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Filmriss: Avatar – Aufbruch nach Pandora

Avatar, der neue Film von Erfolgsregisseur James Cameron, ist mit Sicherheit der Film dieses Kinowinters. Kaum ein Film wurde und wird derzeit so sehr gehypt wie sein unkonventionelles Science Fiction Epos. Dabei präsentiert Cameron uns einen Film, der nur zu weniger als der Hälfte aus echten Livebildern besteht, sondern größtenteils am Computer entstanden ist. Diese Computeranimationen sind nahezu fotorealistisch und setzen neue Maßstäbe. Aber taugt der Film auch inhaltlich? Das erfahrt ihr wie immer aus meinem Filmriss, der sich auf die normale Version des Films bezieht und nicht auf die 3D-Fassung.

Avatar

Avatar - Aufbruch nach Pandora

Im Jahr 2154 besitzt die Menschheit eine Basis auf einem Planeten namens Pandora. Dort gibt es wertvolle Rohstoffe, die sich die Menschen zu eigen machen wollen. Speziell ausgebildete Ex-Militärs und Wissenschaftler arbeiten gemeinsam daran, den Abbau voranzutreiben, allerdings sind die Bedingungen auf dem Planeten für Menschen nicht sonderlich gut: Ohne Sauerstoffmaske können sie nicht überleben, außerdem wird der Planet von teilweise gefährlichen Kreaturen bewohnt und auch das naturverbundene Volk der Na’vi ist den Menschen ein Dorn im Auge. Um diese aus dem Weg zu schaffen, haben die Menschen sogenannte Avatare erfunden, die aussehen wie Na’vi, aber von Menschen gesteuert werden. Einen dieser Avatare steuert der frisch eingetroffene, aber querschnittsgelähmte Jake Sully. Er hat die Aufgabe, die Na’vi auszuspähen und zu studieren, damit die Menschen sie vertreiben können, um an die begehrten Rohstoffe zu kommen. Der nimmt die Aufgabe auch an und knüpft schnell die ersten Kontakte zu den Na’vi…

An sich hat mich das Szenario von Avatar kaum gereizt, aber da ich ein Freund von optisch interessant inszenierten Filmen bin, habe ich es dann doch gewagt, wenn auch leider nicht in 3D. Dennoch war der Film visuell wirklich außerordentlich beeindruckend. Da wird in Zukunft sicher noch einiges auf uns zukommen. Aber auch sonst schafft es Avatar ausgesprochen gut, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Die Welt von Pandora und die Na’vi verzaubern einen sofort und man entwickelt als Zuschauer sofort Sympathien für sie. Dennoch bleibt die Handlung ohne überraschende Wendungen und ist im Großen und Ganzen vorhersehbar, was aber nicht stört, denn Langeweile kommt nicht auf, da die meiste Zeit irgendetwas passiert.

Die Schauspieler sind allesamt gut gewählt, auch wenn deren Leistungen aufgrund der vorherrschenden CGI-Szenen etwas in den Hintergrund tritt. Dennoch macht Sam Worthington (“Terminator: Die Erlösung”) als Held durchaus eine gute Figur, genauso wie Sigourney Weaver (“Aliens”), die die starke, aber auch einfühlsame Wissenschaftlerin Grace Augustine wie zu ihren besten Zeiten spielt. Besonders gut gefallen hat mir aber Stephen Lang (“Public Enemies”) als prolliger, rücksichtsloser Militärführer. Ein wirklich gut gewählter Antagonist.

Fazit: Avatar ist ein absoluter Augenschmaus. Die CGI-Effekte sind selbst ohne 3D-Effekt einfach der Wahnsinn. Beeindruckend, was technisch alles so möglich ist. Aber auch sonst hat der Film recht viel zu bieten. Die Geschichte ist trotz ihrer Vorhersehbarkeit durchaus stimmig umgesetzt und weiß zu gefallen, auch wenn es keine wirklichen Überraschungen gibt. Die lange Laufzeit des Films (161 Minuten) fällt kaum auf, was dem Film durchaus positiv anzurechnen ist. Langweilen wird man sich jedenfalls nicht. Wer also ein optisch beeindruckendes Werk mit einer netten, allerdings auch nicht überragenden Geschichte sehen will, sollte sich Avatar unbedingt anschauen.

