CD-Check: Saltatio Mortis – Sturm aufs Paradies

Saltatio Mortis / Photo by: Otto Kasper Studios / Bearbeitung: Jan Adler

Die Spielleute von Saltatio Mortis sind zurück mit einem neuen Album! Sturm aufs Paradies nennt es sich und soll an das hochkarätige Vorgängeralbum Wer Wind sœt anknüpfen oder es sogar noch übertreffen. Am 2. September erscheint das Album im Handel, schon jetzt sage ich euch, ob ihr euch darauf freuen könnt!

Mit Habgier und Tod startet der Longplayer gleich druckvoll mit harten Gitarrenriffs und verspielten Dudelsackklängen, in bester Dramaturgie arrangiert, ein guter Opener. Im Anschluss wartet der aus dem Musikvideo bekannte Hochzeitstanz, dem man etwas Zeit geben muss, bevor er sein ganzes Potential entfalten kann. Dann will er aber nicht mehr aus dem Ohr. Die Ode an die Feindschaft beginnt ruhig, doch der Schein trügt, denn schon bald offenbart sich ein richtig wütender, schmutziger Rocksong voller Trotz und Energie mit einem Refrain zum mitbrüllen und ins Mottobuch schreiben. Weiter geht es mit dem sehr folkig-groovigen Eulenspiegel, der auch live eine absolut sichere Bank ist. Hier merkt man, mit welcher Sorgfalt das Septett zu Werke geht und ihre Songs mit diversen Details wie leisen Flötenklängen schmückt. Da kann Sündenfall nicht ganz mithalten, ist aber nicht zuletzt wegen des finalen Höhepunktes dennoch hörenswert. Das gilt auch für Nachtigall und Rose, eine Vertonung eines Märchens von Oscar Wilde. Der Song hat die Bezeichnung Rockballade wahrlich verdient, krachende Gitarren, eine Dudelsackwand und emotionaler Gesang bilden eine tolle Einheit.

Balladesk-melancholisch wird es auch in Gott Würfelt Nicht, das mit sanften Pianoklängen überrascht. Ungewöhnlich, aber sehr eindrucksvoll, auch und vor allem durch seine Dramaturgie. Nach Jahr und Tag besticht durch einen sehr eingängigen Beat, der richtig groovt und rockt und dadurch – wie aber die meisten Songs – sehr tanzbar ist. Ein absolutes Highlight ist Orpheus, textlich an den bekannten Mythos angelehnt, musikalisch eine Offenbarung: Die Strophen im rockigen Gewand gehalten, der Refrain mit Hymnencharakter und dann noch ein stilvolles Duett zum Piano. Wieder sehr tanzbar wird es dann beim Spiel mit dem Feuer, das aber auch wie viele Songs der Spielleute eine Geschichte zu erzählen weiß – das Songwriting verdient sowieso ein großes Lob. Und wie üblich sparen sie auch nicht an intelligent verpackter Gesellschaftskritik wie etwa in Fiat Lux, das auf die Atomkraft-Problematik anspielt. Und wer einmal Speedpunk mit Dudelsäcken hören wollte, der freut sich über Der Letzte Spielmann, bei dem im Refrain wohl niemand stillstehen können wird. Zum Abschluss gibt es mit Wieder Unterwegs noch mal gute Laune und eine Verabschiedung mit einem positiven Gefühl. Ein sehr schöner Schlusspunkt

Die normale Version des Albums kommt bei 13 Tracks auf eine Gesamtspielzeit von gut 50 Minuten, was schon ein sehr guter Wert ist. Wer die limitierte Edition kauft, darf sich über einen zusätzlichen Song sowie eine zweite CD mit Pianoversionen der Songs freuen. Und wem auch das nicht reicht, der greift zur Deluxe-Fassung, der noch eine DVD und eine Saltatio Mortis Flagge beiliegen.

Saltatio Mortis - Sturm aufs Paradies

Saltatio Mortis – Sturm aufs Paradies (Album)
Facts:
Tracks: 13
Gesamtspieldauer: 50:28
Releasedatum: 02.09.2011
Genre: Mittelalter Rock
Homepage: www.saltatio-mortis.com
Anspieltipps: Ode an die Feindschaft, Eulenspiegel, Orpheus
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Fazit

Daumen hochBeeindruckend, welch konstant hohes Niveau Saltatio Mortis schon seit einigen Alben halten können. Sturm aufs Paradies steht seinen Vorgängern in nichts nach und bietet darüber hinaus sogar noch Platz für gelungene Neuerungen, die zeigen, dass die Band nicht einfach ihr Programm abspult, sondern Musik mit Leidenschaft macht, was man vom ersten bis zum letzten Track hören kann. Viele herausragende Songs, kein Ausfall dabei: Wer auf Mittelalter Rock steht, der kommt an diesem Album nicht vorbei. Doch auch alle anderen sollten hier mal ein oder zwei Ohren riskieren – es lohnt sich!

Galerie (Photos by: Otto Kasper Studios / Bearbeitung: Jan Adler)

Saltatio Mortis | Photo by: Otto Kasper Studios / Bearbeitung: Jan AdlerSaltatio Mortis | Photo by: Otto Kasper Studios / Bearbeitung: Jan Adler

Saltatio Mortis | Photo by: Otto Kasper Studios / Bearbeitung: Jan Adler
Saltatio Mortis | Photo by: Otto Kasper Studios / Bearbeitung: Jan Adler

6 Kommentare

  1. Christina - 19.08.2011 at 0:49

    Die hab’ ich beim M’era Luna letztes Jahr gesehen und fand sie richtig gut! :)

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    • Konna - 20.08.2011 at 10:00

      Hab sie letztens in Wacken gesehen und da waren sie auch super. Und das neue Album ist wirklich grandios, ich kann es nur empfehlen. :)

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  2. Heuni - 19.08.2011 at 8:17

    Ich habe schon lange die Deluxe-Edition bestellt und bin gespannt. Ist ja nicht mehr lange.

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    • Konna - 20.08.2011 at 10:00

      Ja, ich hab sie auch vorbestellt. Zeitweise war sie ja sogar schon vergriffen bei Amazon.

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      • Vany - 30.08.2011 at 17:47

        Hab sie mir auch schon vorlanger Zeit bestellt, sogar 3mal (die Ltd-Edition, die Deluxe-Edition (mit Fahne) und die EMP-Edition (mit Flöte+ eingraviertem “Saltatio Mortis”))
        Kann es kaum noch erwarten meine 3 CD´s in den Händen zuhalten. xD
        Aber jetzt sind es schließlich nur noch drei Tage und Außerdem SaMo ist einfach GEIL!!!! Meiner Meinung nach DIE BESTE BAND DER WELT und Live rocken sie dermaßen, das kann man gar nicht beschreiben, dass muss man erleben. (Und ne Menge Quatsch und “kranken” Scheiß machen sie auch, vielleicht ein Grund mehr warum so viele sie mögen). xD

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        • Konna - 31.08.2011 at 14:00

          Hi Vany! Gleich 3x, wow, das nennt sich echter Fan. :) Aber warum denn sowohl die Ltd. als auch die Deluxe Edition? Die Deluxe-Edition enthält meines Wissens nach doch auch die limitierte Edition. :)

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