Wunschbeitrag

Oktober Wunschbeitrag: Der Caesarenstuhl

Als ich im April die Umfrage zum Wunschbeitrag des Monats startete, gab es die zweitmeisten Stimmen für das Thema, welches nun im Oktober dran ist: Der Caesarenstuhl. Damals kamen Spekulationen in den Kommentaren auf, was sich wohl hinter dieser Überschrift verberge. Wird wohl was mit dem Latein- und Geschichtsstudium zu tun haben, wird sich der ein oder andere gedacht haben, aber ich muss euch enttäuschen, das Studium berühre ich damit nur ganz am Rande. Es geht nämlich um das Thema “ungewöhnliche Synonyme”.

Synonyme sind toll: Dank ihnen muss man nicht immer dasselbe Wort verändern, sondern kann seine Sprache variieren. Da macht das Lesen von Texten auch viel mehr Spaß, zumal das Deutsche ja einen recht großen Synonymreichtum hat. Allein was es alles für Wörter gibt, die den Vorgang des Gehens ausdrücken, natürlich mit allerlei kleinen Bedeutungsnuancen: schreiten, stolzieren, spazieren, trotten, staksen uvm.

Es gibt aber auch allerlei ungewöhnliche Synonyme, die oftmals von irgendwem erfunden worden sind, um einen bestimmten Ausdruck nicht verwenden zu müssen. Allein für Geschlechtsverkehr und die männlichen und weiblichen Geschlechtsteile gibt es allerhand absolut merkwürdige Formen. Fragt mal Katja, die wird euch zu diesem Thema sicherlich einiges mehr erzählen können. Ich persönlich sage nur “Fapfap” – damit werden sicher ein paar Leute hier etwas anfangen können. ;)

Manchmal geht es aber etwas zu weit und zwar wenn man aus dem Synonym absolut nicht mehr erkennen kann, was denn eigentlich damit gemeint ist. Oder kennt jeder von euch Ameisentitten (=Gänsehaut)? In solchen Fällen werden Synonyme zu Insidern in Eingeweihtengruppen und könnten fast als Geheimsprache durchgehen. Als Latinist und Historiker kam ich dann auch nicht drum herum, mir ein paar Synonyme aus diesem Bereich anzugewöhnen. Wenn also Fortuna die Beine breit macht, hat man sehr viel Glück gehabt und wenn man(n) eine attraktive Frau sieht, dann wird der kleine Octavian zum Augustus, um mal zwei Beispiele zu nennen.

Nun fragt ihr euch sicher: “Und was ist nun mit dem Caesarenstuhl?” Ich sage noch nichts! Ratet doch mal, wofür der stehen könnte, bin gespannt, was ihr für Ideen habt! :)

September Wunschbeitrag: Wie lang sollte die Leine sein?

Seitdem die zweite Jahreshälfte angebrochen ist, gibt es ja keine Abstimmungen mehr zum Wunschbeitrag des Monats, stattdessen werden von mir die in den Umfragen jeweils zweitplatzierten Überschriften in einen Beitrag umgewandelt. Diesen Monat haben wir es mit dem März-Zweitplatzierten zu tun. “Wie lang sollte die Leine sein?” hieß die Überschrift und im Vorfeld gab es schon ein paar Spekulationen, was sich dahinter verbergen könnte. Das ging von Erlebnissen mit Hunden über Sexspielzeug bis hin zur Leine im übertragenden Sinne, also zum Beispiel darum, wie viel Selbständigkeit Eltern ihren Kindern zutrauen. Letzterer Vorschlag kam übrigens vom Rätselkönig Andreas und was soll ich sagen – auch hier hat er im Grunde richtig gelegen.

Ich möchte von mir ausgehend überlegen, vielleicht gemeinsam mit euch in den Kommentaren, inwieweit Eltern ihren Kindern eine alleinige Entscheidung zubilligen sollten und ab wann ein Einschreiten wohl besser ist. Das bezieht sich auf viele Lebensbereiche, Schule, Partys, Alkohol, Hobbys und auch Freundinnen und Freunde sind hin und wieder ein Grund für die Eltern, ein bisschen mehr Vormund und möglicherweise auch der Buhmann zu sein.

Vertrauen ist gut…

Es ist bei mir ja noch nicht so lange her, dass ich meine Entscheidungen noch nicht ganz allein treffen durfte. Aber wenn ich zurückdenke, fällt mir kaum eine Situation ein, in der meine Eltern sich komplett und ohne Kompromiss gegen meine Wünsche gestellt haben. Im Gegenteil wurde fast alles gefördert und manchmal wurde ich regelrecht zu meinem Glück überredet – wenn ich das Gefühl hatte, dass meine Eltern von einer Idee alles andere als begeistert waren, habe ich auch selbst mal zurückgesteckt. Doch letztlich haben sie mich dann doch ermuntert.

