Tag Archiv für Krimi

Papierflieger: Jutta Profijt – Kühlfach betreten verboten

»Der Kangoo klebte an dem Brückenpfeiler wie ein Furunkel an der Sitzritze, aber der Fahrersitz war leer. Das war erstaunlich, denn die Faltschachtel sah nicht gut aus. Okay, so ein rollender Schuhkarton sieht nie gut aus, aber was ich damit meine, dürfte klar sein: die Karre war Schrott und der Fahrer hätte eigentlich schlaff im Gurt hängen sollen. Mindestens mit Schleuderhirn, vielleicht sogar mit einem Knick im Genick.«

Jutta Profijt - Kühlfach betreten verboten

Jutta Profijt: Kühlfach betreten verboten | 320 Seiten | dtv | EUR 9,95 | Release: 01.01.2012 | ISBN 978-3-423-21340-0

So beginnt der vierte Band aus der Kühlfachreihe von Jutta Profijt; Geist Pascha – seines Zeichens Frauen- und Gangsterversteher, Ex-Autoknacker und personifizierte oder vielleicht besser »vergeistete« Kodderschnauze ist zurück und mit ihm der etwas verschrobene Gerichtsmediziner Martin Gänsewein, der als einzig lebender mit Pascha kommunizieren kann, und dessen Freundin Birgit.

Nachdem sich Pascha in den ersten drei Büchern nacheinander mit seinem eigenen, nicht ganz natürlichen, Tod, mit einer Nonne und mit einem zeitweiligen Chaos im gerichtsmedizinischen Institut auseinandergesetzt hat, muss er im vierten Babysitter für vier präpubertierende Neugeister spielen, deren menschliche Hüllen nach dem Verkehrsunfall im künstlichen Koma verweilen. Wenn Edi (Edeltraud), Jo (Johannes-Marius), Bülent und Niclas nicht gerade Pascha mit ihrer Klugscheißerei auf die Nerven gehen, streiten (und beleidigen) sie sich untereinander, aber in gewisser Weise mag Pascha die vier, bedeuten sie doch ein bisschen Gesellschaft für ihn und helfen beim neuesten Fall: Die Fahrerin des Kangoos ist nicht nur die Klassenlehrerin der vier, sondern auch noch, seitdem ihr Wagen den Pfeiler geknutscht hat, verschwunden. Wenig später wird die Leiche einer jungen türkischen Frau gefunden, die einen Zettel mit der Handynummer der Lehrerin bei sich trug. Weiterlesen

Filmriss: Castle (Season One)

Krimiserien gibt es ja wie Sand am Meer, da müssen sich die Autoren schon gewisse Besonderheiten einfallen lassen, um sich von der Masse abzuheben und die Zuschauer zu fesseln. Castle versucht das durch eine Mischung aus Komik und Drama gepaart mit einer ungewöhnlichen Figurenkonstellation. Ob das ausreicht, um zu begeistern, erfahrt ihr in der folgenden Review zur ersten Staffel.

Castle (Season 01)Richard Castle ist ein sehr erfolgreicher Krimiautor, der aber zur Zeit ein recht unangenehmes Problem hat: Ihm fehlt die Inspiration. Als eines Tages in New York zwei Morde exakt so verübt werden, wie Castle sie in seinen Romanen beschrieben hat, tritt die Polizei an ihn heran, um ihn um Hilfe bei der Aufklärung des Falls zu bitten. Nachdem er Detective Kate Beckett bei der Lösung des Falles behilflich war, lässt Castle seine Beziehungen zum Bürgermeister spielen, um fortan weiter bei den Ermittlungen dabei sein zu dürfen, damit er die Erlebnisse für seinen neuen Roman verwenden kann, dessen Hauptfigur Nikki Heat er nach dem Vorbild Becketts erstellt.

Castle versucht sich, wie eingangs schon erwähnt, an einer Mischung aus Comedy und Drama. Das äußerst sich in erster Linie durch den insgesamt eher lockeren Ton, der angestimmt wird. Castle hat immer einen lockeren Spruch auf Lager und liefert sich immer wieder amüsante Wortgefechte mit Detective Beckett. Dramatische Elemente kommen vor allem dann auf, wenn die Angehörigen von Ermordeten zu Wort kommen oder es um die Vergangenheit Becketts geht, deren Mutter ermordet wurde, der Mord aber nie aufgeklärt wurde.

