Wisst ihr noch, vor 18 Jahren? Wisst ihr noch? Wisst ihr noch?
Damals war Werbung schon genauso nervig wie heute. Wobei, nicht ganz, ich war damals 7 Jahre alt, da hat man sich noch von bunten Bildern und sich ins Hirn brennenden Slogans beeinflussen lassen und vor den Augen seiner Eltern mit dem Finger auf die Glotze gezeigt und gesagt »Mama, Papa, das will ich haben!« Das musste nicht zwangsläufig Spielzeug sein, ne Würstchenkette oder ne Capri Sonne taten es auch schon. Wir waren ja anspruchslos und es musste nicht alles von Apple sein.
Aber ich schweife ab. Bekommt ihr beim Anblick alter Werbung auch so nostalgisch-verklärte Anwandlungen? Nein? Ich auch nicht, aber trotzdem muss ich sagen, dass ich mich noch sehr gut an so manche Werbung erinnern kann. Damals war die eigens für die Musik komponierten Lieder auch noch was Besonderes. Die kamen teilweise sogar bis ins Radio! Und nicht umgekehrt, vom Radio in die Werbung. Das war aber auch noch gut möglich, stellt euch nur mal vor, ihr bekommt die »Hey ho Schoko Show« oder den »Maxi King, alright!« vom Radio auf die Ohren. Gruselig.
Nun, vielleicht erinnert ihr euch dann doch lieber mit mir die eingangs erwähnten 18 Jahre zurück an den Sommer 1994:
(Entschuldigt das abrupte und abgeschnittene Ende, aber alle anderen Versionen waren qualitativ total mies.)
Ist das nicht schön? Mit einer Prise Humor, einem lustigen Eisonkel, Zwillingen, die man verflucht hätte, wenn sie vor einem in der Schlange gestanden hätten, weil sie einem grundsätzlich die letzten Stück der Eissorte klauen, die man selbst gern gegessen hätte. Und dazu natürlich der erste werbetechnische Sommerhit, der die ganze Szenerie perfekt untermalt. »SO schmeckt der Sommer«, Langnese, tada!
Die Kinder von damals sind inzwischen die heutigen Erwachsenen, die Geld verdienen und das natürlich auch ausgeben wollen. Was liegt da näher, als nostalgische Gefühle zu wecken? Das dachte sich möglicherweise auch die Marketing-Abteilung von Langnese. Aber das ganze muss ein bisschen moderner und hipper werden. Also wird der Spot neu produziert und das Lied einfach neu aufgenommen!
Jetzt wird es spannend, aufgepasst: Ab dem 21. März läuft der neue »So schmeckt der Sommer«-Langnese-Spot in den Kinos an und schafft die Woche darauf den Sprung ins Fernsehen. Eingesungen wurde der Track von Cassandra Steen, die mancher von euch vielleicht als Sängerin von Glashaus kennt. Und weil ich euch ja so gern vorab mit exklusivem Material versorge, könnt ihr den Song hier schon anhören, bevor es ihn im Kino gibt (ein dickes Dankeschön an die Agentur Edelman für die Bereitstellung):
Und weil es so schön ist, dürft ihr ihn sogar runterladen, dazu einfach den folgenden Link auf eurer Festplatte speichern: So schmeckt der Sommer.
Was denkt ihr über den Song? Also ich finde ihn ja sensationell! Ich hätte nicht gedacht, dass man so einfach jegliches nostalgische Gefühl in mir in nur wenigen Minuten abtöten kann. Man spürt regelrecht die Lustlosigkeit, mit der Cassandra Steen den Song zum Besten gibt. Insgesamt wird der Geist der Vorlage meiner Meinung nach überhaupt nicht eingefangen, sondern vielmehr mit einem Exorzismus der übelsten Sorte ausgetrieben.
Und vermutlich werden wir das Lied nun erst mal sehr sehr lange hören dürfen. Hurra! Freut ihr euch genauso sehr wie ich?
