Archive November 2011
Albumpreview Dezember 2011
Der Dezember naht und somit auch das Weihnachtsgeschäft. Wer nun aber denkt, dass die Künstler sich damit eine goldene Nase verdienen wollen und dass deshalb besonders viele Alben erscheinen, der wird enttäuscht sein. Absolute Flaute. Vermutlich fürchten die meisten, dass sowieso wieder alles von Last Christmas überschattet wird. Nun gut, ein paar Alben erscheinen aber dennoch:
Release 02.12.2011
Da tun sich die Nu Metaller doch einfach mit diversen namhaften Dubstep-Künstlern wie Skrillex zusammen und bringen ein Album heraus, das sich im Stil ziemlich vom bisherigen Schaffen unterscheidet. Dass sie damit einige Fans verärgern, dürfte vorprogrammiert sein. Wer aber etwas offener ist, könnte Gefallen daran finden.
Meat Loaf – Hell In A Handbasket
Seine besten Zeiten hat Meat Loaf wohl schon lange hinter sich (er ist ja auch schon 64), aber für eine gute Portion Rockmusik ist er eigentlich immer gut. Sein neues Album ist in Australien schon eine ganze Weile verfügbar, jetzt zieht Deutschland nach. Kann man durchaus mal reinhören, die vielen Fans, die er noch hat, werden sicher begeistert sein.
Den Stellenwert, den Nightwish hatte, als noch Tarja am Mikrofon stand, hat die Band inzwischen verloren, ein neues Album wird lang nicht mehr so sehr erwartet wie es früher der Fall war. Die erste Single des neuen Albums, Storytime, ist dafür auch ein gutes Sinnbild. Nicht, aber eben auch nicht herausragend. Mal den Rest des Albums abwarten.
Samsas Traum vs. Weena Morloch – Käfer.Maden.Würmer.Spinnen
Mit dieser Doppel-CD voller Remixes diverser Songs sowie Liveversionen und Demos wird die Verschmelzung beider Projekte ein ganz schönes Stück vorangetrieben. Eine Entwicklung, die nicht unbedingt verwundert. Inwieweit man ein solches Remix-Album braucht, muss man natürlich selbst entscheiden. Ein paar gute Sachen sind ziemlich sicher dabei.
Release 09.12.2011
Eine eingefleischte Fangemeinde haben die Dark Metaller von Eisregen, die mit ihren Texten anecken und provozieren, sodass drei Alben von ihnen indiziert wurden. Da die letzten es alle aber in den freien Handel geschafft haben, dürfte Rostrot keine Probleme erwarten. Nicht nur mangels Alternativen in diesem Monat ein interessantes Album.
Sonstige Releases
Zusätzlich erscheint in diesem Monat auch das Best Of von Rammstein (Made In Germany, 2.12.). Geheimtipp in diesem Monat ist die neue Scheibe von Yiruma (River Flows In You, 2.12.). Ordentliche Singer/Songwriter Musik gibt es vom Belgier Gotye (Making Mirrors, 16.12.) – viel mehr ist in diesem Monat leider nicht zu holen. Gerne dürft ihr aber Ergänzungen oder eure Kaufentscheidungen in die Kommentare schreiben.
(Alle Releaseangaben ohne Gewähr.)
Musikvideo der Woche: Gotthard – Remember It’s Me

Das Musikvideo der Woche ausnahmsweise am Montag, doch will ich es euch natürlich nicht vorenthalten. Nachdem im Oktober letzten Jahres der Sänger der Band Gotthard, Steve Lee, bei einem Umfall verstarb, meldet sich die Band nach einer Phase der Trauer zurück und hat mit dem neuen Sänger Nic Maeder eine erste Single plus Video zurück.
Remember It’s Me heißt der Titel, der eine gefühlvolle Rockballade darstellt. Den Song könnt ihr übrigens gratis auf der Homepage der Band heruntergeladen werden. Und was sagt ihr zum neuen Sänger? Ist er ein würdiger Nachfolger?
52 Songs – Thema 22
Thema 22, die zweite Schnapszahl bei den 52 Songs. Es kann also wieder losgehen mit der Grübelei, welchen Song ihr ins Rennen schicken wollt.
Da jetzt irgendwie schon öfter die Frage aufgetaucht ist, bis wann die Songs eingereicht werden können: Prinzipiell kann man das jederzeit machen, die reguläre Woche läuft aber von Montag bis einschließlich Sonntag. Alles klar? Gut, dann hier das neue Thema:
Grusel/Horror
Vorgeschlagen von Guddy. Gibt es einen Song, der euch richtig erschaudern lässt, bei dem es euch kalt den Rücken herunterläuft? Habt ihr eine gruselige Situation erlebt, für die ihr die perfekte musikalische Untermalung im Kopf habt? Oder kennt ihr vielleicht Lieder, die textlich und musikalisch der reinste Horror sind und Angst und Schrecken verbreiten?
Ich fürchte ja, dass es sich bei mir diese Woche rächen wird, dass ich keine Horrorfilme schaue. Aber irgendwas wird mir schon einfallen und euch sicherlich auch!
52 Songs – Hoffnung
Das 21. Thema der 52 Songs, liebe Leserinnen und Leser, ist eines, das mir besonders gut gefällt, denn es lautet Hoffnung. Ich als bedingungsloser Optimist habe natürlich oft nicht nur die Hoffnung, sondern sogar die Überzeugung, das alles gut wird, aber so ganz ohne Hoffnung geht es ja auch nicht.
Die Songauswahl fiel mir aber doch recht schwer, da die Auswahl recht groß ist. Aber ich habe mich dann letztlich hierfür entschieden.