Meine Wertung: 8/10
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Review von David

Filmriss: Dead Like Me (Season One)

Eine Frage, mit der sich die Menschheit schon seit Tausenden von Jahren beschäftigt, ist die Frage danach, was nach dem Tod kommt. Eine Antwort darauf versuchen die Religionen zu geben, die allerdingsdie Beweise schuldig bleibt. Wir können einfach nicht wissen, was nach unserem Ableben passiert. Ein mögliches Szenario zeigt uns die Serie Dead Like Me, die den Tod und das “Leben danach” thematisiert. Dabei wählt die Serie sowohl einen lustigen als auch einen nachdenklichen Ansatz. Wie dieses Zusammenspiel funktioniert und welchen Eindruck die Serie sonst hinterlässt, könnt ihr im folgenden Filmriss lesen:

Dead Like Me (Season 01)Georgia Lass ist ein 18-jähriges Mädchen ohne jegliche Perspektive. Das College hat sie geschmissen und eine Arbeit findet sie auch nicht. Sie macht nichts aus ihrem Leben. Doch eines Tages hat ihre Mutter genug davon und schickt sie los, um sich für einen langweiligen und unterbezahlten Bürojob zu bewerben. Gleich in der ersten Mittagspause erfährt ihr Leben jedoch eine dramatische Wendung: Sie wird von einem Toilettensitz der Raumstation MIR erschlagen und stirbt. Doch weil sie nichts aus ihrem Leben gemacht hat, trifft Georgia nach ihrem Tod auf Rube, der ihr erklärt, dass sie fortan eine Seelensammlerin ist und die Aufgabe hat, die Seelen Verstorbener zu retten und auf ihrer letzten Reise zu begleiten. Dazu muss sie in einem neuen Körper lernen, endlich mit den Widrigkeiten des normalen Alltags klarzukommen und zugleich ihre Aufgaben und Pflichten als Seelensammlerin akzeptieren.

Ein ungewöhnliches Setting also, mit dem Dead Like Me aufwartet und man muss sich erst einmal darauf einlassen. Das fällt aber recht schwer, da die Serie einen Spagat aus Comedy und Drama versucht, der nicht ganz überzeugend gelingen will, zumal es im Grunde zwei Hauptplots gibt, die sich immer mal wieder überschneiden. Auf der einen Seite Georgias Leben als Seelensammlerin, die schon Probleme damit hat, ihr eigenes “Leben” auf die Reihe zu kriegen und auf der anderen Seite das Leben von Georgias Familie, die über ihren Verlust einfach nicht hinwegkommt. Und vor allem dieser letzte Handlungsstrang trübt den Spaß an der Serie etwas, da man für die Familienmitglieder weder Sympathie noch Mitleid entwickelt. Kein Vergleich zum grandiosen Six Feet Under.

Toll sind hingegen die Dialoge gelungen, in denen die Mischform aus Comedy und Drama viel stimmiger daherkommt. Vor allem die Wortgefechte zwischen den Seelensammlern an ihrem Stammtisch sind immer wieder amüsant. Das liegt vor allem an den schrulligen Charakteren, die man im Vergleich zu Georgias Familie auch direkt sympathisch findet.

Letzteres liegt natürlich nicht zuletzt auch an den Schauspielern, die wirklich gut miteinander harmonieren. Ellen Muth spielt die gelangweilte Seelensammlerin Georgia wirklich ausgezeichnet. Auch Mandy Patinkin (“Criminal Minds“) ist eine ausgezeichnete Besetzung für den strengen Seelensammler-Boss Rube und auch die anderen “Untoten” stehen dem in nichts nach. Dafürfällt wie schon gesagt Georgias Familie etwas ab, was aber auch deren Rollen geschuldet ist.

Fazit: Dead Like Me ist eine ungewöhnliche Serie, die versucht, eine lustige Stimmung und ernstere, nachdenkliche Töne unter einen Hut zu bringen. Das gelingt nur phasenweise wirklich gut, da man sich doch ständig hin und hergerissen fühlt. Einige Passagen und Handlungsstränge fallen auch deutlich ab und so ist es mir passiert, dass ich zwischendurch extrem die Motivation verloren habe. Dennoch werde ich mir die zweite Staffel sicherlich zulegen, allerdings steht sie erst einmal hinten an.

