CD-Check: Imperious – Varus

Imperious (Promo Picture)

Die Varusschlacht im Teutoburger Wald 9 n. Chr. gehört zu den verheerendsten Niederlagen des Römischen Reiches und ist auch heute noch eines der meistbeachteten historischen Ereignisse, da noch so vieles im Unklaren liegt. Auch kulturell hat die Schlacht, in der der Cheruskerfürst Arminius die römischen Legionen unter dem Feldherren Varus vernichtete, eine ungeheure Strahlkraft. Und so passt es auch gut ins Bild, dass die Black Metaller von Imperious diese Schlacht als Thema ihres Albums Varus machen.

Wie setzt man dieses Thema nun angemessen in Lyrics und Musik um? Eine gewisse Epik sollte enthalten sein, auch etwas Pathos ist durchaus angebracht. Nun, episch ist an den Songs von Imperious nur die Länge. Alle Songs sind mindestens 7 Minuten lang, der längste, 9 a.d., Autumn, sogar über 19 Minuten. Daher verwundert es auch nicht, dass die Scheibe bei nur acht Tracks trotzdem eine Länge von fast 70 Minuten aufweist. Das alles wäre auch gar nicht so schlimm bzw. sogar gut, wenn die Songs denn wenigstens ein gewisses qualitatives Niveau erreichen würden. Doch man hört an allen Ecken und Enden, dass Varus noch einiges an Feinschliff gut getan hätte.

Die Geschichte um die Varusschlacht bietet genügend Spielräume für Mythen, Spannung und Dramatik, doch die Songs greifen nichts davon auf und verlaufen nach dem Schema „Wir nehmen unsere Instrumente und hauen mit alle Kraft drauf“. Keine Harmonien, keine Spannungsbögen bietet Varus, einzig uninspirierte Gewalt. Auch den Lyrics mangelt es an Kreativität. Zwar wurde sich offenbar bemüht, historische Fakten mit eigenen Worten auszuschmücken, aber leider doch alles sehr platt. Lediglich die Idee, fiktive Dialoge in die Lyrics zu bringen, verdient ein Lob. Am ehesten weiß noch The Battle Of The Teutoburg Forest zu überzeugen, das auf einen Text des Historikers Cassius Dio beruht.

All das kann Varus aber nicht wirklich retten, denn allein schon die Produktion weist unüberhörbare Mängel auf. Der auf den Instrumenten klar gespielte Druck kommt nicht aus den Lautsprechern, stattdessen vermischen sich die Instrumente zu einem dünnen Brei, der sich um die extrem monotonen Grunts von Sänger Sertorius legt. So macht es keinen Spaß, eventuelle Facetten, die allenfalls in Form von einigen netten Gitarrenriffs vorhanden sind, zu entdecken. Man kann Imperious zwar keinesfalls absprechen, eine gewisse Arbeit in das Werk gesteckt zu haben, aber das Ergebnis kann leider nicht überzeugen. Da reißt auch das schicke DVD-Case nichts mehr heraus.

Imperious - Varus

Imperious – Varus (Album)

Facts:
Tracks: 8
Gesamtspieldauer: 1:09:55
Releasedatum: 23.04.2011
Genre: Black Metal
Homepage: www.myspace.com/imperioushorde
Anspieltipps: The Battle Of The Teutoburg Forest
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Fazit

Daumen runterVarus hätte so vieles sein können. Das Thema an sich ist spannend genug und bietet reichlich Potential, um daraus etwas Besonderes zu machen, aber leider gelingt Imperious das überhaupt nicht. Stattdessen wirkt alles recht lieblos zusammengewürfelt und zu viele Schnitzer in Musik, Lyrics und Produktion trüben den Genuss an der Platte so sehr, dass man nicht die Lust verspürt, auch nur irgendeinen Song unbedingt ein weiteres Mal hören zu müssen. Ein wenig Reifezeit hätte den Songs noch gut getan, so war das leider nichts, es gibt sehr viele sehr viel bessere Alben in diesem Bereich.

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