Dass ich absolut begeistert von der TV-Serie Weeds bin, sollte man an meinen Reviews zur ersten und zweiten Staffel deutlich gemerkt haben. Und so wundert es auch nicht, dass ich mich direkt an die dritte Staffel gesetzt habe und weiter meiner Sucht nachgegeben habe. Hier mein Bericht aus dem Rausch heraus:
Nancy steht mit dem Rücken zur Wand. Sowohl die Armenier als auch der afroamerikanische Drogenkönig U-Turn (Page Kennedy) bedrohen sie und fordern von ihr ihren gesamten Vorrat ihrer Drogen. Doch unglücklicherweise muss sie feststellen, dass der Safe leer ist. Ihr Sohn Silas hat das Gras an sich genommen und versteckt es in seinem Auto. Als Nancy ihn anruft, erscheint Celia mit der Polizei bei ihm, da er die Videokameras und Schilder der Stadt geklaut hat. Während Silas auf der Wache festsitzt, fährt Celia das Auto nach Hause, entdeckt die Drogen und vernichtet sie. Im Stadtrat von Agrestic wird währenddessen ein Vertrag mit der neu entstehenden, streng christlichen Gemeinde Majestic diskutiert, der beinhaltet, dass die Abwasserentsorgung durch Agrestic geleitet werden soll. Von Majestic werden diese Verhandlungen durch den schmierigen, von sich selbst überzeugten Sullivan Groff (Matthew Modine, „Transporter – The Mission“) geführt, der sich die Zustimmung der Ratsmitglieder mit allem Mitteln erkaufen will. Shane, der in Majestic die Sommerschule besucht, sieht sich mit den christlich-fundamentalistischen Ansichten seiner Mitschüler dort konfrontiert.
Die dritte Staffel von Weeds führt weitere Aspekte des Drogengeschäfts ein, die bisher noch nicht so sehr zum Tragen gekommen sind. Nancy bekommt es mit verschiedenen Gangs und Gruppierungen zu tun, begibt sich teilweise in deren Abhängigkeit und lernt einiges über die dunklen Seiten des Drogengeschäfts. Ganz nebenbei lernt man als Zuschauer etwas über Gangkriminalität in den USA, wenn auch in überzeichneter Art und Weise.
In dieser Staffel nimmt sich Weeds aber auch wieder ein paar andere Themen vor, wie etwa die schon angesprochenen christlichen Fundamentalisten. Dass christliche Werte in Staaten teilweise übermäßig Geltung haben und die Trennung von Staat und Kirche keinesfalls strikt durchgezogen wird, wird auf diverse Art und Weise auf die Schippe genommen. Wie gewohnt mit reichlich schwarzem Humor und intelligentem Witz der Finger in die Wunde gelegt und so manche Scheinheiligkeit aufgezeigt. Famos auch Seitenhiebe, die mehr nebenbei in wenigen Folgen verteilt werden – zum Beispiel an die Pornoindustrie oder das Militär. Geschickt werden Klischees untergebracht und Übertreibungen losgelassen, ohne jedoch den Aussagewert zu schmälern.
Hervorgehoben sei aber auch noch einmal die herausragende Charakterzeichnung. Es sind keine Stereotypen, die sich hier begegnen, sondern Menschen, die sich größtenteils nachvollziehbar verhalten, Fehler machen und sich weiterentwickeln. Exemplarisch sei hier Nancy genannt, die sich zu Beginn bemüht, ihre Kinder aus ihrem Geschäft völlig herauszuhalten und relativ naiv an das Drogengeschäft herangeht, mit der Zeit aber merkt, das ihr alles über den Kopf wächst und selbst die Hilfe ihrer Familie benötigt, für die eigentlich sie eine Hilfe sein wollte. Um wieder die Kontrolle zu erlangen und Schaden für ihre Kinder abzuwenden, wendet sie immer trickreichere und skrupellosere Methoden an, die sie anfangs strikt abgelehnt hätte. Solche Entwicklungen lassen sich auch bei den anderen Charakteren feststellen, was auch dem hervorragend aufgelegten Cast zu verdanken ist.
Fazit: Auch die dritte Staffel ist große Fernsehunterhaltung und ich kann nach wie vor jedem ans Herz legen, der Serie eine Chance zu geben. Sie ist ganz anders, als man sie sich zunächst vorstellt und sie auch beworben wurde. Bleibt auch zu hoffen, dass sich in Deutschland auch ein Sender findet, der die folgenden Staffeln synchronisiert und herausbringt, damit hierzulande auch diejenigen, die nicht so sehr dem Englischen mächtig sind, in den Genuss dieser wirklich ausnehmend guten Serie kommen.
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Filmriss: Weeds (Season 01)
Filmriss: Weeds (Season 02)
Weeds in der IMDb
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