Albumpreview November 2011

Albumpreview 11/11

Der November naht mit großen Schritten und die Tage werden immer kürzer, dunkler und kälter. Unglücklicherweise hält der November nur sehr wenige interessante Album-Neuerscheinungen bereit, die ich euch aber trotzdem kurz vorstellen möchte.

Release 04.11.2011

Animals As Leaders - WeightlessAnimals As Leaders – Weightless

Das Soloprojekt vom Gitarristen Tosin Abasi ist schon recht speziell und sicher nicht für jeden ein Genuss. Der experimentelle Progressive Metal ist rein instrumental und fetzt teilweise ziemlich gut aus den Boxen. Erste Hörproben klangen jedenfalls recht vielversprechend.

As I Lay Dying - DecasAs I Lay Dying – Decas

Unter den zahlreichen Metalcore-Bands gehören As I Lay Dying auf jeden Fall zu den bekannteren, weswegen ein neues Album prinzipiell mit Spannung erwartet wird. Was man bisher hören konnte, scheint solide und für Fans keine Enttäuschung zu werden. Was will man mehr?

Autumn - Cold ComfortAutumn – Cold Comfort

Dafür, dass die Holländer von Autumn unter Symphonic Metal geführt werden, hört sich zumindest der Titeltrack, den man schon hören konnte, alles andere als symphonisch an. Man kann skeptisch sein, so wie die verhältnismäßig vielen Youtube-User, die schon schlecht bewerteten.

Disturbed - The Lost ChildrenDisturbed – The Lost Children

The Lost Children ist kein eigentliches Album, sondern eine B-Seiten-Compilation. Trotzdem eine Erwähnung wert, denn die B-Seiten einer Band wie Disturbed sind besser als so einige Alben anderer Bands, darauf kann man sich verlassen. Das schon mögliche Prelistening bestätigt diesen Eindruck.

Martyr - Circle of 8Martyr – Circle of 8

Nichts für alle, die es gern leise haben. Martyr, die Progressive Death Metaller aus dem französischen Teil Kanadas, werfen ein neues Album auf den Markt und es scheint mal wieder sehr sehr laut zu werden. Doch Genrefreunde werden die anspruchsvollen Songs zu schätzen wissen.

Release 25.11.2011

Vildhjarta - MasstadenVildhjarta – Masstaden

Vildhjarta ist vermutlich die außergewöhnlichste Band mit einer Neuveröffentlichung im November. Die Musik der Schweden zu beschreiben ist extrem schwierig, die in früheren Veröffentlichungen häufigen Wechsel zwischen friedvoller Ruhe und brutaler Härte sind gewöhnungsbedürftig, aber auch extrem interessant!

Sonstige Releases

Andere Genres werden im November auch bedient. Teenies freuen sich sicher auf das Album von Justin Bieber (Under The Mistletoe, 4.11.), die jungen Frauen in den Zwanzigern möglicherweise auf David Garrett (Legacy, 4.11.). Indierock bringen Kids in Glass Houses (In Gold Blood, 11.11.) im November und nach ihrer AUflösung schmeißen R.E.M. noch ein Best Of auf den Markt (Part Lies, Part Heart, Part Truth, Part Garbage 1982 – 2011, 11.11.) und auch das neue Album von Snow Patrol (Fallen Empires, 11.11.) wird sicher von einigen Fans mit Spannung erwartet. Das gilt wohl auch für die Veröffentlichungen von Nickelback (Here And Now, 18.11.), Rihanna (Talk That Talk, 18.11.) und Culcha Candela (Flätrate, 25.11.). Also eher ein Monat für Leute, deren Geschmack mehr im Mainstream liegt.

(Alle Releaseangaben ohne Gewähr.)

CD-Check: Patenbrigade: Wolff – Tanzveranstaltung (A Retrospective Best Of 2008-2012)

Patenbrigade: Wolff

Über den Sinn oder Unsinn von Best Of Alben kann man sich trefflich streiten, vor allem, wenn das letzte gerade einmal dreieinhalb Jahre her ist. Doch darum kümmert sich die Patenbrigade: Wolff bei ihrem umfangreichen Output herzlich wenig und entschließt sich, nach der ersten Retrospektive Demokratischer Sektor nun zur umfangreichen Tanzveranstaltung einzuladen und die besten Songs 2008-2012 herauszubringen, was bei einem Releasedatum im November 2011 ein wenig seltsam erscheint.

Doch die Baustellenfanatiker sollen ja auch nicht mit Zahlen hantieren, ihr Handwerk sind tanzbare Elektrosounds. Und davon gibt es auf der Tanzveranstaltung reichlich. Vom rhythmischen Beat ausgehend wirken viele ihrer Tracks sehr retro und nach 90er Jahre – manchmal sogar noch älter, Sprachsamples mit der Qualität aus den Anfängen des Fernsehens und Radios durchsetzen die sonst meist rein instrumentalen Tracks -, hören sich aber dank der starken Produktion stets frisch und vollkommen zeitgemäß an, obwohl man sich nicht nach Trends und Hypes richtet, sondern der eigenen Linie treu bleibt. Typisch für Patenbrigade: Wolff der nahtlose Übergang von einem Song zum anderen, was die Platte wie aus einem Guss wirken lässt.

