

Tracks: 10
Gesamtspieldauer: 42:57
Releasedatum: 23.09.2011
Genre: A Capella Metal
Homepage: www.vancanto.de
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»Rakkatakka Motherfucker« schallt der Schlachtruf und sofort weiß der an sich stets offene und interessierte Metal-Fan: Das muss doch Van Canto sein!
Die Mundmetaller, die sich lediglich von einem Schlagzeug begleiten lassen, bringen am 23. September ihr mittlerweile 4. Studioalbum heraus und können auf eine stetig steigende Zahl Fans blicken. Allerdings sinkt mit zunehmender Bekanntheit natürlich auch der »Haha, das ist ja cool«-Überraschungseffekt des ungewöhnlichen A capella Metal, weshalb sich die Band nicht allein hinter ihrem ungewöhnlichen Konzept verstecken kann, sondern Qualität liefern muss. Doch die Jungs und Sängerin Inga scheinen dahingehend sehr selbstbewusst zu sein.
Man muss der Band schon lassen, dass sie die Imitation der Instrumente ziemlich perfektioniert hat und man – sofern man nicht so genau hinhört – zumindest teilweise denken könnte, es würden richtige Instrumente zum Einsatz kommen. Aber vor allem den »dandan«- und »dumdum«-Vocals merkt man schon an, dass sie mit dem Mund erzeugt wurden. Insgesamt sind es auch diese Laute, die sich etwas zu sehr in den Vordergrund drängen und auffallen, mehr noch als die Lyrics, gut zu hören in »Primo Victoria«.
Hört man das Album am Stück, hat man sich aber ziemlich schnell daran gewöhnt und die Auffälligkeit nimmt etwas ab. Die Band nimmt sich aber auch die Freiheit, manchmal doch ein zusätzliches Instrument (z.B. Klavier, Akustikgitarre) mit einzubeziehen. Das könnte man auf der einen Seite kritisieren, ich möchte das aber ausdrücklich loben, da das für mehr Abwechslung sorgt.
Ebenfalls loben möchte ich die Gesangsleistung von Frontmann Sly, die wirklich beeindruckt und für den einen oder anderen Gänsehautmoment zuständig ist. Er deckt eine sehr große Bandbreite zwischen gefühlvollem und kräftigem, ausdrucksvollem Gesang ab. Gemeinsam mit Sängerin Inga, die ebenfalls für Glanzlichter sorgt (»Black Wings of Hate«), werden sowohl die Balladen (»Spelled In Waters«) als auch die schnelleren Heavyrock-Nummern gezielt mit epischen Duetten angereichert. Die ganze Zeit über wird über die Songs eine sehr positive Stimmung transportiert, den Spaß, den die Band an und mit ihrer Musik hat, lässt sich in jedem Ton heraushören. Van Canto machen ganz klar Musik mit Leidenschaft, was man als Hörer immer bemerkt und positiv aufnimmt.
Drei Coverversionen sind unter den insgesamt zehn Songs zu finden, namentlich »Primo Victoria« (Sabaton), »Bed of Nails« (Alice Cooper) und »Master of the Wind« (Manowar). Die Coverversionen sind durchaus interessant zu hören, gewinnen auch vor allem durch die weibliche Stimme an neuen Facetten, kommen aber jeweils nicht an das Original an, wie es auch schon bei früheren Coverversionen der Band war. Deutlich stärker sind die eigenen Songs der Band, vermutlich auch, weil sie auch auf ihr A-Capella-Konzept hin geschrieben wurden. Erstmals ist mit »Neuer Wind« auch ein deutschsprachiger Song dabei, der sehr gelungen ist – hoffentlich baut die Band das noch aus.
Die normale Fassung des Albums enthält leider nur 10 Songs, die limitierte Edition bringt eine weitere Coverversion, »Bad to the Bone« von Running Wild, den mit Orchester-Unterstützung versehenen Song »Betrayed« und mit »A Storm to Come« den ersten Song des Van Canto Crossmedia-Projekts »Peer Returns«, welches Ende 2011 erscheint, mit.