Meine Wertung: 6/10

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Filmriss bei Doctor Who: Der neunte Doktor

Hallo liebe Leser der Gedankendeponie! Hier “spricht” ausnahmsweise nicht Konna, sondern ein Wesen von außerhalb. Mein Name ist Julia und ich schreibe normalerweise auf 49 Suns. Im vorletzten Monat war ich in Urlaub und Konna war so freundlich einen Gastbeitrag als Vertretung beizusteuern. Dies hier ist sozusagen das Gegenstück.

Konna ist nicht nur Experte für Gastbeiträge (wie z.B. im Rahmen des Blogjulklapp), sondern schreibt auch gute Serienkritiken und Beitragsserien. Ich packe alle drei Zutaten zusammen und mache eine Gastbeitragsserie über eine TV-Serie. Ausgesucht habe ich die britische TV-Serie Doctor Who, die von 1963-1989 und seit 2005 wieder bei der BBC lief/läuft. In Deutschland ist die Serie fast unbekannt und hat erst Recht nicht den Kultstatus, den sie auf der Insel genießt. Mit meiner Beitragsserie möchte ich das zumindest im Kleinen ändern.

Dieser Beitrag ist der neunte, wie die Überschrift schon andeutet, könnte jedoch auch als der erste durchgehen, wie wir gleich sehen werden. Aus diesem Grund ist es nicht nötig, die vorherigen Beiträge zu lesen (Liste bei mir), aber der interessierte Leser mag sich vielleicht doch durchklicken, insbesondere diejenigen, die die heute besprochene Serie kennen, aber nicht die Vorgeschichte.

Worum geht es überhaupt

TARDISDie Hauptfigur ist der namenlose Doctor, der in seiner TARDIS (Time and Relative Dimension(s) in Space) durch Raum und Zeit reist, welche wie eine blaue Polizeizelle aussieht (siehe Bild) und innen größer als außen ist. Durch die Nichtvorgabe von Schauplatz und Zeitrahmen ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten, d.h. der Doktor und seine Companions landen auf fremden Planeten, entfernten Raumstationen, weit in der Zukunft der Erde oder in unserer Vergangenheit, wo sie häufig auf berühmte Persönlichkeiten treffen.

Diese Verbindung von Sci-Fi, Drama, Action und Abenteuer ist für die ganze Familie geeignet, d.h. es wird nicht allzu gewalttätig und blutig, damit auch Fünfjährige zuschauen können, aber die Geschichten sind komplex und interessant, dass auch Erwachsene gebannt dabei sind. Natürlich ist auch eine gute Prise Humor dabei, wie man das von britischen Serien gewohnt ist.

doctor-who-series-01 Stichwort britische Serien! Dies hier ist die erste Serie auf der Gedankendeponie, die nicht für den amerikanischen Markt produziert wurde ((Ich sage absichtlich nicht amerikanische Serien, da Rome und The Tudors in Europa gedreht und von europäischen Firmen mitfinanziert wurden, aber zuerst in den USA ausgestrahlt wurden.)) und das merkt man auch, wenn man es nicht gewohnt ist. Für mich war es die erste (von sehr vielen) britischen Serien, die ich angesehen habe und allen gemeinsam ist eine gewisse Selbstironie und stärkere Verwurzelung in der Realität, wie man es von typischen amerikanischen Serien überhaupt nicht kennt. Ist es am Anfang ungewohnt, möchte man nach einer Weile gar keine US-Serien mehr anschauen, weil diese oft gekünstelt und übertrieben wirken.

Ein Neuanfang für jung und alt

Wie in der Einleitung schon geschrieben ist die Serie ziemlich alt und ist sogar als am längsten laufende und erfolgreichste Science-Fiction-Serie im Guinness-Buch der Rekorde. Doch nach einer Pause von 16 Jahren (unterbrochen von einem Film) konnte man nicht voraussetzen, dass der durchschnittliche Zuschauer die Vorgeschichte kannte. Deswegen hat das Produzententeam die Serie so konzipiert, dass die neue Serie für sich steht und das ist sehr gut gelungen. Man erfährt, dass der Doktor ein Time Lord vom Planeten Gallifrey ist, der schon seit 900 Jahren durch Raum und Zeit reist.

