CD-Check: Dead Guitars – Stranger
Die Dead Guitars sind eine Gruppe alter Haudegen im Musikbusiness und haben in ihrer Laufbahn schon so manche Erfahrung in anderen Projekten machen können. Zusammen bringen sie nun ihr zweites Album namens Stranger heraus und holen sich dazu sogar noch einige Gastmusiker dazu, unter anderem Michael Dempsey von The Cure. Klingt nach optimalen Voraussetzungen für ein Hitalbum.
Love Goddess & The Love Ghost eröffnet das Album mit leichten Wave-Elementen durchsetzten Pop, der sich sehr gut hören lässt, aber noch nicht wirklich heraussticht. Es folgt mit Along The Great Devide ein Song, der sich nur langsam aufbaut, aber zum Höhepunkt dann richtig gut in Fahrt kommt und dann gut zwei Minuten wieder ganz ruhig ausklingt. Die Dramatik des Tracks überzeugt. Im Anschluss kommt mit Mesmerized, der ersten Singleauskopplung, ein in Stimmung und Tempo etwas heitererer Track, der durchaus Ohrwurmpotential hat. Trotz der internationalen Herkunft der Band klingt der Song ziemlich oldschool britisch. From The Top Of The World möchte man am Anfang fast Westernklänge bescheinigen, das ändert sich dann aber doch recht schnell. Der Song ist mit diversen kleinen, aber wirkungsvollen Elementen wie einer russischen Violine gespickt, plätschert aber leider trotzdem ein bisschen zu sehr vor sich hin und dauert mit über neun Minuten auch viel zu lange. Schlimmer noch Stranger: Der Song ist rein instrumental und wirkt insgesamt wie ein viel zu langes Intro. Instrumentalsongs sind okay, aber zumindest etwas Abwechslung sollte drin sein.
And The Singer Sings His Song ist eine Coverversion des großartigen Neil Diamond, die keinesfalls an die Qualität und Stimmung des Originals herankommt, aber okay ist. Zu den interessantesten Tracks des Albums gehört sicher Fade Away mit seiner düsteren Stimmung, die sich gemächlich aufbaut und gefühlvoll vorgetragen wird. Doch auch hier muss gefragt werden, ob 10 Minuten für einen Track nicht zu lang ist. Denn0ch gehört er zu den besseren. Chromelike Splinters ist nicht ganz so lang, kann aber auch mit nichts Neuem mehr aufwarten, ein bisschen mehr Abwechslung wäre schon ganz nett. Monotonie wird leider auch in Mother Nature’s Presence gepflegt, der Sound schlägt zunehmend aufs Gemüt, weder Entspannung noch Energie wird übermittelt. Ersteres gelingt You & I und wirkt dadurch wie eine Wohltat. Ein Song zum Zurücklehnen und Träumen und auch Three Words For The Lover gelingt ein einigermaßen versöhnlicher Abschluss.
Die Spielzeit des Albums liegt bei bei über einer Stunde und zwölf Minuten. Beeindruckend, aber bei 11 Tracks ist klar, dass sehr lange Songs dabei sind, die nicht so gut sind, dass die Länge sehr positiv ist. Es hätte gern auch etwas kürzer sein dürfen. Sehr schick ist aber das Booklet, das neben den Texten auch die jeweils mitwirkenden Gastmusiker auflistet.
Dead Guitars – Stranger (Album)
Facts:
Tracks: 11
Gesamtspieldauer: 1:12:39
Releasedatum: 16.09.2011
Genre: Indiepop
Homepage: www.deadguitars.com
Anspieltipps: Along The Great Devide, Mesmerized, Fade Away
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Fazit
Ich habe schwer mit mir gerungen, ob ich den Daumen noch in die Horizontale bewegen soll, aber ich habe dann doch auch zu sehr mit Stranger gerungen. Es sind ein paar nette Songs dabei und ich kann mir auch vorstellen, dass es Leute gibt, denen die Songs richtig gut gefallen, aber mir fehlte nicht nur das Besondere und das Alleinstellungsmerkmal, mir fehlte Abwechslung, Eingängigkeit und noch mehr. Stattdessen schlugen mir einige Tracks sogar negativ aufs Gemüt, weshalb ich zu dieser Wertung gekommen bin. Ich würde mir das Album wohl nicht noch einmal anhören.


