CD-Check
CD-Check: Unheilig – Puppenspiel (Ltd.)
Kritik
Musikalisch muss zu Unheilig eigentlich nicht mehr viel gesagt werden, das ist schon bei den Alben Zelluloid und Frohes Fest ausreichend geschehen. Allerdings entwickeln auch Künstler sich weiter und so fällt deutlich auf, dass die Gitarren mehr in den Vordergrund gerückt sind. Dennoch besteht das Grundgerüst noch aus größtenteils sehr tanzbaren und fetzigen Electrosounds. Am wichtigsten bleibt aber die Stimme des Grafen, die einfach unter die Haut geht. Auf Puppenspiel hat er es geschafft, dieser noch mehr Vielfalt zu geben und bringt die Lyrics in verschiedenen Songs von bedrohlich (“Die Bestie”) bis warm (“An deiner Seite”) rüber. Immer passend zu den Songs, die sehr abwechslungsreich ausgefallen sind. Schnelle, treibende Songs (“Puppenspieler”) wechseln sich mit eingängigen Dancetracks (“Lampenfieber”) und wunderschönen Balladen (“Sei mein Licht”) ab. Einfach fantastisch. Auch textlich gibt es nichts zu meckern. Obwohl viele Texte laut Aussage des Grafen autobiografisch sind, hat er sie so verpackt, dass jeder seine eigene Interpretation einbringen kann. Die Texte sind wie seit dem zweiten Album gewohnt komplett auf Deutsch und voll mit Metaphern.
Puppenspiel gibt es in einer normalen Version mit 14 Tracks und in einer limitierten Version im Digipack mit 2 Bonustracks. Selbst die normale Version hat schon eine Spieldauer von gut 66 Minuten und liegt damit weit über dem Durchschnitt. Mit den 2 Bonustracks, die wirklich zu empfehlen sind, kommt das Album gar auf 75 Minuten Spielzeit. Und dabei ist kein einziger Song ein Lückenfüller, das Album lässt sich ohne weiteres in einem Zug durchhören. Das Booklet enthält alle Songtitel und Danksagungen in gut lesbarer Schrift auf komplett schwarzem Hintergrund. Da wäre durch ein schönes Artwork noch mehr drin gewesen, schadet dem Gesamteindruck aber nicht. Ein besonderer Kniff ist bei den Bonustracks der limitierten Version gelungen. Da diese ja meistens nicht noch im Booklet abgedruckt werden können, wurden diese einfach auf die Innenseite des Digipacks gedruckt. Eine sehr gute Lösung!
Fazit
Mit Puppenspiel haben Unheilig ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Die Qualität der Musik und der Texte wurde noch einmal gesteigert und auch das Drumherum (Aufmachung, Spieldauer) lässt keine Wünsche offen. Schnell taucht man in die Welt des Puppenspiels ein und wird so schnell nicht mehr losgelassen.
Unheilig – Puppenspiel [Ltd.] (Album)
Facts:
- Tracks: 14 (Ltd. 16)
- Gesamtspieldauer: 1:06:16 (1:15:49)
- Erscheinungsjahr: 2008
- Genre: Gothic / Electro
- Homepage: www.unheilig.com
- Anspieltipps: Spiegelbild, Sei mein Licht, Feuerengel
Einzelwertung:
Texte: 10 von 10
Musik/Produktion: 10 von 10
Cover/Booklet & Artwork: 9 von 10
Spieldauer: 10 von 10
Ohrwurmfaktor: 9 von 10
Gesamt: 10 von 10 Punkten
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CD-Check: Planlos – Feuer & Flamme
Kritik
Nach ihrem letzten Studioalbum Klartext ist es bis auf die erste Live DVD vom Konzert im Düsseldorfer TOR 3 recht still um die Jungs aus Grevenbroich geworden. Doch nun sind die Punk Rocker wieder da mit ihrem neuen Album Feuer & Flamme und bieten erneut ihr ganzes Können auf, um den Erwartungen der Fans gercht zu werden. Wirklich große Experimente wagen sie nicht, sondern bauen eher ihre Fähigkeiten, intelligentes Songwriting und vielseitige musikalische Inszenierung, weiter aus. Da kann ja eigentlich nicht mehr viel schief gehen.
Wie schon erwähnt, musikalisch wagen Planlos keine großen Experimente. Wie eh und je gibt es manchmal schnelle, rockige Stücke, die zum Feiern einladen (“Etiketten”), aber genauso auch etwas langsamere Tracks mit etwas schwermütigeren Texten (“Wenn es regnet”). Aber auch Ska-Elemente sind zu hören (“Alles super”). Gitarre, Bass, Drums und die Stimme von Frontmann und Mastermind Pino Avanzato, das sind die Mittel, mit denen Planlos Musik machen, die mitreißt – sowohl im Kopf als auch im Tanzbein. Auch der ein oder andere Ohrwurm ist garantiert, wenngleich das Album weniger eingängig ist als die Vorgänger.
