Archive January 2012

Ein bärtiges Filmfest

Dass Bärte mehr sind als Gesichtsbehaarung, in der Schnodder oder Essensreste hängen bleiben, weiß jeder, der selbst einen Bart trägt. Bart zu tragen ist ein Lebensgefühl und modisch auch noch dazu. Das dachten sich anscheinend auch einige überzeugte Bartträger aus den Staaten, die in diesem Jahr das erste »Stache Film Fest« ausrichten. Es findet statt am 30. März in Portland, Maine.

Jeder ist dazu aufgerufen, bis zum 24. März einen bärtigen Kurzfilm einzusenden. Es gibt sogar ein paar kleine Preise zu gewinnen, die stehen aber mehr im Hintergrund, es geht schließlich um Ruhm und Ehre! Gastgeber der Show wird Dr. Lou Jacobs vom American Mustache Institute (AMI) sein. Die haben auch ein sehr interessantes Blog.

Meinem Bart würde ich ja auch einen Film widmen und wäre ich einen Hauch kreativer und hätte mehr Zeit, würde ich vielleicht sogar wirklich einen Kurzfilm einschicken. Aber so bin ich natürlich trotzdem gespannt auf die Einsendungen, die man hoffentlich alle irgendwo ansehen können wird.

Wobei ich ja zugeben muss, dass mir Vollbärte besser gefallen als reine Schnurrbärte. Aber immer noch besser als gar kein Bart. Denn wie heißt es so schön? Ein Mann ohne Bart ist einfach nicht richtig angezogen.

Albumpreview Februar 2012

Albumpreview 02/12
Den Januar des neuen Jahres haben wir nun schon fast hinter uns gebracht und er brachte eine ganze Reihe interessanter Alben mit sich. Bleibt zu hoffen, dass es im Februar so weiter geht. Ich habe mich wieder durch die geplanten Veröffentlichungen gewühlt und das Interessanteste für euch zusammengestellt:

Release 03.02.2012

Caliban - I Am NemesisCaliban – I Am Nemesis

Die neben Heaven Shall Burn wichtigste deutsche Metalcore-Band hat mit »Memorial« einen ziemlich coolen Vorgeschmack auf das Album gegeben. Man kann wirklich neugierig sein, ob sich die Qualität durch das ganze Album zieht. Das ist nämlich richtig gute, intensive Musik mit viel Potenzial.

Eisbrecher - Die Hölle muss wartenEisbrecher – Die Hölle muss warten

Haben im letzten Monat die Jungs von Megaherz mit einem neuen Album die Fahne für die Neue Deutsche Härte hochgehalten, so ziehen Eisbrecher nun nach. Die große Tiefsinnigkeit darf man nicht erwarten, aber geradlinige Tracks mit einem gewissen Prollfaktor sind ja auch gut. Aber vielleicht werden wir auch eines besseren belehrt.

Swallow The Sun - Emerald Forest And The BlackbirdSwallow The Sun – Emerald Forest And The Blackbird

Swallow The Sun sind sicherlich wieder für die eine oder andere Überraschung gut. Der Song »Cathedral Walls«, der zusammen mit Nightwish-Sägerin Anette Olzon aufgenommen wurde, weist schon darauf voraus, dass die Melodic-Death/Doom-Metaller ihre Songs wieder mit reichlich Tempowechseln schmücken wird.

Release 10.02.2012

Eluveitie - HelvetiosEluveitie – Helvetios

Eluveitie haben mit »A Rose for Epona« und »Meet the Enemy« schon zwei Songs aus dem Album der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und damit die ohnehin großen Erwartungen noch angeheizt. Man kann ziemlich sicher sein, dass »Helvetios« eine Folk-Metal-Offenbarung wird.

Psycroptic - The Inherited RepressionPsycroptic – The Inherited Repression

Psycroptic sollte man nicht nur vorstellen, um einen schlechten Witz mit tasmanischen Teufeln bringen zu können, sondern auch, weil die Australier einen Technical-Death-Metal ordentlich auf die Tube drücken und ihren Songs trotzdem eine interessante Struktur verleihen. Ist aber definitiv eine ziemliche Geschmackssache.

