CD-Check: Dark Drive Clinic – Noise In My Head

Dark Drive Clinic - Noise In My Head

Tracks: 13
Gesamtspieldauer: 57:27
Releasedatum: 11.11.2011
Genre: Alternative
Homepage: www.darkdriveclinic.com
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Stilmixe sind immer eine Sache für sich. Einerseits können sie – wenn sie gut gemacht sind –  interessante, unverbrauchte Sounds hervorbringen, andererseits gibt es auch negative Beispiele, in denen nur halbgare Songs entstehen, die weder der einen, noch der anderen Fraktion an Fans gefallen. Auch Dark Drive Clinic, das neue Projekt von John Fryer, beschreitet den Pfad der Vermischung von Genres. Das Debutalbum trägt den Namen »Noise In My Head«.

Als Producer hat John Fryer mit stilprägenden Bands wie Depeche Mode, Nine Inch Nails, Cradle Of Filth, HIM und weiteren gearbeitet und diesen großen Erfahrungsschatz bringt er nun gemeinsam mit der Sängerin Rebecca Coseboom in das Projekt Dark Drive Clinic ein. Man merkt sofort, dass hier ein hochkomplexes Werk entstanden ist, das sich aus verschiedenen Genres bedient. Das Gerüst der Songs sind mal sanftere, mal treibendere elektronische Klänge, auf die der Sound verzerrter E-Gitarren aufgepfropft wird. Darüber thront der sanfte & poppige Gesang Frau Cosebooms, der sich als sehr angenehmer Gegenpol herausstellt. Trotz dieser durchaus unterschiedlichen Einflüsse ergibt sich ein wunderbar homogenes Klangbild, dessen Sound nur schwer einzuordnen ist und irgendwie für sich steht.

Je weiter der eigene musikalische Horizont und die Bereitschaft, über den Tellerrand hinaus zu blicken, ist, desto eher wird man sich mit »Noise In My Head« anfreunden können. Wer musikalisch zu festgelegt ist, wird Songs finden, die einfach nicht den richtigen Geschmack treffen. Für Metaller sind viele Songs zu soft (»Love’s Lost Cross«), für Popfans ist die Musik nicht nur textlich zu anspruchsvoll (»Litmus Heart«), für Electro- und Industrialfans schlichtweg zu schlecht tanzbar. Dennoch gibt es für alle Gruppierung ebenso positive Beispiele zu nennen, weshalb sich das Album förmlich als vorsichtige Annäherung zu anderen Genres anbietet. So unterschiedlich sich die Einflüsse gestalten, so abwechslungsreich sind auch die Songs des Albums untereinander und sogar in sich. Die Produktion ist wirklich herausragend und bis ins kleinste Detail herausgearbeitet. Fryers Handschrift ist deutlich zu erkennen und als absolutes Qualitätsmerkmal zu sehen.

Auch über den Umfang der Scheibe kann man sich nicht beschweren, 13 Songs mit einer Gesamtlaufzeit von gut 57 Minuten sind reichlich Material für den geneigten Hörer, zumal sich kein wirklicher Ausfall darunter befindet. Das Album ist aus einem Guss und schafft es von Anfang bis Ende interessant und unverbraucht zu klingen.

Fazit

Daumen hoch

Das Debut von Dark Drive Clinic kann man als grundsätzlicher Freund von Musik nur gut finden. Aus einem Bastard an Genres ist ein homogener und dabei unglaublich gut klingender Stilmix entstanden, der nur schwer mit bereits Bestehendem zu vergleichen ist. Wer musikalisch eher auf schmaler Spur fährt, mag vielleicht nicht so richtig mit dem Album warm werden, wer aber offen für etwas anderes ist, wird sich an den vielen Facetten erfreuen. Man könnte fast sagen, dass »Noise In My Head« die Popmusik aus ihrer Anspruchslosigkeit befreit hat, doch würde diese Analyse sogar noch zu kurz greifen. Unbedingt reinhören!

Anspieltipps: Litmus Heart, Love’s Lost Cross, Still Contagious

Silhouettes

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