Game Checkpoint: Castlevania – Lords of Shadow + DLCs (PS3)
Im Oktober 2010 kam eine der bekanntesten und beliebtesten Spieleserien zurück auf die Bildschirme. Schon ein paar Versuche, sie in die dritte Dimension zu bringen, waren eher fehlgeschlagen. Doch mit Castlevania: Lords of Shadow soll alles besser werden, ohne die Wurzeln der Serie zu vernachlässigen.
Wir schreiben das Jahr 1075. Ein böser, mächtiger Zauberer hat die Verbindung zwischen den Reichen der Lebenden und der Toten versiegelt, was verhindert, dass die Seelen der Toten ins Jenseits übertreten können. Das sorgt dafür, dass sie als Monster und Dämonen zurückkehren und die Menschen in Angst und Schrecken versetzen und ihrem Durst nach Blut und Mord nachgeben. Eines ihrer Opfer ist eine Frau namens Maria. Sie ist die Gattin des Ordensritters Gabriel Belmont, der nach ihrem Tod auf Rache und Vergeltung sinnt und die Dämonen vernichten, den Zauber des Magiers brechen und seine Frau irgendwie zurückholen will, koste es, was es wolle.
Castlevania, ein Name mit großer Videospieltradition, untrennbar verbunden mit den Namen Belmont und Dracula. Castlevania: Lords of Shadow ist in der gesamten Storyline der Serie am frühesten anzusiedeln. Die epische Handlung über die lange und beschwerliche Reise von Gabriel Belmont, der mit der Zeit immer mehr von Selbstzweifeln zerfressen wird und beginnt, an seiner Menschlichkeit zu zweifeln, wird neben Zwischensequenzen stimmig zwischen einzelnen Abschnitten von keinem geringeren als Patrick Stewart erzählt. Allerdings wirkt die Geschichte stellenweise doch etwas in die Länge gezogen, was man aber durchaus verzeihen kann.
Das Spiel ist ein Action-Adventure im Stile von God of War oder Dante’s Inferno, demnach ist ein Hauptelement des Spiels das Kämpfen. Dafür stehen Gabriel mit seinem vielseitig einsetzbaren Kreuz (Peitsche, Pflock) und sammelbaren Items (Messer, Weihwasser) auch die Kräfte von Licht- und Schattenmagie zur Verfügung. Mit der Zeit sammelt der Held immer mehr Erfahrung und erlernt dadurch neue Kampftechniken, mit denen die zahlreichen Monster besiegt werden können. Für manche von diesen sind gewisse Taktiken gefordert, um bestehen zu können. Das gilt insbesondere für die teils riesigen Bossmonster. Diese Kämpfe sind besonders stark inszeniert und mit Quick-Time-Events angereichert, die sich sehr gut einfügen und nicht stören.
Neben den Kämpfen gibt es aber auch noch Hüpf- und Klettereinlagen sowie Rätsel, die sich angenehm ins Spiel einfügen und auch von der Schwierigkeit her in Ordnung sind. Wer dennoch nicht weiterkommt, kann sich die Lösung anzeigen lassen, bekommt aber im Gegenzug keine Erfahrungspunkte. Grafisch ist das Spiel absolut auf der Höhe der Zeit, die Landschaften sehen absolut fantastisch aus! Auch der Score hat lobende Worte mehr als verdient und ist Garant für die dichte Atmosphäre. Die Synchronisation (es gibt nur eine englische, dafür aber deutsche Untertitel) ist ebenfalls auf allerhöchstem Niveau.
Klingt nach einem sicheren Hit? Nicht ganz, das Spiel hat auch seine Schwächen. Dass Level zwei mal gespielt werden müssen, um alles finden zu können, weil man beim ersten Durchlauf noch nicht alle Fähigkeiten hat, ist nur ein Manko. Dazu kommen teilweise ungünstige Kameraeinstellungen und eine etwas fummelige Steuerung bei zu vielen möglichen Kombos. Auch die zähe Handlung im mittleren Teil verleitet dazu, das Gamepad wegzulegen. Das sollte man aber tunlichst vermeiden, man würde wirklich was verpassen.
Fazit: Castlevania: Lords of Shadow ist definitiv ein würdiges Spiel der Castlevania-Reihe und macht vieles richtig, ohne die Wurzeln der Serie zu vergessen. Besonders die Atmosphäre beeindruckt von Beginn an und die Story um Gabriels Kampf um seine geliebte Frau und seine Menschlichkeit ist packend und glaubwürdig erzählt. Für Fans von Action-Adventures ist Castlevania: Lords of Shadow ein Pflichtkauf. Und schaut euch bitte auf jeden Fall die Videosequenz nach dem Nachspann an!
DLC Reverie
Gabriel eilt zurück zum Vampirschloss, da er einen Hilferuf von Laura erhält. Der Vergessene, eine lange Zeit eingesperrte Kreatur, droht nach der Vernichtung der Lords of Shadow auszubrechen und die Welt zu zerstören. Gemeinsam mit Laura muss Gabriel einen Weg finden, ihn aufzuhalten.
Der DLC besticht vor allem durch zahlreiche Rätsel, gekämpft wird eher wenig. Wer das gut findet, der wird seine Freude an diesem Zusatzpaket haben. Zeitweise schlüpft man auch in die Rolle der Vampirlady Laura und kann mit ihr kämpfen. Dazu ist die Story ein Brückenschlag zu den angedeuteten Geschehnissen nach dem Abspann des Hauptspiels. Die Spielzeit ist dennoch relativ kurz.
Fazit: Empfehlenswert!
DLC Resurrection
Gabriel befindet sich im Gefängnis des Vergessenen, um ihn ein für alle mal zu erledigen. Dafür muss er den richtigen Moment abwarten und ihm solange unauffällig folgen, bis der Vergessene den Großteil seiner Macht aufwenden muss, um das Tor zur Welt zu öffnen.
Dieser DLC legt seinen Fokus auf Hüpf- und Kletterpassagen, die aber ziemlich unfair gestaltet sind. Man wird kaum ohne Fehlversuche durchkommen. Unter Zeitdruck müssen einige Passagen bewältigt werden und man muss zusehen, dass man nicht vom Vergessenen gesehen wird. 2 Kämpfe gegen ihn, die ein gewisses Maß an Taktik erfordern, runden das Paket ab. Beendet die Reverie-Story und führt noch kleinere Elemente ein. Spielzeit wird durch die Fehlversuche in die Länge gezogen.
Fazit: Für Fans, die die komplette Story erleben wollen.
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