Musik

CD-Check: Black Light Discipline – Against Each Other

Manche Genres neigen dazu, nur sehr wenig innovativ und in einem bestimmten Sound festgefahren zu sein. Zu diesen Genres gehört ohne Zweifel auch Industrial Metal. Man muss sich schon etwas einfallen lassen, um aus der Masse herauszustechen. Am 09.03.2012 schicken sich die Finnen von Black Light Discipline mit ihrem neuen Album »Against Each Other« an, den Beweis anzutreten, dass Industrial Metal doch frisch und innovativ klingen kann. Ob das gelingt, habe ich für euch herausgefunden.

Der titelgebende Opener ist schon mal ein schmissiger Track, der eine klare Marschrichtung vorgibt. Die druckvollen Gitarren und Bässe sowie die Synthies sind das Soundgerüst, mit denen auf dem ganzen Album gearbeitet wird. Dazu gesellt sich ein variabler Gesang, mal geshoutet, aber meistens klar, der sich sehr gut mit den Instrumenten ergänzt und eine homogene Einheit bildet. Bisweilen kommt auch weibliche Unterstützung hinzu (u.a. »Flies Over The Wreck«). Kleine elektrische Spielereien, die den Tracks einen tanzbaren Clubsound verpassen, wirken sich sehr erfrischend aus und fallen dem geneigten Hörer direkt auf (»Walls Inside Us«). Bisweilen fehlt den Tracks jedoch eine gewisse Linie und Dynamik.

Die wirklich große Innovation fehlt BLD auf ihrem Album, »Serene« könnte fast als Paradebeispiel für eine absolut klassische Industrial Metal Hymne herhalten, bis die Überraschung kommt und plötzlich ein paar Streicher einsetzen. Eine weitere Überraschung der positiven Art ist das Cover des Raf / Laura Brannigan Superhits »Self Control« aus den 80ern. Das Cover überzeugt auf ganzer Linie durch die richtige Mischung aus Eigenständigkeit und Hommage. Wer hätte gedacht, dass sich der Song für Industrial Metal eignet? Kopf und Fuß können da nicht still halten. Da kann man auch einen Ausreißer wie das langatmige und uninspirierte »Being and Ending« verschmerzen.

Mit einer Gesamtlaufzeit von gut 43 Minuten bei 10 Tracks liegt »Against Each Other« im Mittelmaß. Da wäre vielleicht noch etwas mehr drin gewesen, aber da sich die besten Tracks auch probemlos öfter am Stück hören lassen, kann man das auch verschmerzen.

Black Light Discipline - Against Each Other

Black Light Discipline – Against Each Other (Album)

Facts:
Tracks: 10
Gesamtspieldauer: 43:20
Releasedatum: 09.03.2012
Genre: Industrial Metal
Homepage: www.bld.fi
Anspieltipps: Walls Inside Us, Serene, Self Control
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Fazit

Daumen mittel hoch

Die große Innovation im Industrial Metal Genre liefern Black Light Discipline zwar nicht ab, aber Genrefreunde werden mit »Against Each Other« ziemlich sicher ihre Freude haben können, zumal sich die Finnen sehr darum bemühen, ihr Werk abwechslungsreich zu gestalten, was insgesamt gut gelingt. Die Gaststars (Anton Ross und Dimitry Rhisko von Dominia oder Karoliina Kllio von Waldo’s People) und das großartige Cover von »Self Control« tun ihr übriges dazu und machen das Album zu einer gelungenen Scheibe, die noch Potential nach oben lässt.

Black Light Discipline – Serene

CD-Check: Cirque Royal – We Come In Peace

»Planet earth about to be recycled. Your only chance to survive: leave with us.« Mit diesen Worten leiten die 4 Jungs von Cirque Royal aus Konstanz ihr Debutalbum »We Come In Peace« ein und fordern uns dazu auf, uns mit ihnen auf einen atmosphärischen Trip durch eine Platte voller Space Pop, wie sie selbst ihren Stil bezeichnen, zu begeben. Was man sich darunter vorstellen soll, verrate ich euch jetzt, damit ihr am 16.03.2012, wenn das Album erscheint, wisst, worauf ihr euch einlasst.

