Schlafwandeln wird in der Gesellschaft ja oft belächelt, dahinter versteckt sich aber eine wirkliche Schlafstörung, die wenig lustige Ausmaße erreichen kann. Dass das neue Album von The Anix, der Band um den Apoptygma Berzerk Gitarristen Brandon Smith, Sleepwalker heißt, hat den Hintergrund, dass der Sänger viele der Songs geschrieben hat, während er mit großer Schlaflosigkeit kämpfte. Ob daraus ein gutes Album geworden ist, sage ich euch in den folgenden Zeilen.
Mit Enemy Eyes beginnt das Album direkt mit fettem Gitarrensound, der von sehr schön eingesetzten elektrischen Klängen eingesetzt wird. Dazu ein eingängiger Refrain und schon ist der Einstieg gelungen. The Anix sind unter anderem von der Musik von Muse beeinflusst und das hört man auch. Warning Signs könnte so auch von den britischen Grammypreisträgern sein. Die Band versucht filmische Einflüsse in das Album hereinzubringen und die Songs wie einen Soundtrack klingen zu lassen, was mit dem massenkompatiblen, aber keinesfalls beliebig wirkenden Cry Litte Sister (einer Coverversion von Gerard McMann) oder dem dramatischen Take My Future, das an 30 Seconds To Mars erinnert, recht ansprechend gelingt. Der Titeltrack Sleepwalker macht ausgiebigen Gebrauch von Synthesizern und erhält dadurch einen leicht futuristischen Touch. Auch der Höhepunkt des Tracks weiß zu gefallen. In Glass, zu dem auch ein Video gedreht wurde, zeigt Sänger Brandon Smith, dass er seine Stimme vielseitig einsetzen kann, auch wenn teilweise mit Verzerrern gearbeitet wird.
Mit Resident One wird der Sound deutlich elektronischer, was aber eine durchaus angenehme Abwechslung ist. Der Track erweist sich als erstaunlich tanzbar. In The End geht wieder einen anderen Weg. Der Song wartet mit netten Tempowechseln auf und ist bis ins letzte Detail ausgefeilt – wie eigentlich das ganze Album. Die Liebe zum Detail muss man wirklich loben. Wenn man genau hinhört, gibt es viele kleine Elemente mit großer Wirkung zu entdecken, etwa sanfte Streichertöne, wie sie nicht nur im groovigen Endlessly zu hören sind. Man muss aber auch sagen, das bei allem Bemühen um Perfektion ein wenig die Eigenständigkeit leidet. Vieles hat man so oder so ähnlich schon mal gehört, manchmal ist es etwas zu viel mit den Einflüssen. So bleiben Tracks wie Long Way Out und In The Dark zwar trotzdem gut, der Aha-Effekt bleibt aber aus. Am ehesten sind es die Synthesizer und Keyboardelemente, die Eindruck hinterlassen – der Abschlusstrack The Passenger ist dafür ein gutes Beispiel.
Zum eigentlichen Album gibt es noch eine Bonus-CD mit dem Song Burn, der gemeinsam mit Apoptygma Berzerk eingespielt wurde und einer ganzen Reihe von Remixen, unter anderem von Powerman 5000 und Mozart & Friends. Eine sehr nette Dreingabe, die nicht einmal auf eine limitierte Edition beschränkt ist. Das eigentliche Album kommt bei 12 Tracks auf eine Spielzeit von 42:21 Minuten. Das ist in Ordnung, da kein Song negativ auffällt.
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The Anix – Sleepwalker (Album) [Doppel-CD]
Facts:
Tracks: 12 / 9
Gesamtspieldauer: 42:21 / 48:26
Releasedatum: 09.09.2011
Genre: Electronic Rock
Homepage: www.theanix.com
Anspieltipps: Warning Signs, Resident One, Endlessly
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Fazit
The Anix machen eigentlich alles richtig. Man möchte sogar fast meinen zu richtig, denn dem Album fehlen Ecken und Kanten. Die Band hat sich viele gute Einflüsse geholt und diese in den Longplayer gebracht. Das führt dazu, das ein wenig die Eigenständigkeit fehlt. Doch ist das Meckern auf hohem Niveau. Die Liebe zum Detail der bis zuletzt ausgefeilten Songs, die genau den Sound haben, wie sich ihn die Band vorgestellt hat, muss man als Hörer einfach merken und würdigen. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen und so liefern die Jungs ein sehr hörenswertes Album ab.




Powerman 5000 – Tonight The Stars Revolt! (Album)