Tag Archiv für Powerman 5000

CD-Check: The Anix – Sleepwalker

The Anix (Promo Picture by Anthony Massie)

Schlafwandeln wird in der Gesellschaft ja oft belächelt, dahinter versteckt sich aber eine wirkliche Schlafstörung, die wenig lustige Ausmaße erreichen kann. Dass das neue Album von The Anix, der Band um den Apoptygma Berzerk Gitarristen Brandon Smith, Sleepwalker heißt, hat den Hintergrund, dass der Sänger viele der Songs geschrieben hat, während er mit großer Schlaflosigkeit kämpfte. Ob daraus ein gutes Album geworden ist, sage ich euch in den folgenden Zeilen.

Mit Enemy Eyes beginnt das Album direkt mit fettem Gitarrensound, der von sehr schön eingesetzten elektrischen Klängen eingesetzt wird. Dazu ein eingängiger Refrain und schon ist der Einstieg gelungen. The Anix sind unter anderem von der Musik von Muse beeinflusst und das hört man auch. Warning Signs könnte so auch von den britischen Grammypreisträgern sein. Die Band versucht filmische Einflüsse in das Album hereinzubringen und die Songs wie einen Soundtrack klingen zu lassen, was mit dem massenkompatiblen, aber keinesfalls beliebig wirkenden Cry Litte Sister (einer Coverversion von Gerard McMann) oder dem dramatischen Take My Future, das an 30 Seconds To Mars erinnert, recht ansprechend gelingt. Der Titeltrack Sleepwalker macht ausgiebigen Gebrauch von Synthesizern und erhält dadurch einen leicht futuristischen Touch. Auch der Höhepunkt des Tracks weiß zu gefallen. In Glass, zu dem auch ein Video gedreht wurde, zeigt Sänger Brandon Smith, dass er seine Stimme vielseitig einsetzen kann, auch wenn teilweise mit Verzerrern gearbeitet wird.

Mit Resident One wird der Sound deutlich elektronischer, was aber eine durchaus angenehme Abwechslung ist. Der Track erweist sich als erstaunlich tanzbar. In The End geht wieder einen anderen Weg. Der Song wartet mit netten Tempowechseln auf und ist bis ins letzte Detail ausgefeilt – wie eigentlich das ganze Album. Die Liebe zum Detail muss man wirklich loben. Wenn man genau hinhört, gibt es viele kleine Elemente mit großer Wirkung zu entdecken, etwa sanfte Streichertöne, wie sie nicht nur im groovigen Endlessly zu hören sind. Man muss aber auch sagen, das bei allem Bemühen um Perfektion ein wenig die Eigenständigkeit leidet. Vieles hat man so oder so ähnlich schon mal gehört, manchmal ist es etwas zu viel mit den Einflüssen. So bleiben Tracks wie Long Way Out und In The Dark zwar trotzdem gut, der Aha-Effekt bleibt aber aus. Am ehesten sind es die Synthesizer und Keyboardelemente, die Eindruck hinterlassen – der Abschlusstrack The Passenger ist dafür ein gutes Beispiel.

Zum eigentlichen Album gibt es noch eine Bonus-CD mit dem Song Burn, der gemeinsam mit Apoptygma Berzerk eingespielt wurde und einer ganzen Reihe von Remixen, unter anderem von Powerman 5000 und Mozart & Friends. Eine sehr nette Dreingabe, die nicht einmal auf eine limitierte Edition beschränkt ist. Das eigentliche Album kommt bei 12 Tracks auf eine Spielzeit von 42:21 Minuten. Das ist in Ordnung, da kein Song negativ auffällt.

[stextbox id="info" image="null"]The Anix - Sleepwalker

The Anix – Sleepwalker (Album) [Doppel-CD]

Facts:
Tracks: 12 / 9
Gesamtspieldauer: 42:21 / 48:26
Releasedatum: 09.09.2011
Genre: Electronic Rock
Homepage: www.theanix.com
Anspieltipps: Warning Signs, Resident One, Endlessly
Sleepwalker bei Amazon kaufen / als MP3 laden
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Fazit

Daumen mittel hochThe Anix machen eigentlich alles richtig. Man möchte sogar fast meinen zu richtig, denn dem Album fehlen Ecken und Kanten. Die Band hat sich viele gute Einflüsse geholt und diese in den Longplayer gebracht. Das führt dazu, das ein wenig die Eigenständigkeit fehlt. Doch ist das Meckern auf hohem Niveau. Die Liebe zum Detail der bis zuletzt ausgefeilten Songs, die genau den Sound haben, wie sich ihn die Band vorgestellt hat, muss man als Hörer einfach merken und würdigen. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen und so liefern die Jungs ein sehr hörenswertes Album ab.

