Die erste Staffel von Breaking Bad, die ich mir auf gut Glück zugelegt hatte, hatte mich so sehr begeistert, dass es eigentlich eine Schande ist, dass ich mir mit der Sichtung der zweiten Staffel so viel Zeit gelassen habe. Dabei hat mich die Mischung aus Drama und schwarzem Humor direkt überzeugt und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ob die zweite Staffel an die erste anknüpfen kann, erfahrt ihr von mir in den folgenden Absätzen.
Walter und Jesse stehen schwere Zeiten bevor. Ihr blaues Meth ist zwar extrem angesagt und beliebt bei den Junkies, aber die beiden bewegen sich extrem unsicher durch die Welt des Drogenhandels. So fällt es Walter immer schwerer, die Wahrheit vor seiner schwangeren Frau Skyler, sowie vor seinem Sohn und seinem Schwager, dem Drogenfahnder Hank geheim zu halten. Noch dazu muss er sich gemeinsam mit Jesse, der von einem Schlamassel ins nächste gerät, mit brutalen Drogendealern auseinandersetzen. Hinzu kommt, dass Walter vermehrt Probleme mit seinem Lungenkrebs hat und fürchtet, nicht mehr allzu lang fähig zu sein, genug Geld zu verdienen, damit seine Familie auch über seinen Tod hinaus versorgt ist.
Schon die erste Staffel stand unter dem Zeichen eines Wortes, das einem bei der Sichtung immer wieder in den Kopf kam: Absurdität. Und die zweite Season schließt hier nahtlos an und setzt teilweise noch einen drauf. Was teilweise an Unmöglichkeiten und skurrilen Situationen aufgefahren wird, lässt einen schon ein paar mal sehr erstaunen und sich nur noch fragen “What the fuck?”. Doch nichts wirkt aufgesetzt, hinter allem steckt eine tiefere Bedeutung, die es zu durchschauen gilt. Dazu muss man genau hinschauen und gut zuhören, Breaking Bad ist da sehr anspruchsvoll. Dazu funktioniert die Mischung aus Drama und Humor auch in der zweiten Staffel ausgezeichnet.
Was die schauspielerische Leistung betrifft, kann ich mich eigentlich nur in dem wiederholen, was ich bereits zur ersten Staffel gesagt habe: Wie Bryan Cranston den Walter White spielt, ist einfach nur brillant. Er könnte die Serie ganz allein tragen, muss das aber aufgrund der ebenfalls sehr guten Nebendarsteller gar nicht. Aaron Paul kauft man den drogensüchtigen Jesse sofort ab und einige der besten Szenen der Staffel gehören ihm. Und die Szenen, die die beiden gemeinsam haben, sind schlicht genial und absolute Highlights. Dies ist aber auch den toll geschriebenen Rollen zu verdanken. Gefreut habe ich mich außerdem über die kleine Nebenrolle von John de Lancie (bekannt als Q aus Star Trek).
Fazit: Die zweite Staffel hält das Niveau der ersten Season und bleibt dabei jederzeit frisch und innovativ, da jede einzelne Folge für sich andere Schwerpunkte setzt und so zu keiner Zeit Langeweile aufkommt. Zu bedenken ist jedoch, dass Breaking Bad definitiv keine leichte Kost ist und man sich auf den Mix aus Drama gespickt mit schwarzem Humor einlassen muss. Aber wenn man das tut, bekommt man wohl eine der besten Serien der letzten Jahre zu sehen. Klare Empfehlung!
Meine Wertung: 9/10
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