Tag Archiv für Musikszene

Tipp: Wacken Open Air 2012 Livestream im NDR

Das Wacken Open Air 2012 öffnet dieser Tage seine Pforten und zehntausende Metalheads strömen in das kleine Dorf in Schleswig-Holstein.

Wer nicht dabei sein kann, aber trotzdem gerne ein bisschen was von der Musik und der Stimmung mitbekommen möchte, sollte sich auf der Webseite des NDR umschauen, denn auch in diesem Jahr werden diverse Acts, allen voran die wichtigsten Headliner, per Livestream übertragen. Darunter sind unter anderem Sepultura & Les Tambours Du Bronx, Hammerfall, Dimmu Borgir & Orchestra, Jim Breuer, Testament, Ministry, Edguy und Amon Amarth.

Das gesamte Programm und den Link zum Stream findet ihr beim NDR.

Update: Auch ZDFkultur strahlt wieder einige Acts im TV aus. Am Samstag wird ab 20 Uhr 4 Stunden gesendet und vom 6. bis 17. August gibt es jeden Abend ein einstündiges Konzerthighlight.

10 Überlebenstipps für die Festivalsaison

Sommer ist Festivalzeit, Horden von Menschen pilgern zu den großen und kleinen Events weltweit und genießen die gute Musik, die nette Atmosphäre und das gesunde Festivalessen. Allerdings ist es nicht immer ganz einfach, alles zu beachten. Doch mit folgenden 10 Tipps holst du das Beste aus dem Festival heraus.

Anreise

»Schatz, wo haben wir noch mal unser Zelt aufgestellt?«

1. Anreise

Aller Anfang ist schwer und so gehört auch die Anreise zum Festival zu den schwierigsten Aufgaben. Nie war der Spruch »wer zu spät kommt, den bestraft das Leben« wahrer als hier. Eine gute Orientierung erweist sich ebenfalls als Vorteil, denn man muss sein trautes Übergangsheim ja auch schnell finden. Es kommt schon immer wieder mal vor, dass plötzlich ein Fremder in deinem Zelt schläft. Dann heißt es improvisieren und sich entweder dazulegen (und am nächsten Morgen Miete kassieren) oder sich ein anderes gemütliches Zelt suchen.

Ein geschmackvolles »Hello Titty« Shirt

Ein geschmackvolles »Hello Titty« Shirt

2. Merchandising

Auf dem Festivalgelände muss erst mal ein passendes Outfit her. Und was bietet sich besser an, als sich bei den zahlreichen Merchandise-Ständen umzusehen? Da ist für jeden was dabei, von qualitativ hochwertiger Chinaware in allen Farben und Größen bis Ed Hardy. Warum nicht etwas humoriges, das die Figur betont? Schließlich kann ein gutes Shirt auch Anlass für den Beginn eines Gesprächs sein und schon hat sich die Investition gelohnt. Das hilft auch gleichzeitig für den nächsten Tipp unserer Survival-Liste. Weiterlesen

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Die ersten Tracks des neuen Offspring-Albums »Days Go By«

Im Juli erscheint das neunte Album von The Offspring mit dem Namen »Days Go By« und die ersten Tracks daraus sind nun schon eine Weile zu hören. Zum einen wäre das der titelgebende Track »Days Go By«, zum anderen der Song »Cruising California (Bumpin’ In My Trunk)«. Grund genug, mal reinzuhören und eine erste Bewertung abzugeben.

Days Go By

Erste Assoziation beim Anhören sind die Foo Fighters, eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen. Mit dem Einsetzen von Dexter Hollands Gesang wird es aber wieder etwas eigenständiger. Der Song braucht auf jeden Fall ein paar Durchläufe, um sich richtig im Ohr festzusetzen. Ist sicher nicht der beste, aber auch nicht der schlechteste Song der Kalifornier. Weiterlesen

Langnese reaktiviert »So schmeckt der Sommer«: Song vorab anhören und downloaden!!1elf

So schmeckt der Sommer

Wisst ihr noch, vor 18 Jahren? Wisst ihr noch? Wisst ihr noch?

Damals war Werbung schon genauso nervig wie heute. Wobei, nicht ganz, ich war damals 7 Jahre alt, da hat man sich noch von bunten Bildern und sich ins Hirn brennenden Slogans beeinflussen lassen und vor den Augen seiner Eltern mit dem Finger auf die Glotze gezeigt und gesagt »Mama, Papa, das will ich haben!« Das musste nicht zwangsläufig Spielzeug sein, ne Würstchenkette oder ne Capri Sonne taten es auch schon. Wir waren ja anspruchslos und es musste nicht alles von Apple sein. Weiterlesen

Review: Kümmelgroller Ausgabe 2

Vor kurzem fragte mich der Sebastian vom Biotechpunk, ob ich nicht Lust hätte, das DIY Punk Fanzine »Kümmelgroller« zu testen. Ich war interessiert, sagte zu und binnen weniger Tage hatte ich die zweite Ausgabe im Postkasten. Erst einmal danke dafür.

