Zu Beginn dieses Jahrtausends waren Animes für Erwachsene in den USA und Europa noch eine absolute Ausnahmeerscheinung und größtenteils unbekannt. Das änderte sich, als sich der TV-Sender Cartoon Network dazu entschloss, Cowboy Bebop in sein Programm aufzunehmen. Durch ihren Erfolg ist die Animeserie als Vorreiter für das Genre im Westen anzusehen und hat dadurch eine besondere Stellung inne. Warum diese gerechtfertigt ist, will ich euch im Folgenden erläutern.
Im Jahr 2021 wurde ein System von Ringen konstruiert, mit dem es möglich ist, das Sonnensystem im Hyperraum schnell zu durchreisen und neue Welten zu besiedeln. Da dieses System jedoch einen Defekt aufwies, kam es zu einer Explosion, die ein Stück vom Mond abgesprengt hat und seitdem als Asteroidengürtel um die Erde gelegt ist, aus dem beständig Teile herunterhageln und die Erde im Prinzip unbewohnbar gemacht haben. Einige Erdenbewohner zogen sich unter die Oberfläche zurück, der Großteil jedoch zog auf die neu besiedelten Planeten und Monde um. Die Geschichte von Cowboy Bebop spielt 50 Jahre später: Im Jahr 2071 reisen die beiden Kopfgeldjäger (Cowboys genannt) Spike Spiegel und Jet Black auf ihrem Schiff, der Bebop, durch das Sonnensystem und sind stets bemüht, irgendwie für ihren Unterhalt zu sorgen. Später gesellen sich ihnen die Kopfgeldjägerin Faye Valentine, die Hackerin Ed und ein Hund namens Ein hinzu. Gemeinsam nutzen sie ihre Fähigkeiten, das auf diverse Verbrecher angesetzte Kopfgeld einzustreichen, doch hat jeder von ihnen auch eine Vorgeschichte, die sie immer wieder einholt, und eigene Wünsche und Ziele, die es zu erreichen gilt…
Obwohl in einem Science Fiction Szenario angesiedelt, verzichtet Cowboy Bebop fast komplett auf detaillierte Beschreibungen fortschrittlicher Technologien, vielfach unterscheiden diese sich auch gar nicht von heute (Schusswaffen, Autos), der Fokus liegt klar auf den Handlungen der einzelnen Folgen und der übergreifenden Geschichte der Figuren, die immer mitschwingt. Beides ist gleichermaßen interessant und eher witzige Folgen wechseln sich mal mit düsteren, mal mit actiongeladenen Episoden ab.
Ein zentrales Argument der Serie sind Anspielung auf vorwiegend amerikanische popkulturelle Aspekte aus den Bereichen Film und Musik. Elemente aus Western- und Gangsterfilmen sind stets greifbar, aber auch Anspielungen auf Science Fiction Filme wie Alien tauchen immer wieder auf. Die Musik ist vor allem sehr jazzorientiert und trägt sehr zur Stimmung der Serie bei.
Die Hauptfiguren der Serie, die Besatzung der Bebop, könnten unterschiedlicher nicht sein und sind hervorragend ausgearbeitet: Zum einen wäre da der oft desinteressiert wirkende, risikofreudige Spike Spiegel, der ein absoluter Nahkampfexperte ist, doch durch seine Vergangenheit gezeichnet ist. Ganz anders ist sein Partner Jet Black, ein ehemaliger Polizist, der seinen Dienst wegen der dort herrschenden Korruption quittiert hat und sich um seine Crew kümmert. Später schließen sich den beiden auch noch die hauptsächlich auf ihren eigenen Vorteil bedachte Kopfgeldjägerin Faye Valentine, das Mädchen Ed, die wohl begabteste Hackerin des Sonnensystems, sowie der Hund Ein, der aus einem Versuchslabor kommt und eine überdurchschnittliche Intelligenz verfügt, an. Diese Konstellation führt zu zahlreichen wunderbaren Situationen und Dialogen.
Fazit: Cowboy Bebop ist für alle, die mal einen Blick in die Welt der Animes riskieren wollen, ein perfekter Einstieg. Aber auch sonst ist der 26 Folgen lange Ausflug an Bord der Bebop sehr lohnenswert, besonders der starken Charaktere, der tollen Dialoge und der vielen Anspielungen wegen. Das und viele Zitate, die man aus der Serie mitnehmen kann, machen aus Cowboy Bebop eine Serie, die man so schnell nicht vergisst.
Meine Wertung: 9/10
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Cowboy Bebop in der IMDB
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