CD-Check: Adrian H. And The Wounds – Dog Solitude

Seit dem 18.11.2011 ist das zweite Album von Adrian H. And The Wounds bei uns erhältlich. Das multikulturell besetzte Ensemble schickt sich an, mit einem ganz besonders individuellen Sound und anspruchsvoller Musik die Ohren der experimentierfreudigeren Musikliebhaber zu gewinnen. Ob Dog Solitude diese Aufgabe erfüllen kann, lest ihr in den folgenden Absätzen.

Dark Poetry ist das Genre, in das Adrian H. And The Wounds eingeordnet werden sollen. Diese Bezeichnung kommt einem nicht alle Tage unter, könnte aber nicht besser gewählt sein. Der Gesang des US-Amerikaners gleicht viel mehr dem düsteren Vortrag eines Gedichts, etwas rauchig und leicht an Nick Cave erinnernd. Für die Melodien ist hauptsächlich ein Piano zuständig, das auch in seiner ganzen Bandbreite genutzt wird. Hinzu kommen allerhand weitere Instrumente wie ein Saxofon (z.B. im Tom Waits Cover Hoist That Rag), die dem Sound einen jazzigen Anstrich geben, ohne jedoch zu sehr in den Jazz abzugleiten. Das Spektrum an Klangthemen und die musikalische Vielfalt sind jedenfalls unglaublich hoch. Sogar Progressive-Ansätze sind vorhanden (Nasty).

Die schaurig-schönen Melodien, die sich teils perfekt als Untermalung für den Film Noir oder einen gruselig-wahnsinnigen Streifen von Tim Burton eignen würden (Chim Chim Cher-ee, Bad Man) untermalen Texte, die von den tiefsten und schmutzigsten Abgründen handeln und nicht sehr viel Hoffnung auf ein Happy Ending vermitteln. Die handelnden Personen befinden sich alle in schwierigen Situationen oder haben eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Dennoch wissen die Texte mit ihren Metaphern und den durch sie erzeugten Bildern absolut zu überzeugen.

12 Tracks enthält Dog Solitude, von den zwei (Straight Leg und Cookies and Cocaine) Remix-Bonustracks sind, welche sich aber nicht in normaler Fassung auf diesem Album befinden, weswegen sie für Neueinsteiger also gänzlich neu sind. Mit einer Spielzeit von fast 55 Minuten rangiert das Album auf den vorderen Plätzen, zumal kein Song besonders negativ auffällt.

Adrian H. And The Wounds - Dog Solitude

Adrian H. And The Wounds – Dog Solitude (Album)

Facts:
Tracks: 12
Gesamtspieldauer: 54:46
Releasedatum: 18.11.2011
Genre: Alternative / Dark Poetry
Homepage: www.adrianhandthewounds.com
Anspieltipps: That Hurts, What She Wants, Bad Man
Dog Solitude bei Amazon kaufen / als MP3 laden

Fazit

Daumen hoch

Was Adrian H. And The Wounds mit Dog Solitude abliefern, ist eine wirklich runde Sache. Wohlige Schauer vermittelt die Musik, die gänzlich ohne irgendwelche Klischees oder zwanghafte Wendungen auskommt. Wer sich nicht an der düsteren, aber nicht zu düstern Grundstimmung in den Texten und der Musik stört, bekommt ein wahrlich reich mit Details gespicktes Werk von musikalisch hoher Vielfalt und einem recht einzigartigen Konzept. Musikliebhaber mit Hang zu Experimenten kommen voll auf ihre Kosten und dürften zusammen mit Fans von düsterem Jazz am meisten Freude an Dog Solitude haben.

Schreib deinen Müll dazu