Saltatio Mortis
CD-Check: Saltatio Mortis – Des Königs Henker
Kritik
Fällt das Stichwort Mittelalter- oder Folk-Rock, so fallen drei Bandnamen meist als erstes: In Extremo, Subway to Sally, Schandmaul. Doch was kommt dann? Inzwischen ist die Szene auf einen weiteren Namen aufmerksam geworden, der sich schon jetzt wachsender Beliebtheit erfreut und bald zu den großen Vertretern zählen dürfte – Saltatio Mortis mit ihrem Album Des Königs Henker.
Saltatio Mortis’ Wurzeln liegen auf Mittelalter-Märkten, wo sie unplugged auftraten und immernoch auftreten. Ihr wahres Potential entfalten die 7 Musiker meiner Meinung nach aber erst auf ihren Studio-Rock-Alben, denn dort rocken sie teilweise so, als gäbe es kein Morgen mehr. Sie selbst sprechen sich Elemente aus Rock, Metal und Punk zu und das trifft es so ziemlich genau. Frivole Texte, kombiniert mit harten Riffs und treibenden Sounds. Auch der bei Mittelalter-Bands fast schon obligatorische Dudelsack darf natürlich nicht fehlen. Doch sie können auch anders: Balladen aus dem innersten eines Herzens, die mit Wut gepaart ein Feuerwerk von Stimmungswechseln beim Hörer erzeugen können. Die Texte warten mit allem auf, was man so aus dem Mittelalter erwartet: Könige, Kriege, verbotene Liebschaften, Plagen – auf Des Königs Henker herrscht zumindest textlich eine eindeutig düstere Grundatmosphäre. Jedoch lässt sich alles irgendwie auf heutige Zeit und persönliche Situationen übertragen, sofern man denn will. Man kann auch einfach nur abschalten, die Musik aufdrehen und die eigene Bude rocken, bis man nicht mehr kann – auch sehr zum Mitsingen geeignet. Die Stimme des Sängers Alea wirkt zunächst zwar sehr ungewohnt, doch passt sie wirklich sehr gut zur Musik und wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, will man sie sich gar nicht mehr wegdenken.
Des Königs Henker beinhaltet 12 Tracks, die eine Gesamtspieldauer von gerade einmal 46:37 Minuten hergeben. Das sind fast 4 Minuten pro Song und insgesamt gehobener Durchschnitt. Da das Album jedoch sehr intensiv auf einen wirkt und nur 1 Track aus der Reihe springtund nicht wirklich reinpasst, und man in den Songs immer mal wieder neue Nuancen entdeckt, kann man es sich auch mehrfach hintereinander anhören. Artwork und Cover sind recht ansprechend gestaltet und stimmig. Die Gesichter innerhalb des Booklets sehen zwar nicht sehr Vertrauen erweckend aus, aber gut gemacht ist das Booklet allemal, zumal es neben den hervorragend lesbaren Texten auch noch alle weiteren Informationen gibt, die jeden Interessierten freuen.
Fazit
Ein muss für alle Mittelalter-Rock-Fans und die, die es werden wollen. Reinhören lohnt sich in jedem Fall! Saltatio Mortis sind auf einem guten Weg zum Thron der mittelalterlich beeinflussten Bands und man wird ganz sicher noch viel von ihnen hören.
Saltatio Mortis – Des Königs Henker (Album)
Facts:
- Tracks: 12
- Gesamtspieldauer: 46:37
- Erscheinungsjahr: 2005
- Genre: Mittelalter-Rock/Metal/Punk
- Homepage: www.saltatio-mortis.com
- Anspieltipps: Rette Mich, Verführer, Für Dich
Bewertung:
Texte: 9 von 10
Musik/Produktion: 8 von 10
Cover/Booklet & Artwork: 10 von 10
Spieldauer: 7 von 10
Ohrwurmfaktor: 8 von 10
Gesamt: 8 von 10 Punkten
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