Tag Archiv für Abenteuer

Filmriss: Illuminati

Verfilmungen von Büchern sind immer eine zweischneidige Angelegenheit. Einerseits möchte man denjenigen gerecht werden, die die Vorlage kennen, andererseits will man auch immer ein gewisses Maß Eigenständigkeit bewahren. Ohnehin kommt wohl kaum eine Verfilmungen ohne Kürzungen und Freiheiten aus, aber das muss ja nicht unbedingt etwas schlechtes sein. Dieser Filmriss ist ohne Kenntnis der Vorlage von Dan Brown entstanden. Ob und inwieweit die Kenntnis Auswirkungen auf das Filmerlebnis hat, kann ich also nicht beurteilen, das bitte ich beim Lesen der Review zu beachten.

Illuminati

Illuminati

Der Kirchenstaat wird bedroht: Irgendjemand hat Antimaterie aus dem Schweizer Partikelbeschleuniger- Laboratorium CERN gestohlen und es in den Vatikan gebracht. Gegen zwölf Uhr Mitternacht wird es explodieren, da das batteriebetriebene Behältnis dann keine Energie mehr hat. Ein Symbol weist auf einen alten Feind der Kirche, die Illuminaten. Um dem Rätsel auf die Spur zu kommen, wird der berühmte Symbolforscher Professor Robert Langdon zu Hilfe gerufen. Mit seiner Hilfe soll nicht nur die Antimaterie aufgespürt werden, sondern auch die Rettung von vier entführten Kardinälen gelingen, die einer nach dem anderen hingerichtet werden sollen. Die Orte dafür befinden sich entlang eines alten und geheimen Wegs der Illuminaten, den Langdon herausfinden muss. Dazu bekommt er Hilfe von der CERN-Forscherin Vittoria Vetra und den örtlichen Behörden. Außerdem wird ihm der Zutritt zu den geheimen Archiven des Vatikan gewährt. Und während die Kardinäle in Rom das Konklave abhalten, um einen Nachfolger des vor 14 Tagen verstorbenen Papstes zu wählen, beginnt eine gefährliche Schnitzeljagd durch Rom.

Meine Erwartungen an Illuminati waren eigentlich verhältnismäßig gering. Das hat sich als gut herausgestellt, so wurde ich wenigstens nicht enttäuscht, hat der Film doch so einige Schwächen, die sonst womöglich noch stärker aufgefallen wären. Eigentlich ist der Film gar nicht so schlecht, als halbwegs intelligenter Thriller macht er sich ganz gut, viel mehr Ansprüche darf man aber nicht stellen. Eine Charakterentwicklung ist zum Beispiel so gut wie gar nicht vorhanden, was daran liegt, dass die Handlung viel zu schnell verläuft. Zwischen einzelnen Höhepunkten (der bevorstehende Ablauf der Frist bis zur Ermordung des nächsten Kardinals) ist oft viel zu wenig Zeit, weshalb alles etwas gehetzt wirkt.

Interessante Aspekte wie tiefergehende Hintergründe zu den Illuminati werden meist nur beiläufig erklärt. Hier verschenkt der Film besonders viel Potenzial. Es bleibt nur noch ein eher unspektakuläres Gerüst übrig – nämlich die simple Jagd nach dem Täter. Immerhin gibt es (für Nichtkenner der Vorlage) einen unerwarteten Storytwist gegen Ende des Films, der den Film aber auch nicht aus seiner Mittelmäßigkeit retten kann.

Die Besetzung ist zumindest nominell über jeden Zweifel erhaben. Tom Hanks (“Forrest Gump“) allein ist schon ein Qualitätsmerkmal, doch gelingt es ihm nicht, der Figur Robert Langdon eine eigene Note aufzudrücken, was dem viel zu durchgehetzten Plot geschuldet sein dürfte. Er spielt zwar souverän, aber eben nicht mehr. Ayelet Zurer (“München“) als Wissenschaftlerin Vittoria Vetra ist absolut unauffällig und wirkt zweitweise auch Fehl am Platz. Der Däne Nikolaj Lie Kaas bleibt als Assassine auch eher blass und strahlt kaum eine Bedrohung aus. Einzig Ewan McGregor (“Die Insel“) gelingt es, wirkliches Interesse an seiner Figur beim Zuschauer zu erzeugen.