Unspektakulär ist die Inszenierung der einzelnen Folgen. Jemand wird ermordet, es werden potentielle Täter ausgemacht und verhört und am Ende folgt ein Twist und meistens ist der Täter jemand, mit dem man auf den ersten Blick nicht gerechnet hätte. Originell ist das nicht, aber im Krimigenre bleibt ja auch nicht so viel Spielraum. Man sollte nur einfach nicht zu viel erwarten, zumal die Serie abgesehen von wenigen Anspielungen und Rückgriffen keine wirklich episodenübergreifende Handlung hat.

Das große Plus der Serie sind die beiden Hauptdarsteller, die sich sehr schnell in die Herzen der Zuschauer spielen. Zum einen der großartige Nathan Fillion (“Firefly“), dem die Rolle des von sich selbst überzeugten, aber immer charmanten Krimiautors Richard Castle wie auf den Leib geschrieben scheint, zum anderen Stana Katic, die in ihrer Rolle der smarten Ermittlerin Kate Beckett den perfekten Gegenpart gibt. Da stimmt einfach die Chemie, wodurch die Serie sehr gewinnt. Die Nebendarsteller fügen sich sehr gut ein.

Fazit: Castle ist eine nette Serienunterhaltung für Zwischendurch, von der man aber nicht allzu viel erwarten sollte. Die Folgen laufen alle nach demselben Schema ab, die zu lösenden Fälle reißen einen kaum aus dem Sitz. Grundsolide Kost also, die vor allem durch die beiden grundsympathischen Hauptdarsteller, die hervorragend miteinander harmonieren, besticht und zum Weiterschauen einlädt. Es ist aber noch deutliches Steigerungspotenzial vorhanden.

Meine Wertung: 6/10

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Filmriss: Veronica Mars (Season Three)

Es ist immer sehr schade für die Fans einer Serie, wenn selbige irgendwann abgesetzt wird. Einige Figuren wachsen einem ans Herz und man verfolgt ihr (fiktionales) Leben mit viel Interesse. Doch irgendwann ist jede Serie vorbei und damit muss man sich abfinden. Bitter ist es jedoch, wenn eine Serie beendet werden muss, bevor sie ein vernünftiges Ende erfahren kann, etwa wenn die Quoten nicht gut genug sind. Ein solches Schicksal ereilte leider auch Veronica Mars, für die eine vierte Staffel in Planung war, die aber nicht mehr produziert wurde. Ob es sich trotzdem lohnt, in die dritte Staffel hineinzuschauen, erfahrt ihr in der folgenden Review:

Veronica Mars (Season 03)Für Veronica beginnt ein neuer Abschnitt ihres Lebens: Nach ihrem Abschluss an der Neptune High beginnt sie nun ihr erstes Semester am renommierten Hearst College. Mit dabei sind auch ihre Freunde Wallace, Mac und natürlich Logan, mit dem sie zusammen ist. Und obwohl sie sich vornimmt, sich ein wenig zurückzuhalten, bekommt sie gleich an ihrem ersten Tag ihren ersten Fall. Und schon bald stellt sich heraus, dass ihre detektivischen Fähigkeiten noch öfter gefordert sein werden, spätestens als sich herausstellt, dass Mädchen mit einer Droge gefügig gemacht, vergewaltigt und dann rasiert werden und sich am nächsten Morgen an nichts mehr erinnern. Ins Visier gerät eine nur aus Jungs bestehende Studentenverbindung. Veronica setzt alles in Bewegung, um dem Täter oder den Tätern auf die Schliche zu kommen und macht sich dabei wie immer nicht nur Freunde…

Der Wechsel von der High School zum College gelingt der Serie sehr gut und bietet einige neue Möglichkeiten in der Handlung und für die Fälle, die Veronica wieder lösen muss. Dennoch sind alle wichtigen Figuren integriert und alles wirkt noch immer sehr vertraut, was nicht zuletzt daran liegt, dass der typische Stil der Serie beibehalten wurde. Eine weitere Veränderung ist jedoch, dass es nicht mehr nur einen größeren Fall gibt, der die Rahmenhandlung der Staffel bildet, sondern mehrere etwas kleinere, die in der Qualität ein wenig schwanken. Hinzu kommen die jeweiligen kleinen Fälle, die Veronica in jeder Folge für ihre Mitstudenten und Freunde erledigt. Leider hinterlässt der Abschluss der Staffel viele offene Fragen, weil die Serie nach der dritten Staffel eingestellt wurde. Gute Voraussetzungen für eine vierte Staffel waren schon klar erkennbar.

