Über die Relevanz von Blogs kann man sicherlich kontrovers diskutieren, ein Fakt ist aber, dass Blogs heutzutage schon teilweise recht gut wahrgenommen werden und für Firmen eine nicht unerhebliche Plattform der Meinungsbildung sind. Nicht umsonst werden kritische Blogger abgemahnt oder häufen sich Anfragen für Werbung und Kooperationen.
Doch muss man als Blogger nicht immer nur darauf warten, bis sich eine Firma welcher Art auch immer bei einem meldet und ein Angebot unterbreitet. Man kann auch selbst die Initiative ergreifen und sich an diverse Firmen wenden. Weil vielleicht nicht jeder genau weiß, wie er dabei vorgehen soll, habe ich mal ein paar Gedanken zum Thema gesammelt und will sie gern zur Verfügung und zur Diskussion stellen.
Vorbemerkung: Warum sollte ich mich überhaupt an Firmen wenden wollen?
Dazu gibt es mehrere Gründe. Vielleicht möchtest du ein Gewinnspiel veranstalten und suchst attraktive Preise, die du verlosen kannst. Oder es gibt ein Produkt, das du gern testen möchtest, um anschließend darüber zu berichten. Möglicherweise benötigst du für einen Blogpost auch ein paar Informationen und/oder Bilder aus erster Hand, um deinem Beitrag einen gewissen Mehrwert zu verpassen.
Der Grund deiner Anfrage sollte jedenfalls nicht sein, dass du einfach kostenlos irgendetwas abgreifen willst. Das kommt nämlich nicht gut an und funktioniert auch zumeist nicht.
1. Stelle Anfragen, die zu deinem Blog passen
Zunächst muss man natürlich wissen, was man überhaupt anfragen möchte. Es ist relativ sinnlos, irgendwelche Technik-Gadgets anzufragen, wenn sich das Blog nicht auch um Technik dreht. Hat man ein Musikblog, könnte man zum Beispiel Glück haben, wenn man bei Plattenfirmen nach Promo-Versionen von Alben für eine Rezension fragt. Ihr könnt damit rechnen, dass sich die Firmen, die ihr anschreibt, euer Blog auch ansehen und dann abwägen, ob eine Herausgabe sich wirklich lohnt. Je kleiner und neuer euer Blog ist, desto mehr Abstriche müsst ihr natürlich machen.
2. Bleibe realistisch
Bei allem Wert, den Werbung auch in Blogs hat, sollte man schon realistisch bleiben bei seinen Anfragen. Beispielsweise nach einem Macbook zu fragen dürfte kaum von Erfolg gekrönt sein, denn erstens ist der Wert eines solchen viel zu hoch und zweitens hat eine Firma wie Apple eine Werbung in Blogs wohl wirklich nicht nötig. Es gilt die Regel: Je geringer der Wert eines Produktes, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man es zur Verfügung gestellt bekommt. Man sollte sich aber auch nicht unter Wert verkaufen. Das gleiche gilt für die Firmen: Je kleiner sie sind, desto aufgeschlossener reagieren sie. Die “Big Player” der Branche haben Werbung in Blogs nicht so sehr nötig. Meist kann man sich da recht gut im Vorfeld informieren.
3. Finde den richtigen Ton
Eine Anfrage wird im Normalfall wohl per E-Mail gestellt. Diese solltest du in einem höflichen und freundlichen Ton verfassen. Auch eine vernünftige Orthographie ist von Vorteil. Jeder Eindruck zählt und kann den Ausschlag geben. Also schreibe eine Begrüßung, stelle dich vor, formuliere ganze Sätze und halte dich an die Grundregeln der Rechtschreibung und Grammatik. Bedenke: Du möchtest etwas und bist definitiv nicht in der Position, etwas zu fordern oder gar irgendwelche Bedingungen zu stellen. Darum solltest du auch klar formulieren, mit welcher Absicht du deine Anfrage stellst.
4. Wirf deine Stärken in die Waagschale
Selbstverständlich ist es richtig und wichtig, überzeugend zu wirken. Dazu sollte man definitiv seine Stärken betonen, ohne es aber zu übertreiben. Wenn du mit ganz guten Besucherzahlen punkten kannst, erwähne sie ruhig. Nicht falsch ist es auch, darauf hinzuweisen, dass man schon ähnliche Posts (beispielsweise Albumkritiken bei der Anfrage einer CD) geschrieben hat und schicke Links mit. Auf keinen Fall solltest du Unwahrheiten schreiben. Dafür kannst du zum Beispiel ruhig erwähnen, dass du selbstverständlich einen Link zur Homepage der jeweiligen Firma etc. setzt.
5. Lass dich nicht entmutigen
Zunächst einmal muss man natürlich etwas Mut fassen, um überhaupt eine Anfrage zu stellen. Doch warum eigentlich? Das Schlimmste, das passieren kann, ist, eine Absage zu bekommen. Manchmal bekommt man auch gar keine Antwort. In der Regel werden solche Anfragen aber recht wohlwollend aufgenommen und auch freundlich beantwortet. Wenn es dann eine Absage gibt, ist das kein Grund, sich entmutigen zu lassen. Einfach weiterprobieren. Ich selbst habe bisher aber fast immer gute Erfahrungen gemacht und mir wurden manchmal sogar zusätzliche Angebote gemacht oder eine Alternative vorgeschlagen, wenn meine Anfrage nicht umsetzbar war.
6. Nacharbeit
Wenn alles reibungslos über die Bühne gelaufen ist, kann es nicht schaden, ein bisschen Nacharbeit zu betreiben und sich für die gute Zusammenarbeit zu bedanken, einen Link zum fertigen Artikel zu schicken und eine weitere Kooperation in Aussicht zu stellen. So knüpfst du als Blogger gute Kontakte und auch die meisten Firmen sind an guten Beziehungen zu Bloggern interessiert. Und was einmal gut funktioniert hat, klappt doch sicher auch ein zweites Mal.
Eure Erfahrungen
Kurz zusammengefasst solltet ihr bei Anfragen stets freundlich sein, realistisch bleiben und keine Scheu haben. Dann werdet ihr sehen, dass ihr nicht immer, aber doch oft Erfolg haben und zumindest freundliche Antworten erhalten werdet.
Zum Schluss würde mich natürlich interessieren, ob ihr schon mal selbst eine Anfrage an eine Firma etc. gestellt habt und wenn ja, welche Erfahrungen ihr damit gemacht habt. Auch dürft ihr natürlich gerne Stellung nehmen zu meinen Punkten oder mich ergänzen, falls ich etwas vergessen haben sollte. Ich bin gespannt!

