Von Denken und Gefühl befreit, nur Cyberspace ist Wirklichkeit.
2040 wurde Rock offiziell für tot erklärt. Viele Jahrzehnte später gibt es auf dem Planeten e.bay nur noch computergenerierte Musik. Die Firma Globalsoft unter Leitung der Killerqueen hat die Herrschaft an sich gerissen und aus den Menschen einen Haufen gleichgeschalteter „GaGa-Girls“ und „GaGa-Boys“ gemacht. Handgemachte Musik inklusive aller Musikinstrumente wurde schon vor Jahren verboten. Im Mittelpunkt steht das Internet: mit einem Klick kann alles nötige heruntergeladen werden. Das Leben strahlt in knallpink und neonorange und alles scheint perfekt zu sein.
Du lebst in einer perfekten Welt – was willst du mehr?
Perfekte Welt? Nein, bei weitem nicht für jeden! Abseits des Glitzers hat sich eine Bande Jugendlicher, die „Bohemians“, versammelt. Sie hausen im „Heartbreak Hotel“, geben sich Namen wie Robbie Williams und Dieter Bohlen und träumen von einer Welt, von der sie bisher nur in geheimen Schriften gelesen haben: eine Welt, in der es noch handgemachte Musik gibt, die nicht für Geld, sondern für die Liebe gespielt wird. Ihre Orientierung und Mutmacher dabei sind die bekanntesten Rocklegenden, Jimmy Hendrix, Curt Cobain, Rio Reiser und vor allem Freddie Mercury.
Den Gerüchten zufolge soll es noch irgendwo auf der Welt echte Musikinstrumente geben, nach denen die Bohemians suchen. Dabei sind sie jedoch nicht die einzigen: Globalsofts Geheimpolizei und Kommandant Khashoggi sind ihnen dabei dicht auf den Fersen, denn die Killerqueen will den Aufstand im Keim ersticken…
Seid ihr bereit, Champions zu sein?
Mitten hinein in diese Szene stolpert eines Tages ein junger Mann, der sich selbst den Namen Galileo Figaro gegeben hat. Am Tag seiner Schulabschlussfeier werden er und eine Klassenkameradin, die wenig später von Galileo den Namen Scaramouche verpasst bekommt, von der Polizei verhaftet. Der Grund: sie sind eindeutig anders als die GaGa-Kids und träumen davon, aus der Gesellschaft auszusteigen.
Als die beiden nebeneinander im Krankenhaus aufwachen, beschließen sie, der GaGa-Welt den Rücken zuzukehren. Kurz darauf treffen sie auf die Bohemians, die sie erst für Spitzel halten und ausschalten wollen. Da Galileo jedoch berichtet, die Texte und Melodien alter Rocker in seinen Träumen zu hören, werden die beiden schließlich von den Anführern Ozzy und Brit in die Gruppe aufgenommen. Sie hoffen, dass Galileo sie zu den versteckten Musikinstrumenten führen kann.
Die Zukunft des Rock’n'Roll liegt in Euren Händen!
Das Glück währt jedoch nur kurz: Kommandant Khashoggi hat Galileo und Scaramouche GPS-Chips implantieren lassen, die ihn nun zum Lager der Aufständischen geführt haben. Alle Bohemians werden festgenommen, aber Galileo und Scaramouche können fliehen. Während die Killerqueen ihren Sieg feiert, träumt Galileo von den Seven Seas of Rhye. Dort angekommen finden sie die Bohemians, die einer Gehirnwäsche unterzogen wurden, sowie den Althippie BAP, der die beiden über die Geschichte der Musik aufklärt. Als aus dem See plötzlich eine Statue Freddie Mercurys auftaucht, ist den dreien klar, wo sie nach den Musikinstrumenten suchen müssen: Die Statue zeigt zum Wembley Stadion. In den Trümmern finden sie eine E-Gitarre und die Killerqueen wird durch die Macht des Rock besiegt.
We Will Rock You!
Das Musical We Will Rock You, das 2002 in London uraufgeführt wurde, ist garantiert in einigen Punkten kein typisches Musical. Ein junger Mann wird vom Versager zum Helden, so weit so gut, aber diese an sich relativ unspannende Geschichte wird verpackt in die größten Hits der legendären Rocker von Queen! Hinter der Bühne versteckt sich eine große Rockband, die die Zuschauer schon nach Sekunden vergessen lässt, dass sie eigentlich in schicker Garderobe in einem großen Theater sitzen. Auch die Darsteller – besonders toll Jessica Kessler als Scaramouche – tragen dazu bei, dass dieses Musical ein ganz besonderes Erlebnis wird.
