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Der Fall Unheilig – ein Paradebeispiel für engstirniges Szenedenken

Am gestrigen Montag ging eine Welle der Empörung durch die schwarze Szene. Unheilig, Aushängeschild und Star der Szene, hatte einen Auftritt in der RTL-Soap Gute Zeiten, Schlechte Zeiten und gab im Rahmen der Handlung dort ein Konzert. Das schien für zahlreiche alteingesessene Fans, die auch schon vorher zahlreich auf Facebook ihren Unmut über die aktuelle Entwicklung lauthals kundtun, der Tropfen gewesen zu sein, der dass Fass zum überlaufen gebracht hat. Kommentare, die von “peinlich” über “ich schäme mich fremd” bis hin zu “nie wieder Unheilig” lauteten, überfluteten auch Kurznachrichtendienst Twitter.

Die Entwicklung, die diese Diskussion seit dem Einsteigen der Single “Geboren um zu Leben” in die Charts und Auftritte bei The Dome und weiteren Fernsehsendungen auf RTL 2 und VIVA genommen hat, ist nicht nur ein Paradebeispiel für die Engstirnigkeit, die in gewissen Kreisen an den Tag gelegt wird, sondern auch für die Sinnlosigkeit der immer wieder auflodernden Kommerzdiskussion.

UnheiligPhotocredit: Clouseau219

Viele der “alten” Fans werfen Unheilig vor, sich verändert und für den Erfolg verkauft, ja sogar die eigenen Prinzipien verraten zu haben. Objektiv gesehen – sofern man Musik überhaupt objektiv sehen kann – sind diese Vorwürfe in vielerlei Hinsicht haltlos. Schon vor seinem aktuellen Album “Grosse Freiheit” hatte Unheilig diverse Fernsehauftritte, etwa bei Frank, der Wedding Planner (was auch keine hochgeistige TV-Sendung ist) und hatte sogar eine eigene Dokumentaion auf dem Sender DMAX. Der Graf hat schon immer versucht, möglichst viele Menschen mit seiner Musik zu erreichen. Und dafür helfen eben auch Auftritte bei GZSZ.

Dass die aktuelle Musik sich total veränder hat, lässt sich auch nicht sagen, “Geboren um zu Leben” ist von der Machart dem Song “An deiner Seite” vom vorherigen Album so ähnlich, dass ein Austausch überhaupt nicht auffallen würde. Letztgenannten Song sahen die meisten Fans damals als wunderschöne Ballade – die er ja auch ist – und schon immer erzielten die Balladen eine besonders starke emotionale Wirkung beim Hörer. Jetzt, wo eine solche Ballade auch von Leuten gehört wird, die nicht der Szene angehören, wollen plötzlich alle diese Balladen schlecht finden? Schwer vorstellbar.

Zumal das aktuelle Album auch durchaus tanzbare und härtere Tracks enthält. Man höre nur mal “Abwärts”, “Unter Feuer” und “Ich Gehöre Mir” an, da ist nichts von weichgespülter Mainstreammusik zu hören. Dass aber nicht alles so klingt wie früher ist ein ganz normaler Prozess bei jeglichem Künstler. Das wäre auch langweilig, jeder Künstler entwickelt sich weiter, ob in die eine Richtung oder in die andere. Unheilig hat sich da im Vergleich zu gewissen anderen Bands (man schaue z. B. nur einmal auf Die Ärzte)  sogar noch ziemlich zaghaft entwickelt.

Den meisten alten Fans scheint es also lediglich – und das ist jetzt eine persönliche Behauptung von mir, der ich schon seit vielen Jahren Fan bin – eher darum zu gehen, dass ihnen der Erfolg von Unheilig, den sie der Band pardoxerweise früher immer gegönnt haben und die deren Musik sie auch oft weiterempfohlen haben, weil ihnen jetzt ihre Entdeckung, ihr ganz persönlicher Künstler weggenommen wurde und nun eben viel mehr Personen gehört. Mit der hinzugekommenen Masse an “Modefans” ist der gute, individuelle Musikgeschmack verschwunden.

Es mag sein, dass das Familiäre auf Konzerten nicht mehr so zum Tragen kommt und man nicht mehr anhand der Aussage, man höre Unheilig, direkt auf den Musikgeschmack oder die Szenezugehörigkeit schließen kann. Viele sogenannte Modefans werden aber auch wieder verschwinden. Doch die Anzahl derer, die die Musik hören, ändert nichts an deren Qualität. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder gefällt einem die Musik oder sie gefällt einem nicht.

