CD-Check: Nehl Aëlin – Le Monde Saha

Was kommt dabei raus, wenn eine talentierte, sprachkundige Sängerin mit Liebe zum Piano mit einem Regisseur zusammenarbeitet, der bekannt für seine Charakterzeichnung und inszenatorischen Fähigkeiten ist? Seit dem 10. Februar kann es jeder selbst herausfinden, denn an diesem Tag ist das neue Album von Nehl Aëlin mit dem Namen »Le Monde Saha« erschienen, für das der französische Regisseur Jean-Pieree Jeunet als Produzent fungierte.  Meine Antwort auf die Eingangsfrage lautet jedenfalls: Ein Meisterwerk!

Wenn man auf der Suche nach dem Instrument wäre, das am besten geeignet ist, dann würde die Antwort nach dem Hören von »Le Monde Saha« eindeutig ausfallen: Das Piano. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn es ist auch das Spiel und der Gesang von Nehl Aëlin, durch die diese faszinierende Stimmung entsteht, die die Künstlerin uns mit ihrer Fantasiewelt Saha bereitet. Sie scheint geradezu mit ihrem Instrument zu verschmelzen und diese offenbar sehr gefühlvolle Verbindung mündet in eine Hingabe, die man jedem einzelnen Ton anhört. Von melancholisch bis verträumt, von bitter bis süß, von traurig bis spielerisch – Nehl Aëlin deckt ein riesiges Spektrum an Empfindungen ab und nimmt den Hörer mit auf eine intensive klangliche Traumreise, ob in (zugegeben etwas eigenwillig ausgesprochener) englischer Sprache oder auf Französisch und Japanisch.

Und auch wenn das Piano das vordergründige Instrument ist, so sind es auch die vielen, teils experimentellen Kleinigkeiten, die den besonderen Reiz ausmachen und Nehl Aëlins Musik eine ziemliche Eigenständigkeit verleihen, ob es fernöstlich angehauchte Klänge sind (»La Voie Du Milieu«, »Syren’s Gate«), ein instrumentaler Track mit Streichern (»Au delá du Mont Minobu«) oder ein elektronischer Beat (»Overdrive«). Jeder Song hat seine ganz besonderen Eigenheiten und lädt gleichermaßen zum genauen Hinhören wie zum Schweifenlassen der Gedanken ein. Durch eine intelligente und abwechslungsreiche Songstruktur und Albumzusammensetzung erhält »Le Monde Saha« einen gewissen Soundtrackcharakter, der das Album zu einem besonderen Gesamtkunstwerk macht, das man vom Anfang bis zum Ende hören sollte und in dem kaum ein Track wirklich abfällt, was sicherlich auch an der Mitwirkung Jeunets liegt. Lediglich zwei schwächere Tracks (»Hojo Takeka« und »Yo Tiende Sona«) finden sich auf dem Album.

Die insgesamt 13 Tracks kommen auf eine sehr gute Laufzeit von 64:24 Minuten. Und es könnte sogar noch länger dauern, ohne langweilig zu werden.

Nehl Aëlin - Le Monde Saha

Nehl Aëlin – Le Monde Saha (Album)

Facts:
Tracks: 13
Gesamtspieldauer: 1:04:24
Releasedatum: 10.02.2012
Genre: Alternative
Homepage: www.nehlaelin.com
Anspieltipps: Overdrive, Syren’s Gate, Au Village Pingouin
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Fazit

Daumen hoch

Was die vielseitige und hochtalentierte Sängerin und Musikerin Nehl Aëlin mit »Le Monde Saha« abliefert, ist ein Traum. Wer sich auf dieses besondere Kleinod einlässt und vor kleineren Experimenten nicht zurückschreckt, erhält ein vom ersten bis zum letzten Ton künstlerisch wertvolles Album mit Songs von hervorragender Songstruktur und Vielseitigkeit, das dennoch wie aus einem Guss wirkt und einen gewissen Soundtrackcharakter hat. Klare Empfehlung!

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