In seiner neunten Inkarnation (dazu gleich mehr) wird der Doktor von Christopher Eccleston gespielt, der hervorragend die überschäumende Freude und den tiefen Schmerz des Time Lords darstellen kann. An seiner Seite macht Billie Piper eine sehr gute Figur und bewies, dass auch Popsternchen überzeugend schauspielern können.

9thdoctor-run

In der ersten Folge Rose lernen wir den Doktor aus der Sicht von Rose Tyler kennen, eine 19-jährige Verkäuferin in London, deren Leben durch eine Alieninvasion auf den Kopf gestellt wird. Der mysteriöse Doktor taucht auf, sprengt ihren Arbeitsplatz in die Luft und von da an ist nichts mehr wie zuvor. Rose hilft die Gefahr abzuwenden und da sie nun nichts mehr auf der Erde hält, nimmt sie das Angebot an, mit dem Unbekannten auf Reisen zu gehen.

Für die unbenannten Aliens ist dies nicht der erste Auftritt in Doctor Who und alte Fans werden sofort die Autons erkennen, ebenso wie weitere altbekannte Feinde und neu kreierte Gegner in den nächsten Folgen.

Nach diesem furiosen Auftakt geht es in der zweiten Folge fünf Milliarden Jahre in die Zukunft und Rose kann die Expansion der Sonne (und Zerstörung der Erde) beobachten und viele seltsame Aliens treffen. Danach geht es dann ins viktorianische Wales, wo sie Gasgeister und Charles Dickens trifft.

Im Laufe der dreizehn Folgen ((Ein weiterer Unterschied zu US-Serien: britische Serien haben normalerweise sechs bis 13 Folgen und wesentlich weniger Staffeln.)) erleben Rose und der Doktor unglaubliche Geschichten, in denen auch ernste Themen angesprochen werden wie z.B. die Verantwortung durch eine Zeitmaschine und das gegeneinander Aufwiegen von Leben. Und am Ende folgt dann die Überraschung für die neuen Zuschauer, denn der Doktor kann sich bei lebensgefährlicher Verletzung regenerieren, d.h. er erhält einen neuen Körper. Diesen Trick hat man sich ursprünglich ausgedacht, um die Serie mit einem anderen Hauptdarsteller fortzuführen, aber mittlerweile ist es Teil des Kanons und es wird jedes Mal ein Riesenwirbel um den nächsten Doktor gemacht. Um Nummer zehn wird es im nächsten Beitrag bei Beety gehen.

Kult im UK, unbekannt in Deutschland

Dass die alte Serie hierzulande fast unbekannt ist, liegt hauptsächlich daran, dass die Serie erst ab Mitte der Achtziger in deutsch synchronisiert wurde und Anfang der Neunziger ausgestrahlt. Von der neuen Serie (oft als Doctor Who (2005) bezeichnet) strahlte Pro7 Sonntag Nachmittags einige Folgen aus und die wenigen Minuten, die ich gesehen habe, waren schrecklich synchronisiert und außerdem geschnitten. Deswegen meine Empfehlung, sich die Serie auf jeden Fall im Original anzusehen. Das hat auch den Vorteil, dass dort mittlerweile viereinhalb Staffeln ausgestrahlt und auf DVD erschienen sind, während hier nur eine Handvoll im Fernsehen kamen (keine weiteren Pläne soweit ich weiß) und auch nur zwei Staffeln auf DVD erhältlich sind. Tja, Konna, da musst du mal über deinen Schatten springen, denn das Schauen von englischen Serien mit Untertiteln fördert die Sprachkenntnis (Studie via SpOn).