Der erste Eindruck ist doch sehr indiegeprägt, allerdings merkt man schon, dass sich die Jungs ein gewisses Maß an Eigenständigkeit erhalten und aus dem sonstigen Indie-Einheitsbrei herausragen wollen, was ihnen durchaus auch gelingt. Den angekündigten Space-Einschlag hört man direkt in Songs wie im Opener »We Come In Peace« oder in »Rats« heraus. Die Songs sind dabei aber eher simpel gestrickt und straight forward, teilweise mit einer gehörigen Portion Delay, wie etwa in »Safety In Numbers«. Gelegentlich blitzt eine Prise Melancholie hervor, übertreiben es damit jedoch nicht und verzetteln sich nicht im Pathos.

Sehr angenehm tut sich die Gesangsstimme von Frontmann David Leon hervor, die sich weder zu sehr in den Vordergrund drängt, noch im Hintergrund untergeht. Nette, detaillierte Gitarrenarbeit und -soli, wie in »The Sun Will Rise From The West« oder »Happy« geben den Songs einen musikalischen Feinschliff. Das ganze Album wirkt sehr aus einem Guss, ein Highlight ist nur sehr schwer auszumachen und will sich auch nicht so recht aufdrängen. Das ist zwar der Eingängigkeit abträglich und die Zuordnung der Songs könnte am Anfang schwer fallen, aber glücklicherweise laden die Songs zum mehrfachen Hören ein, um doch noch einige besondere Details ausmachen zu können.

Ein Wermutstropfen offenbart sich noch mit der Laufzeit der Scheibe, die sich bei 10 Tracks und etwa 44 Minuten lediglich im Durchschnitt befindet. Für ein Debut ist das aber schon gut soweit, das ist Meckern auf hohem Niveau.

Cirque Royal - We Come In Peace

Cirque Royal – We Come In Peace (Album)

Facts:
Tracks: 10
Gesamtspieldauer: 43:55
Releasedatum: 16.03.2012
Genre: Space Pop / Indierock
Homepage: www.cirqueroyal.de
Anspieltipps: Rats, The Sun Will Rise From The West, MNKY FRNT
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Fazit

Daumen mittel hoch

Was die Konstanzer da für ein Debutalbum abgelegt haben, kann sich hören lassen. Sie liefern nicht den hundertsten Indie-Abklatsch, sondern würzen die fetzige Gitarrenarbeit mit kleinen, aber wirkungsvollen Details, die sogar mir Indieskeptiker ein gewisses Kopfnicken entlocken und ihren Songs ein großes Maß an Eigenständigkeit verleihen. Dass sie von ihrer Musik überzeugt sind, hört man ihnen an und das überträgt sich auf den Hörer. Wenn das nächste Mal noch ein paar richtige Hits dabei sind und die Platte etwas länger läuft, steht dem geraden Daumen nach oben nichts mehr im Wege. Unbedingt mal reinhören!

52 Songs – Thema 36

52 Songs

Und mit weiterhin großen Schritten eilen wir von Woche zu Woche von Thema zu Thema bei den 52 Songs, diesmal mit der Nummer 36.

Bei so großen Schritten sollten wir uns vielleicht mal hinsetzen und auf einem Stuhl Platz nehmen. Und weil ich mir gerade selbst eine verpassen möchte, für diesen unglaublich bekloppten Ansatz einer Überleitung zum neuen Thema, breche ich diese lieber ab und verrate es euch einfach so:

Fahrstuhl

Stellt euch vor, ihr wollt in einem Wolkenkratzer ganz nach oben. Ihr betretet den Fahrstuhl, seht vielleicht ein paar Leute drin stehen, die Tür schließt sich und es geht los. In diesem Moment startet Musik: Welcher Song sollte das eurer Meinung nach idealerweise sein?

Ich bin gespannt, wie viel typisches Fahrstuhlgedudel ich von euch präsentiert bekomme oder ob ihr ganz andere Ideen habt. Viel Spaß bei der Bearbeitung dieses Themas. ;)

52 Songs – Lebensfreude

52 Songs

Das 35. Thema der 52 Songs gefällt mir ja ganz besonders gut, ist es doch ein Gefühl, das ich permanent empfinde: Lebensfreude.