Hoffnung: In Flames – Come Clarity
Möglicherweise bedarf meine Wahl noch einiger Worte Erklärung: Wenn ich mal hoffnungslos bin, dann brauche ich etwas, auf das ich meine Hoffnung projizieren kann, das muss gar nicht näher bestimmt oder direkt vorhanden sein. Ich bin der Meinung, dem lyrischen Ich geht es ein bisschen genauso, es möchte nicht mehr nur in seinen Träumen leben („Don’t want to live in a dream one more day“), sondern sucht neue Hoffnung in jemandem, der neue Farbe in das in dem Moment graue Leben bringt. Dazu kommt die musikalische Untermalung, die dazu herausragend passt. Der Song vermittelt vielleicht nicht direkt Hoffnung, aber er formuliert für mich die Sehnsucht nach einem Funken Hoffnung und hilft dadurch, sich verstanden zu fühlen.
Versteht man das irgendwie?
Dubstep Christmas
Am Sontag ist der 1. Advent und damit beginnt auch ganz offiziell die Zeit der Weihnachtslieder. Wird also Zeit, sich darauf vorzubereiten, und da Dubstep musikalisch zur Zeit so unglaublich angesagt ist, sollte man sich für dieses Weihnachten auch mit entsprechenden Weihnachtsliedern eindecken. Ein paar habe ich mal für euch herausgesucht. Die Gedankendeponie wünscht einen guten Start in die Weihnachtszeit!
BogTroTTeR – Nutcracker Christmas
Bo biz – Deck The Halls (Dubstep Remix)
5oh! – Home Alone (Christmas Dubstep Remix)
Kinetics and OneLove – Winter Wonderland
Electroid – White Christmas
CD-Check: Dark Drive Clinic – Noise In My Head
Stilmixe sind immer eine Sache für sich. Einerseits können sie – wenn sie gut gemacht sind – interessante, unverbrauchte Sounds hervorbringen, andererseits gibt es auch negative Beispiele, in denen nur halbgare Songs entstehen, die weder der einen, noch der anderen Fraktion an Fans gefallen. Auch Dark Drive Clinic, das neue Projekt von John Fryer, beschreitet den Pfad der Vermischung von Genres. Das Debutalbum trägt den Namen Noise In My Head und weiß sehr zu überraschen.
Als Producer hat John Fryer mit stilprägenden Bands wie Depeche Mode, Nine Inch Nails, Cradle Of Filth, HIM und weiteren gearbeitet und diesen großen Erfahrungsschatz bringt er nun gemeinsam mit der Sängerin Rebecca Coseboom in das Projekt Dark Drive Clinic ein. Man merkt sofort, dass hier ein hochkomplexes Werk entstanden ist, das sich aus verschiedenen Genres bedient. Das Gerüst der Songs sind mal sanftere, mal treibendere elektronische Klänge, auf die der Sound verzerrter E-Gitarren aufgepfropft wird. Darüber thront der sanfte & poppige Gesang Frau Cosebooms, der sich als sehr angenehmer Gegenpol herausstellt. Trotz dieser durchaus unterschiedlichen Einflüsse ergibt sich ein wunderbar homogenes Klangbild, dessen Sound nur schwer einzuordnen ist und irgendwie für sich steht.
Je weiter der eigene musikalische Horizont und die Bereitschaft, über den Tellerrand hinaus zu blicken, ist, desto eher wird man sich mit Noise In My Head anfreunden können. Wer musikalisch zu festgelegt ist, wird Songs finden, die einfach nicht den richtigen Geschmack treffen. Für Metaller sind viele Songs zu soft (Love’s Lost Cross), für Popfans ist die Musik nicht nur textlich zu anspruchsvoll (Litmus Heart), für Electro- und Industrialfans schlichtweg zu schlecht tanzbar. Dennoch gibt es für alle Gruppierung ebenso positive Beispiele zu nennen, weshalb sich das Album förmlich als vorsichtige Annäherung zu anderen Genres anbietet. So unterschiedlich sich die Einflüsse gestalten, so abwechslungsreich sind auch die Songs des Albums untereinander und sogar in sich. Die Produktion ist wirklich herausragend und bis ins kleinste Detail herausgearbeitet. Fryers Handschrift ist deutlich zu erkennen und als absolutes Qualitätsmerkmal zu sehen.
Auch über den Umfang der Scheibe kann man sich nicht beschweren, 13 Songs mit einer Gesamtlaufzeit von gut 57 Minuten sind reichlich Material für den geneigten Hörer, zumal sich kein wirklicher Ausfall darunter befindet. Das Album ist aus einem Guss und schafft es von Anfang bis Ende interessant und unverbraucht zu klingen.
Dark Drive Clinic – Noise In My Head (Album)
Facts:
Tracks: 13
Gesamtspieldauer: 57:27
Releasedatum: 11.11.2011
Genre: Alternative
Homepage: www.darkdriveclinic.com
Anspieltipps: Litmus Heart, Love’s Lost Cross, Still Contagious
Noise In My Head bei Amazon kaufen / als MP3 laden
Fazit
Das Debut von Dark Drive Clinic kann man als grundsätzlicher Freund von Musik nur gut finden. Aus einem Bastard an Genres ist ein homogener und dabei unglaublich gut klingender Stilmix entstanden, der nur schwer mit bereits Bestehendem zu vergleichen ist. Wer musikalisch eher auf schmaler Spur fährt, mag vielleicht nicht so richtig mit dem Album warm werden, wer aber offen für etwas anderes ist, wird sich an den vielen Facetten erfreuen. Man könnte fast sagen, dass Noise In My Head die Popmusik aus ihrer Anspruchslosigkeit befreit hat, doch würde diese Analyse sogar noch zu kurz greifen. Unbedingt reinhören!