Meine Wertung: 10/10
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Der neunte Doktor bei der BBC
Der neunte Doktor im Tardis-Wiki

Filmriss: 2012

Der Weltuntergang ist ein beliebtes Thema in Hollywood. Ob die Menschheit dabei von einer Eiszeit, einem Metoriten oder Aliens dahingerafft wird, spielt eigentlich kaum eine Rolle. Hauptsache es kracht und knallt an allen Ecken und Enden. Die Handlung und die Dialoge sind da eher nebensächlich. Etwas anderes erwartet man auch nicht, wenn man sich so einen Film anschaut. So ist es auch bei 2012, dem Film von Roland Emmerich über den angeblich bevorstehenden Weltuntergang, der in vielen Prophezeihungen vorausgesagt wird. Doch schauen wir mal – ohne die Seriösität solcher Vorhersagen zu berücksichtigen – ob 2012 ein gelungener Film ist. Zunächst zur Story:

2012

2012

Der Wissenschaftler Adrian Helmsley entdeckt im Jahr 2009, dass die größten Sonneneruptionen seit Menschengedenken dafür sorgen, dass sich der Erdkern aufheizt und es dadurch zu massiven Erdbeben, Landverschiebungen, Vulkanausbrüchen und Tsunamis kommen wird. Diese werden solche Ausmaße haben, dass sie die Menschheit komplett ausrotten werden. Um dieser Situation Herr zu werden, entwickelt der wissenschaftliche Berater des US-Präsidenten einen Plan, die führende Elite der Menschheit (also diejenigen, die es sich finanziell leisten können), zu retten, indem riesige Archen gebaut werden. Als im Jahr 2012 die Zahl Katastrophen rapide zunimmt, muss der gefasste Plan vorgezogen werden. Vor diesen Katastrophen versucht sich auch Jackson Curtis zu retten, ein geschiedener Familienvater und erfolgloser Romanautor. Als er der Bedrohung gewahr wird, versucht er sich und seinen Kindern und seiner Ex-Frau irgendwie zu retten, dem Chaos zu entkommen und per Flugzeug an einen sicheren Ort zu gelangen…

Wenn man sieht, wie komplette Städte völlig zerstört werden, ein wahres Feuerinferno entzündet wird oder gewaltige Flutmassen riesige Landschichten unter sich begraben, mag einem manchmal schon der Mund offen stehen bleiben. Eine wahre Effektorgie wird immer dann abgespielt, wenn die Katastrophen Mittelpunkt des Geschehens sind. In ruhigeren Momenten treten dann jedoch die klaren Schwächen des Films hervor: Der Plot bleibt einem jegliche Erklärung der Ereignisse schuldig und die Dialoge triefen nur so vor Pathos und stellenweise wirkt der Film äußerst unfreiwillig komisch. Das Hirn wird von 2012 definitiv nicht angesprochen. Nicht anschauen sollte man sich den Film auch, wenn man man mit Logiklücken nicht zurecht kommt und zumindest einen Rest an Realismus behalten möchte. Aber das will 2012 auch gar nicht leisten.

So halten sich allerdings auch die schauspielerischen Leistungen im Rahmen, weil ihre Figuren viel zu stereotyp und eingeschränkt in ihrem Handeln sind. Was mit Jackson Curtis (John Cusack) und seiner Familie passiert, ist einem eigentlich relativ egal, weil man keinerlei Beziehung zu ihnen herstellt. Am meisten Sympathiewerte bekommt noch Dr. Helmsley (Chiwetel Ejiofor), der am besten dargestellte Charakter ist der des pragmatischen Wissenschaftlers Carl Anheuser (Oliver Platt). Kein Totalausfall, insgesamt wäre aber viel mehr drin gewesen.

Fazit: 2012 ist ein typischer Emmerich-Film, sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Die Effekte und Schauwerte sind über jeden Zweifel erhaben, die Action stimmt und der Film ist auf keinen Fall langweilig. Allerdings weist der Rest zahlreiche Mängel auf: Die Dialoge und oberflächlichen Figuren verhindern jeglichen Bezug und die unfreiwillige Komik stört mehr als die zahlreichen Logik- und Realismuslücken, die man noch gut verschmerzen kann. Wer mit dieser Erwartung ins Kino geht, der wird jedenfalls nicht enttäuscht werden. Ich war es jedenfalls nicht.

Meine Wertung: 6/10
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2012 in der IMDB
Weltuntergang im Jahr 2012!?