Ich habe das Musical schon zweimal besucht, einmal in Stuttgart und einmal in Berlin, und es wird garantiert nicht das letzte Mal gewesen sein. Bis zum 21.10. ist das Ensemble noch im Theater des Westens zu sehen, ab 2012 soll das Musical wieder in Richtung Süden wandern. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, auch für diejenigen, die sonst keine typischen Musicalgänger sind, denn:
We Will Rock You ist mehr als als Titel. Es ist ein Versprechen!
Über die Autorin: Laura schreibt eigentlich auf tomatenkaetzchen.net, kommt aus dem Süden Deutschlands und studiert dort Psychologie. Schon seit vielen Jahren spielt Musik in ihrem Leben eine wichtige Rolle. Festgelegt auf eine Musikrichtung ist sie schon lange nicht mehr, aber (E-)Gitarren müssen eigentlich bei allem dabei sein. Kein Wunder also, dass We Will Rock You sie einfach umgehauen hat.

















9 Kommentare
Hallo Laura,
ich war selbst auch schon in Köln in “We Will Rock You”. Obwohl ich auch kein typischer Musicalgänger bin, war ich begeistert. Das schöne ist, dass die Texte weiterhin auf Englisch gesungen werden. Bei vielen anderen Musicals werden die Songs meist mehr schlecht als recht übersetzt.
Schade, dass du das Ende in deinem Text schon vorweg genommen hast. Der könnte fast von der offiziellen Homepage stammen, bis auf die Tatsache, dass Du es schöner formuliert hast.
Liebe Grüße,
Nina
Hallo Nina,
erstmal vielen Dank für dein Kommentar
Ich habe erst überlegt, das Ende wegzulassen, aber nunja^^ War auch relativ kompliziert, das Ende kurz und knapp zusammenzufassen, aber es ist ja bei weitem nicht alles drin. Abgesehen davon finde ich das Ende irgendwie vorhersehbar, aber die Lieder stehen für mich hier auch eindeutig im Vordergrund.
Liebe Grüße,
Laura
Erst einmal Danke für den Beitrag!
Ich bin eigentlich weder musicalaffin (habe noch nie eines live gesehen und spüre jetzt auch nicht den großen Drang danach) noch kann ich Queen wirklich viel abgewinnen. Damit wird das Musical an sich wohl für mich eher weniger geeignet sein, nehme ich an, dabei hört es sich, wenn man deine Beschreibung so liest, wirklich gut an.
Hab ich sehr gern gemacht
Vielen Dank auch schonmal für die Postkarte, hab mich sehr gefreut! Nun, solange du noch Student bist, könntest du das Musical für 30€ testen, aber wenn man an Tanz und Gesang auf der Bühne generell keinen Spaß hat, kann man das Geld auch gern für etwas anderes investieren
Oh, dass ich generell keinen Spaß daran hätte, würde ich nicht sagen, ich bin nur vor allem skeptisch wegen Queen. Klar, man kennt die Lieder zwar schon irgendwie, aber mir geben sie irgendwie nichts besonderes. 30€ ist natürlich ein super Preis. Gehst du mit mir gemeinsam hin?
Bin leider in nächster Zeit nicht mehr in Berlin, aber wenn WWRY 2012 wieder im Süden ist darfst du mich gern besuchen
Man, warum nur so weit weg? So wird es schwierig!
Musical ist jetzt auch nicht so mein Ding, Queen schon.
Nett finde ich sowas ja vor allem, wenn sich z.B. Brian May die Ehre gibt.
Wie in London mit Mel C zusammen… vielleicht gibt es die Kooperation ja bald auch anders rum
Hab gerade auf mushp gelesen, dass es nächstes Jahr ein Spice Girls Musical gibt. Na gespannt?
Thema für eine Gastbeitrag?
Gruß.
PeHe
Zumindest von meiner Seite aus muss ich dich hier enttäuschen: Auf die Spice Girls steh ich leider so gar nicht
Vor We Will Rock You hab ich nur ein Musical gesehen, Dirty Dancing in Berlin auf Klassenfahrt, das war ganz nett, aber der Knaller wars nicht. We Will Rock You hat einfach etwas besonderes.
Trackbacks