Kristen Bell und Enrico Colantoni harmonieren auch in der dritten Staffel hervorragend als Veronica und Keith Mars. Auch die anderen Figuren, die einem als Zuschauer regelrecht ans Herz gewachsen sind, werden von ihren Schauspielern weiterhin glaubhaft und authentisch rübergebracht und die neuen Figuren fügen sich nahtlos ein. Insgesamt einer Truppe, der man gern zugesehen hat.

Fazit: Das die dritte Staffel auch die letzte gewesen ist, ist von der Qualität der Serie her völlig unangemessen. Die Mischung aus Humor, Drama und Krimielementen funktionierte nach wie vor gut und hat bisher noch keine Verschleißerscheinungen erlebt, im Gegenteil, durch den Ortswechsel und den Handlungsverlauf kam genug frischer Wind für weiteren Stoff hinein, der aber leider nicht mehr zu sehen sein wird. So blickt man doch etwas wehmütig auf das Ende einer sehr sehenswerten Serie Veronica Mars.

Meine Wertung: 8/10

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Filmriss: Veronica Mars (Season One)
Filmriss: Veronica Mars (Season Two)
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Filmriss: The Mentalist (Season One)

Bei Krimiserien gibt es in den meisten Fällen nur zwei Kategorien: Entweder sie setzen stark auf Humor, wie etwa Monk oder Psych, oder sie verfolgen einen ernsthaften Ansatz mit Drama-Elementen, wie es die CSI-Serien tun. The Mentalist, die Quotenüberraschung in der US-TV-Season 2008/09, versucht beides miteinander zu kombinieren und bedient sowohl Humor als auch Drama. Hinzu noch ein sympathischer, interessanter Hauptcharakter und fertig ist der Serienhit? Das erfahrt ihr in den folgenden Absätzen des heutigen Filmrisses:

The Mentalist (Season 01)Früher verdiente Patrick Jane als Mentalist seinen Unterhalt, indem er vorgab, übersinnliche Kräfte zu haben und mit den Geistern Verstorbener sprechen zu können. Doch ein tragischer Fall in seiner Familie brachte ihn dazu, damit aufzuhören und beim California Bureau of Investigation (CBI) einem Ermittlerteam als Berater zur Seite zu stehen, der vor allem durch seine scharfe Auffassungsgabe und Menschenkenntnis dazu beiträgt, Fälle aufzuklären. Das Team ist schon seit geraumer Zeit auf der Jagd nach dem berüchtigten Serienmörder “Red John”, konnte diesen aber noch nicht dingfest machen. Doch Patrick hat ein ganz eigenes Interesse daran, den Verbrecher zu schnappen und wartet nur auf seine Gelegenheit. Doch darf die restliche Ermittlungsarbeit nicht vernachlässigt werden und über zu wenig Fälle kann sich das Team unter dem Kommando von Agent Teresa Lisbon nicht beklagen.

Auf den ersten Blick wirkt The Mentalist ein bisschen wie eine weitere einfache Krimiserie, bei der in jeder Folge ein Mord nach einem bestimmten Schema gelöst wird. Und zum Teil ist das auch richtig, einige Elemente kennt man aus diversen anderen Serien. Das besondere an der Serie ist jedoch seine Hauptfigur, die sich zum Lösen der Fälle fast ausschließlich auf seine Intuition verlässt und mit in bisschen Beobachtungsgabe erkennt, wo bei CSI ein Team von Spezialisten mit Hightech-Geräten anrücken würde. Das gibt der Serie einen besonderen Charme.

Auch die Machart der Serie überzeugt: Es gibt eine sehr gut ausgewogene Mischung aus Drama und Humor, beides wird in genau richtiger Dosierung gebraucht. Das hebt die Serie von anderen Vertretern der Gattung ab. Das gleicht die Schwächen, die auch The Mentalist durchaus besitzt, wieder aus. Die episodenübergreifende Handlung wird nicht voll ausgenutzt und bleibt meist Beiwerk, außerdem gibt es teils große Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Folgen. Doch das alles trübt den Gesamteindruck nur wenig.

Die Darsteller sind hervorragend gewählt, allen voran Simon Baker (“The Ring 2“) als Mentalist Patrick Jane. Er schafft es anscheinend spielend, seiner Figur gleichzeitig als sympathischer Helfer und regelnmissachtender Rebell Leben einzuhauchen. Auch die anderen Darsteller passen wunderbar dazu, auch wenn die Serie klar auf seine Hauptfigur fixiert bleibt. Die Serie geizt auch nicht mit prominenten Gastrollen, was auch immer eine nette Sache ist.