Ich kann also gar nicht klagen. Meine Eltern haben mir von Anfang an zugetraut, dass ich keinen Unsinn anstelle und mir reiflich überlege, was das Beste für mich ist. Sicher konnte ich diesem Vertrauen nicht immer gerecht werden, z.B. kam es schon mal vor, dass ich auf einer Party dann doch zu viel des Alkohols hatte, aber sie wissen wohl, dass da jeder seien eigenen Erfahrungen machen muss und die Konsequenzen am nächsten Morgen hatten ja nicht sie zu tragen, sondern ich selbst.

Der Größte Vertrauensbeweis meiner Eltern war wohl, als sie mich ganz allein zu einem Chattertreffen in NRW, 400km weit weg, haben fahren lassen, obwohl ich meinen Führerschein noch nicht einmal ein Jahr lang hatte. Ich bekam das Auto und die EC-Karte von meinem Vater und durfte mein ganz persönliches Abenteuer erleben und Menschen treffen, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Klar, das hätten sie natürlich nicht gemacht, wenn ich ihr Vertrauen in der Vergangenheit öfter missbraucht hätte, aber dennoch: Irgendwie cool.

…Kontrolle ist besser?

Wenn ich manchmal so höre, wie das bei anderen Eltern läuft, bin ich fast schon immer ein wenig ungläubig: “Wie, du musst um Mitternacht zu Hause sein? Was, deine Eltern bestimmen, wann und wie lange du lernen musst? Warum verbieten dir deine Eltern, dass du Besuch bekommst?” Deswegen mal zwei Fragen an euch: Ich würde gerne mal wissen, wie es denn bei euch so war – hattet ihr strenge Eltern oder haben sie euch auch viel gestattet? Wie würdet ihr als Elternteil handeln: Eher lange Leine oder mit klaren Regeln. Bin gespannt, ob und was ihr dazu zu sagen habt. :)

August Wunschbeitrag: Damdada-damda

Im Februar gab es eine relativ knappe Abstimmung zum Wunschbeitrag des Monats. Durchsetzen konnte sich am Ende der Beitrag “And I keep driving into the night” vor dem Beitrag, der diesen Monat auf euch wartet. Die Überschrift lässt wahrscheinlich eher weniger darauf schließen, dass er inhaltlich sogar etwas mit meinem Studienfach Latein zu tun hat. Allerdings bekommt er am Ende doch noch eine etwas andere Richtung. Hier kommt “Damdada-damda”:

Wenn man Latein lernt, kommt man irgendwann an die Stelle, an der es um Lyrik geht und darin dann um Hexameter. Das ist ein Versmaß mit sechs Metren. Viele Schüler und Studenten tun sich sehr schwer beim rhythmischen Vorlesen der Verse, die aus Spondeen (zwei Längen) und Daktylen (Eine Länge und zwei Kürzen) bestehen. “Damdada-damda” hat man sich folglich aus einem Daktylus und einem Spondeus vorzustellen, denn so endet ein Hexameter immer (wobei die allerletzte Silbe auch kurz sein kann). Klar erfordert das Lesen etwas Übung, aber spätestens im Studium sollte man das eigentlich beherrschen. Leider ist das aber bei vielen nicht der Fall.

Die Wurzel dafür scheint aber etwas tiefer zu liegen. Wenn man manchen Leuten zuhören muss, wenn sie etwas vorlesen, dann fragt man sich, wie diese Menschen ihren Abschluss geschafft haben. Es ist nicht nur diese totale Monotonie ohne jegliche Betonung beim Lesen, die ich absolut schrecklich finde, es sind auch teilweise extreme Lesefehler oder total stockendes Lesen, bei denen ich mich dann immer Frage: Wie kann das nur sein, das so jemand auch noch etwas studiert, wo das Vorlesen zum Alltag dazugehört? Eigentlich müssten die wieder zurück in die Schule geschickt werden.

Ich finde es extrem wichtig, wenigstens einigermaßen gut Vorlesen zu können. Nicht in jedem Job, aber als Lehrer ganz bestimmt und auch in vielen anderen Berufen. Um das zu fördern, sollte schon in den Schulen deutlich mehr laut vorgelesen werden, in jedem Unterrichtsfach, in dem gelesen wird. Die Schwierigkeit ist aber – und da wiederhole ich mich – dass die Klassengrößen einfach zu hoch sind. Bei 30 Schülern kommen nie alle dran mit lesen, zumal man nicht nach allen zwei oder drei Sätzen durchwechseln kann.

