Nachdem ich die ersten fünf Staffeln von 24 regelrecht verschlungen habe, gab es zwischen der fünften und der sechsten Staffel bei mir eine ziemlich lange Pause. Das führt möglicherweise dazu, dass ich die Staffel nicht ganz so kritisch sehe wie viele anderen, weil sich der verschleiß des Konzeptes nicht ganz so sehr bemerkbar macht. Dennoch versuche ich natürlich, ein passendes Urteil zu finden und euch zu informieren, ob sich die sechste Staffel wirklich lohnt. Gewisse Spoiler sind nicht zu vermeiden.
Die USA werden durch eine Welle terroristischer Anschläge in Atem gehalten und versuchen mit allem Mitteln, Herr der Situation zu werden. Und an Hami Al-Assad, den vermeindlichen Kopf der Anschläge, zu geraten, schließt die USA ein Abkommen mit China und befreit Jack Bauer nach 20 Monaten Haft, nur um ihn dann an den Terroristen Abu Fayed auszuliefern, der noch eine Rechnung mit Jack offen hat, damit dieser ihnen Informationen über Assads Aufenthaltsort gibt. In der Gewalt Fayeds findet Jack jedoch heraus, dass es Fayed der Kopf hinter den Terrorakten ist und Assad ganz im Gegenteil Frieden will. Mit letzter Kraft gelingt es ihm, sich aus den Fängen der Terroristen zu befreien und die CTU und die Regierung zu warnen. Diese jedoch schenken ihm jedoch keinen Glauben und so muss Jack zunächst auf eigene Faust handeln. Viel Zeit bleibt aber nicht, denn Fayed und seine Männer planen, mehrere Atombomben in den USA zu zünden…
Zunächst das Gute: Das Konzept von 24 funktioniert nach wie vor hervorragend. Hat man erst einmal angefangen, möchte man unbedingt wissen, wie es weitergeht, da die Spannung durchweg hoch gehalten wird und ein Cliffhanger den nächsten jagt. Dass die Echtzeit nicht immer ganz realistisch eingehalten wird und auch einige Ungereimtheiten und Logiklücken, dürfte niemanden mehr stören, der es schon bis zur sechsten Staffel geschafft hat. Allerdings: Was negativ ins Gewicht fällt, ist, dass die Handlung nicht wirklich etwas neues bringt und unter ihren Möglichkeiten bleibt. In einer Szene etwa hat Jack Bauer Zweifel, ob er überhaupt noch fähig ist, seiner Arbeit nachzugehen und etwa Täter zu verhören. Das wird später leider gar nicht mehr aufgegriffen, hier hätte man der Figur etwas mehr Tiefe geben können. Und das ist nur ein Beispiel für verschenktes Potenzial.
Bei den Darstellern ändert sich nur wenig und es kommen wieder einige neue hinzu, die sich aber nahtlos in das Team einfügen und sogar den einen oder anderen Glanzmoment haben. Auch gibt es ein Wiedersehen mit einigen Figuren, die in vorherigen Staffeln mal aufgetaucht sind. Im Grunde kennt man aber die meisten Figuren bei der CTU und hat demnach auch keine Schwierigkeiten sich einzugewöhnen. Anders sieht die Konstellation im parallelen Handlungsstrang im Weißen Haus aus, wo neben Präsident Wayne Palmer eine Reihe neuer Figuren eingeführt werden, deren Schauspieler aber einen guten Job machen. Exemplarisch seien hier Powers Boothe (“Deadwood“) als Vizepräsident Daniels und Peter MacNicol (“Ally McBeal“) als Sicherheitsberater Tom Lennox genannt.
Fazit: Die teils recht harsche Kritik, die die sechste Staffel von 24 erfahren hat, ist durchaus nachvollziehbar. Die Serie entwickelt sich nicht weiter, sondern stagniert und die Handlung fällt im Vergleich zu vorherigen Staffeln auch etwas ab. Aber grundlegend gesprochen funktioniert die Serie nach wie vor und fesselt mehrere Abende vor den Fernseher, weil man doch unbedingt wissen möchte, wie es nun weitergeht. Die Spannung wird fast durchgängig hochgehalten und die eine oder andere Wendung überrascht immer noch, auch wenn man vorher schon weiß, dass es wieder Wendungen geben wird. Deshalb bekommt die sechste Staffel einen Punkt weniger, was meinen Gesamteindruck am besten beschreibt.
Meine Wertung: 7/10
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24 in der IMDB
Review von bullion
Filmriss: 24 (Season One)
Filmriss: 24 (Season Two)
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Filmriss: 24 (Season Four)
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