Galerie (Photos by Anthony Massie)

The Anix | Photo by Anthony MassieThe Anix | Photo by Anthony Massie

Gedankendeponie Music Battle – Runde 03

Start frei für Runde drei beim Gedankendeponie Music Battle! Hier, wo immer zwei Songs gegeneinander antreten und ihr in den Kommentaren entscheidet, wer den Sieg einfährt. In der letzten Runde konnte sich Knorkator knapp mit 9:8 Stimmen gegen J.B.O. durchsetzen. Ich mag zwar insgesamt Knorkator lieber, hätte bei den beiden Songs aber für J.B.O. gestimmt.

In dieser Runde entfachen wir einen Familienstreit! Und zwar treten Rob Zombie und Powerman 5000 (deren Sänger Spider One der kleine Bruder von Rob ist) gegeneinander an. Das verspricht ein spannendes Duell zu werden. Hört euch die Songs an, die ich ausgesucht habe und entscheidet selbst.

Rob Zombie – Dragula

Powerman 5000 – Free

Also: Welchem Song gebt ihr eure Stimme? Schreibt einen Kommentar und gebt eure Stimme ab. Ich zähle so lange mit, bis die nächste Runde ansteht.

CD-Check: Powerman 5000 – Tonight The Stars Revolt!

Kritik

Die Musik von Powerman 5000 ist wohl im Bereich des Nu-Metal anzusiedeln, jedoch haben sie in ihrer bisherigen Laufbahn ihren Stil mehrfach gewechselt, darum beziehen sich die Angaben auch nur auf das Album Tonight The Stars Revolt!. Die Melodien und die Instrumentalisierung sind recht eingängig, aber dennoch variabel, Manchmal hören sich die Songs zwar ähnlich an, aber innerhalb der Songs herrscht viel Abwechslung. Die rauhe Stimme von Frontmann Spider One (übrigens der kleine Bruder von Rob Zombie) passt hervorragend zum Sound. Die Texte hingegen lassen zu wünschen übrig: Durch das Album zieht sich ein roter Faden, was die Themen angeht. Es ist alles ziemlich futuristisch gehalten, macht aber leider nicht so viel her. Dafür ist es mal was anderes, da hätte man mehr draus machen können! So kommt eher ein Feeling auf, dass man sich in einem mittelmäßigen Science Fiction Film befindet. Darauf kann man stehen, muss man aber nicht.

Die Spieldauer der CD beträgt 39:09 Minuten bei 13 Tracks, von denen 2 nur gesprochenen Text bieten und ein Song als Abschluss komplett aus der Reihe fällt. Das ist definitiv zu wenig. Booklet und Artwork hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck: Die Songtexte sind enthalten und auch über die Bebilderung kann man sich nicht beschweren, doch wirkt alles ein wenig billig und wirr, ein bisschen wie Werbung für unseriöse Firmen mit Großbuchstaben, Ausrufezeichen und Bannern. Fürs Auge bietet es also nicht sonderlich viel, aber es geht definitiv schlimmer.

Fazit

Wer genug von immer denselben Themen in Songs hat und sich für Science Fiction und härtere Musik begeistern kann, sollte sich Powerman 5000 unbedingt mal anhören. Als rockiger Happen für zwischendurch wirklich gut geeignet.


Powerman 5000 - Tonight the Stars Revolt!Powerman 5000 – Tonight The Stars Revolt! (Album)

Facts:

  • Tracks: 13
  • Gesamtspieldauer: 39:09
  • Erscheinungsjahr: 1999
  • Genre: Nu-Metal/Industrial
  • Homepage: www.powerman5000.com
  • Anspieltipps: When Worlds Collide, Nobody’s Real

Bewertung:
Texte: 5 von 10
Musik/Produktion: 6 von 10
Cover/Booklet & Artwork: 6 von 10
Spieldauer: 3 von 10
Ohrwurmfaktor: 5 von 10

Gesamt: 5 von 10 Punkten

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