Fazit: The Mentalist ist eine gelungene Abwechslung im Krimigenre und ein gute Gegenentwurf zu anderen Krimiserien. Die Mischung aus Humor und Drama ist nahezu perfekt und wirkt nie aufgesetzt. Vor allem punktet die Serie aber durch ihren Hauptdarsteller Simon Baker, der es schafft, seiner Figur so viel Charme und Charisma zu verleihen, dass man an deren Schicksal interessiert bleibt. Da stört es nicht ganz so sehr, dass sich ein paar schwächere Folgen in die erste Staffel eingeschlichen haben und die Episoden alle recht ähnlich aufgebaut sind. Klare Empfehlung für alle Fans von Krimiserien!

Meine Wertung: 7/10

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Filmriss: Veronica Mars (Season Two)

Es zeugt schon von einer gewissen Qualität einer Serie, wenn man sich als Zuschauer freut, viele der Charaktere wiederzusehen und mit anzusehen, wie ihre Geschichte weitergeschrieben wird. Eine solche Serie ist Veronica Mars, die nicht nur mit ihren Charakteren glänzt, sondern auch mit ihren tollen Dialogen und einer äußerst gelungenen Mischung aus Drama, Krimi und Humor, die nicht nur Teenager begeistert. Auch in der zweiten Staffel ermittel Veronica wieder und bereitet so dem geneigten Zuschauer viele Stunden exzellenter Unterhaltung.

Veronica Mars (Season 02)Nachdem Veronica Mars den wahren Mörder ihrer besten Freundin Lilly Kane gefunden hat und dieser verhaftet worden ist, kehrt so langsam wieder der Alltag in Neptune ein. Doch ist es bald schon wieder aus damit, denn bei einem Ausflug verpasst Veronica den Bus und dieser Bus rast wenige Momente später einen Abgrund hinab und zerschellt im Pazifik. War es ein Unfall oder hat jemand den Bus gezielt sabotiert? Veronica macht es sich zur Aufgabe, die Geheimnisse des Unglücks herauszufinden, nicht zuletzt weil sie selbst eigentlich in diesem Bus hätte sitzen sollen. Währenddessen bewirbt sich Veronicas Vater Keith im Zuge seines Erfolgs im Mordfall Lilly Kane wieder um das Amt des Sheriffs, Logan ist völlig von der Rolle und kriegt sein Leben nicht auf die Reihe und Wallace verguckt sich in eine neue Mitschülerin. Schnell ist es also wieder vorbei mit dem Alltag in Neptune.

Nach der wirklich sehr gelungenen ersten Staffel war ich gespannt und voller Vorfreude auf die Rückkehr nach Neptune. Die zweite Staffel setzt einige Zeit nach dem Ende der vorherigen ein, erklärt aber das in der Zwischenzeit Geschehene sehr gut auf. Nicht zu lange warten muss man dann auf den Hauptplot der zweiten Staffel, der in meinen Augen noch ein Stück interessanter ist als noch in der ersten Staffel – die Rückblicke und die Figur Lilly Kane empfand ich immer als größten Schwachpunkt der ersten Season. Es wird sehr schön ein riesiges Gerüst aus Verdächtigen mit allerlei einleuchtenden Motiven aufgebaut, sodass die Spannung im Verlauf immer weiter steigt. Nur trägt die letztliche Auflösung ein bisschen zu dick auf, hier leidet etwas die Glaubwürdigkeit. Alles andere, von den tollen Dialogen und Charakteren bis hin zu den kleineren Fällen, die Veronica größtenteils für ihre Mitschüler erledigt, bleibt auf dem sehr guten Niveau der ersten Staffel.

Wie schon in Staffel Eins ist die Familie Mars Dreh- und Angelpunkt der Serie und mit Kristen Bell und Enrico Colantoni hervorragend besetzt. Die beiden sind richtige Sympathieträger und Identifikationsfiguren, man muss sie einfach mögen. Im Vergleich zur ersten Staffel kommen ein paar neue Personen hinzu bzw. rücken etwas mehr in den Vordergrund, aber alle nehmen hervorragend ihre Rolle ein. Das Spiel mit den Klischees gelingt auch in dieser Staffel ausnehmend gut.