Fazit: Illuminati ist ziemlich atemloses Popcorn-Kino, das sich trotz über zwei Stunden Laufzeit viel zu wenig Zeit für alles nimmt, was abseits der Haupthandlung geschieht. Kaum Charakterentwicklung, wenige Hintergründe, eine nur dünne Atmosphäre. Der Film ist zwar nicht langweilig, aber auch nicht der erhoffte Hit. Ein Film, der nicht lange in Erinnerung bleibt.

Meine Wertung: 5/10
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Illuminati in der IMDB
Review von Redaktusse

Filmriss: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Endlich bin ich nun auch dazu gekommen, mir den neusten Teil der Indiana Jones Reihe, “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels”, anzuschauen. Obwohl der Film mit sehr viel negativer Vorschusskritik bedacht wurde, wollte ich mir eine eigene Meinung bilden. Ich habe die Kritikpunkte zwar gelesen und wahrgenommen, möchte darauf jedoch selbst aus meiner Sicht eingehen und nicht nur nachplappern. Was ich aber im Vorfeld schon einmal sagen kann, ist, dass mir der Film gut gefallen hat und definitiv kein Totalausfall war. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte vielleicht nicht unbedingt weiterlesen, ich versuche aber größere Spoiler zu vermeiden und nur das anzusprechen, was sowieso schon jeder weiß.

Gleich zu Beginn des Films geht es schon zur Sache: Dr. Henry “Indiana” Jones (Harrison Ford) und sein Begleiter Mac (Ray Winstone) wurden von sowjetischen Agenten aufgegriffen, sie sollen den Russen den Weg zu einer Kiste in einer abgelegenen Lagerhalle zeigen, in der sich ein Alien befindet. Obwohl Mac die Seiten gewechselt hat und als Doppelagent arbeitet, gelingt Indy knapp die Flucht. Bei dieser verirrt er sich auf ein Militärgelände, auf dem gerade ein Atomtest durchgeführt wird, den Indy jedoch gerade noch überlebt. Weil er daraufhin unter der Beobachtung des FBI steht, macht er sich auf die Reise nach Europa, wird aber vom jungen Heißsporn Mutt Williams (Shia LeBeouf) aufgehalten, der Indy um Hilfe bittet, denn er hat eine Karte des vermissten Professors Oxley (John Hurt) im Besitz, die den Weg zur legendären Stadt Akator weist. Also machen sich beide auf den Weg nach Peru, um dort nach Oxley, Mutts Mutter und nach Akator zu suchen…

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels ist unverkennbar ein Teil der Reihe, auch wenn einige Dinge anders macht. Gut finde ich, dass das Alter von Harrison Ford berücksichtigt wird und auch Indy sichtlich älter geworden ist. Auch viele humorige Szenen, die das ganze Kino zum Lachen brachten, erinnern angenehm an die drei bisherigen Abenteuer des Archäologen. Die von vielen kritisierte Handlung um die Aliens störte mich persönlich nicht so sehr, nur am Ende war es dann doch ein bisschen zu viel des Guten. Die Indiana Jones Reihe war zwar auch vorher nicht für besonderen Realismus bekannt, aber was da am Ende passierte, ist so abstrus und unglaublich, dass es wirklich absolut nicht in die Reihe passt. Das nimmt dem Film am Ende viel von seiner an sich interessanten Suche nach der Bedeutung des titelgebenden Kristallschädels. Auch einige andere Szenen, wie etwa die Tarzaneinlage von Mutt bei der launigen Verfolgungsjagd, waren eher unnötig, lassen sich aber verschmerzen. Langweilig war der Film jedoch zu keiner Zeit.

Vor der Leistung des sichtlich gealterten Harrison Ford muss man einfach nur Respekt haben. Nach all den Jahren schafft er es, den guten Dr. Jones immer noch genauso rüberzubringen wie früher und haucht dem Film das schöne, alte Indy-Flair ein. Aber auch die Nebendarsteller machen ihre Sache gut, auch wenn sie natürlich nicht an Ford herankommen. Shia LeBeouf (“Transformers”) verleiht Mutt Williams den richtigen Charakter, den diese Figur im Film auch braucht. Auch das Widersehen mit Karen Allen ist eine positive Überraschung gewesen und die von Cate Blanchett (“Elizabeth – Das goldene Königreich”) überspitzt klischeehaft dargestellte sowjetische Agentin Irina Spalko war super. Da gibt es von meiner Seite eigentlich nichts zu meckern.

