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Stimmungsschwankungen

Die Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren

Unsere Hormone steuern nicht nur unsere Fortpflanzungsorgane und Sexualmerkmale. Die Hormone, also unter anderem Östrogen, Progesteron und Testosteron, lassen uns „himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt“ sein. Sie steuern unsere Emotionen in ausschlaggebender Weise, und sie bestimmen die Art und Weise, wie unser Gehirn funktioniert.

Kein Wunder also, dass die Veränderungen in den Wechseljahren unsere Gefühlswelt gründlich durcheinander bringt, beginnend in der prämenopausalen weiter über die perimenopausale bis zur postmenopausalen Phase, auf Deutsch gesagt: vor, während und nach des hormonellen Wechsels der Frau am Ende ihrer körperlichen Fruchtbarkeit.

Der Einfluss der Hormone

Mit Beginn der Pubertät haben die Sexualhormone die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane und die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale gesteuert. Mit dem Eintritt der Wechseljahre steuern sie uns weiter, diesmal indem die Östrogen- und Progesteronproduktion langsam eingestellt wird und die Fortpflanzungsfähigkeit dann zum Ruhen kommt.

Östrogren und die Stimmung

Stimmungsschwankungen – plötzliche Tränenausbrüche, das Hereinbrechen einer psychischen, vorher nicht gekannten Dunkelheit – das sind die zum Glück meist vorübergehenden Symptome eines gesunkenen Östrogenspiegels. Der weibliche Körper produziert nun weniger Endorphine, das als unser Hormon zum Glücklichsein unser Wohlbefinden stark beeinflusst. Dies ist nun in geringerem Maße vorhanden – und dadurch erklärt sich der plötzliche, unerklärliche Anfall von Unglücklichsein. Aber es gibt Gegenmittel: Phytohormone, die den Östrogenhaushalt ausgleichen (wie z.B. täglich ein Esslöffel Leinmehl, oder andere pflanzliche Östrogene) oder bestimmte Yoga-Übungen können Abhilfe schaffen und die Symptome deutlich lindern.

Grundsätzlich ist mit nicht unerheblichen Ermüdungs- und Erschöpfungszuständen zu rechnen. Diese wirken sich selbstverständlich auch auf das psychische Wohlbefinden aus, vor allem, wenn die Ursache unbekannt ist oder wenn frau sich nicht ausreichend ausruhen kann. Wer in der glücklichen Lage ist, Zeit für sich zu haben, sollte sich so viel wie möglich ausruhen und viel an der frischen Luft bewegen.

Unausgeglichenheit ist ein weiteres, sehr auffälliges Merkmal: die Stimmung schwankt von einem Extrem zum anderen, und das in sehr kurzer Zeit. Eben war man noch ganz gelassen, und da plötzlich kocht die Wut in einem hoch, gemeinsam mit der Hitzewallung, dann überkommt einen die große Dunkelheit, Traurigkeit ergreift Besitz von Herz und Hirn, und man ist dem machtlos ausgeliefert.

Es ist für die aufmerksame Beobachterin deutlich ersichtlich, dass keine äußere Erscheinung für den Stimmungswechsel ursächlich verantwortlich ist. Man kann, wenn man darauf achtet, gewissermaßen deutlich spüren, dass dies ein körperlicher Vorgang ist: der Hormonspiegel schwankt, und mit ihm die Emotionen und die Tätigkeit und Leistungsfähigkeit des Gehirns.

Schokolade und Stimmungsschwankungen

Ein Stück Schokolade hilft auch bei den Stimmungsschwankungen der Wechseljahre

Wenn Sie nun in der Lage sind, die Ursache zu identifizieren, ist es viel leichter, damit umzugehen. Stellen Sie sich darauf ein: hier liegt ein körperliches Phänomen vor, ich bin jetzt plötzlich sehr traurig und alles erscheint mir leer und sinnlos. Gut, wie kann ich nun damit am Besten umgehen?Da ruf’ ich doch mal meine Freundin an!

Da hol ich doch mal die Katze unter’m Ofen hervor und zwinge sie zum Puscheln! Da sag’ ich meinem Mann, oder meinem Freund, was mit mir vorgeht und bitte ihn, mich in den Arm zu nehmen – oder wenigstens freundlich zu sein und meine Stimmung nicht persönlich zu nehmen. Da mach’ ich mir einen Tee und esse einen Vollkorn-Schokoladenkeks und meditiere ein halbes Stündchen über das Innere Licht. Oder ich geh einfach ins Bett…

Es ist also der gesunkene bzw. schwankende Östrogenspiegel, der für diese Stimmungsschwankungen verantwortlich ist. Dies kann zu kreisenden Gedankenanfällen führen, zu Grübeleien oder großer Sorge selbst über kleinste Nebensächlichkeiten. Denken Sie daran: das ist der Endorphin-Mangel. Es spiegelt nicht die wahre Wirklichkeit!

Progesteron und die Angst

Auch ein Mangel an Progesteron kann ursächlich sein für Beklemmungen und Angstgefühle. Progesteron wirkt beruhigend auf das Zentralnervensystem. Wenn es nun in geringerem Maße vorhanden ist, ist die Folge eine grundlegende Unruhe.

Testosteron und der Sex

Der Testosteronspiegel nun spielt eine nicht unerhebliche Rolle bei der Freude am Sex, aber auch bei einer optimistischen Grundstimmung. Nun sinkt der Testosteronspiegel bei der einen Frau, während er bei der anderen während der Wechseljahre ansteigt. Beides hat Auswirkungen auf die Stimmung, auf die psychische und auch mentale Verfassung. Bei manchen Frauen kann das bedeuten, dass die Lust auf Sex zunimmt – was dann sicherlich wiederum Depressionen und Stimmungsschwankungen entgegenwirkt.

Wenn nun aber der Testosteronspiegel sinkt, nimmt auch die Lust auf das Liebesspiel und sexuelle Intimität ab. Wenn das der Fall sein sollte, dann ist es wichtig, sich nicht zusätzlich zu verurteilen oder zu ärgern. Auch hier kann das Wissen um die hormonellen Vorgänge im Körper sehr nützlich sein – denn wenn man die Ursache kennt, kann man die Gegebenheiten besser akzeptieren und sich entsprechend ausgleichend und verständnisvoll verhalten. Yoga soll auch hier hervorragende Ergebnisse in der Behandlung der Symptome aufweisen.

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, den Stimmungsschwankungen entgegenzutreten. Akzeptanz der veränderten Lage steht an erster Stelle. Wissen um die hormonellen Gegebenheiten kann nur zuträglich sein. Dann fehlt nur noch, die bekannten Therapiemöglichkeiten gezielt einzusetzen, wie Phytotherapie, Yoga, Homöopathie und andere alternative Heilmethoden, die Schulmedizin und, last not least: alles was der gesunde Menschenverstand rät.

Wollen wir unser Schiff durch die Stürme steuern, nicht auf die Abwesenheit unruhigen Seegangs hoffend, sondern in Gelassenheit hindurchsegelnd – bis ins Auge des Hurrikans. Wenigstens ist das nicht langweilig!