Fazit
Das Cover von »Break The Silence« zeigt den Phoenix aus der Asche, eine Metapher, die auf Van Canto eigentlich gar nicht passt, befanden sie sich doch schon die ganze Zeit auf dem Weg nach oben. Diesen werden sie mit »Break The Silence« weitergehen, das Album ist eine runde Sache, die lediglich durch die verhältnismäßig geringe Anzahl an Tracks sowie durch die nicht vollständig überzeugenden Coverversionen ein wenig einbüßt. Fans der Band werden ihre Freude an dem Album haben und sicherlich werden sie auch einige neue Fans damit gewinnen können. Die Band zeigt eine gute Entwicklung und verlässt sich nicht nur auf das ungewöhnliche Konzept, sondern überzeugt durch Qualität und Leidenschaft.
Anspieltipps: If I Die in Battle, Spelled In Waters, Neuer Wind
If I Die In Battle

Jetzt hab ich mal eine deiner Reviews gelesen
Und gleich mal auf die ToDo-Liste für diese Woche geschrieben, dass ich mal mehr Lieder von Van Canto anhören muss… Denn bisher kenne ich eigentlich nur 2 und die finde ich schon gut. Dieses Album kommt ja bei dir ziemlich gut weg und ob deine Mini-Kritikpunkte für mich auch Kritikpunkte wären, will ich jetzt mal nicht pauschal sagen, ohne die Lieder zu hören (und die Coverversionen mit den originalen zu vergleichen, denn ehrlich gesagt kenne ich die Originale nicht mal)….
Kann ich dir wirklich nur ans Herz legen, mal ein bisschen weiter reinzuhören. Hast auf jeden Fall Melodie UND Gefühl dabei, was für dich ja optimal zu sein scheint, wenn man dem Metal-Typ-Test glauben darf.
die Band ist echt toll. Sowohl live (ich hoffe, dass sie irgednwann nochmal nach Aachen kommen) als auch “so”.
Hab das Album direkt mal in meine Wunschliste gepackt.
Naja, so weit weg ist Aachen ja nicht von anderen größeren Städten, da sollten sie schon mal in der Nähe auftauchen.
Hm, als Van Canto in Karlsruhe auf dem Fest gespielt hat, hat es angefangen zu regnen und nach einer Weile ging mir das damdam und didi doch mehr auf die Nerven, als anfangs angenommen.
Sie haben ein paar nette Cover (Battery und Master of Puppets) aber die Eigenkompositionen fand ich dann doch recht langweilig.
Vielleicht liegt’s aber auch daran, dass ich mir angewöhnt habe, mehr Indierock und weniger neumodischen Metal anzuhören.
Andererseits soll mein Musikgeschmack auch nicht ausschlaggebend sein, da ich mich ja auch herablasse Schlagermetal zu hören. *grins*
Komisch, ich finde es genau umgekehrt und die Cover schlechter als die Eigenkompositionen – auch auf den anderen Alben. Die Cover haben natürlich den Vorteil, dass man eben die Lieder kennt (und möglicherweise liebt) und mitsingen kann, aber im Vergleich hinken sie den Eigenkompositionen doch hinterher, weil letztere eben viel mehr auf den Stil ausgerichtet sind. Aber das neue Album stellt auch einen ziemlichen Fortschritt dar, auf die Nerven geht das nicht mehr so schnell, weil es einfach nicht mehr das vordergründige Element ist, der Fokus wird mehr auf die Songs gelegt als auf das Konzept.
Zu deinen Schlagermetal-Anwandlungen hülle ich mich aber mal in Schweigen.
Uh, ich freu mich! Klar, an das erste Album werden sie wohl nie ran kommen, da es damals einfach was komplett Neues war und sie einen (oder zumindest mich) damit TOTAL umgehauen haben. Ich höre es imme rnoch total gerne! Aber dennoch finde ich vor allem die eigenen Songs immer sehr gelungen.
Allerdinsg muss ich widersprechen: Ich finde die Coverversionen von Rebellion und Battery sogar besser als die Originale
Das mit den Coverversionen ist wohl Geschmackssache, bei mir haben es Coverversionen aber generell eher schwer.
Mich haben Van Canto dazu gebracht, Lieder von Kapellen gut zu finden, die ich sonst überhaupt nicht mag. Da gröle ich sogar Manowarcover mit. Und den Bard’s Song finde ich von ihnen auch besser als das Original. Sowas auf youtube zu äußern gibt aber virtuell Haue