Fazit: Die zweite Staffel von Veronica Mars setzt konsequent fort, was die erste begonnen hat. Die tolle Mischung aus Drama, Krimi und Humor funktioniert immer noch hervorragend und teils sogar noch etwas besser als in der ersten Staffel. Die Fälle wirken insgesamt etwas interessanter und auch die staffelumrahmende Handlung weckt deutlich mehr Interesse als noch in der ersten Staffel. Dafür ist die Auflösung etwas weniger gelungen. Wer die erste Staffel mochte, wird auch mit der zweiten vollends zufrieden sein.

Meine Wertung: 8/10

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Filmriss: Veronica Mars (Season One)

Viele positive Berichte über Veronica Mars habe ich vor meiner Sichtung gelesen und ohne diese hätte ich mir die Serie wahrscheinlich nie angesehen, da sie auf den ersten Blick wie eine typische Teenager-Serie wirkt und aus dem Alter bin ich dann schon irgendwie raus. Doch die lobenden Reviews haben mich überzeugt, Veronica Mars zumindest eine Chance zu geben. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Denn Veronica Mars ist nicht nur keine reine Teenieserie, sondern vor allem nicht eines: typisch. Was das Besondere an der Serie ist, möchte ich euch in den folgenden Zeilen erläutern.

Veronica Mars (Season 01)Veronica Mars ist ein 17-jähriges Mädchen, das an dem am Meer gelegenen Ort Neptune in Kalifornien lebt. Hier wohnen viele reiche und damit auch einflussreiche Leute. Veronica gehörte früher zu den beliebtesten Schülerinnen an ihrer Schule, doch nachdem ihre beste Freundin Lilly ermordet wurde und ihr Vater Keith, damals der Sheriff des Ortes, ohne handfeste Beweise Lillys Vater des Mordes verdächtigte und deshalb aus dem Amt enthoben wurde, möchte kaum jemand noch wirklich etwas mit ihr zu tun haben. Davon lässt Veronica sich jedoch nicht unterkriegen. Während sie sich tagsüber in der Schule durchschlägt, hilft sie in ihrer Freizeit ihrem Vater, der sich mittlerweile als Privatdetektiv betätigt. Dabei stößt sie auf diverse brisante Details, die nicht nur ihr persönliches Leben verändern könnten, sondern ganz Neptune betreffen.

Wie eingangs schon erwähnt, handelt es sich bei Veronica Mars nicht um eine typische Teenie-Serie. Sie vereint Elemente aus Drama, Krimi und auch Film Noir, besitzt eine gute Portion Humor und ist hervorragend geschrieben. Eine einzelne Folge ist meist so aufgeteilt, dass ein bestimmter Fall gelöst wird, aber auch die über die gesamte Staffel laufende Handlung vorangebracht wird. Allerdings braucht die Staffel ein paar Folgen, um richtig in Fahrt zu kommen, aber das kann man verschmerzen, die zahlreichen Figuren sollen ja auch vernünftig eingeführt werden. Entschädigt wird man dafür aber mit einer mitreißenden zweiten Staffelhälfte, die bis zum Schluss spannend bleibt. Klasse, wie in der grandiosen letzten Folge alle offenen Fragen aufgeklärt werden.

Aber auch die Einzelfälle sind interessant und abwechslungsreich: Von gefälschten Ausweisen über eine seltsame Sekte oder gekidnappte Maskottchen gibt es eine riesige Bandbreite an manchmal mehr, manchmal weniger skurrilen Fällen für Veronica. Ein Glanzstück der Serie sind auch die Dialoge, die einfach perfekt sitzen. Es macht einfach Spaß, Veronica beim Herumschnüffeln zuzuschauen und zu sehen, welche Geheimnisse so ziemlich jeder in Neptune hat. Zu einem gewissen Teil ist Veronica Mars dann aber doch Jugendserie und thematisiert auch die alltäglichen Probleme von Teenagern, für die Beziehungsprobleme und Schulnoten eben doch auch wichtig sind. Allerdings stören diese Elemente kaum und da wir ja alle mal in der Schule waren, ist uns diese Welt ja auch nicht gänzlich fremd.

Kristen Bell als titelgebende Protagonistin Veronica Mars ist die perfekte Besetzung für diese Rolle. Clever, gewitzt und zuckersüß spielt sie sich in die Herzen der Zuschauer und als solcher leidet man bei schweren Schicksalsschlägen mit der klugen Teenagerin mit, wenn man nicht ein Herz aus Stein hat. Aber auch die anderen Darsteller passen gut in die Serie, sehr sympathisch wirkt zum Beispiel auch Enrico Colantoni als Veronicas Vater Keith. Die restliche Darstellerriege findet sich in den klassischen High School Stereotypen wieder, driftet aber nicht ins Klischee ab.