Leider ist die Spieldauer des Albums nur durchschnittlich: Die 12 vorhandenen Tracks sind nach gut 42 Minuten schon vorbei. Dafür ist immerhin kein Song ein Totalausfall und man kann die Scheibe auch gut mehrfach hintereinander hören. Dabei nimmt man am Anfang noch am Besten das schöne Booklet zur Hand, das in stylischem Warn-Orange gehalten und mit entsprechenden Warnhinweisen versehen ist und alle Texte und ein paar Zusatzinfos gut leserlich auflistet. Volle Punktzahl, zumal es sich um ein schönes Digipack handelt.
Fazit
Planlos geben die Marschrichtung an, so hört sich guter deutschsprachiger Punk-Rock an: Intelligente Texte und abwechslungsreicher Sound bringen Höchstpunktzahlen in den Kategorien Musik und Texte. Es mangelt lediglich ein wenig an richtigen Ohrwürmern und die Spieldauer müssen die Jungs auch erhöhen, dann steht den höchsten Wertungen nichte mehr im Wege. Wer deutschsprachigen Punk-Rock mag, muss dieses Album haben.
Planlos – Feuer & Flamme (Album)
Facts:
- Tracks: 12
- Gesamtspieldauer: 42:40
- Erscheinungsjahr: 2008
- Genre: Punk Rock
- Homepage: www.planlos.de
- Anspieltipps: Wenn es regnet, Schwarzes Schaf
Einzelwertung:
Texte: 9 von 10
Musik/Produktion: 9 von 10
Cover/Booklet & Artwork: 10 von 10
Spieldauer: 5 von 10
Ohrwurmfaktor: 5 von 10
Gesamt: 8 von 10 Punkten
[starreview]
CD-Check: Solar Fake – Broken Grid
Kritik
Solar Fake ist das Solo-Elektroprojekt von Sven Friedrich, dem Sänger von Zeraphine und den Dreadful Shadows. Elektronische Klänge sind ja heutzutage keine Seltenheit mehr und so wirkt die Musik auch nicht störend künstlich. Außerdem bleibt Sven Friedrichs unverwechselbare Stimme in den allermeisten Liedern glücklicherweise ohne elektronische Verzerrung, denn genau die Songs, in denen das der Fall ist, fallen im Vergeich ein wenig ab. Die Tracks sind recht abwechslungsreich, es gibt schnelle und laute Stücke (“Hero & Conquereor”), aber auch langsamere und ruhigere (“Your hell is here”), oft haben die Stücke auch in sich eine eigene Dynamik. Insgesamt dürfte die elektronisch erzeugte Musik aber nicht jedermanns Sache sein, ich empfehle daher erstmal reinzuhören. Wenn man sich aber erst einmal drauf eingelassen hat, erwartet einen extrem tanzabre Musik, die absoluten Ohrwurmcharakter hat. Und auch bei den Texten lässt sich Sven Friedrich nichts vormachen, der Mann ist einfach ein begnadeter Songschreiber. So sind die Lyrics gespickt mit Metaphern und gleichzeitig persönlich und offen für Interpretationen, dass jeder etwas ganz eigenes aus den Songs für sich herausziehen kann.
Und nicht nur Musik und Texte lösen Begeisterungsstürme aus, auch die Spieldauer und das Booklet bieten Grund zur Freude. Das Album spielt sehr gute 52:25 Minuten und schafft es auch, die ganze Zeit über genug Abwechslung zu bieten, dass auch ein erneutes Anhören im Anschluss gut möglich ist, ohne das ein Track der Skiptaste zum Opfer fallen muss. Das Booklet steigert das ganze noch einmal, da alle Texte (bis auf das Radiohead-Cover “Creep”, da fehlte die Lizenz) abgedruckt sind und die Aufmachung wirklich sehr schön ist. Die Schrift ist gut lesbar und das Artwork ist stilsicher integriert. Absolut vorbildlich.
Fazit
Ein mehr als gelungenes Debut von Solar Fake. Sven Friedrich beweist einmal mehr sein gutes musikalisches Gespür und liefert mit Broken Grid einen Einstand nach Maß ab. Mit “Here I stand” und “Your hell is here” enthält das Album zwei absolute Hits und Ohrwürmer. Für Fans von Zeraphine und Dreadful Shadows ein Muss, alle Electro-Fans sollten unbedingt mal reinhören.
Solar Fake – Broken Grid (Album)
Facts:
- Tracks: 12
- Gesamtspieldauer: 52:25
- Erscheinungsjahr: 2008
- Genre: Electro
- Homepage: www.solarfake.de
- Anspieltipps: Here I stand, Your hell is here
Einzelwertung:
Texte: 10 von 10
Musik/Produktion: 8 von 10
Cover/Booklet & Artwork: 10 von 10
Spieldauer: 10 von 10
Ohrwurmfaktor: 8 von 10
Gesamt: 9 von 10 Punkten
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CD-Check: The Offspring – Splinter
Kritik
The Offspring ist eine Punkrock-Band der alten Schule. Die Musik ist deswegen recht einfach gestrickt, Gitarren, Bass und Drums bestimmen die meisten Songs, die auch nur so aus den Boxen krachen. Allerdings wagen die Kalifornier auf Splinter erstmals ein paar Experimente, Popeinschläge finden sich genauso wie Spuren von Reggae (“The Worst Hangover Ever”, “Spare Me the Details”). Meiner Meinung nach fallen diese Songs qualitativ eindeutig vom Rest ab, was die Musik angeht. Dafür sind die Texte recht witzig gemacht. In den anderen Songs gibt es aber auch Tiefsinnigeres zu hören (“Race Against Myself”, “Lightning Rod”). Insgesamt ist man von den Jungs aber Besseres gewohnt. Wenn man Offspring schon länger kennt und liebt, wird man mit einigen Songs sicher etwas hadern.
