CD-Check: Army Of The Universe – Mother Ignorance

Army Of The  Universe (Promo Picture)

Kritik

Nächste Woche erscheint mit Mother Ignorance das neue Album von Army Of The Universe aus Italien bei uns. Die Band ist noch relativ neu und unbekannt, doch das soll sich mit dem Album schnell ändern, weshalb Chris Vrenna (Nine Inch Nails, Marilyn Manson) mit ins Boot geholt wurde. Welches Ergebnis dabei herausgekommen ist, erfahrt ihr natürlich wie gewohnt hier.

Das Album beginnt mit dem titelgebenden Track Mother Ignorance, der mit einer eingängigen Gitarrenlinie und groovendem Rhythmus einen guten Einstieg liefert. Es folgt mit Lovedead ein absolut clubtauglicher Song, zu dem die Band auch ein Video gedreht hat. Die elektrischen Beats und die Vocals passen sehr gut zusammen. Goodnite wirkt musikalisch noch etwas üppiger und hört sich zeitweise fast ein wenig nach dem Sound der 80er an. Ähnliches gilt für Resin mit seinem langen Synth-Grundton, doch bringt vor allem die Gitarre den Song musikalisch in die Moderne, was sich vor allem in den instrumentellen Parts bemerkbar macht. Als nächstes versucht sich die Band an einem Cover des Björk-Songs Army Of Me, das relativ nah am Original bleibt, was aber keinesfalls schlecht ist. Cold in Heaven ist eine Ballade ohne jeglichen Kitsch, in der die Stimme erstmals mehr in den Vordergrund tritt und eine sehr angenehme Abwechslung. Hollywood Drama zieht das Tempo wieder ordentlich an. Der Song besticht vor allem durch seinen dreckigen Gitarrensound.

Die zweite Hälfte beginnt mit einem richtigen Kracher: 8 Flowers macht richtig viel Spaß, der Track ist eine Mischung aus Noise, Break Beat und einem Hauch Dubstep und hat dazu einen witzigen Text (“Flowers are ceatures of evil“), sehr stark! Mit Quantisize folgt ein kurzes, instrumentales Stück – als Intermezzo in Ordnung, muss immerhin nicht geskipped werden. Anschließend geht es mit Dust In The Universe sehr rockig weiter. Rein von der Musik erinnert mich der Song an eine gitarrenlastige Version der Musik in der Vampirdisco aus dem Film Blade. Hinzu kommt der variantenreiche Gesang von Sänger von Lord Kalidon und schon hat man einen weiteren Hit! Mit Broken Porcelain wird es noch einmal etwas psychedelisch und Table In Hell groovt fast schon poppig daher. Klasse, dieser Abwechslungsreichtum! Eine besondere Nummer ist Retarded, das auch schon im Booklet lediglich mit “The lyrics of this song may be not understood by normal people” beschrieben wird. Er passt sehr gut ins Portfolio der Band, ist aber gar nicht so leicht zu beschrieben. Mir gefällt der Song gut, wie mir mein spontanes Kopfnicken verriet. Abgeschlossen wird das Album durch das Outro Slower, das aber mit ein paar unschönen Tönen aufwartet.

An dem langen Text merkt ihr, dass das Album viel zu bieten hat, was sich auch in den Zahlen niederschlägt: 14 Tracks bei einer Gesamtlaufzeit von genau 52 Minuten. Das kann sich wirklich sehen lassen! Das Booklet ist auch recht nett und schlicht gestaltet, nur die Schrift hätte etwas größer sein dürfen.

Fazit

Das nenne ich mal ein gelungenes Debut! Army Of The Universe legen mit Mother Ignorance gleich ein Album hin, das sich sehr vielseitig zeigt und stets eigenständig bleibt. Es gelingt ihnen, sich zwischen den Genres Industrial und Electro einzuordnen und weitere Elemente mit einfließen zu lassen. Dieser frische Sound wird auch nicht langweilig und so befindet sich auch kein Totalausfall auf dem Album, das ich Fans von basslastiger Musik, die mit Gitarren und meist klarem Gesang veredelt ist, sehr ans Herz legen möchte. Ich werde die Entwicklung der Band jedenfalls interessiert weiterverfolgen.


Army Of The Universe - Mother IgnoranceArmy Of The Universe – Mother Ignorance (Album)

Facts:

  • Tracks: 14
  • Gesamtspieldauer: 52:00
  • Releasedatum: 16.06.2011
  • Genre: Industrial / Electro
  • Homepage: www.armyoftheuniverse.com
  • Anspieltipps: Lovedead, 8 Flowers, Dust in the Universe

Wertung: 8 von 10 Punkten

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