Fazit: Der vierte Indiana Jones Film ist ein wirklich großer Spaß. Das Irichtige ndy-Flair kommt durch den grandiosen Harrison Ford, den geliebten Score und viele Anspielungen auf die bisherigen Filme auf jeden Fall auf. Allein die Sache mit den Außerirdischen und dort vor allem das Ende trüben den Spaß, da das einfach ZU abgehoben ist (Dimensionstore?). Dennoch ist es schön, Indy in einem neuen Abenteuer gesehen zu haben. Man bekommt richtig Lust, noch einmal die ersten drei Teile anzusehen.

Meine Wertung: 7/10

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Weiterführende Links:

Review von Bullion

Review von Isinesunshine

Deutscher Trailer

Filmriss: Das Vermächtnis des geheimen Buches

Nachdem Benjamin Gates (Nicolas Cage) und seine Truppe das geheimnis der Tempelritter gelöst haben, sind sie mittlerweile zu richtigen Berühmtheiten geworden. Doch im Privatleben des Entdeckers läuft es nicht ganz so rund: Ben lebt mit seiner Freundin Abigail Chase (Diane Kruger) in Trennung. Und nun kommt auch noch ein unbekannter namens Mitch Wilkinson (Ed Harris) ins Spiel und verkündet, dass Gates’ Ur-Ur-Großvater der Kopf der Verschwörer und Mörder von Abraham Lincoln gewesen ist. Das kann Familie Gates natürlich nicht auf sich sitzen lassen und so startet Ben eine aberwitzige Jagd nach Hinweisen, um seinen Namen und den seines Vaters (Jon Voight) reinzuwaschen. Auch der Technikexperte Riley Poole (Justin Bartha), dessen Buch über Verschwörungstheorien ein absoluter Ladenhüter ist, ist wieder mit von der Partie.

UDas Vermächtnis des geheimen Buchesnd so reist die Truppe unter anderen nach Frankreich und England und werden bei der Suche nach dem nächsten Tipp immer wieder vor neue Schwierigkeiten gestellt. So sitzen ihnen nicht nur Wilkinson und Gefolgschaft im Nacken die Truppe muss auch in den Buckingham Palace einbrechen und für einen Hinweis gar den Präsidenten der Vereinigten Staaten entführen.

Man sieht schon, ‘Das Vermächtnis des geheimen Buches’ ist in seiner ganzen Geschichte noch viel abgedrehter als der Vorgänger. Das ist an sich nicht schlimm, gut amüsieren kann man sich nämlich trotzdem, wenn einem das nicht so viel ausmacht. Auch die Logikfehler kann man im Großen und Ganzen verschmerzen. Ein bisschen Schade ist allerdings, dass der Film trotz 125 Minuten Spieldauer stellenweise zu schnell ist, der Zuschauer bekommt keine Möglichkeit, ein bisschen Mitzurätseln, da die Protagonisten die gesammelten Hinweise meist innerhalb weniger Sekunden richtig deuten. Da hätte man mehr draus machen können. Dafür war das Finale ein wenig langatmig. Wo man aber den Abenteuer- und Entdeckeranteil vermisst, dafür aber mit stellenweisem Humor entschädigt wird.

Die Besetzung ist natürlich aus dem erfolgreichen Vorgänger übernommen worden. Neu hinzugekommen sind Ed Harris als Bösewicht Wilkinson und Helen Mirren (“Die Queen”) als Bens Mutter. Beide fügen sich sehr gut in die Geschichte ein und können ihre Qualitäten beweisen. Aber auch Nicolas Cage spielt gewohnt charismatisch und beweist sein schauspielerisches Können. Und Diane Kruger ist mehr als nur eye candy, auch wenn sie eher im Hintergrund bleibt und Justin Bartha ist der Hauptverantwortliche für die meisten humoristischen Passagen. Insgesamt also eine gute Leistung des Ensembles.

Fazit: Das Vermächtnis des geheimen Buches fällt gegenüber seinem Vorgänger leicht ab, da er noch abgedrehter als dieser ist und sich von der ganzen Machart sehr an diesen anlehnt, wirklich Neues und Innovatives sucht man vergeblich. Dennoch macht der Film Spaß und man verlässt das Kino mit dem positiven Gefühl, dass man gut unterhalten wurde. Und das zählt letztlich doch am meisten.