Kümmelgroller 2Zunächst einmal zum Magazin selbst: Es ist ein komplett von mehreren Personen aus dem DIY Forum in Eigenproduktion geschriebenes und hergestelltes Fanzine, das sich vornehmlich um Punk dreht und Konzertberichte, Reviews, kleine Reportagen und auch Interviews beinhaltet. Auf immerhin 44 Seiten kommt das Magazin im A5-Format, besteht aber sicherlich aus Kostengründen verständlicherweise nur aus normalem Papier und ist ganz in schwarz-weiß gehalten. Die Mischung der Themen finde ich ganz gut und wer sich für Punk interessiert, wird sicherlich viele interessante Texte vorfinden.

Jetzt komme ich allerdings zu meinem großen »Aber«: Das Layout ist eine ziemliche Katastrophe und nicht sehr Leserfreundlich. Viel zu oft wird mit Textschnipseln gearbeitet und im Hintergund Bilder oder noch schlimmer weitere Texte abgebildet. Das ergibt ein extrem unruhiges Gesamtbild und ist wirklich nicht immer leicht zu erkennen und zu lesen. Außerdem sind manche Texte sogar ein wenig abgeschnitten. Ein Inhaltsverzeichnis fehlt leider auch komplett und hätte zur Orientierung beigetragen. Fast noch schlimmer – vielleicht bin ich da aber auch einfach nur extrem pingelig –  sind aber die doch recht zahlreichen Rechtschreib- und Grammatikfehler. Ich weiß, es ist ein Fanzine, aber vielleicht wäre es dennoch nicht schlecht, die Texte jeweils zur Korrektur lesen zu lasen.

Aber nun gut, davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, es ist ja auch erst die 2. Ausgabe, da wird sicherlich noch weiter dran gefeilt werden und dann ist es eine nette Lektüre für Zwischendurch. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann sich bei Sebastian melden, der wohl noch ein paar Ausgaben zum Preis des Portos abgeben kann. Ansonsten einfach im DIY Forum oder auf der Facebook-Fanpage des Kümmelgrollers nachfragen.

Von Gothic zu Schlager

Es muss ungefähr im Jahr 2005/2006 gewesen sein, als ich in den weiten des Internets eine Band entdeckte, deren Musik mir sofort im Ohr hängen blieb. Düstere, elektronische Klänge, eine gute Portion Härte und eine tiefe Stimme, die vollkommen einzigartig scheint. Das recht eigenwillige Auftreten war klar als Rolle zu erkennen, die den Künstler interessant macht, zumal man nichts über dessen Herkunft, ja nicht einmal seinen richtigen Namen wusste. Einige von euch ahnen es sicher schon, ich spreche von Unheilig.

Ich kaufte mir die bis dato erschienenen Alben und war auch bei Neuveröffentlichungen stets Feuer und Flamme, versprach die Band immer sowohl musikalische als auch inhaltliche Qualität. Die Texte handelten von persönlichen Abgründen, Enttäuschungen, vom Leben als Außenseiter, dem Wunsch nach Toleranz für Individualität und Freiheit und vielem mehr, das man irgendwie auch immer auf sich und seine Situation beziehen konnte, verpackt in ein ansprechendes musikalisches Kleid, das auch Fans härterer Musik gefallen konnte.

Mit dem Erfolg des Albums »Große Freiheit« brach eine riesige Welle der Kritik auf das scheinbare Aushängeschild der schwarzen Szene ein. »Die Single Geboren um zu leben« wurde nicht nur im Radio rauf- und runtergespielt, auch der TV-Sender RTL 2, der oftmals kritisch für seine TV-Formate betrachtet wird, nutzte Unheilig für Trailer und Sendungen. Es folgten unzählige weitere Auftritte im Fernsehen in Castingshows, bei »The Dome«, Musikwettbewerben und Preisverleihungen. Als am unrühmlichsten gilt wohl nach wie vor der Auftritt in der RTL-Soap »Gute Zeiten, schlechte Zeiten«, der viele Fans dazu brachte, sich von Unheilig abzuwenden. Andere Gründe waren die ehemals in recht familiärer Atmosphäre stattfindenen Konzerte, die seit dem Hype um Unheilig von Scharen »normalen« Menschen überrannt wurden.

