CD-Check: Nothgard – Warhorns of Midgard
Viking Metal ist ja ein schon ein spezielles Genre, für das man auch ein gewisses Faible haben muss, um es zu mögen. Vieles klingt auch sehr ähnlich und so muss man als Band dieses Genres schon gewisse Alleinstellungsmerkmale haben, um aus aus der Masse herauszuragen. Mit ihrem im April dieses Jahres erschienenen Debut Warhorns of Midgard versucht sich die Kombo Nothgard an diesem Wagnis. Ich habe für euch reingehört.
In den ersten Tracks Lex Talionis und Arminius fällt gleich positiv auf, dass der Gesang, genretypisch aus Grunts bestehend, recht deutlich ist und man nicht raten muss, was denn hier nun eigentlich an Lyrics hingeschmettert wird. Ein bisschen mehr Variabilität hätte die Stimme von Frontmann Dom aber schon gern aufbieten können. Abwechslung bietet aber dafür die Musik, die durchdacht komponiert wurde. Zwar bestimmen die Drums und die Gitarren den Ton, doch nehmen sie sich auch immer wieder raus, um Akkordeontönen und dem Keyboard Platz zu lassen – eine sehr gute Entscheidung, werten sie doch die Songs ganz besonders auf und verleihen ihnen Struktur. Die Arme schwingen fast unweigerlich dirigierend mit bei den dadurch entstehenden epischen Akzenten, wie sie etwa in Under The Serpent Sign deutlich zu hören sind.
Für genrefremde Menschen klingt in diesem Genre oft alles recht ähnlich. Das dürfte Nothgard nicht passieren. Anders als bei anderen Vertretern haben die Songs einen recht guten Wiedererkennungswert, der nicht zuletzt durch Tempo- und Lautstärkenwechsel zustande kommt. Die Instrumentenvielfalt ist ebenfalls ein Grund und verdient noch einmal besondere Würdigung, wenngleich die ansonsten sehr gute und kraftvolle Produktion an mancher Stelle etwas übertrieben und zu gut gemeint ist (Spirit). Trotzdem ist Nothgard hier wirklich etwas Gutes in ihrem Debut gelungen.
Ein paar Schwachstellen hat Warhorns of Midgard dann aber doch. Die doch recht zahlreichen Gitarren-/Drumsoli, zum Beispiel im Titeltrack, kommen über Standardniveau nicht heraus oder bleiben sogar etwas darunter. Gegen Ende der gut 56 Minuten langen Scheibe tritt auch ein wenig ein Sättigungsgefühl ein und man hat eigentlich genug gehört. Die letzten Tracks sind nicht wesentlich schlechter, aber bringen dann im Vergleich zu den vorigen auch nicht mehr viel Neues mit sich. Dennoch beendet man das Album mit einem positiven Eindruck, da Ragnarök noch einmal einen schönen Abschluss bietet.
Nothgard – Warhorns of Midgard (Album)
Facts:
Tracks: 12
Gesamtspieldauer: 56:07
Releasedatum: 01.04.2011
Genre: Epic Viking Metal / Melodic Death Metal
Homepage: www.myspace.com/nothgard
Anspieltipps: Arminius, Under The Serpent Sign, Spirit
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Fazit
Nothgard machen mit ihrem Debutalbum Warlords Of Midgard vieles richtig und nur wenig falsch. Die Songs sind von der Produktion, der Struktur und der Abwechslung in der oberen Liga des Genres anzusiedeln und heben sich gut von dem ab, was viele andere Viking Metal Bands abliefern. Ausbaufähig sind noch die Vielfalt im Gesang und die Gitarren-/Drumsoli, die lediglich Mittelmaß sind. Das Epic in Epic Viking Metal schreibt Nothgard groß und wenn man sich in diesem Genre zu Hause fühlt, ist das Debut der Jungs auf jeden Fall ein heißer Geheimtipp.