Meine Wertung: 7/10

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Filmriss: Blood Diamond

Oft ärgert man sich über Filme, die gekürzt sind, denen irgendwie etwas fehlt und dadurch nicht vollständig wirken. Eher selten hingegen hat man das Gefühl, dass Filme einfach zu lang sind und dadurch oft an Qualität einbüßen. In letztere Kategorie fällt auch Blood Diamond von Edward Zwick (Last Samurai), wobei der Film dennoch die meiste Zeit über unterhaltsam und spannend bleibt, da er mit Afrika einen relativ unverbrauchten Schauplatz bietet und an einer realitätsnahen Darstellung festhält.

Sierra Leone wird vom Bürgerkrieg gespalten. Als Rebellen das Dorf des Fischers Solomon Vandy (Djimon Hounsou) überfallen, können seine Frau und 2 seiner KinderBlood Diamond fliehen er selbst jedoch wird zur Arbeit als Diamantenschürfer gezwungen, während seinem weit von ihm entfernten Sohn das Gehirn gewaschen wird, damit er den Rebellen als Kindsoldat dienen kann. In den Diamantenfeldern entdeckt Solomon einen riesigen Diamanten, den er in der Verwirrung eines Angriffs der Regierungstruppen vergraben kann. Dennoch wird er ertappt und ins Gefängnis geworfen, in dem auch gerade der Diamantenschmuggler Danny Archer (Leonardo DiCaprio) sitzt, der dort zufällig von dem Diamanten erfährt. Wieder auf freiem Fuß hilft Danny Solomon aus dem Gefängnis und bietet ihm ein Geschäft an: Er hilft ihm, seine Familie wiederzufinden und den Diamanten zu verkaufen und erhält dafür einen Anteil an dessen Verkauf. Auf ihrem Weg haben die beiden mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen und geraten immer wieder zwischen die Fronten des Bürgerkrieges. Da erweist sich die Bekanntschaft mit der Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly) von unschätzbarem Wert.

Blood Diamond macht es dem Zuschauer nicht leicht: Einerseits weiß der Film optisch sehr zu überzeugen, die Aufnahmen der afrikanischen Landschaften sind wirklich atemberaubend. Auch die Actionszenen sind gut in Szene gesetzt, wirken nie übertrieben und wechseln sich regelmäßig mit ruhigeren Abschnitten ab, in denen die Charaktere mehr im Vordergrund stehen und in denen auch Platz für ein paar tiefsinnige Dialoge ist. Auf der anderen Seite wirkt der Film mit seinen 137 Minuten an manchen Stellen einfach viel zu langgezogen, die ein oder andere Szene hätte da noch wegfallen oder verkürzt werden können, ohne die Glaubwürdigkeit des Films zu gefährden. So gibt es leider ein paar Durststrecken und Wiederholungen im Film, die den Gesamteindruck nicht unerheblich schwächen.

Die drei Hauptdarsteller, allen voran Leonardo DiCaprio, der mit seinen letzten Filmen sein Milchbubi-Image losgeworden ist und in Blood Diamond einen eher zwiespältigen Charakter verkörpert, und Djimon Hounsou als der gute, sorgenvolle Vater Solomon spielen ihre Rollen sehr überzeugend, vor allem in den gemeinsamen Szenen schaffen sie es, die Unterschiede der Charaktere toll rübrzubringen. Die beiden Oscar-Nominierungen für DiCaprio als bester Hauptdarsteller und Hounsou als bester Nebendarsteller sind also durchaus gerechtfertigt. Jennifer Connelly macht als neugierige Journalistin eine gute Figur und trägt vor allem in den ruhigeren Szenen viel zum moralischen Aspekt bei.

Fazit: Edward Zwicks Blood Diamond ist Thriller, Action- und Abenteuerfilm, Polit-Drama und (mit deutlichen Abstrichen) Lovestory in einem, wodurch der Film etwas überladen wirkt. Weniger wäre hier mehr gewesen, dennoch ist der Film sehr sehenswert, da er optisch und schauspielerisch überzeugen kann und auf die Verhältnisse in weiten Teilen Afrikas aufmerksam macht. Kein Film, den man sich immer wieder anschauen kann, aber einer, den es sich lohnt einmal gesehen zu haben.

Meine Wertung: 7/10

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