Was die Spieldauer angeht, so grenzt Splinter fast schon an eine Frechheit, die Gesamtspieldauer beträgt gerade mal 32 Minuten bei 12 Tracks. Von diesen kann man aber gleich nochmal 2 Tracks abziehen, da einer als Intro fungiert und der letzte (“When You’re in Prison”) nicht als vollwertiger Song gelten kann, da er eher an alte Musik vom Grammophon erinnert und irgendwie nichts mit Offspring zu tun hat. Bleiben noch 28:18 Minuten, was für ein Vollpreisalbum einfach viel zu wenig ist. Schadensersatz leistet das sehr gute Booklet, in dem alle Texte (bis auf die 2 erwähnten Songs) gut lesbar vorhanden sind und das recht ansprechend gestaltet ist. Da gibt es eigentlich nichts zu meckern.
Fazit
Splinter ist eindeutig das schwächste Album von The Offspring. Zwar finden sich einige Songs mit absolutem Ohrwurmcharakter aud der Scheibe, jedoch fallen viele Songs vom Rest ab. Außerdem ist die Spieldauer extrem kurz, sodass Splinter nach einigen Durchläufen doch eher im Regal bleibt und man lieber die älteren Alben wieder herausholt.
The Offspring – Splinter (Album)
Facts:
- Tracks: 12
- Gesamtspieldauer: 31:58
- Erscheinungsjahr: 2003
- Genre: Punk (-Rock)
- Homepage: www.offspring.com
- Anspieltipps: The Noose, Hit That, Race Against Myself
Einzelwertung:
Texte: 7 von 10
Musik/Produktion: 6 von 10
Cover/Booklet & Artwork: 9 von 10
Spieldauer: 0 von 10
Ohrwurmfaktor: 5 von 10
Gesamt: 5 von 10 Punkten
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CD-Check: Staubkind – Zu weit
Kritik
Musikalisch hat sich bei Staubkind im Vergleich zum Vorgänger Traumfänger verhältnismäßig wenig getan. Einzig die Einflüsse aus dem Electro- und Gothic-Bereich sind ein wenig in den Hintergrund getreten, das Album wirkt insgesamt rockiger. Doch fehlt es nicht an Abwechslung, da es auch ein paar stillere Balladen gibt (“Wenn du schläfst”, “Als ich fortging”). Stimmlich ist Sänger Louis Manke auf dem selben hohen Niveau wie auf dem Vorgänger, sein Gesang passt perfekt zu der durch die Texte erzeugten Atmosphäre. Die Texte eignen sich auch wieder eher für melancholische Momente, da sie hauptsächlich sehr persönliche und schmerzliche Gefühle wie Liebeskummer beschreiben – häufig wird in den Texten ein “Du” angesprochen. Wenn man selbst in der richtigen Stimmung ist, sind die Texte sehr bewegend. Lediglich Abwechslung kann man ein bisschen vermissen.
Wie das Vorgängeralbum hat auch Zu weit eine erfreulich lange Spieldauer. Die 14 Tracks – von denen einer ein Intro ist und der letzte eine Akustikversion des Songs “Viel mehr” vom letzten Album – kommen insgesamt auf eine Spieldauer von 55 Minuten. Dafür wurde aber auch ein Manko des Vorgängers übernommen: Wieder einmal sind nicht alle Songtexte im Booklet enthalten. Völlig unverständlich dieser Schritt, da die Texte sehr gehaltvoll und gut sind. Dafür stimmt das Drumherum wieder, das rein schwarz-weiße Booklet gefällt durch seine Schlichtheit und ist sehr gut lesbar.
Fazit
Staubkinds zweites Album Zu Weit geht die im Debutalbum eingeschlagene Richtung konsequent weiter und dürfte die Erwartungen und Hoffnungen der Fans klar erfüllen. Es bietet aber wenig Neues, sondern mehr vom Bewährten. Das Ergebnis kann man durchaus als gelungen betrachten und eignet sich vor allem wieder für die ein oder andere einsame Stunde.

Staubkind – Zu Weit (Album)
Facts:
- Tracks: 14
- Gesamtspieldauer: 55:01
- Erscheinungsjahr: 2007
- Genre: Alternative Rock
- Homepage: www.staubkind.de
- Anspieltipps: Abschied, Zu weit, Wenn du schläfst
Einzelwertung:
Texte: 8 von 10
Musik/Produktion: 8 von 10
Cover/Booklet & Artwork: 6 von 10
Spieldauer: 10 von 10
Ohrwurmfaktor: 6 von 10
Gesamt: 8 von 10 Punkten
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