In meinem Artikel »Der Fall Unheilig – ein Paradebeispiel für engstirniges Szenedenken« nahm ich Stellung und verteidigte Unheilig zum Teil gegen die auftretenden Vorwürfe. Es war zwar eine musikalische Entwicklung zu erkennen, doch beinhaltete das Album noch immer Tracks der etwas härteren Art und war nicht eklatant anders als die Vorgänger. Und kommerzieller Erfolg ist in erster Linie mal kein Bewertungskriterium für Musik, weshalb ich die Reaktionen damals teilweise überzogen fand. Ein Künstler möchte schließlich auch von seinem Beruf leben können.

Als ich mitbekam, dass Unheilig ein neues Album für das Frühjahr 2012 ankündigten, war ich in erster Linie interessiert, wie es nun weitergehen würde mit der Band. Ein erster Teaser der Single »So wie du warst« sollte einen ersten Eindruck geben.

Dieser nicht einmal eine Minute lange Ausschnitt bestätigte leider meine schlimmsten Befürchtungen. Der Track klingt nach übelstem Schlager. Da die Singleauskopplungen von Unheilig von jeher eher die seichteren Songs waren, konnte man noch darauf hoffen, dass es eben ein Ausrutscher für die Masse war. Eine Minute macht schließlich noch kein Album. Die Erwartungen und das Interesse gingen aber spürbar zurück.

Nun wurden weitere Details zum neuen Album »Lichter der Stadt« bekannt, die nicht nur mein Interesse an dem Album, sondern auch meine Meinung zu Unheilig allgemein völlig ins Negative verdrehen. Das 16 Tracks umfassende Album wird einen Song enthalten, auf dem Mr. Weltschmerz und Scheinheiligkeit himself, Xavier Naidoo, als Gastsänger auftritt. Damit ist nun auch argumentativ für mich eine Nachvollziehbarkeit der Abkehr von der Band entstanden, denn hier geht es um die Musik. Und musikalisch kann nichts und niemand Xavier Naidoo unterbieten. Außer vielleicht Rosenstolz.

Aber das hören wir dann ja vielleicht schon auf dem übernächsten Album. Oder besser gesagt: Ihr hört das, denn ich bin ab sofort raus.

Die offiziellen Deutschen Jahrescharts 2011

Drüben beim Tages(b)log hat Carsten eine Liste der Deutschen Single Jahrescharts 2011, ermittelt durch Media Control, veröffentlicht und die will ich euch natürlich auch nicht vorenthalten:

1 Jennifer Lopez feat. Pitbull – On The Floor
2 Alexandra Stan – Mr Saxobeat
3 Bruno Mars – Grenade
4 Adele – Rolling In The Deep
5 Pietro Lombardi – Call My Name
6 Marlon Roudette – New Age
7 Snoop Dogg vs. David Guetta – Sweat
8 LMFAO feat. Lauren Bennett – Party Rock Anthem
9 Pitbull – Give Me Everything
10 Tim Bendzko – Nur noch kurz die Welt retten
11 Sunrise Avenue – Hollywood Hills
12 Lucenzo feat. Don Omar – Danza Kuduro
13 Rihanna feat. Calvin Harris – We Found Love
14 Caro Emerald – A Night Like This
15 Maroon 5 feat. Christina Aguilera – Moves Like Jagger
16 Adele – Set Fire To The Rain
17 Lady Gaga – Born This Way
18 Taio Cruz feat. Kylie Minogue – Higher
19 Lana Del Rey – Video Games
20 Jupiter Jones – Still
21 DJ Antoine vs. Timati feat. Kalen – Welcome To St Tropez
22 Aura Dione – Geronimo
23 Taio Cruz – Hangover
24 Martin Solveig & Dragonette – Hello
25 David Guetta feat. Sia – Titanium
26 Rihanna – S And M
27 Lady Gaga – The Edge Of Glory
28 Adele – Someone Like You
29 Hurts – Stay
30 Sean Paul feat. Alexis Jordan – Got 2 Luv U
31 Brooke Fraser – Something In The Water
32 Gotye feat. Kimbra – Somebody That I Used To Know
33 Empire Of The Sun – We Are The People
34 Chris Brown – Yeah 3x
35 Jessie J – Price Tag
36 Black Eyed Peas – The Time Dirty Bit
37 Israel Kamakawiwo’ole – Over The Rainbow
38 Usher – More
39 David Guetta feat. Usher – Without You
40 Bruno Mars – Just The Way You Are
41 David Guetta feat. Nicki Minaj – Where Them Girls At
42 Milow – You And Me (In My Pocket)
43 Flo Rida – Good Feeling
44 Sak Noel – Loca People What The Fuck
45 David Guetta – Who´s That Chick
46 David Guetta Feat. Taio Cruz – Little Bad Girl
47 Frida Gold – Wovon sollen wir träumen
48 R.I.O. feat. U-Jean – Turn This Club Around
49 Black Eyed Peas – Just Can´t Get Enough
50 Revolverheld feat. Marta Jandova – Halt dich an mir fest
51 Bruno Mars – The Lazy Song
52 Jason Derulo – Don´t Wanna Go Home
53 Katy Perry – Firework
54 Milk & Sugar feat. Vaya Con Dios – Hey Nah Neh Nah
55 Flo Rida – Turn Around 5 4321
56 Diddy Dirty Money – Coming Home
57 Katy Perry – Et
58 Andreas Bourani – Nur in meinem Kopf
59 Duck Sauce – Barbra Streisand
60 Glasperlenspiel – Echt
61 Coldplay – Paradise
62 Culcha Candela – Berlin City Girl
63 Pitbull feat. Marc Anthony – Rain Over Me
64 Rosenstolz – Wir sind am Leben
65 Madcon – Freaky Like Me
66 Bag Raiders – Way Back Home
67 Udo Lindenberg feat. Clueso – Cello (MTV Unplugged)
68 Rihanna – California King Bed
69 Lena – Taken By A Stranger
70 Mike Candys & Evelyn – One Night In Ibiza
71 Roxette – She´s Got Nothing On But The Radio
72 LMFAO – Sexy And I Know It
73 Leona Lewis – Run
74 Snow Patrol – Called Out In The Dark
75 Avicii – Levels
76 Die Atzen mit Nena – Strobo Pop
77 Sarah Engels & Pietro Lombardi – I Miss You
78 Zaz – Je Veux
79 Aloe Blacc – Loving You Is Killing Me
80 Natalia Kills – Mirrors
81 Example – Changed The Way You Kiss Me
82 Rihanna – Only Girl In The World
83 Tim Bendzko – Wenn Worte meine Sprache wären
84 Enrique Iglesias & Ludacris – Tonight I´m Lovin´ You
85 Nickelback – When We Stand Together
86 Unheilig – Geboren um zu leben
87 Paul & Fritz Kalkbrenner – Sky And Sand
88 Katy Perry – Last Friday Night
89 Natalia Kills – Free
90 Foster The People – Pumped Up Kicks
91 James Morrison – I Won´t Let You Go
92 Sarah Engels – Call My Name
93 Bruno Mars – It Will Rain
94 Pink – F´kin´ Perfect
95 Pitbull – Hey Baby Drop It To The Floor
96 Inna – Sun Is Up
97 Jay Sean feat. Lil Wayne – Down
98 Usher – DJ Got Us Fallin In Love
99 Bruno Mars – Marry You
100 Unheilig – Winter

Bei näherer Betrachtung fällt auf: Künstler aus eher alternativen Genres wie Metal oder Gothic sind überhaupt nicht vertreten. Das liegt natürlich daran, dass diese nur sehr selten Songs als Single herausbringen. Aber auch wenn das der Fall war, konnte man sich nicht platzieren, so taucht zum Beispiel Rammsteins »Mein Land« ebenfalls nicht auf. Dort wird man eher in den Albumcharts fündig (Platz 16: Rammstein »Made In Germany«, Platz 37: AC/DC »Live At River Plate«, Platz 51: Nightwish »Imaginaerum«, Platz 56: Volbeat »Beyond Hell/Above Heaven«, Platz 59: In Extremo »Sterneneisen«, Platz 68: Evanescence »Evanescence«, Platz 98: Within Temptation »The Unforgiving« Platz 98).

Allerdings sind auch dort relativ wenige Vertreter trotz vieler hochkarätiger Neuerscheinungen und ausschließlich welche, die schon Charterfolge feiern konnten. Sehr schade, aber es verdeutlicht mal wieder, wie die Industrie gesteuert wird. An mangelndem Geschmack der Masse kann es jedenfalls nicht ausschließlich liegen, das beweisen vereinzelte Erfolge alternativer Bands auch abseits der Charts. Vor allem dürfte es an der mangelnden medialen Aufmerksamkeit liegen, zumal solche Künstler nicht zusammengecastet sind oder mit Skandalen auf sich aufmerksam machen müssen.

Es wäre wünschenswert, wenn sich auch die größeren Radiosender mal etwas mehr für andere Musik öffnen und eine größere Vielfalt in ihr Programm bringen würden. Dann würde sogar ich vielleicht mal wieder einen der Sender gern einschalten.