Manchmal ist es gut, wenn man gute Freunde im Ausland hat. So konnten mir gute bekannte aus Spanien die zweite Staffel der HBO-Serie Rome zuschicken, die dort auch noch die deutsche Tonspur enthält. So konnte ich mich schon vor der Ausstrahlung im deutschen Free-TV und Erscheinen der DVD-Box wieder mit Titus Pullo und Lucius Vorenus auf die Reise ins antike Rom machen. Meine Erwartungen nach der grandiosen ersten Staffel waren sehr hoch. Lest selbst, wie es mir in der zweiten Staffel erging.
Nachdem Caesar ermordet wurde, befindet sich Rom vor einem Bürgerkrieg. Auf der einen Seite die Caesarmörder unter Brutus, die vom Senat unterstützt werden, auf der anderen Seite Caesars Verbündeter Marc Anton und der junge Octavius, den Caesar per Testament zu seinem alleinigen Erben gemacht hat. Ein Kampf um die Herrschaft in Rom beginnt, dessen Ausgang ungewiss ist und der zwifellos im Krieg enden wird. Währenddessen begeht der Legionär Lucius Vorenus eine große Dummheit und verflucht seine eigenen Kinder und ist nach dem Tod seiner Frau nur noch ein Wrack. Jedoch nimmt Titus Pullo sich seiner an und hilft ihm wieder auf die Beine, sodass er die ihm übertragene Aufgabe, auf dem Aventin für Ruhe und Ordnung zu sorgen, wieder aufnehmen kann.
Die zweite Staffel von Rome schließt also genau da, wo die erste aufhörte, man sollte also die erste unbedingt gesehen haben, um die Zusammenhänge zu haben, sofern man sich in der römischen Geschichte nicht so gut auskennt. Die zweite Staffel schließt aber auch inszenatorisch an die hohe Qualität. Set und Kostüme wirken wirklich beeindruckend real und man fühlt sich sofort hineinversetzt in die Antike. Die groben Punkte der Handlung sind den historischen Fakten nachempfunden, allerdings nimmt sich die Serie auch einige Freiheit, was aber überhaupt nicht stört. Störend ist da eher, dass einige Nebenhandlungen (Vorenus und seine Kinder) einen immer wieder komplett aus der Haupthandlung herausreißen und nicht an deren Qualität heranreichen können. Dennoch folgt man dem Geschehen immer interessiert und mit Spannung. Nach einer Folge möchte man am liebsten gleich weiterschauen, weil es meistens einen fiesen Cliffhanger am Ende jeder Episode gibt.
Der Cast ist im Großen und Ganzen derselbe geblieben. Einige Figuren sind neu hinzugekommen, andere sind gegangen, aber die Qualität ist gleich gut geblieben. Kevin McKidd (“Journeyman”) als Lucius Vorenus und Ray Stevenson (“Punisher: War Zone”) als Titus Pullo sind die zentralen Identifikationsfiguren und könnten unterschiedlicher nicht sein. James Purefoy (“Blessed”) verkörpert den vulgären, selbstsüchtigen Mark Anton auf eine Arte und Weise, die genau demr entspricht, die ich mir vorgestellt hatte. Insgesamt kauft man allen ihre Rolle ab, was sehr zur hervorragenden Atmosphäre beiträgt.
Fazit: Die zweite Staffel von Rome ist wie schon die erste äußerst sehenswert. Kostüme und Kulissen suchen nach wie vor ihres gleichen und entführen einen in ein schmutziges und vulgäres antikes Rom. Auch wenn man sich nur grob an den historischen Fakten orientiert hat, werden Kenner viele Parallelen wiedererkennen. Abseits der historischen Handlung kommen zwar immer mal wieder ein paar inhaltliche Schwächen auf, aber langweilig ist die Serie zu keinem Zeitpunkt. Die erste Staffel war zwar einen Tick besser, aber wer die mochte, wird auch von der zweiten nicht enttäuscht sein. Ich werde die Streifzüge mit Titus Pullo und Lucius Vorenus vermissen!
Meine Wertung: 8/10
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