Es gibt viele Dinge, die meiner Lebensfreude Nahrung liefern und Musik ist eines davon. Davon berichtet auch der Song, den ich mir zu diesem Thema ausgesucht habe. Im Prinzip könnte ich selbst das lyrische Ich sein, das passt einfach so herausragend gut, dass ich diesen Song auch immer laut mitsingen muss:

Lebensfreude: J.B.O. – Dr. Met


Mehr brauche ich gar nicht sagen, der Text spricht einfach sowas von für sich selbst und ist einfach nur wahr! :D

03.03.2012 in Musik 1 Kommentare

52 Songs – Thema 35

52 Songs

Trotz akuter Blogflaute aus Zeitmangel bei mir, geht es mit den 52 Songs natürlich unverändert weiter und das mit dem mittlerweile schon 35. Thema.

Da für eine neue Runde 52 Songs Zweifel ob der Themenzahl aufgekommen sind, kann ich an dieser Stelle ja auch mal sagen, dass mehr als genug Themen da sind. Demnach wird es aller Voraussicht nach eine weitere Runde geben. Hier aber erst mal das aktuelle Thema:

Lebensfreude

Wieder einmal ein Vorschlag von der Guddy. Lebensfroh zu sein ist schön, aber manchmal ereignen sich auch gewisse Dinge, die einem zumindest teilweise die Lebensfreude nehmen. Musik kann da helfen, sie zurückzugewinnen. Welche Musik vermittelt eurer Meinung nach Lebensfreude? Gibt es einen Song, der euch geholfen hat, neue Lebensfreude zu schöpfen?

Als sehr lebensfroher Mensch ist das Thema für mich natürlich super, ich hoffe, euch gefällt es auch und ihr bringt viele schöne Beiträge zusammen.

52 Songs – Gewitter

52 Songs

Mit dem 34. Thema der 52 Songs begeben wir uns wieder einmal nach draußen – oder öffnen zumindest das Fenster, denn es lautet: Gewitter.

Wie schon damals beim 2. Thema, Regen, habe ich auch bei diesem Thema für ein bisschen künstliche Atmosphäre gesorgt, indem ich ein Video mit Gewittersound daneben gestellt habe. Einfach beide Videos anklicken und gleichzeitig laufen lassen, dann kommt folgender Song auch richtig gut zur Geltung, wie ich finde:

Gewitter: Anathema – Kingdom

Hätte ich einen anderen Song von Anathemas Album »Falling Deeper« gewählt, hätte ich die zusätzliche Stimmung gar nicht einbauen müssen, die gehört nämlich dazu. Allerdings gefällt mir die Kombination mit »Kingdom« deutlich besser. Schöne Spielerei mit diesen Gewitterklängen, die lassen viele Songs gleich ganz anders wirken.

25.02.2012 in Musik 3 Kommentare

52 Songs – Thema 34

52 Songs

Mit dem 34. Thema der 52 Songs kommen wir ein bisschen zurück zu den Anfängen des Projekts, speziell zu Thema 2.

Dieses lautete nämlich Regen und brachte sehr viele schöne Beiträge mit sich. Auch das aktuelle Thema ist wieder ein Wetterphänomen, mit dem unter anderem auch Regen verbunden wird, welches aber zusätzlich noch weitere Nuancen mit sich bringt. Vielleicht ahnt ihr es schon:

Gewitter

Vorgeschlagen vom Beety. Gewitter verändert oder unterstreicht die Stimmung eines Songs oftmals. Welchen Song hört ihr besonders gern, wenn es blitzt und donnert? Kennt ihr einen Song, der sich anhört wie ein Gewitter oder ein solches gar als Thema hat? Oder erinnert ihr euch an ein besonderes Erlebnis bei einem Gewitter, zu dem Musik lief oder hätte laufen sollen?

Ein wirklich schönes Thema, bei dem ich mich ganz besonders auf einen Hördurchgang beim nächsten Gewitter freue.