
Tracks: 11
Gesamtspieldauer: 45:43
Releasedatum: 16.03.2012
Genre: Deathrock
Homepage: themescalinebabies.wordpress.com
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2009 gründeten Sydney Mars (Suicideathome, Broken Time Structure) und Kalle (Enkil’s Eye, Sleepy Crowd) gemeinsam eine neuen Band, die nichts mit ihren vorigen Projekten zu tun haben sollte und die sie The Mescaline Babies tauften.
Nach ersten EPs mit positiver Resonanz folgt am 16.03.2012 der Release ihres ersten Longplayers namens »Crush«, den sie randvoll mit Deathrock gefüllt haben, ganz nach ihren Vorbildern Scarlet’s Remains und Christ vs. Warhol, aber auch inspiriert durch Genre-Ikonen wie Christian Death und Bauhaus. Wo wollen sie nun hin? Das ist die Frage, die man sich eigentlich die ganze Zeit stellt, wenn man sich The Mescaline Babies anhört, so viele verschiedene Genres in verschiedenen Ausführungen werden auf »Crush« zusammengemischt.
Der rote Faden ist der Retrosound, der möglicherweise den Vorbildern geschuldet ist. Aber diese Mischung aus frühem britischen Goth Rock mit starkem Wave-Einschlag und gar leicht punkig angehauchtem Gitarrensound ist einfach nicht so wirklich auf der Höhe der Zeit, da mag die Hommage an Klassiker noch so gut gemeint sein. Und dafür, dass die Band aus Italien stammt, klingt sie tatsächlich ziemlich britisch, sogar zum Verwechseln ähnlich, allerdings in einem etwas nöligen und jammernden Ton, der einem recht schnell auf die Nerven gehen kann. Aber auch das nicht immer, »Ultramarine Blue« oder »Heart Full of Whine« heben sich sehr positiv ab, es bleibt jedoch eine Seltenheit.
Auf »Crush« sind insgesamt 45:43 Minuten Material auf 11 Songs verteilt enthalten, was ein guter Durchschnitt ist, aber mehr auch nicht. In dem ansonsten fast komplett schwarzen Booklet sind immerhin alle Songtexte gut lesbar enthalten.Die Instrumente, insbesondere Drums und Bässe bleiben die meiste Zeit extrem dünn, hier wird für den Begriff Rock definitiv zu wenig Druck aufgebaut. Dafür wird die Gitarre teils bis zum nervlichen Kollaps des Hörers gequält. Wohlwollend formuliert kann man den Songs eine interessante Songstruktur bescheiden, aber die fehlende Eingängigkeit verhindert, dass sich die Songs im Ohr festsetzen. Eine Ausnahme davon bildet »Skeleton Kids«. Auch das ruhigere, mit einer Akkustikgitarre untermalte »The Eternal Season« ist eine willkommene Abwechslung und beruhigt die strapazierten Nerven. Mehr Lichtblicke sucht man leider vergeblich.
Fazit
Eine Antwort auf meine Frage, wohin die Mescaline Babies wollen, kann ich leider nicht bieten. Die Musik klingt genau richtig für Goths mit Irokesenfrisur, die in den achtziger Jahren hängen geblieben sind. Ein paar gute Ansätze sind da, aber die Linie fehlt einfach komplett. Darüber hinaus stören der etwas dünne Sound und die über weite Strecken nölige Gesang. Das hat man von anderen Bands schon besser gehört.
Anspieltipps: Ultramarine Blue, Skeleton Kids, The Eternal Season
Skeleton Kids