Release 17.02.2012

Tracedawn - Lizard DuskTracedawn – Lizard Dusk

Mit ihrem mittlerweile dritten Album ist die noch recht junge Melodic-Death-Metal-Band aus Finnland am Start. Die ersten Hörproben waren sehr vielversprechend, was die Gitarrenarbeit und die zwischen Growls und Klargesang wechselnden Vocals angeht. Könnte ein Überraschungshit werden.

Release 24.02.2012

Exilia - DecodeExilia – Decode

Nu-Metal mit weiblichen Gesang ist ja schon recht ungewöhnlich, das so eine Band aus Italien kommt, vermutet man dann auch nicht unbedingt. Bei Exilia ist das aber so und zwar schon ziemlich lange, genauer gesagt seit 2000 und das nicht unerfolgreich. Man kann gespannt sein, ob es mit »Decode« ähnlich erfolgreich weitergeht.

The Safety Fire - Grind The OceanThe Safety Fire – Grind The Ocean

In der letzten Veröffentlichungswoche gibt es noch etwas Progressive Metal von The Safety Fire. Die zwischen extremer Härte und atmosphärischen Passagen wandelnden Briten haben schon mit der Single »Huge Hammer« gezeigt, dass sie, nun ja, Eier in der Hose haben. Warten wir mal ab, wie der Rest des Albums wird.

Sonstige Releases

Weitere Albumveröffentlichungen, die vielleicht auch für Menschen mit weniger hartem Musikgeschmack sind: Die Hip-Hop-Electro-Kombo Deichkind bringt mal wieder was auf den Markt (Befehl von ganz unten, 10.02.) und auch Kettcar liefern neues Futter für die Indiefraktion (Zwischen den Runden, 10.02.). Eros Ramazzotti braucht wohl Geld und bringt eine Compilation mit seinen schönsten Liebesliedern heraus (Eros’ Best Love Songs, 10.02.) und ich frage mich, wie viele das wohl sind. Und erinnert ihr euch noch an Sean Paul? Das ist der mit dem tanzenden Gör im Video und der jetzt wieder da ist (Tomahawk Technique, 17.02.). Und zu guter Letzt haben sich auch die Cranberries von ihrem Zahnweh… pardon, Zombie erholt und ein neues Album in der Pipeline (Roses, 24.02.).

(Alle Releaseangaben ohne Gewähr.)

52 Songs – Thema 31

52 Songs

Hallo, da sind wir wieder bei der Ziehung des aktuellen Themas für die 31. Runde der 52 Songs. Schön, dass ihr wieder dabei seid.

Wie macht ihr das eigentlich, wenn ihr nach einem Song zum aktuellen Thema sucht? Es fällt einem ja nicht unbedingt immer sofort etwas ein. Ich muss ja sagen, dass ich auch unterwegs, wenn ich etwas Zeit habe, darüber nachdenke, welcher Song passen könnte. Zum Beispiel bei einer…

Autofahrt

Welche Musik läuft bei euch im Auto? Habt ihr bestimmte Musik, die sich eurer Meinung nach besonders gut für das Führen eines Fahrzeugs eignen? Oder falls ihr keinen Führerschein habt, was hört ihr gern als Beifahrer? Singt ihr auf der Autofahrt und wenn ja, was? Beeinflusst vielleicht ein Song sogar euren Fahrstil?

Mal sehen, welche Songs euch zu diesem Themenklassiker einfallen. Ich freue mich auf einen Road Trip mit euch.

Musikvideo der Woche: Red Fang – Hank is Dead

Red Fang - Hank is DeadGestern begann die gemeinsame Tour von Mastodon und den Metallern von Red Fang aus den USA. Passend dazu haben Red Fang ein neues Musikvideo herausgebracht.