Die Songauswahl jedenfalls ist im Großen und Ganzen gelungen, die erfolgreichsten Songs der letzten Jahre lassen sich auf Tanzveranstaltung wiederfinden, darunter Feind hört mit!, Stalinallee, Signal  im P.A.L-Remix, Der Brigadier trinkt Bier! und die aktuelle Single Schallplattenunterhalter. Für diejenigen also, die neu in die Musik von P:W einsteigen möchten oder denen einfach die bekanntesten und beliebtesten Songs reichen, genau das Richtige. Hardcorefans freuen sich über einige Remixe, die aber nicht zwingend den Kauf rechtfertigen. Einzig die etwas überstrapazierte DDR-Thematik beginnt nach einiger Zeit ein wenig zu nerven.

Für ein Best Of hat die Tanzveranstaltung eine sehr ordentliche Länge von fast 80 Minuten, wobei einige der 19 Songs doppelt, aber in Remixes vorhanden sind. Die Version im DVD-Format ist auf 1000 Stück limitiert und nummeriert, Sammler sollten also schnell zugreifen.

Patenbrigade: Wolff - Tanzveranstaltung

Patenbrigade: Wolff – Tanzveranstaltung (Album)

Facts:
Tracks: 19
Gesamtspieldauer: 1:19:19
Releasedatum: 11.11.2011
Genre: Electro
Homepage: www.patenbrigade.com
Anspieltipps: Schallplattenunterhalter, Feind hört mit, Blaue Fliesen
Tanzveranstaltung bei Amazon kaufen / als MP3 laden

Fazit

Daumen mittel hochTanzveranstaltung ist ein gelungenes Best Of Album geworden, obwohl seit dem letzten noch nicht so viel Zeit vergangen sind. Wer bisher noch gar nichts von der Patenbrigade: Wolff kennt und sich einen Überblick verschaffen möchte oder einfach eine randvolle CD mit guter und tanzbarer Electro-Musik abseits von aktuellen Hypes sucht, der wird hier fündig und dürfte seine Freude an dieser Platte haben.

52 Songs – Thema 18

52 SongsSchon wieder eine neue Woche. Kommt euch das auch so verdammt schnell vor? Thema Nummer 18 bei den 52 Songs, also schon am Drittel vorbei.

Die Themenvorschläge im Lostopf werden auch immer weniger, aber noch sind mehr als genug da, um ohne Probleme fortschreiten zu können. Ich habe wieder die Losfee gespielt und für diese Woche folgendes Thema aus dem Behälter gezogen:

Klingelton

Vorgeschlagen von Beety. Früher waren Klingeltöne ja meist nervige Piepsgeräusche, heute kann ja fast jedes Telefon auch ganz normale Lieder abspielen. Welches ist eurer Meinung nach besonders gut als Klingelton geeignet? Es muss natürlich nicht zwingend euer aktueller Klingelton sein, den ihr vorstellt, aber zeigen könnt ihr ihn natürlich dennoch (vielleicht als kleinen Bonus in eurem Artikel).

Da ich mir schon länger mal einen neuen Klingelton zulegen wollte, freue ich mich auf zahlreiche Anregungen von euch. :)

Musikvideo der Woche: Trivium – Built To Fall

Trivium - Built To FallNoch ganz frisch ist das neue Video von Trivium zum Song Built To Fall, der auf ihrem aktuellen Album In Waves zu finden ist, das im August dieses Jahres erschienen ist.

Das Video ist wie ein Kurzfilm aufgemacht und durchaus sehenswert. Auch musikalisch machen Trivium in Built To Fall einiges richtig, fette Gitarrenriffs und wohldosierte, aber nicht übertriebene Härte machen aus dem Song einen sehr eingängigen Track, der zum Kopfnicken einlädt.

CD-Check: Griffin L.O.G. – Breathe Into Me

Wenn man zu viel auf einmal macht, kann man in nichts davon die volle Energie stecken. Das dachte sich wohl auch Griffin, der diverse musikalische Projekte am Start hatte, bevor er sich dazu entschloss, sich auf Griffin L.O.G. zu konzentrieren. Allerdings bietet es sich an, die anderen Projekte nicht gänzlich aufzugeben, sondern Einflüsse mitzunehmen und einzubauen. So verheißt Breathe Into Me, das neue Album der Kombo, ein abenteuerlicher Mix aus gothicorientiertem Dark Rock und Black Metal zu werden. Doch kann die verheißungsvolle Theorie auch in der Praxis überzeugen?

