CD-Check: Solar Fake – Frontiers

Das Warten hat bald ein Ende! Nach seinem Debut-Album Broken Grid 2008 erscheint am 22. Juli 2o11 das neue Album von Sven Friedrichs Solo-Projekt Solar Fake. Der Frontmann von Zeraphine und Dreadful Shadows schickt sich an, mit seiner neuen Scheibe mit dem Namen Frontiers die Tanzflächen zu erobern und dem geneigten Hörer erneut einen ganz besonderen Hörgenuss zu bescheren.
Sehr elektropoppig beginnt das Album mit Under The Skies, das gleich Sven Friedrichs größte Stärke in den Vordergrund bringt: Seine tiefe Stimme. In Verbindung mit Melodie und Rhythmus des Songs lädt sie direkt zum Träumen ein. Why did I raise the fire kommt eher langsam in Schwung und ist auch etwas düsterer in der Stimmung. Etwas mehr Tempo kommt erstmals mit No Apologies auf, das auch sehr variantenreiche elektronische Sound aufweist und zum Bewegen animiert. More Than This hat fast schon Trance-Charakter und würde auf der Love Parade sicher kaum auffallen, Friedrichs Experimentierfreude tut gut und sorgt für viel Abwechslung, die zu gefallen weiß, wenn man nicht mit Genre-Scheuklappen durch die Gegend läuft. Der härteste und düsterste Song des Albums ist sicher Parasites, der mit starker Stimmverzerrung arbeitet und dadurch leider etwas abfällt. Im Anschluss folgt eine Coverversion des Talk Talk Klassikers Such A Shame, die behutsam modernisiert wurde und durch Sven Friedrichs Stimme und einige Feine Elektroriffs sogar noch etwas gewinnt.
Die zweite Hälfte beginnt mit einem absoluten Highlight: Where Are You fügt dem klaren elektronischen Rhythmus ein paar sanfte Pianoklänge hinzu, dazu kommt die wunderbar klare und warme Stimme von Sven Friedrich und schon ist ein Song erschaffen, den man so schnell nicht mehr aus dem Ohr bekommt. Im Vergleich dazu ist The Rising Doubt wieder etwas sperriger und auch wenn der Song nicht schlecht ist, fehlt es ihm etwas an Eingängigkeit. Pain Goes By ist ein relativ einfach aufgebauter Elektrotrack, geht dadurch aber auch recht schnell ins Ohr und ist Ideal für die Tanzfläche. Das völlige Gegenteil davon ist Until I’m Back, was den Song aber nicht minder interessant macht. Man merkt, das hier bis ins letzte Detail gefeilt wurde und die düstere Stimmung des Songs kommt gut rüber. Der letzte Song, The Line Of Sight, holt noch einmal das Piano hervor und erschafft eine traumhaft schöne, melancholische Stimmung, bis der Song aus sich herausbricht und schließlich in leisen Tönen das Album beendet.
Insgesamt enthält Frontiers 11 Tracks mit einer Gesamtspielzeit von fast 50 Minuten. Da das Album ohne Totalausfall ist, kann man es bequem auch in einem Stück durchhören.
Solar Fake – Frontiers (Album)
Facts:
Tracks: 11
Gesamtspieldauer: 49:42
Releasedatum: 22.07.2011
Genre: Electro
Homepage: www.solarfake.de
Anspieltipps: More Than This, Where Are You, The Line Of Sight
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Fazit
Es ist immer schön, neues Material von Sven Friedrich zu hören, nicht nur wegen seiner herausragenden Stimme. Der Mann hat es musikalisch einfach drauf, was er auch mit Frontiers wieder einmal beweist. Zwar reicht das Album nicht ganz an den Vorgänger Broken Grid heran, hat aber doch das Potential, sich langfristig in der Playlist zu etablieren, vor allem Songs wie Where Are You oder auch More Than This dürften absolute Dauerbrenner werden. Wer auf anspruchsvolle elektronische Musik steht, wird mit diesem Album auf keinen Fall etwas falsch machen.


7 Kommentare
Uli - 10.07.2011 at 11:47
Ich bin ja jetzt nicht der große Musikkenner, weil ich selten Radio, etc. hör, aber das gefällt mir echt gut. Hab auf deren Website eben mal die Hörprobe gemacht, nicht schlecht!
moerli - 10.07.2011 at 16:48
Ich kann wieder mal nur sagen, dass ich absolut begeistert bin von deinen CD-Reviews, Konna!
Durch dich hab ich schon viele neue Künstler kennengelernt, die es geschafft haben, in mein CD-Regal zu kommen
Weiter so!
Konna - 10.07.2011 at 19:22
@Uli: Kann ich dir wirklich nur ans Herz legen, wenn du solche Musik magst. Schau sonst mal auf den einschlägigen Videoportalen nach “Here I Stand” und “Your Hell is Here” vom letzten Album, die beiden Songs begleiten mich bis heute.
@moerli: Das freut mich echt zu lesen. Dafür schreibe ich die Besprechungen ja auch. Dürfte ich fragen, was so zum Beispiel den Weg in deine Musiksammlung gefunden hat?
Kerstin - 11.07.2011 at 16:50
Ich kann mich zwar nicht so für das “elektronische Zeugs” von Herrn Friedrich begeistern, da ich seine Stimme viel, viel lieber bei Zeraphine und deren Musikstil höre, ABER das neue Album klingt echt vielversprechend.
Konna - 11.07.2011 at 20:07
Zumal insgesamt doch weniger Stimmverzerrung eingesetzt wird als noch zuvor. Mir gefällt es wie gesagt ziemlich gut. Kann dir ein genaueres Reinhören auf jeden Fall ans Herz legen.
moerli - 23.07.2011 at 14:15
Ach jetzt hab ich doch glatt vergessen zu antworten!
Mein Hirn setzt in den Ferien wohl wirklich viel zu oft aus
Also :wumpscut: und Disturbed haben es zum Beispiel geschafft, aber es gibt noch eine meterlange Liste an CD’s, die noch einen Platz in meinem CD-Regal bekommen wollen. Und viele davon haben mich durch deine Besprechungen überzeugt, bald gekauft zu werden.
Darum hör nie auf, so schöne Reviews zu schreiben! Wahrscheinlich ist dir niemand so dankbar dafür wie ich!
Woher bekommst du eigentlich immer die Möglichkeit vorab reinhören zu können?
Konna - 25.07.2011 at 15:15
@moerli: Ach, kein Problem!
Hui, das freut mich echt total! Sei versichert, ich werde weiterhin Reviews schreiben. Aber es wird sicher auch mal vorkommen, dass wir unterschiedlicher Meinung sind, also immer schön vorher probehören.
Ich bekomme von verschiedenen Labels und Promoagenturen entweder direkt Promoversionen von CDs nach Hause geschickt oder die Möglichkeit, sie mir online über eine Plattform vorab komplett anzuhören. Manchmal frage ich auch selbst nach Rezensionsexemplaren.
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