In meinem Grundschulpraktikum habe ich auch gemerkt, dass man vor allem die Schüler, die schwach im Lesen waren, eher nicht drangenommen hat. Wahrscheinlich, damit man schneller vorankommt und die anderen Schüler zuhören können. Allerdings ist ja klar, dass dann die schlechteren Schüler kaum eine Chance haben, sich zu verbessern, denn zu Hause wird darauf auch meist nicht viel wert gelegt. Bei mir war es als ich noch klein war, so, dass mir zwar auch vorgelesen wurde, aber sobald ich lesen konnte, ich meinen Eltern vorgelesen habe. Das hat mir, denke ich sehr geholfen, weil Fehler früh erkannt und schnell abgestellt werden konnten.

Darum, liebe Eltern, lasst eure Kinder doch auch einmal euch vorlesen. Das macht auch Spaß. Und wenn ihr euren Kindern vorlest, dann macht es ihnen bitte richtig vor. Es wird sich deutlich auf die Lesefähigkeit des Kindes auswirken und spätestens beim Lateinstudium wird es bemerkbar, denn ich habe kaum Probleme mit dem rhythmischen Lesen, es gehört sogar zu den Dingen, die mir am meisten Spaß machen. Die Wörter müssen tanzen – damdada-damda! :)

Juli Wunschbeitrag: Ein abendliches Ritual

Wie angekündigt, werde ich jetzt, wo die zweite Jahreshälfte angebrochen ist, die jeweils in den Umfragen zweitplatzierten Beitragstitel als Wunschbeiträge des Monats posten, damit die Stimmen nicht gänzlich ignoriert werden. In der Umfrage zum Januar schaffte es die Überschrift “Ein abendliches Ritual” auf den zweiten Platz. Auf den ersten Platz kam damals der “Negativdenker“, der sich mit nur wenigen Stimmen Vorsprung an die Spitze setzte. Nun möchte ich euch aber einweihen in ein abendliches Ritual…

In meiner Familie ist es üblich, dass Mahlzeiten immer zusammen begangen werden, sofern es irgendwie möglich ist. Durch verschiedene Umstände (unterschiedliche Arbeits- und Unizeiten) ist dieses gemeinsame Beisammensein an Werktagen oft auf das Abendessen beschränkt. Während in vielen Familien – so habe ich es jedenfalls schon oft gehört – jeder dann ist, wann er Hunger hat und möchte, haben wir eigentlich ein ziemlich geregeltes und auch gemütliches Essen am Abend. Meist versammen wir uns alle ziwschen 18 und 19 Uhr, einer von uns Kindern geht meiner Mutter beim Aufdecken zur Hand und die anderen räumen hinterher zusammen ab. Bis es aber zum Abräumen kommt, kann schon mal eine ganze Zeit vergehen.

Denn wir nutzen die Chance des gemeinsamen Zusammenseins auch immer, viel miteinander zu reden. Jeder kann von seinem Tag erzählen und nicht selten entstehen auch lebhafte Diskussion zum aktuellen Geschehen, Politik, Sport usw. Manchmal werden auch noch kleine Spielchen wie Rechenaufgaben oder Hauptstädteraten gemacht. Insgesamt geht es meistens sehr lustig zu und wenn wir mal Gäste haben, kommt auch von denen hinterher eigentlich immer noch positives Feedback.

Ich genieße das eigentlich immer sehr und ich denke, dass diese Zeit nicht hoch genug geschätzt werden kann und kostbar ist. Und wenn ich irgendwann vielleicht mal eine eigene Familie gründe, dann wünsche ich mir, dass diese Tradition auch dann irgendwie beibehalten werden kann – denn was gibt es wichtigeres als Zeit mit den Menschen zu verbringen, die man liebt?

Juni Wunschbeitrag: Rock’n'Roll Pope

Diesen Monat gab es ja die letzte Wahl zum Wunschbeitrag des Monats. In der zweiten Jahreshälfte werde ich nach und nach die in den Umfragen zweitplatzierten Ergebnisse in hoffentlich ansprechende Beiträge bringen, so wie ich es bisher immer mit dem Sieger der Umfragen gemacht habe. Diesen Monat hat jedenfalls ganz knapp der Beitragstitel “Rock’n'Roll Pope” die Umfrage für sich entschieden und deshalb werde ich euch auch nun erzählen, was es damit auf sich hat. Der Beitrag zu “Das zweite Ich” wird dann in einem anderen Monat stattfinden.