Nach einem eher ruhigen Intro fühlt man sich mit den lauten und harten Klängen von Traumtrinker, als wäre man in der Hölle gelandet. Mit leicht kirchlich angehauchten Klängen und Chören wird ein stimmiges Bild erzeugt und in das Leitthema des Albums, Feuer, eingestimmt, dass in Titeln und Texten immer wieder auftaucht. Schon nach wenigen Songs fällt die Abwechslung und Unterschiedlichkeit der Songs auf: Düstere Rocknummern (Amorprometheus) wechseln sich mit reinstem Black Metal (The Nightmare Suicider) ab. Erstere hinterlassen dabei einen deutlich besseren Eindruck, sind sie doch deutlich stimmungsträchtiger, strukturierter und bieten in sich mehr zu entdeckende Details. Frontmann und Mastermind Griffin weiß auch mit düsterem Klargesang mehr zu überzeugen als mit Growls und Screams.

So ist man beim Hördurchgang stets ein wenig hin und hergerissen, weil das Album weder für die eine, noch für die andere Fraktion der Hörerschaft komplett überzeugend sein dürfte. Man sollte da schon beides mögen. Oder aber beide Genres werden öfter so geschickt miteinander kombiniert wie im Titeltrack Breath Into Me, was leider zu selten der Fall ist. Würde da eine klarere Linie gefahren werden, könnte die Band ihre ohne Frage vorhandenen Stärken wie das ansprechende Songwriting und die vielseitige Instrumentierung noch besser zur Geltung bringen. Überhaupt ist zu erkennen, dass man sich viele Gedanken über die Songs gemacht hat und auch die Produktion ist druckvoll und klar. Mühe, die sich definitiv gelohnt und auch zu sehr eingängigen Passagen und Songs wie Komm Tanz oder Das Leben Ist Schön geführt hat.

Die Erstauflage des Albums enthält noch eine randvolle Bonus-CD mit Demos, Remixes und weiteren unveröffentlichten Songs aufwarten kann, eine sehr großzügige Dreingabe, die qualitativ auch nicht vom mit gut 54 Minuten schon recht langen Album abfällt.

Griffin L.O.G. - Breathe Into Me

Griffin L.O.G. – Breathe Into Me (Album)

Facts:

Tracks: 11
Gesamtspieldauer: 54:23
Releasedatum: Oktober 2011
Genre: Dark Rock / Black Metal
Homepage: www.griffinlog.de
Anspieltipps: Amorprometheus, Breathe Into Me, Komm Tanz

Fazit

Daumen mittelBreathe Into Me ist ein Album mit zwei Seiten. Grundsätzlich wird vieles richtig gemacht: Songwriting, Instrumentierung und Produktion stimmen und die düsteren, zwischen Dark Rock und Gothic angesiedelten Songs können größtenteils überzeugen. Das gilt leider nicht für die Tracks mit größerem Black Metal Einfluss, die sich wie Fremdkörper anfühlen und anhören. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen und so wird weder die eine, noch die andere Fraktion wirklich rundum zufrieden mit dem Album sein. Reinhören sei an dieser Stelle aber ausdrücklich empfohlen, ich werde Griffin L.O.G. auf jeden Fall im Auge behalten.

52 Songs – Kneipe/Bar

52 Songs

Das 17. Thema der 52 Songs verführt uns ein wenig zum Trinken, denn es lautet Kneipe/Bar. Bekanntermaßen ist Kneipenmusik ja genau so laut, dass man sich nicht mehr großartig unterhalten mag, sondern mehr trinkt.

Bei einem Kneipenbesuch stelle ich mir trotzdem immer vor, gemütlich mit ein paar guten Freunden an einem Tisch zu sitzen und bei Bier und Knabberkram ein wenig zu plaudern. Im Hintergrund könnte so etwas hier laufen:

Kneipe/Bar: Danko Jones – First Date

Danko Jones ist meiner Meinung nach genau richtig, um die oben skizzierte Situation zu untermalen. Rockig, nicht sonderlich anspruchsvoll und stimmungstechnisch perfekt auf die Auswirkungen des Alkoholgenusses abgestimmt, was heißt, dass es einen nicht nachdenklich macht, sondern eher die gute Laune befeuert, wenn man versteht, was ich meine.

27.10.2011 in Musik 2 Kommentare

CD-Check: Red Hot Chili Peppers – I’m With You

Red Hot Chili Peppers - I'm with youAusnahmsweise findet ihr den CD-Check mal nicht hier, sondern drüben bei Das Muss Lauter, wo ich diesen als Dankeschön für den Gastbeitrag von Manuel hier auf der Gedankendeponie (Red City Radio – The Dankger Of Standing Still) geschrieben habe.

Wenn ihr also wissen wollt, was ich vom neuesten Streich der RHCP halte, klickt einfach mal vorbei!