Wie viel ist ein Leser wert? Über Gewinnspiele für Blogger…

Momentan bringt mich eine Entwicklung in der Blogosphäre, die immer größere Kreise zieht, ziemlich ins Grübeln: Die immer häufiger auftretenden Gewinnspiele für Blogger, an denen man teilnehmen kann, indem man einen Blogeintrag mit irgendwelchen Verlinkungen verfasst. Mittlerweile wird fast täglich eine neue Verlosung mit Gewinnen von diversen Gutscheinen bis hin zu iPods und anderen Produkten gestartet und immer mehr Blogger machen mit und geben ihr Blog dafür her.

Eine Grundsatzentscheidung

Viele der Teilnehmer an solchen Gewinnspielen entschuldigen sich bei ihren Lesern dafür, dass sie an diesen Verlosungen teilnehmen, rechtfertigen das aber damit, dass es ja nicht so häufig vorkommt und es einem als Betreiber des Blogs ja selbst überlassen ist, was man veröffentlicht. Letzteres ist zwar wahr, aber über den Verlust von Stammlesern und -kommentatoren sollte man sich auf Dauer bei wiederholtem Mitmachen nicht wundern. Das ist eine Grundsatzentscheidung, die man treffen sollte – und wenn man sich entschieden hat, sollte man auch dazu stehen, also keine Entschuldigungen vorbringen. Die Frage muss lauten: Wie viel sind einem einige Leser und Kommentatoren wert?

Billige Werbung

Wenn einem die Chance auf einen Gutschein oder einen anderen Preis wichtiger sind als zufriedene Leser, dann ist das eben so. Aber wohlgemerkt, bei jedem Beitrag hat man nur die Chance auf einen Gewinn, bei versprochenen Gewinnen ist die Sachlage etwas anders. Und dass man sich für diese Chance regelrecht ausweiden lässt, merkt man spätestens daran, dass man von anderen Anbietern für einen simplen Textlink schon mehrere Euro bekommen kann. Bei diesen Gewinnspielen gibts die meisten Links für lau – der Wert der verlosten Preise ist dadurch locker wieder reingeholt. Und für den (wahrscheinlicheren) Fall eines Nichtgewinns hat man sein Blog ohne Gegenleistung für billige Werbung hergegeben. Von Betrügern, die manchmal hinter solchen Gewinnspielen stecken, ganz zu schweigen.

Ein Kompromissvorschlag

Ein möglicher Kompromiss (leider nur für WordPress Blogs), mit dem doch sowohl Blogbetreiber als auch Leser leben können müssten, wäre doch aber Folgendes: Unter Zuhilfenahme des Sideblog-Plugins kann man Beiträge einer bestimmten Kategorie aus dem Feed und sogar aus der normalen Archivansicht heraushalten. Dennoch bekommen diese Beiträge einen vollwertigen Permalink und auch die in ihm enthaltenen Links sind Links aus Beiträgen anderer Kategorien vollkommen gleichwertig. Legt man nun eine eigene Kategorie für diese Gewinnspiele an und entfernt diese aus dem Feed usw., werden normale Leser nicht mehr von diesen Gewinnspielen genervt (und auch nicht informiert, was die Gewinnchancen erhöht), aber man kann trotzdem an den Verlosungen teilnehmen. Die Regeln der meisten dieser Verlosungen beugen für diesen Fall nämlich nicht vor und die Betreiber sind meist sowieso nur auf die Links aus, weshalb sie das kaum stören sollte.

Weitere Überlegungen

Dass Blogger an Wert gewinnen und zu Marketingzwecken immer mehr eingebunden werden, ist an sich ein gutes Zeichen, doch sollte auf die Art und Weise geachtet werden. Bei den hier besprochenen Verlosungen geht es den Veranstaltern nur um das Sammeln von möglichst vielen Links, denn es wird ja nicht einmal eine Auswahl getroffen, was für Blogs mitmachen dürfen. Sollten Blogger sich so billig hergeben und für diese Zwecke ausnutzen lassen? Das ist eine schwere Frage, die wohl jeder für sich selbst beantworten muss. Besonders wenn man schon einmal gewonnen hat, wird man wohl kaum gegen solche Gewinnspiele sein. Ich jedoch gehe so langsam dazu über, Blogs zu meiden, wenn zu viele dieser Gewinnspielbeiträge auftauchen, vor allem, wenn ich dann auch ohne zu großen Verlust auf die restlichen Beiträge verzichten kann.