Filmriss: Veronica Mars (Season Three)

Es ist immer sehr schade für die Fans einer Serie, wenn selbige irgendwann abgesetzt wird. Einige Figuren wachsen einem ans Herz und man verfolgt ihr (fiktionales) Leben mit viel Interesse. Doch irgendwann ist jede Serie vorbei und damit muss man sich abfinden. Bitter ist es jedoch, wenn eine Serie beendet werden muss, bevor sie ein vernünftiges Ende erfahren kann, etwa wenn die Quoten nicht gut genug sind. Ein solches Schicksal ereilte leider auch Veronica Mars, für die eine vierte Staffel in Planung war, die aber nicht mehr produziert wurde. Ob es sich trotzdem lohnt, in die dritte Staffel hineinzuschauen, erfahrt ihr in der folgenden Review:

Veronica Mars (Season 03)Für Veronica beginnt ein neuer Abschnitt ihres Lebens: Nach ihrem Abschluss an der Neptune High beginnt sie nun ihr erstes Semester am renommierten Hearst College. Mit dabei sind auch ihre Freunde Wallace, Mac und natürlich Logan, mit dem sie zusammen ist. Und obwohl sie sich vornimmt, sich ein wenig zurückzuhalten, bekommt sie gleich an ihrem ersten Tag ihren ersten Fall. Und schon bald stellt sich heraus, dass ihre detektivischen Fähigkeiten noch öfter gefordert sein werden, spätestens als sich herausstellt, dass Mädchen mit einer Droge gefügig gemacht, vergewaltigt und dann rasiert werden und sich am nächsten Morgen an nichts mehr erinnern. Ins Visier gerät eine nur aus Jungs bestehende Studentenverbindung. Veronica setzt alles in Bewegung, um dem Täter oder den Tätern auf die Schliche zu kommen und macht sich dabei wie immer nicht nur Freunde…

Der Wechsel von der High School zum College gelingt der Serie sehr gut und bietet einige neue Möglichkeiten in der Handlung und für die Fälle, die Veronica wieder lösen muss. Dennoch sind alle wichtigen Figuren integriert und alles wirkt noch immer sehr vertraut, was nicht zuletzt daran liegt, dass der typische Stil der Serie beibehalten wurde. Eine weitere Veränderung ist jedoch, dass es nicht mehr nur einen größeren Fall gibt, der die Rahmenhandlung der Staffel bildet, sondern mehrere etwas kleinere, die in der Qualität ein wenig schwanken. Hinzu kommen die jeweiligen kleinen Fälle, die Veronica in jeder Folge für ihre Mitstudenten und Freunde erledigt. Leider hinterlässt der Abschluss der Staffel viele offene Fragen, weil die Serie nach der dritten Staffel eingestellt wurde. Gute Voraussetzungen für eine vierte Staffel waren schon klar erkennbar.

Kristen Bell und Enrico Colantoni harmonieren auch in der dritten Staffel hervorragend als Veronica und Keith Mars. Auch die anderen Figuren, die einem als Zuschauer regelrecht ans Herz gewachsen sind, werden von ihren Schauspielern weiterhin glaubhaft und authentisch rübergebracht und die neuen Figuren fügen sich nahtlos ein. Insgesamt einer Truppe, der man gern zugesehen hat.

Fazit: Das die dritte Staffel auch die letzte gewesen ist, ist von der Qualität der Serie her völlig unangemessen. Die Mischung aus Humor, Drama und Krimielementen funktionierte nach wie vor gut und hat bisher noch keine Verschleißerscheinungen erlebt, im Gegenteil, durch den Ortswechsel und den Handlungsverlauf kam genug frischer Wind für weiteren Stoff hinein, der aber leider nicht mehr zu sehen sein wird. So blickt man doch etwas wehmütig auf das Ende einer sehr sehenswerten Serie Veronica Mars.

Meine Wertung: 8/10

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Veronica Mars in der IMDB
Review von bullion
Filmriss: Veronica Mars (Season One)
Filmriss: Veronica Mars (Season Two)
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Filmriss: My Name Is Earl (Season One)

Kaum ein Format eignet sich so gut, um mal vom Alltag abzuschalten, wie eine Comedyserie: Die meist nur 20-25 Minuten langen Folgen sind bequem zwischendurch mal einzuschieben. Comedyserien haben auch den Vortei, nicht immer ganz realistisch sein zu müssen, überzeichnete Figuren und Situationen fallen nicht so sehr auf und nicht negativ ins Gewicht, im Gegenteil, die Vereinfachung und das bewusste Einsetzen von Klischees kann dem komischen Effekt sogar zuträglich sein, wenn es richtig gemacht wird. Ob My Name Is Earl diesen Aspekt gut angeht, lest ihr in der folgenden Review  der ersten Staffel:

My Name Is Earl (Season 01)Earl Hickey ist ein Loser und ein Kleinkrimineller. Seinen Lebensunterhalt verdient er durch kleine Gaunereien, seine Frau Joy hat hat ihn damals betrunken gemacht und geheiratet, als sie schon im sechsten Monat von einem anderen schwanger war und einige Jahre später bekam sie ein weiteres Kind von einem anderen. Kurz gesagt: Earls Leben ist alles andere als gut. Doch eines Tages ändert sich sein Leben dramatisch: Earl gewinnt 100.000 Dollar mit einem Rubbellos. Doch die Freude währt nicht lang, denn kurze Zeit später wird er angefahren und das Los ist weg. Im Krankenhaus entdeckt Earl das Karma für sich: Wer Gutes tut, dem widerfährt Gutes, wer Schlechtes tut, dem passiert auch Schlechtes. Daraufhin beschließt Earl sich zu ändern und fertigt eine Liste mit allen seinen Gaunereien an und will sie nach und nach wieder gut machen.

Wunderbare Voraussetzungen also für eine lustige Serie. Und das ist My Name Is Earl auch. In jeder Folge wird ein anderer Punkt auf der Liste abgearbeitet, was immer zu sehr skurrilen Situationen führt, etwa wenn er einer nervigen Freundin sagen muss, dass er seinen Tod damals nur vorgetäuscht hat oder Earl sich als Englischlehrer versucht, weil er sich über die Sprachkenntnisse von Ausländern lustig gemacht hat. Immer dabei: Earls geistig minderbemittelter und kindischer, aber liebenswerter Bruder Randy, der Earl beim Abarbeiten seiner Liste hilft.

Dass die meisten Listeneinträge so skurril und manchmal auch sehr überzeichnet sind, stört überhaupt nicht. Im Gegenteil, dass alles mit einem Augenzwinkern gesehen und überhaupt nicht mit erhobenem Zeigefinger derMarke “sei immer ein guter Mensch” gearbeitet wird, macht die Serie umso sympathischer. Es macht einfach Spaß zuzuschauen und man bekommt von ganz allein das Gefühl dafür, dass es sich lohnt, gute Dinge zu tun. Dennoch spart die Serie nicht mit allerhand bösem und politisch unkorrektem Humor. Klasse!

Die Hauptdarsteller sind ohne Ausnahme exzellent gewählt. Jason Lee erscheint sofort als die perfekte Besetzung für den “geläuterten Loser” Earl. Heimlicher Star ist für mich dennoch Ethan Suplee als dessen Bruder Randy, der diese Rolle einfach nur genial ausfüllt – unglaublich witzig. Auch die restlichen Darsteller gehen in ihren Rollen richtig auf. Dadurch, dass Earl jedes Mal mit anderen Personen zu tun hat, wenn er seine Vergehen wieder ausbügeln will, sieht man immer neue Gesichter und Gaststars in der Show.

Fazit: My Name Is Earl macht jede Menge Spaß und ist eine sehr kurzweilige Comedyserie mit sympathischen Hauptdarstellern und einer innovativen Grundidee. Die skurrilen Charaktere und Situationen sind zum Teil zwar sehr überzeichnet, aber das stört überhaupt nicht. Die Serie nimmt sich selbst nicht zu ernst und zwängt sich einem auch nicht auf, ist aber dennoch nicht ohne Sinn. Kurzum: Ideale Unterhaltung zum Entspannen und Wohlfühlen.

Meine Wertung: 8/10

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Filmriss: Fringe (Season One)