Der Clip zum Track »Hank is Dead« ist schön gemacht und beginnt sehr lustig mit einer Szene unter der Dusche, die mir völlig neue Möglichkeiten für die Nutzung der Duschablage offenbart hat. Anschließend geht es zu einem zünftigen Luftgitarren-Contest. Sauber!

Review: Kümmelgroller Ausgabe 2

Vor kurzem fragte mich der Sebastian vom Biotechpunk, ob ich nicht Lust hätte, das DIY Punk Fanzine »Kümmelgroller« zu testen. Ich war interessiert, sagte zu und binnen weniger Tage hatte ich die zweite Ausgabe im Postkasten. Erst einmal danke dafür.

Kümmelgroller 2Zunächst einmal zum Magazin selbst: Es ist ein komplett von mehreren Personen aus dem DIY Forum in Eigenproduktion geschriebenes und hergestelltes Fanzine, das sich vornehmlich um Punk dreht und Konzertberichte, Reviews, kleine Reportagen und auch Interviews beinhaltet. Auf immerhin 44 Seiten kommt das Magazin im A5-Format, besteht aber sicherlich aus Kostengründen verständlicherweise nur aus normalem Papier und ist ganz in schwarz-weiß gehalten. Die Mischung der Themen finde ich ganz gut und wer sich für Punk interessiert, wird sicherlich viele interessante Texte vorfinden.

Jetzt komme ich allerdings zu meinem großen »Aber«: Das Layout ist eine ziemliche Katastrophe und nicht sehr Leserfreundlich. Viel zu oft wird mit Textschnipseln gearbeitet und im Hintergund Bilder oder noch schlimmer weitere Texte abgebildet. Das ergibt ein extrem unruhiges Gesamtbild und ist wirklich nicht immer leicht zu erkennen und zu lesen. Außerdem sind manche Texte sogar ein wenig abgeschnitten. Ein Inhaltsverzeichnis fehlt leider auch komplett und hätte zur Orientierung beigetragen. Fast noch schlimmer – vielleicht bin ich da aber auch einfach nur extrem pingelig –  sind aber die doch recht zahlreichen Rechtschreib- und Grammatikfehler. Ich weiß, es ist ein Fanzine, aber vielleicht wäre es dennoch nicht schlecht, die Texte jeweils zur Korrektur lesen zu lasen.

Aber nun gut, davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, es ist ja auch erst die 2. Ausgabe, da wird sicherlich noch weiter dran gefeilt werden und dann ist es eine nette Lektüre für Zwischendurch. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann sich bei Sebastian melden, der wohl noch ein paar Ausgaben zum Preis des Portos abgeben kann. Ansonsten einfach im DIY Forum oder auf der Facebook-Fanpage des Kümmelgrollers nachfragen.

52 Songs – Versuchung

52 Songs

Und da haben wir die drei vorn stehen, denn es ist schon das 30. Thema der 52 Songs, welches da lautet: Versuchung.

Ein interessantes Thema, bei dem man es sich sowohl leicht als auch schwer machen kann. Nach ein wenig Überlegung habe ich mich dann aber doch für die einfache Variante entschieden, nicht nur, aber auch, weil der Song noch recht neu ist und mir eigentlich ganz gut gefällt:

Versuchung: Lacey Conner – The Stranger

Lacey Conner ist die Sängerin der Band Nocturne und begibt sich nun auch auf Solopfade. »The Stranger« ist ein eingängiger Dark Pop Track. Die Versuchung ergibt sich natürlich daraus, dass etwas oder jemand Fremdes durchaus auch eine Versuchung sein kann. Auf der anderen Seite kann man auch das Video als Versuchung ansehen. Da sprüht es Funken aus dem Schritt. ;)

26.01.2012 in Musik 0 Kommentare

Von Gothic zu Schlager

Es muss ungefähr im Jahr 2005/2006 gewesen sein, als ich in den weiten des Internets eine Band entdeckte, deren Musik mir sofort im Ohr hängen blieb. Düstere, elektronische Klänge, eine gute Portion Härte und eine tiefe Stimme, die vollkommen einzigartig scheint. Das recht eigenwillige Auftreten war klar als Rolle zu erkennen, die den Künstler interessant macht, zumal man nichts über dessen Herkunft, ja nicht einmal seinen richtigen Namen wusste. Einige von euch ahnen es sicher schon, ich spreche von Unheilig.