Fazit: Veronica Mars ist eine wirklich sehr unterhaltsame Serie, die nicht nur Teenager ansprechen dürfte, sondern auch Erwachsene sehr gut unterhalten wird. Mit einer gelungenen Mischung aus Drama, Krimi und Humor hält die Serie den Zuschauer bei Laune. Zwar kommt die erste Staffel nur langsam in Fahrt, aber spätestens nach der Hälfte lässt sie einen nicht mehr los. Rundum empfehlenswerte Fernsehunterhaltung!

Meine Wertung: 8/10

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Filmriss: ReGenesis (Season Two)

Nachdem die spanische Grippe vom Team des NorBAC (North American Biotechnology Advisory Commission) aufgehalten wurde, hat sich der leitende Wissenschaftler David Sandström, der glaubt am Ausbruch Schuld zu haben, eine Auszeit genommen und reist nach China, wo er von der Volksarmee gekidnappt wird. Die chinesischen Wissenschaftler sind einer gefährlichen Epidemie auf der Spur, kommen jedoch nicht weiter und brauchen nun Davids Hilfe. Währenddessen wird auf einer AIDS-Konferenz in Toronto die schwangere Vertreterin der Amerikanischen Vereinigung der Pharmahersteller mit einem neuen AIDS-Stamm infiziert.

ReGenesis (Season 2)So der Auftakt zur zweiten Staffel der kanadischen Science Fiction Serie ReGenesis. Wie schon in der ersten Season haben es die Wissenschaftler des NorBAC unter der Leitung der ehemaligen CIA-Agentin Caroline Morrison mit allerhand neuartigen und kniffligen biologischen und chemischen Problemen zu tun, die es (teilweise gleichzeitig) zu lösen gilt. Neben den Problemen, mit denen sie durch ihre Arbeit konfrontiert sind, rückt auch immer wieder das Privatleben der Wissenschaftler in den Blickpunkt des Interesses, wodurch wir mehr über deren Vergangenheit erfahren können. Doch all das rückt in den Hintergrund, als das Team merkt, dass es jemanden gibt, der gegen sie arbeitet – ist es möglicherweise sogar jemand aus den eigenen Reihen?

Wie in der ersten Staffel sind die Fälle der Wissenschaftler um David Sandström überaus spannend und interessant für jeden, der sich auch nur ein bisschen für Biologie und Chemie begeistern kann. Alles Wichtige wird dabei so erklärt, dass auch für Laien verständlich wird, was gerade passiert oder schief läuft. Teilweise sind die Themen der Fälle hochaktuell und so bekommt die Serie neben dem Unterhaltungswert auch noch einen Bildungswert – kein Wunder also, dass die Serie in Deutschland auf ARTE ausgestrahlt wurde.

Natürlich ist wieder das gesamte Team aus der ersten Staffel dabei. Schon in der ersten Staffel waren die starken Charaktere ein ganz klares Plus der Serie, in der zweiten Staffel werden diese konsequent ausgebaut. Die Schauspieler tragen mit ihren guten Leistungen entsprechend dazu bei. Jede Figur erweckt beim Zuschauer ein gewisses Interesse und wird in ein paar Folgen etwas mehr ins Zentrum gestellt.

Auch von der technischen Seite wird das Niveau der ersten Staffel gehalten. Wieder werden Kniffe wie Splitscreens, Zeitraffer, Mikroskop-Bilder und “Weggabelungen”, bei denen von einem Punkt aus nacheinander zwei Handlungsstränge verfolgt werden, eingesetzt. Sowohl durch die große Charaktertiefe als auch durch den technischen Einsatz wird man richtig in die Serienhandlung hineingezogen. Da ärgert man sich über den extrem fiesen Cliffhanger am Ende der Staffel gleich doppelt: Nicht nur, dass die Staffel schon vorbei ist, sondern weil man unbedingt weiterschauen möchte, aber nicht kann.

Fazit: Die zweite Staffel von ReGenesis bleibt auf dem gleichen hohen Niveau wie die erste. Die Serie ist wirklich eine wahre Ausnahmeerscheinung in der Serienlandschaft. Wer die immer gleichen Muster von Dr. House nicht mehr sehen kann, die Fälle von CSI langweilig findet oder sich generell für Wissenschaft interessiert sollte unbedingt bei ReGenesis reinschauen. Es lohnt sich!

Meine Wertung: 9/10

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ReGenesis in der IMDB
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