Beim Namen J. J. Abrams fangen die Augen vieler Serienfans sofort an zu leuchten. Wenn der kreative Kopf hinter erfolgreichen und beliebten Serien wie Alias oder Lost eine neue Serie startet, ist nicht nur das Interesse groß, sondern auch die Erwartungshaltung. Somit tritt die Mystery-Serie Fringe ein schweres Erbe an und es bleibt fraglich, ob Abrams den Erfolg seiner vorherigen Projekte wiederholen kann. Ob die hohen Erwartungen gerechtfertigt sind und die Serie um “Grenzfälle des FBI” – so der deutsche Untertitel – wirklich sehenswert ist, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Fringe (Season 01)Überall auf der Welt geschehen unerklärliche Dinge. Diese “das Schema” genannten Vorfälle werden von einer Spezialabteilung des FBI untersucht. Als ein Passagierflugzeug in Boston landet und alle Insassen tot sind, werden die Agenten Olivia Dunham und ihr Partner John Scott, mit der Klärung der Umstände beauftragt. Als Scott jedoch lebensgefährlich verletzt wird, liegt es an Olivia, sein Leben zu retten. Dazu braucht sie allerdings die Hilfe des genialen Wissenschaftlers Dr. Walter Bishop. Problem: Dieser sitzt seit 17 Jahren in einer Nervenklinik und nur sein hochintelligenter Sohn Peter kann ihn dort rausholen. Doch schon bald beginnen die drei für den FBI-Abeteilungsleiter Broyles zu arbeiten und die Fälle des Schemas zu untersuchen. Nach und nach findet das Trio mehr über seine Urheber hinaus. Und auch das weltweit größte Forschungsunternehmen Massive Dynamic scheint irgendetwas zu verbergen.

Gute Voraussetzungen also für eine Mystery-Serie und Fans von Verschwörungstheorien. Und ja, als Zuschauer wird man schon immer ein wenig im Dunklen gelassen, wenn man bei manchen Figuren der Frage nachgeht, ob sie zu den “Guten” oder zu den “Bösen” zu zählen ist. Die Erzählweise der Handlung ist dabei relativ unspektakulär. Zumeist gibt es einen Fall pro Folge, der sich aber irgendwie mal mehr, mal weniger auch in die episodenübergreifende Handlung einfügt. Interessant ist beides, allerdings gestaltet sich der Einstieg mit den ersten Folgen recht schwierig, erst später im Verlauf der Staffel springt der Funke über. Moderner sind da die Effekte, die teils sehr schön in Szene gesetzt werden.

Dass eine Serie mit diesem Setting nicht vor Logiklücken gefeit ist und nicht auf Realismus setzt, sollte jedem bewusst sein, bevor er mit der Serie beginnt. Was aber wirklich negativ zu vermerken ist, ist der übertriebene Einsatz des Zufalls. Durch den dezenten Einsatz von Humor kann man diesen Makel aber verzeihen. Vor allem der an die moderne Welt nicht angepasste Walter bringt hier viele gute Szenen, etwa wenn er darum bittet, die Floppy Disks genau zu untersuchen oder unverblümz erzählt, dass er eine Erektion hat, weil er mal auf die Toilette muss. Daran erkennt man, dass die Serie sich nicht zu ernst nimmt.

Die Darsteller sind allesamt hervorragend gewählt. Besonders John Noble als der brillante, aber aufgrund seines Nervenklinik-Aufenthalts weltfremder Wissenschaftler Dr. Walter Bishop hat viele starke Szenen, ist aber auch wie gesagt oft Grund für den einen oder anderen Lacher, vor allem im Zusammenspiel mit Joshua Jackson, der dessen Sohn Peter spielt. Anna Torv ist eine gute Besetzung für die Hauptrolle der Agentin Olivia Dunham. In den Nebenrollen hat mir Kirk Acevedo als Agent Charlie Francis besonders gut gefallen, der noch die normalste dere Figuren ist und immer einen trockenen Kommentar auf Lager hat.

Fazit: Mit Fringe ist J. J. Abrams eine durchaus unterhaltsame, aber überraschend konventionelle Mystery-Serie gelungen. Nach einem etwas durchwachsenen Einstieg entfaltet sich das Potenzial vor allem durch die episodenübergreifende Handlung, die im Verlauf der ersten Staffel immer mehr ins Zentrum rückt. Positiv ist vor allem zu vermerken, dass sich die Serie selbst nicht ganz so ernst nimmt, was durch einige humorige Einlagen des stets gut aufgelegten Casts deutlich wird. Wer sich an den größtenteils abstrusen wissenschaftlichen Erklärungen und den häufigen Zufällen nicht stört, sollte auf jeden Fall mal reinschauen. Potenzial nach oben gibt es aber noch.

Meine Wertung: 7/10

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Fringe in der IMDB
Review von bullion
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