Filmriss: Hancock

Es gibt gute Schauspieler und es gibt Schauspieler, die machen bei manchen Filmen den Unterschied aus. Zur letzteren Kategorie gehört sicherlich Will Smith. Nicht umsonst wurden im örtlichen Kino extra für Hancock die Gutscheine nicht akzeptiert, die man durch regelmäßiges Abstempeln beim Kinobesuch bekommen würde: “Für Hancock sind die Gutscheine leider 3 Wochen ausgesetzt, aber einen neuen Stempel können sie kriegen!” Der Film muss also wirklich etwas Besonderes sein und der Kinosaal war auch gerammelt voll. Im Nachhinein sehr verständlich für mich:

Jon Hancock ist ein Superheld mit übermenschlichen Kräften. Er kann fliegen, Kugeln prallen von ihm ab und er ist stärker als es die Vorstellungskraft zulässt. Allerdings hat Hancock auch ein Imageproblem: Weil er fast immer besoffen ist und nicht aufpasst, was er tut, richtet er bei seinen Heldentaten immer mehr schaden an, als er eigentlich verhindern wollte. So wird er von der ganzen Stadt gehasst und beschimpft, wo er auch nur auftaucht. Als er jedoch eines Tages dem erfolglosen PR-Berater Ray das Leben rettet, indem er ihn vor einem herannahenden Zug rettet, nimmt sich dieser Hancock an und will ihm ein besseres Image verleihen. Der Plan ist, dass Hancock freiwillig ins Gefängnis geht und seine Strafe absitzt, bis er vermisst und gebraucht wird. Mit der Zeit lernt er, seine Fähigkeiten etwas mehr zu kontrollieren, macht einen Alkoholentzug und wird schließlich tatsächlich entlassen, weil er bei einer Geiselnahme aushelfen muss. Das ist seine Gelegenheit, bei den Menschen endlich beliebt zu werden…

Wie schon eingangs geschrieben, nach dem Film habe ich verstanden, warum man die Gutscheine ausgesetzt hat und das Kino voll war. Hancock hat mich wirklich ausgezeichnet unterhalten. Während die erste Hälfte mehr auf Humor setzte, wurde die zweite dann achtiongeladener und erfuhr eine Wendung, die man nicht schon nach der Sichtung des Trailers vermutet hätte. Ich hatte mich vor der Sichtung gefragt, wie die Story den ganzen Film über tragen will – nun weiß ich es, das wird hier aber nicht verraten. Leider kam mir der Umschwung etwas zu plötzlich und leider war die Erklärung für Hancocks übermenschliche Kräfte auch etwas dürftig. Die Hauptsache ist aber, dass der Film nie langweilig war und viel Abwechslung bot. Man wurde gut unterhalten und der Spaßfaktor war recht hoch, wenngleich der Streifen auch nicht sehr anspruchsvoll ist – aber das muss ja auch nicht unbedingt sein!

Muss ich zur schauspielerische Leistung eigentlich noch irgendetwas anderes sagen als Will Smith? Der Mann ist ein Phänomen – egal was er spielt, seine Rollen verkörpert er immer überzeugend und verleiht seinem Charakter das nötige Charisma. Aber auch die anderen Darsteller machen sich sehr gut: Charlize Theron (“The Italian Job”) ist nicht bloß das Eye Candy für die männlichen Zuschauer, sondern bringt die zwei Gesichter ihrer Figur sehr gut rüber und Jason Bateman (“Smokin Aces”), der den sympathischen PR-Berater mimt, muss man einfach gern haben.

Fazit: Hancock hat mich positiv überrascht. Auch wenn mir schon vorher klar war, dass Will Smith seine Sache wieder ausgezeichnet machen wird, hatte ich doch einen ganz anderen Film erwartet, als er in der zweiten Hälfte geboten wurde. Überraschend, witzig und actionreich, all das ist Hancock in etwa gleichem Maße und somit eine klare Empfehlung, daran ändern auch die kleineren Mängel nichts.

Meine Wertung: 8/10

[starreview]

User-Wertung:

[starrater]

Weiterführende Links:

Deutscher Trailer

3 Kommentare

  1. Sebastian - 06.07.2008 at 10:14

    Dass die Gutscheine nicht genommen wurden, liegt aber nicht daran, dass der Film so besonders ist, dass sind Vorgaben vom Verleih, der einen prozentualen Anteil der Einnahmen kriegt. Eine meiner Meinung nach üble Praxis, aufgrund der zum Beispiel das Cinestar Lübeck seinerzeit Ang Lees Hulk boykottiert hat.

    Antworten
  2. tshalina - 07.07.2008 at 18:33

    :smile: Schöne Rezension! :) Charlize Theron macht in dem Film wirklich eine gute Figur, wobei sie mir in der zweiten Hälfte des Films (mit etwas mehr MakeUp) deutlich besser gefällt. Jason Bateman war mir irgendwie bisher unbekannt, hat aber seine Rolle auch wirklich sehr gut gespielt.

    Antworten
  3. Paddy - 16.07.2008 at 13:09

    Mehr als Popcorn-Kino war das nicht, ich fand’s eher doof. Die Wende, die du ansprichst, hat mich denn auch eher gestört, weil sie der Sache irgendwie einen Sinn hätte geben sollen. Diesen Sinn konnte ich aber nicht wirklich sehen. Und woher jetzt das ganze Zeugs so von wegen Übermensch und so kommt, blieb vollkommen im Dunkeln. Und wer waren nochmals diese drei Typen am Ende? Und woher kamen sie? Hä? Schreit alles nach einem Teil zwei, und das nervt mich sowieso.

    Antworten

Schreib deinen Müll dazu