Und wie haltet ihr es mit Blogger-Gewinnspielen?

Weltuntergang im Jahr 2012!?

Wer kennt sie nicht, die Weissagungen von Nostradamus, die das Ende der Welt ankündigen? Oder die zahlreichen anderen Weltuntergangstheorien, die irgendwie doch immer daneben liegen? 2012 soll mal wieder alles ganz anders sein und zumindest die Vorzeichen stehen anders, denn diesmal wird der Untergang von mehreren Quellen prophezeit, die als treffsicherer gelten und sich schon als solches erwiesen haben:

Die erste Quelle sind Überlieferungen der Maya. Deren Zeitrechnung sagt bis auf den Tag genau voraus, dass im Jahre 2012 (auf unseren Kalender umgerechnet) ein neues Zeitalter beginnt, das sogenannte Zeitalter des Lichts, in dem alles Böse ausgelöscht und durch Liebe ersetzt wird:

»Dann ist der Himmel geteilt, dann ist das Land erhöht, und dann beginnt dort das Buch der 13 Götter. Dann erfolgt die große Überschwemmung der Erde, dann erhebt sich der große Itzam Cab Ain. Das Ende des Wortes, die Faltung des Katun: es ist eine Flut, die das Ende des Wortes des Katun sein wird.«

Dieses Zitat lässt erahnen, dass eine riesige Sintflut alles von der Erde tilgen wird. Was die Maya-Überlieferung glaubhaft macht? Die Maya haben schon vor Jahrtausenden präzise errechnet, wann wir eine Sonnenfinsternis haben. Auch andere astronomische Phänomene wurden exakt bestimmt. Vielleicht haben sie damals schon einen Asteroiden entdeckt, der die Erdumlaufbahn betrat und berechneten den Einschlag? Doch wieso wurde dann von uns noch nichts entdeckt? Oder wird diese Information geheim gehalten? Wer weiß? Interessant ist diese Theorie auf jeden Fall. Wenn die Maya nicht sicher waren, wieso sollten sie genau an dieser Stelle das Ende ihres Kalenders setzen?

Die zweite Quelle für den Weltuntergang ist die Päpsteprophezeihung des Malachias. Malachias sind in einer Vision alle zukünftigen Päpste erschienen. Doch bekam er keine Namen, sondern nur Symbole, die mit der Amtszeit des Papstes zusammenhängen. Demnach soll es 267 Päpste geben. Johannes Paul II. war der 265 Papst. Die Prophezeihung sagte, dass dieser Papst außergewöhnlich lange im Amt sein wird (war der Fall), außerdem spielt die Sonnenfinsternis eine besondere Rolle. Und in der Tat: Johannes Paul II. wurde an einem Tag einer Sonnenfinsternis geboren und er erlebte eine weitere in seiner Amtszeit. Über Ratzinger, den 266. Papst, wird gesagt, dass er nur eine kurze Amtszeit haben wird (angesichts seines hohen Alters wahrscheinlich). Sein Zeichen heißt “Gloria olivae” (= Ruhm von Oliva, Ruhm des Olivenbaums). In seiner Amtseintrittsrede soll er von einem Olivenbaum gesprochen haben. Für den letzten Papst gibt es mehrere Prophezeihungen. Eine besagt, dass sich der letzte Papst Petrus nennen wird (wie der erste Papst, hat vorher noch kein anderer gemacht) und in der folgenden Zeit die Welt untergehen wird. Sein Motto lautet: “In psecutione extreme S.R.E. sedebit” (= Verfolgt wird sich der Bischof von Rom ans äußerste Ende zurückziehen…). Vielleicht ein Hinweis auf einen südamerikanischen Papst, wie man ihn schon für die letzte Wahl vermutet hat? Der Schlusstext der Überlieferung lautet in Übersetzung:

“Der Papst, der so viele Schafherden geweidet hat. Danach wird die Siebenhügelstadt (Rom) zerstört werden und der furchtbare Richter wird sein Volk zur Rechenschaft ziehen. Ende.”

Was haltet ihr von solchen Prophezeihungen? Alles nur Quatsch und Aberglaube oder könnte da durchaus was dran sein? Macht euch sowas Angst oder seht ihr das locker? Interessant finde ichs allemal, gerade wenn es mal abseits von Nostradamus und irgendwelchen Sekten kommt, die schon so oft daneben gelegen haben. :)

Wer nun Angst bekommen hat, kann sich folgenden Link anschauen: Kein Weltuntergang am 21.12.2012.