An der Schule habe ich den Chemieunterricht immer gehasst. Ich konnte mit Atomen, Stoffeigenschaften und irgendwelchen chemischen Reaktionen einfach nichts anfangen, so hab ich dann auch schnell das Interesse verloren. Ganz unabhänig davon habe ich mir dennoch der Serie Breaking Bad eine Chance gegeben, obwohl der Hauptdarsteller ein Chemielehrer ist. Im Gegensatz zum Unterricht ist die Serie aber glücklicherweise keineswegs trockener Stoff, sondern durchaus packend, interessant und obendrauf auch noch ziemlich originell, wie man schnell aus dem Plot erkennen kann:
Walter White ist ein vom Pech verfolgter Chemielehrer, der mit allen Mitteln versucht, seine schwangere Frau und seinen körperlich behinderten Sohn durchzubringen. Doch eines Tages nimmt sein Leben eine dramatische Wendung: Bei Walter wird Lungenkrebs in einem sehr fortgeschrittenen Stadium festgestellt, er hat maximal nur noch ein paar Jahre zu leben. Walter erkennt, dass er etwas ändern muss, damit seine Familie auch nach seinem Tod versorgt ist. Deshalb entschließt er sich, seine Fähigkeiten als Chemiker zu nutzen und gemeinsam mit einem seiner ehemaligen Schüler Methamphetamin herzustellen und zu verkaufen. Das bringt erwartungsgemäß große Schwierigkeiten mit sich, nicht nur mit der Drogenbekämpfungsbehörde, bei der auch noch Walters Schwager arbeitet, sondern auch mit den etablierten Größen der Drogenszene und nicht zuletzt mit seinem eigenen Gewissen.
Breaking Bad war eine eher zufällige Entdeckung für mich. Beim Stöbern nach neuen Serien blieb ich bei dem Cover hängen (wie könnte man auch nicht?) und fing an zu lesen und mich zu informieren. Die Storyline schien interessant und ich gab der Serie eine Chance, was wirklich eine sehr gute Entscheidung gewesen ist, denn Breaking Bad ist von der ersten Minute (mit einer mehr als genialen Eröffnungsszene) bis zum Schluss der ersten Staffel vollkommen überzeugend. Neben den Drama-Elementen bietet die Serie auch noch einen sehr feinen, gut dosierten schwarzen Humor und strotzt nur so vor denkwürdigen Szenen, die einem lange im Kopf bleiben. Die Dialoge sind mehr als herausragend und die Charakterzeichnung und -entwicklung (speziell die von Walter) gehören zum besten, was man in einer Serie sehen kann. Auch die Inszenierung weiß zu gefallen. Die meiste Zeit ist zwar alles sehr ruhig, aber es gibt immer wieder regelrechte Ausbrüche, so wie es eben auch bei Walter selbst ist.
Vor der schauspielerischen Leistung von Bryan Cranston (“Malcolm in the Middle“) als Walter White muss man einfach seinen Hut ziehen, eine schlicht brillante Leistung. Der Emmy Award für seine Rolle ist mehr als gerechtfertigt. Eine solche Charaktertiefe erlebt man selten und nicht oft fühlt man sich mit einem Seriencharakter so verbunden wie mit Walter, obwohl er an illegalen Machenschaften beteiligt ist. Aber auch die Nebendarsteller machen ihre Sache sehr gut, erwähnt seien hier im Speziellen Anna Gunn (“Deadwood“) als Walters Frau Skyler und Aaron Paul in der Rolle von Walters ehemaligem Schüler und jetzt “Geschäftspartner” Jesse.
Fazit: Breaking Bad ist eine der besten Serie, die ich je gesehen habe. Mit einer fantastischen Mischung aus Drama und schwarzem Humor, einer tollen Instenierung und einem herausragenden Hauptdarsteller schafft es die Serie, von Anfang bis Ende zu fesseln. Der einzige Kritikpunkt der ersten Staffel ist, dass sie nach nur 7 Folgen schon wieder vorbei ist, was allerdings dem Autorenstreik in den USA geschuldet ist. Immerhin läuft die zweite Staffel dort schon und eine dritte ist geplant. Daher kann ich nur jedem Serienfan dazu raten, Breaking Bad eine Chance zu geben, ihr werdet es bestimmt nicht bereuen.
Meine Wertung: 9/10
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