CD-Check: Clockwork Spirit – Clockwork Spirit
Wer sich in der finnischen Metalszene auskennt, hat vielleicht vor einigen Jahren von der Band Amarantine gehört, die mit ihren Demoaufnahmen das Lob der Kritiker einheimsen konnte. Doch im Zuge ihres ersten Albums haben sie sich in Clockwork Spirit umbenannt und streben nun auch den Erfolg über die Landesgrenzen heraus an.
Offenbar haben sich die Finnen absichtlich die dunklen Monate für den Release ihres Albums ausgesucht: Düster ist nämlich auch die Grundstimmung, die auf dem Album vorherrscht. Das atmosphärische Intro entführt in eine Welt aus Mystik und Okkultismus und voller Brutalität entlädt sich der dunkle Horror in brutalen Gitarrenriffs und Shouts, die jedoch hin und wieder durch kurze gotische Stimmungen unterbrochen werden, etwa wenn wie in Daemon Speculum angedeutete Choräle in Klargesang eingestreut werden. Instrumentale Passagen der Songs, insbesondere die Intros wie das aus Wall Of Sleep könnte man eins zu eins in einen Horrorfilm übernehmen. Die meiste Zeit übernimmt dann aber doch der Metal die Regie, der aufgrund des zumeist gutturalem Gesangs am ehesten in das Genre Black Metal einzuordnen ist.
Bisweilen versinkt unter Gitarren und Gesang leider etwas die Melodie und man muss schon etwas genauer hinhören, um die Details zu entdecken, die Clockwork Spirit zweifelsohne mit viel Feingefühl ausgearbeitet haben. Auch die Dramaturgie stimmt meistens, On Unravelling The Essence zum Beispiel unterstreicht die Lyrics recht gut und ein düsteres Bild dazu entsteht unmittelbar im Kopf. Ein wenig mehr Wechsel zwischen lauten und leisen Passagen würde dem Ganzen aber noch mehr Effekt verleihen. Als besonderes Highlight des Albums kann Dawn Of Deliverance angesehen werden, das mit sehr dichter Stimmung, Tempowechseln und Detailreichtum besonders im Ohr hängen bleibt und einen starken Eindruck hinterlässt. Davon hätte es gern noch mehr geben dürfen, aber es deutet das Potential an, das in Clockwork Spirit steckt, und lässt auf zukünftige Releases hoffen.
Ein paar Abzüge in der B-Note gibt es dafür, dass nur lediglich 8 Songs inklusive Intro auf dem Album vorhanden sind. Zwar ergibt es trotzdem eine Spielzeit von 43:49 Minuten, aber der letzte Track Shades Of Decay ist mit 10 1/2 Minuten überlang und macht fast ein Viertel des Albums aus.
Clockwork Spirit – Clockwork Spirit (Album)
Facts:
Tracks: 8
Gesamtspieldauer: 43:49
Releasedatum: 04.11.2011
Genre: Black Metal / Horror Metal
Homepage: www.clockworkspirit.com
Anspieltipps: Wall Of Sleep, Unravelling…, Dawn of Deliverance
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Fazit
Clockwork Spirit ist mit ihrem gleichnamigen Album ein gelungenes Debut geglückt, das für Fans von nicht so ganz rigorosem Black Metal ein richtiges Fest sein dürfte. Die okkulten und mystischen Themen werden gekonnt in Szene gesetzt und mit gotischen Elementen sowie diversen Details ausgeschmückt. Die Hauptregie führen zwar die Gitarren und der Gesang teils etwas zu sehr, aber sie nehmen sich auch immer wieder etwas zurück, was der Musik sehr gut tut. Wenn daran beim nächsten Album noch mehr gefeilt und der Umfang ein wenig erhöht wird, sind die größten Kritikpunkte ausgemerzt. Clockwork Spirit sollte man auf jeden Fall im Auge behalten!



1 Kommentar
vannie - 16.11.2011 at 4:00
I didn’t hear about them before. They look like Barbarians. But I just check out their songs on Youtube. It’s cool!