Als schon längere Zeit nach dem Ende der Serie bekannt wurde, dass Futurama mit vier Spielfilmen fortgesetzt werden würde, war die Freude bei den Fans riesig. Die Filme erreichten zwar nicht ganz das Niveau der Serie, waren aber doch durchweg gute Unterhaltung für die nach mehr dürstenden Fans. Das schlug sich auch in den Verkaufszahlen nieder und Gerüchten zufolge wird derzeit überlegt, ob es vielleicht doch eine weitere Staffel geben soll. Doch das ist Zukunftsmusik, nun erstmal die Review zum vierten und letzten DVD-Film von Futurama mit dem bescheuerten deutschen Titel “Leela und die Enzyklopoden”, im Original “Into the wild green yonder”.
Die Planet-Express-Crew ist zu Gast auf dem Mars bei den reichen Eltern von Amy Wong, Leo und Inez. Diese reißen dort das alte Mars Vegas ab und wollen ein neues, größeres zu bauen. Gegen dieses Vorhaben protestiert eine Gruppe Öko-Feministinnen, die die Zerstörung der Umwelt nicht gutheißen. Als diese vom Gelände entfernt werden sollen, kommt es zu einem Unfall, bei dem ein Schmuckstück in Frys Kopf stecken bleibt, wodurch er plötzlich Gedanken lesen kann, wodurch der Geheimbund der Matschbirnen auf ihn aufmerksam wird. Weil Mr. Wong einen inter-galaktischen Riesenminigolfplatz bauen will, der die Zerstörung eines belebten Zwergplaneten erfordert, schließt sich Leela den Öko-Feministinnen an, während Fry von den Matschbirnen den Auftrag bekommt, sich bei den Wongs einzuschleichen und die Zerstörung zu verhindern, da der Zwergplanet mehr ist, als er zu sein scheint…
Anhand des Inhalts wird schnell deutlich: Leela und die Enzyklopoden hat sich den Naturschutz als Hauptthema ausgesucht. Das haben wir allerdings schon in mehreren Episoden der Serie gesehen und war dort auch weitaus besser gelöst. Weiterhin gibt es kleinere Anspielungen auf den Pokerhype und auf Gangsterfilmklischees. Auch letzteres ist schon aus mehreren Episoden bekannt. So hat der vierte Futurama-Film leider nicht viel Neues zu bieten und bleibt dahingehend klar hinter den Vorgängerfilmen zurück. Das gilt auch für die Gagdichte und -qualität – wirklich lauthals lachen kann man nur selten.
Das hört sich nun alles recht schlecht an und in gewissem Maße ist es das auch, wenn man die Serie als Vergleich heranzieht. Dennoch ist das Wiedersehen mit Fry, Leely, Bender und Co. nicht langweilig. Man ist nur besseres gewohnt. Doch hat der Film auch wirklich seine großen Momente, etwa die zahlreichen Anspielungen auf das erneute Serienfinale, das nicht unbedingt eines bleiben wird. So spielt beispielsweise eine Szene im Planet Express Gebäude, in der Professor Farnsworth die Firma schließen will (draußen hängt ein Schild “Going Out Of Business Forever! Again!”) und Zoidberg und Hermes die Karrierechips entfernt (Anspielung auf die erste Folge), sie ihnen aber kurze Zeit später wieder einsetzt. Auch gibt es einen Cliffhanger am Ende, der eine Fortführung der Handlung zulässt. Dennoch ist das Ende deutlich schwächer als das ursprüngliche Ende der vierten Staffel.
Kein Futurama-Film ohne Gaststars: In dieser Episode geben sich der Rapper und Schauspieler Snoop Dogg, der Erfinder von Family Guy und American Dad, Seth MacFarlane und das Trickkünstler- und Komiker-Duo Penn & Teller die Ehre. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit vielen Nebenfiguren wie dem Donbot und seinem Lakaien Klemmer. Auf einer großen Versammlung sind auch 250 Nebencharaktere aus allen Folgen zu sehen, eine sehrschöne Reminiszenz. Die DVD ist wieder randvoll mit Extras wie 10 Liebestipps von Zapp Brannigan einem Zeichenkurs, entfallenen Szenen und vieles mehr.
Fazit: Leela und die Enzyklopoden ist leider der schwächste der vier erschienenen DVD-Filmen von Futurama. Nur noch wenige Gags bringen einen dazu mehr als nur zu schmunzeln und die Story fängt zwar gut an, lässt aber sehr stark nach. Sehr schade auch, dass der Film den neuen Schlusspunkt der Serie setzt, das Finale der vierten Staffel wirkte da wesentlich stimmiger. Bleibt nur zu hoffen, dass es doch dazu kommt, dass Futurama noch einmal neu aufgelegt wird – einige Anspielungen dahingehend stimmen hoffnungsvoll. Ansonsten bleibt das Finale leider weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Meine Wertung: 6/10
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