Der Rock’n'Roll Papst ist niemand geringeres als ich selbst. Er ist sozusagen eine Kunstfigur, die ich mir selbst gegeben habe. Immer wenn es draußen warm, nein, wenn es draußen richtig heiß wird, kommt er zum Vorschein und zeigt, was er drauf hat: Oberkörperfrei und mit Luftgitarre bewaffnet reißt er das Fenster seines Zimmers ganz auf und dreht seine Anlage auf Anschlag. Seine einzige Religion ist die Musik und die lebt er mit Leidenschaft aus.

Wenn sich die Laune auf höchsten Höhen befindet, legt er sich auch noch ein Cape um, das wahlweise mal ein großes Handtuch war oder die große Borussia Mönchengladbach Flagge und fühlt sich fast wie Superman. Die Stimmung schaukelt sich immer weiter hoch, er beginnt zu singen und rockt, bis das Haus wackelt. Das die paar Fußgänger, die auf der anderen Seite der Straße, in deren Richtung sein Fenster zeigt, ihn so sehen und womöglich für verrückt halten, ist ihm völlig egal – er hat seinen Spaß.

Hat er sich dann ganz und gar verausgabt oder wird er aus seiner ganz eigenen Welt herausgerufen, legt er das Cape wieder ab, dreht die Musik herunter, wischt sich den Schweiß von der Stirn und zieht sich wieder an. Doch er weiß, dass es ein nächstes Mal geben wird und dafür hält er schonmal seine Playlist bereit. ;)

Wunschbeitrag des Monats: Juni

Sagt mal, habt ihr auch das Gefühl, dass die Zeit im Moment wie im Fluge vergeht? Der Mai ging ja mal wieder sowas von schnell rum, und der Juni ist jetzt auch schon wieder 8 Tage alt. Auf jeden Fall scheint uns der Sommer nun endgültig erreicht zu haben, die Temperaturen sind konstant oben und man kann bis spät in die Nacht nur in T-Shirt und kurzer Hose draußen sitzen. Toll! Aber ein neuer Monat bedeutet auch einen neuen Wunschbeitrag, der natürlich wieder von euch bestimmt werden darf.

Wie immer gibt es fünf Beitragstitel für euch zur freien Auswahl, die Abstimmung läuft genau 2 Wochen lang in der Sidebar. Für den Beitragstitel mit den meisten Stimmen werde ich dann einen passenden Beitrag schreiben. Hier nun die fünf zur Auswahl stehenden Überschriften:

  1. Das zweite Ich
  2. Vorsicht, Wild!
  3. Die Zufälligkeit des Schicksals
  4. Die Kunst des Seins
  5. Rock’n'Roll Pope

Na, wie siehts aus? Irgendwas für euch dabei? Ich hoffs doch mal. Übrigens wird es ab dem nächsten Monat keine Abstimmung mehr geben, denn dann kommen – surprise surprise! – alle bisher zweitplatzierten Beiträge an die Reihe, damit die nicht unter den Tisch fallen. Also wählt euren Favoriten, damit es hier das zu lesen gibt, was ihr auch lesen wollt. Die Umfrage befindet sich wie immer zwei Wochen lang in der Sidebar. Ich bin gespannt. ;)

Mai Wunschbeitrag: Wenn das Licht aus wäre

Und schon wieder sind zwei Wochen vorbei und die Abstimmung zum Wunschbeitrag des Monats Mai ist vorbei. Mit 39% der Stimmen hat sich der Beitragstitel “Wenn das Licht aus wäre” doch einigermaßen deutlich absetzen können und darum gibt es jetzt wie gewohnt einen Beitrag zu diesem Thema, den ihr so dazu vielleicht gar nicht erwartet hättet. Wir werden sehen! Und damit sind wir schon beim Thema:

Stellt euch mal vor, alle Menschen wären ein bisschen so wie Maulwürfe, blind aber lebensfähig. Die Konsequenzen daraus wären in vielerlei Hinsicht unabsehbar. Gehen wir aber mal davon aus, dass so ziemlich alle Dinge des Alltags davon nicht berührt würden: Lesen könnten wir natürlich dank Blindenschrift trotzdem, Auto fahren könnte durch geregelten Schienenverkehr auf den Straßen ersetzt werden, vieles kann mit ein bisschen Fantasie durch Hören und andere Sinne ersetzt werden. Darum soll es hier aber nicht gehen.

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