CD-Check: The Offspring – Days Go By

The Offspring - Days Go By

Tracks: 12
Gesamtspieldauer: 42:42
Releasedatum: 22.06.2012
Genre: Punk Rock
Homepage: offspring.com
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Mit »Days Go By« veröffentlichen die altgedienten Punk Rocker von The Offspring ihr mittlerweile neuntes Album.

Schon im Vorfeld der Veröffentlichung diskutierten die Fans darüber, in welche Richtung es diesmal geht, und nicht wenige erhofften sich eine Rückbesinnung auf die »guten alten Zeiten« von absolut wegweisenden Alben wie »Ignition« und »Smash«, die auch heute noch als Klassiker des Genres und wegweisend für das Erreichen des Punks im Mainstream angesehen werden. Nicht nur der Titel des Albums, auch gewisse Aussagen der Band schürten die Hoffnung der Fans weiter, nachdem gerade die letzten Alben recht stark kritisiert wurden und sich auch lange nicht mehr so erfolgreich verkauften wir die bisherigen (allein »Smash« verkaufte sich über 11 Millionen mal).

Das Album beginnt mit dem mehr als typischen Offspring-Opener »The Future Is Now«, den man so auch auf allen Alben seit »Ixnay On The Hombre» hätte finden können, sehr geradlinig und eingängig, allerdings gewürzt mit einem kurzen Pianoeinschlag. Auch »Secrets From The Underground« gibt sich sehr straight und kommt modern rüber, ohne jedoch zu glattgebügelt zu wirken. Beide Songs versprühen ordentlich Power und sind ein guter Einstieg in das Album. Mit dem auch als Single ausgekoppelten, sehr radiotauglichen Titeltrack »Days Go By« und dem nachfolgenden »Turning Into You« ebbt diese Energie etwas ab und es finden auch ruhigere Parts den Weg in die Songs, aber beides sind solide Tracks, die ein deutliches Wachstumspotenzial besitzen, wenn man sie häufiger anhört.

Direkt beim ersten Hören hingegen geht »Hurting As One« ins Ohr, denn aufmerksamen Hörern werden die an die frühen Klassiker erinnernden Elemente wie die langgezogenen »Ooohs» auffallen. Sofort werden Erinnerungen wach, die aber jäh vom darauf folgenden »Cruising California (Bumpin’ In My Trunk)« wieder unterbrochen werden. Dieser Song fällt stilistisch mit seinen Autotune- und Sprechgesangsanteilen völlig aus dem sonstigen Rahmen, steht aber in einer langen Tradition, die The Offspring mit »Pretty Fly (For A White Guy)«, »Original Prankster«, genau genommen aber auch schon mit »Come Out And Play« schon immer dabei hatten. Das ist einfach ihre Art der Stellungnahme zur aktuellen Entwicklung in der Musikbranche. Der Song wird wie immer die Geister scheiden, aber einen gewissen Ohrwurmcharakter kann man dem Track nicht absprechen.

Deutlich schwerer ins Gewicht fällt die Ballade »All I Have Left Is You«, denn mit solchen Tracks haben sich The Offspring noch nie einen Gefallen getan, da sie sie einfach nicht wirklich gut beherrschen und nur Tempo aus dem Album nehmen. So bleibt auch diese hier belanglos und langweilig. Glaubt man, man hätte es nun ja überstanden, erwischt einen »OC Guns«, das ein bisschen Funk und Reggae ins Album bringt. Auch das gibt es nicht zum ersten Mal bei den Kaliforniern, aber wirklich gut ist ihnen das auch noch nicht gelungen. Leider ein wirklich ernsthafter Kandidat für den Skip-Button. Immerhin folgt danach wieder ein guter Track, wenn auch ein Altbekannter; die Jungs haben sich »Dirty Magic« von ihrem Album »Ignition« vorgenommen und in ein etwas frischeres Gewand gesteckt. Das wäre eigentlich nicht unbedingt nötig gewesen, war der Song doch schon damals eine echte Granate und nicht verbesserungsbedürftig, aber auch die neue Version klingt super. Die Idee ist jedenfalls nett und es passt auch ins Album.

Nach diesem recht schwermütigen Titel folgt etwas leichtere Kost mit »I Wanna Secret Family (With You)«, das ganz nett ist und ebenfalls in einer gewissen Offspring-Tradition steht, die ja oft ein, zwei lockere Songs auf ihren Alben haben. Es folgt ein gefühlter Zeitsprung von 23 Jahren in die Vergangenheit, denn »Dividing By Zero« klingt zu Beginn absolut nach ihrem ersten, selbstbetitelten Album, die Anleihen sind sehr deutlich, vermischen sich aber im Laufe des Songs mit den stilistischen Eigenheiten ihrer mittleren und späteren Schaffensphase, woraus ein hochklassiger, kurzer und knackiger Track entsteht, der noch am meisten das Prädikat »Punk« verdient. Zum Abschluss gibt es mit »Slim Pickens Does The Right Thing And Rides The Bomb To Hell« noch einmal einen sehr straighten, auf den Punkt gebrachten Song, der direkt ins Ohr geht und viel Spaß macht.

Fazit

Daumen mittel hochMit »Days Go By« haben The Offspring zwar kein Album produziert, das die Sehnsucht nach einem würdigen Nachfolger von »Smash« befriedigen würde, dennoch ist es ein mit wenigen Ausnahmen starkes, wenn auch recht kurzes Album, dass ganz klar eine Entwicklung in die richtige Richtung nimmt und den Rufen nach der guten alten Zeit ein bisschen den Wind aus den Segeln nehmen kann. Bands entwickeln sich weiter und das ist auch gut so. Wer damit immer noch nicht zufrieden ist, der wird es wohl nie sein und dem kann man nur zurufen: Days go by!

Anspieltipps: Hurting As One, Dividing By Zero, Slim Pickens Does The Right Thing And Rides The Bomb To Hell

Days Go By

Crusing California (Bumpin’ In My Trunk)

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