Ich kaufte mir die bis dato erschienenen Alben und war auch bei Neuveröffentlichungen stets Feuer und Flamme, versprach die Band immer sowohl musikalische als auch inhaltliche Qualität. Die Texte handelten von persönlichen Abgründen, Enttäuschungen, vom Leben als Außenseiter, dem Wunsch nach Toleranz für Individualität und Freiheit und vielem mehr, das man irgendwie auch immer auf sich und seine Situation beziehen konnte, verpackt in ein ansprechendes musikalisches Kleid, das auch Fans härterer Musik gefallen konnte.

Mit dem Erfolg des Albums »Große Freiheit« brach eine riesige Welle der Kritik auf das scheinbare Aushängeschild der schwarzen Szene ein. »Die Single Geboren um zu leben« wurde nicht nur im Radio rauf- und runtergespielt, auch der TV-Sender RTL 2, der oftmals kritisch für seine TV-Formate betrachtet wird, nutzte Unheilig für Trailer und Sendungen. Es folgten unzählige weitere Auftritte im Fernsehen in Castingshows, bei »The Dome«, Musikwettbewerben und Preisverleihungen. Als am unrühmlichsten gilt wohl nach wie vor der Auftritt in der RTL-Soap »Gute Zeiten, schlechte Zeiten«, der viele Fans dazu brachte, sich von Unheilig abzuwenden. Andere Gründe waren die ehemals in recht familiärer Atmosphäre stattfindenen Konzerte, die seit dem Hype um Unheilig von Scharen »normalen« Menschen überrannt wurden.

In meinem Artikel »Der Fall Unheilig – ein Paradebeispiel für engstirniges Szenedenken« nahm ich Stellung und verteidigte Unheilig zum Teil gegen die auftretenden Vorwürfe. Es war zwar eine musikalische Entwicklung zu erkennen, doch beinhaltete das Album noch immer Tracks der etwas härteren Art und war nicht eklatant anders als die Vorgänger. Und kommerzieller Erfolg ist in erster Linie mal kein Bewertungskriterium für Musik, weshalb ich die Reaktionen damals teilweise überzogen fand. Ein Künstler möchte schließlich auch von seinem Beruf leben können.

Als ich mitbekam, dass Unheilig ein neues Album für das Frühjahr 2012 ankündigten, war ich in erster Linie interessiert, wie es nun weitergehen würde mit der Band. Ein erster Teaser der Single »So wie du warst« sollte einen ersten Eindruck geben.

Dieser nicht einmal eine Minute lange Ausschnitt bestätigte leider meine schlimmsten Befürchtungen. Der Track klingt nach übelstem Schlager. Da die Singleauskopplungen von Unheilig von jeher eher die seichteren Songs waren, konnte man noch darauf hoffen, dass es eben ein Ausrutscher für die Masse war. Eine Minute macht schließlich noch kein Album. Die Erwartungen und das Interesse gingen aber spürbar zurück.

Nun wurden weitere Details zum neuen Album »Lichter der Stadt« bekannt, die nicht nur mein Interesse an dem Album, sondern auch meine Meinung zu Unheilig allgemein völlig ins Negative verdrehen. Das 16 Tracks umfassende Album wird einen Song enthalten, auf dem Mr. Weltschmerz und Scheinheiligkeit himself, Xavier Naidoo, als Gastsänger auftritt. Damit ist nun auch argumentativ für mich eine Nachvollziehbarkeit der Abkehr von der Band entstanden, denn hier geht es um die Musik. Und musikalisch kann nichts und niemand Xavier Naidoo unterbieten. Außer vielleicht Rosenstolz.

Aber das hören wir dann ja vielleicht schon auf dem übernächsten Album. Oder besser gesagt: Ihr hört das, denn ich bin ab sofort raus.

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