Ich singe jedenfalls schon fleißig mit: So suckt der Sommer…

FUCK YEAH! Der Sommer kann kommen! =)
Du meine Güte, was ist da denn passiert? Klar, solche Neuauflagen von Kindheitserinnerungen werden ja immer etwas kritischer beäugt, zumindest von mir. Aber selbst, wenn ich ohne zu große Erwartungen an dieses “Machwerk” herangehe, finde ich nichts, aber auch gar nichts, was auch nur annähernd an den Charme des Originals herankommt… außer vielleicht den Text
Ernsthaft, im Vergleich zum Original wirkt die Neuauflage total uninspiriert. Was soll das? Wo ist der Schwung? Die gute Laune? DAS sind doch eigentlich die Gefühle, die man auf Seiten des werbenden Unternehmens wecken will, oder nicht? Hat beim Original auch super geklappt – damals und wahrscheinlich sogar noch heute. Aber nicht mit diesem Remake. Bei dem schlafen nur die Füße ein. Und wer bekommt schon Lust auf Sonne und Eis, wenn er sich mit kribbelnden, eingeschlafenen Füßen herumärgern muss?^^
Oh Fuck: Erst jetzt tatsächlich die “Neufassung” gehört, weil ich die ganze Zeit über vom Klassiker so weggehauen war… kein Kommentar zu diesem Machwerk.
nänänänänänä … nix da. Original bleibt Original und davon lass ich mich nicht abbringen
Ich will Edward Reekers zurück, nur er konnte so schön “So schmeckt der Sommer” säuseln *gg
Dien eue Version find ich ehrlich gesagt (sorry dafür) kacke
Ambstern wäre es gewesen, wenn sie einfach die alte Werbung 1:1 wieder laufen lassen würden ^^
Das wurde ich auch viel besser finden.
Ich bin eh nicht so sehr von der Miss S. überzeugt und dann jetzt das schöne Langnese-Lied verhunzt. Kinobesuche diesen Sommer werden somit in Frage gestellt!
Grauenhaft! Das Lied kann man maximal an trüben Novembertagen spielen und sich denken, wie tiefironisch es doch ist…
Ich hoffe mal, dass der Sommer nicht so schmeckt, wie sich dieses Lied anhört. Weil dann wird er lustlos, langweilig und schauderhaft.
Wenn der Sommer so wird, wie sich das Lied anhört, dann Prost Mahlzeit. Schreckliches Remake. Aller Schwung, alle Lebensfreude weg. Gestern lief bei RTL gerade, als ich zappte, die ganz lange Version. Die behalte ich lieber in Erinnerung.
@Filmsenf: Ja, beim alten hätte ich dir vielleicht sogar noch zugestimmt.
@Sascha: Genau, auch ohne kindliche Verklärung bleibt nicht viel Positives festzuhalten. Man sollte mal die heutigen Kinder fragen, welche Version sie besser finden, das würde mich mal interessieren. Ich finde die Neuauflage jedenfalls auch sehr ermüdend und total lustlos. Sehr schade, da fehlt jeglicher Pep.
@Diana: Kein sorry nötig, du hast ja Recht.
@Sumi: Wäre auch noch billiger gewesen!
@Uli: Naja, deshalb nicht mehr ins Kino gehen halte ich für übertrieben, aber es ist schon schade.
@Tanja: Wirkt auf jeden Fall eher wie ein Lied für Sommermuffel.
@Matzle: Bleibt zu hoffen, dass der Sommer doch besser schmeckt. Esse sowieso lieber original dänisches Soft-Eis.
Bei erneutem hören (ja es scheint, ich neige zum Masochismus…) entdeckte ich den, meiner Meinung nach sehr geschickten, Hintergrund der Werbeagentur:
Die Gefahr des, durch dieses grausige Remake geschaffenen, Ohrenkrebs ist nur dadurch zu bekämpfen, dass man mit einem möglichst hohen Eiskonsum Gehirnbrand entstehen lässt…
In diesem Sinne: ich muss mich wieder meinem Gefrierfach zuwenden
@Andi: Daran hatte ich auch schon gedacht.
OMG, du hast Recht, die Neuauflage von Cassandra Steen geht gar nicht.
Ich bin ja ein Mensch, der sehr starke nostalgische Gefühle hat und wirklich an der Vergangenheit hängt… Jedenfalls löst das Originalvideo eine Reihe von Gefühlen in mir aus. Hach… Cassandra Steens Version jedenfalls nicht.
@Jana: Vermutlich richtet es sich an die Kids von heute, die das Original gar nicht kennen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass auch die das Original vorziehen würden.