Da mich der gute ixiter ja fast schon dazu genötigt hat, nehme ich mal an seiner Blogparade zum Thema Datenschutz teil. Nein, mache ich natürlich aus freien Stücken, es passt sowieso ganz gut, da die Diskussion gerade erst in den Kommentaren zu meinem Beitrag über Google +1 aufkam.
Die Teilnahme ist noch bis zum 30.06.2011 möglich und jeder, der einen Beitrag schreiben möchte, soll doch bitte auf ixiters Paradenbeitrag verlinken. Hiermit geschehen.
Ich teile meinen Beitrag in zwei Abschnitte. Im ersten Teil versuche ich darzulegen, wie ich mit meinen Daten umgehe, was ich schütze und worauf ich Wert lege, wenn ich irgendwo Angaben mache. Im zweiten Teil gehe ich dann näher auf den Datenschutz als Betreiber eines eigenen Webseite ein, was mich ja in die Verantwortung bringt, die Daten meiner Besucher zu schützen.
Meine Daten: Nehmt sie doch, wenn ihr sie kriegt!
Mit meinen eigenen Daten bin ich eigentlich nicht besonders vorsichtig. Ich bin bei diversen Diensten und Social Networks angemeldet, habe dort auch meinen vollständigen Namen hinterlegt und sowieso lässt sich das meiste über mich schnell herausfinden. Zumindest das, mit dem ich einverstanden bin, dass man es herauskriegen kann. Man braucht ja auch nur hier ins Impressum und auf die About-Seite zu schauen, schon hat man die meisten relevanten Daten beisammen. Und wenn ich dann mal überlege, was man alles aus meinen Blogbeiträgen über mich erfährt… da hält kein Social Network mit! Ich sehe aber nicht ein, warum ich anonym bleiben sollte. Ich schreibe ja keine bedenklichen Dinge hier ins Blog.
Etwas vorsichtiger gehe ich mit meiner Handynummer um, die muss nicht öffentlich irgendwo stehen, aber wenn mich jemand danach fragt, rücke ich die auch raus, kein Problem. Alle großen Datensammler (Google, Facebook, Amazon usw.) haben meine Daten. Na und? Habe ich irgendeinen Schaden davon? Eigentlich nicht. Aber ich habe die Vorteile, die mir diese Dienste anbieten können und über Amazon Empfehlungen bin ich schon auf echt gute Sachen gestoßen! Es ist mir lieber, man bietet mir Musik an, die ich wahrscheinlich gut finde, als Dinge, die ich definitiv nicht brauchen kann, um nur ein Beispiel zu nennen.
Noch etwas zu den Profilen: Die mache ich für “Nicht-Kontakte” schon etwas unsichtbarer als für Freunde, aber auch da gebe ich so viele Informationen preis, wie ich für in Ordnung halte. Warum sollte jemand nicht wissen dürfen, dass ich am 19.11. Geburtstag habe? Oder was interessiert mich, dass irgendwer weiß, auf welchen Webseiten ich gewesen bin? Ich mache ja nichts Unrechtmäßiges.
Daten der User: Ich nehme, was ich brauche (und etwas mehr)
Kommen wir nun also zu den Daten, die ich hier auf der Gedankendeponie speichere. Zunächst einmal sind alle relevanten Fragen in meiner Datenschutzerklärung beantwortet. Ich verheimliche also nicht die Daten, die gesammelt werden. Einerseits, weil das Unrecht ist, andererseits, um möglichst transparent zu sein und jedem die Chance zu geben, entweder seine Daten zu schützen oder mein Angebot hier wahrzunehmen.
Mich selbst interessieren nur die wenigsten der erhobenen Daten. Ich will nicht wissen, wer ihr seid, woher ihr kommt, welchen Browser ihr nutzt usw. Stattdessen interessiert mich am meisten, wie viele ihr seid, was ihr gelesen habt und wie ihr den Weg zur Gedankendeponie gefunden habt, denn damit kann ich etwas anfangen. Wer dahinter steckt ist mir wirklich vollkommen egal. Verwendet wird ansonsten nur, was ihr selbst angebt, zumeist nur die E-Mail-Adresse.
Nun nutze ich auch noch ein paar externe Dienste wie die schon erwähnten Google, Facebook und noch ein paar mehr. Ja, die sammeln auch gewisse Daten über euch, aber mal ganz ehrlich: Wie sensibel sind denn diese Daten? Und was kann damit schon großartig passieren? Wenn ihr bei diesen Diensten angemeldet seid, dann ist es sowieso schon gehupft wie gesprungen. Wenn aber nicht, dann werden die Auswirkungen für euch mit ziemlicher Sicherheit völlig unbemerkt bleiben. Bei allem Respekt, aber wer keinerlei Informationen über sich preisgeben will, sollte sich nicht im Internet aufhalten. Was in der realen Welt gilt, sollte auch virtuell gelten. Oder verweigert ihr beim Alkoholkauf auch das Zeigen eures Ausweises, weil es den Verkäufer nichts angeht, wer sich da zudröhnen will? Wer das nicht will, sollte eben keinen Alkohol kaufen.
Und in gewisser Weise sehe ich die Verantwortung eben auch bei den Usern: Warum soll ich mein Angebot beschränken oder gar verschlechtern, nur weil jemand sich nicht darum bemüht oder bemühen will, seine Daten zu verschleiern?
Was ich aber noch sagen kann: Niemals werde ich wissentlich irgendwelche Daten außer die in der Datenschutzerklärung aufgezählten herausgeben, es sei denn ich werde vom Gesetzgeber dazu gezwungen. Also falls mich jemand zum Beispiel nach eurer E-Mail-Adresse fragt, werde ich die selbstverständlich nicht herausrücken, sonden mit euch Rücksprache halten und das nur mit eurem Einverständnis tun. Und verkauft werden eure Daten von mir sowieso nicht.
Noch ein paar allgemeine Gedanken
Irgendwie ist die Datenschutzdebatte doch wieder typisch deutsch, oder? Ich weiß zwar nicht genau, wie es in anderen Ländern gehandhabt wird, aber so dilettantisch wird doch nur hier darüber diskutiert. Dass man sich einen gewissen Grad an Datenschutz erhalten soll, das sehe ich zwar auch so, aber man kann es wie mit allem auch hier übertreiben. Wenn eine Seite gewisse Daten sammelt, um sein Angebot zu verbessern, dann ist das okay. Fast jeder Blogger sammelt Daten für Statistiken, um zu sehen, was gut ist und was nicht so gut.
Wichtig ist nur, dass die Daten nicht missbraucht werden. Das heißt, dass einem ungefragt Werbung ins Haus flattert. Daten sollen ruhig für die eigenen Zwecke benutzt werden, nur einen (Weiter-)Verkauf lehne ich strikt ab. Denn niemand (außer mir) sollte das Recht haben, mit meinen Daten reich zu werden.
Zusammenfassend würde ich also sagen: Beim Thema Datenschutz weniger kleinlich sein und mehr Eigenverantwortung zeigen. Wenn ich nicht will, dass bestimmte Dinge über mich im Internet kursieren, dann bringe ich sie auch gar nicht erst rein. Ich will keinen gläsernen Bürger, aber das rechte Maß ist wichtig.


