheel, in dem es darum geht, dass der Protagonist alles dafür geben würde, um einmal Glück zu haben, wenn nötig sogar sein Leben, nimmt etwas Tempo heraus, bietet aber auch nichts Neues. Das ändert sich endlich mit dem Track Useless, in dem elektronische Elemente mehr in den Vordergrund rücken. Geht doch! Schon wird der Song deutlich interessanter, da der Song auch in sich etwas abwechslungsreicher ist. Der positive Trend setzt sich auch in Cabinet of Mirrors fort, einem Song, der bestimmt auch live gut kommt und die Massen in Schwung bringt.

Die zweite Hälfte des Albums beginnt mit Gone, einem erstmals ruhigeren Song, der mit geschickt eingesetzten elektronischen Elementen überzeugt. Zum Hälfte wird es dann aber auch wieder laut, was aber im Sinne einer steigenden Dramatik und einem Höhepunkt gut passt. Forbidden ist durch seine einfache Songstruktur recht eingängig und vereint wieder Elemente aus Elektronik und Metal, klingt inzwischen aber auch schon wie zigfach gehört. Das könnte aber auch zu einem guten Stück an Sänger D. W. Trashedsoul liegen, dem es leider nicht gelingt, etwas mehr Variabilität in seinen Gesang zu legen und sich stets gleich anhört und dabei nicht einmal eine besonders eindrückliche Stimme hat. Es folgt mit Eat my Fist fast schon erwartungsgemäß ein weiterer “Wutsong” aus der Konserve ohne jegliches Alleinstellungsmerkmal. Da hilft auch die Verzerrung in Revenge nicht mehr viel, wenngleich der Song musikalisch wieder mehr Spaß macht. Mit den abschließenden Tracks Why Don’t You und Deep Sleep folgt leider auch nichts Erwähnenswertes mehr.

Die 12 Tracks des Albums summieren sich zu einer Gesamtspielzeit von fast 50 Minuten, ein durchaus guter Wert. Die Aufmachung ist gut geworden, nur die verwirrende Anordnung der Songtexte im Booklet mutet etwas seltsam an, aber das fällt nicht wirklich ins Gewicht.

Fazit

Nach dem Hören von Fairground Zero überwiegt leider die Enttäuschung. Eyes Shut Tight schaffen es nur selten, nicht nach Durchschnittskost zu klingen, kein Song bleibt wirklich im Ohr hängen, alles klingt nahezu gleich und wirkt irgendwie beliebig und austauschbar. Dabei steckt einiges an Potential in der Band, wie Songs wie Useless oder Gone beweisen, allerdings wird dieses Potential nicht annähernd ausgeschöpft. Dazu kommt, dass der Gesang von Frontmann D. W. Trashedsoul absolut nicht überzeugen kann und regelrecht lieblos wirkt. Es bleibt ein Album, von dem man sich hin und wieder mal einen oder zwei Songs anhören kann, mehr aber auch nicht. Schade!


Eyes Shut Tight - Fairground ZeroEyes Shut Tight – Fairground Zero (Album)

Facts:

  • Tracks: 12
  • Gesamtspieldauer: 49:47
  • Releasedatum: 27.05.2011
  • Genre: Alternative Metal
  • Homepage: www.eyesshuttight.com
  • Anspieltipps: Useless, Cabinet of Mirrors, Gone

Wertung: 4 von 10 Punkten

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